Vlotho

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Vlotho : Erstvorkommen des Namens, Ortsstatus, Grundherrschaften, Kirchenhinweise, historisch – topografische Entwicklungen und strukturelle Vernetzung im heimatkundlichen Zusammenhang zur Auffindung von Archiven, Quellen, Hinweisen...

Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > - Portal:Westfalen-Lippe > Regierungsbezirk Detmold > Kreis Herford > Vlotho


Lokalisierung der Stadt Vlotho innerhalb des Kreises Kreis_Herford
10 Pf Notgeldschein Stadt Vlotho 04/1921
50 Pf Notgeldschein Stadt Vlotho 04/1921

Inhaltsverzeichnis

Früherwähnung

Blick vom Deesberg östliche Richtung zur "Lippischen Porta"

Name

  • 1168-90 „Vlotowe"; 1186 „Flotuwe"; 1224 „Vlotowe"; 1244 „Flotowe"; 1253 „Vlotoe"; 1282 „Vlothow"; 1295 „Flotowe"; (Mundartlich 2005: „Vlauthe“.).

Zoll und Münze

  • 1224 belehnte König Heinrich VII. die edle Frau Sophie, Gemahlin des Grafen Otto v. Ravensberg, mit Zoll und Münze in Vlotho;

Burg Vlotho

  • Um 850 befestigter Königshof im Südteil einer vorhergehenden Wallburg.
  • 1168-90 erwarb der Kölner Erzbischof Philipp von „Adolphus Auer" mit Zustimmung der Erben für 60 Mark den reichsunmittelbaren Besitz der Herrschaft Vlotho an der Mündung des Forellenbaches in Vlotho.
  • 1226 erhielt Graf Otto v. Ravensberg die Herrschaft Vlotho;
  • 1246 kam Vlotho an die Grafen v. Tecklenburg;
  • Im Erbgang kommt die Herrschaft Vlotho an Heinrich IV. Graf von Oldenburg-Wideshausen (1248, + 1270) oo Elisabeth von Tecklenburg
    • Sie errichteten um 1250 die Höhenburg Vlotho auf dem Deesberg (später Amtshausberg) und überlassen die alte Burg „Scure“ (Schune, 1258) den Zisterzienserinnen als Kloster Segenstal.
Ruinenreste der Höhenburg Vlotho
Ruine, Innenhof
Ruine, Außenansicht
  • 1270-1567 ist die Burg Vlotho Sitz des Amtsdrosten und der Amtsverwaltung.
  • 1290 verkaufte Edelvogt Gerhard vom Berge dem Kölner Erzbischof Siegfried die Hälfte der Bürg Vlotho mit allem Zubehör.
  • 1293 heißt es in einer Urkunde, daß Rudolf v. Diepholz vom Kölner Erzbischof mit der Burg belehnt ist.
  • 1295 erhielt Ritter Heinrich Gogreven vom Erzbischof die Burg.
  • 1368 Truppen der Stadt Minden zerstören in einer Fede gegen Lippe Burg und Stadt Vlotho.
  • 1567 Drost Bertram von Landsberg (Epitaph in der Kirche) zieht nach Deesberg.
  • 1609 Vlotho fällt mit der Grafschaft Ravensberg an den Kurfürsten von Brandenburg, verbündete niederländische Truppen sichern die Burg.
  • 1618-1648 Kaiserliche, schwedische und brandenburgische Truppen wechseln auf der Burg.
  • 1660 Abzug der brandenburgischen Besatzung.
  • 1679 Belagerung und Zerstörung der Burg, Umzug des Amtshaussitzes in das Tal auf das Vorwerk Gut Deesberg.
  • 1709 Die Burg wird auf Abbruch für 172 Taler verkauft, es bleiben Gefängnis und Scheune für Gut Deesberg.

Gericht und Stadt

1258 wird der Richter Ludolf „in civitate Vlotowe" genannt.

Kirche

1230 Gerhardus sacerdos;

Familienname

  • 1244 Kaiser Friedrich erlaubt Graf Otto von Vlotho (=von Ravensberg) die Vererbung seiner Reichslehen an Frau und Tochter.

Kloster Segensthal

Kloster Segensthal, Klosterkirche
Kloster Segensthal
St. Stephans-Kirche
  • 1258 wurde das Zisterzienserinnenkloster Segensthal in den Gebäuden der Wasserburg Schune gegründet. Die Burg sowie umfangreicher Landbesitz waren eine Schenkung des Grafen Heinrich von Oldenburg und seiner Gattin Elisabeth. 1288 ist das Kloster auf das hochwasser sichere Gelände der heutigen St. Stephans Kirche verlegt worden. 1430 erfolgte die Umwandlung in ein Mönchskloster, dessen Mitglieder sich 1533 der Reformation anschlossen. Nach dem Tod des letzten Mönchs wurde das Kloster 1560 aufgelöst. Von dem Kloster sind neben den älteren Teilen der Kirche noch Mauerreste und 3 Bögen des ehemaligen Kreuzganges erhalten.
    • Quelle Früherwähnung: Kniping II. S. 278; Westfälisches Urkundenbuch II. Cod. Nr. 489; III. Nr. 198; 229; 280; 420; 451; IV. Nr. 550; 689; 1715; 2350; VI. Nr. 689; 1444; 1535; 1541;
  • 25.01.1325 Die Kirche des Klosters Segenthal wurde St. Geeorg geweiht. Das einschiffige gotische Gebäude ist 1368 während der Mindener Fehde durch Brand zerstört und anschließend wieder neu errichtet worden. Im Jahre 1659 wurde ein zweites Kirchenschiff auf der rechten Seite angebaut. Aus dem selben Jahr stammt auch die am Giebel angebrachte Sonnenuhr. Der 2010 zu sehende auf dem Dach aufgesetzte Turm ist einem früheren, der Tradition der Tradition der Zisterzienser nachempfundenen Dachreiter nachempfunden. Das seit 1560 evangelische Gotteshaus trägt seit 1830 den Namen Evangelich lutherische St. Stephans-Kirche.

Landschaftslage

1895: Geografische Position bei (N 52° 10' | O 8° 50')

  • [1]Vlotho liegt am Nordrand des Lipper Berglands gegen die Rinteln-Hamelner Wesertalung in 60-100 m Höhe am Weserknie südlich der „Porta Westfalica". Die Stadt erstreckt sich auf dem schmalen linken Ufersaum zwischen der Weser und den bis 295 m hohen Randhöhen des Lipperberglands sowie in dem engen Talgrund des von Süden kommenden und hier mündenden Forellenbachs. Auf dem gegenüberliegenden Weserufer die Ortschaft Uffeln.

Ortsursprung

Ursprünglich Bauern und Fischerdorf. Die Herren von Vlotho hatten seit Ende 12. Jhdts. eine Wasserburg vor der Mündung des Forellenbachs und seit Anfang 13. Jhdts. eine Höhenburg auf dem Amthausberg. Kirchort Vlotho 1280.

Stadtgründung

Stadtrecht

Erstes Stadtrecht durch die Grafen von Ravensberg Anfang 13. Jhdts. Neues Marktrecht 1650. Neues Stadtrecht durch Friedrich Wilhelm I. (1719), als Titularstadt verwaltet nach der Landgemeindeordnung seit 1843.

Bezeichnungen

oppidum, civitas und Stadt (1224-1451), Flecken Vlotho (1550-1718), Stadt Vlotho (ab 1719).

Stadtsiedlung

Bauentwicklung

Stand 1954: Talreihensiedlung an Weser und Forellenbach bis 1850, dann Erweiterung längs der Weser nach 0sten zur T-Form bis 1900. Seitdem starke Neusiedlung aufwärts an den südlichen Berghängen. Aus Raummangel kein Markt. Wegen der Länge unbefestigt.

Gebäude

Stand 1954: Haus Schune ("Scure") vor der Mündung des Forellenbachs, Wasserburg der Herren von Vlotho, Ende 12. Jhdts., verfallen im 15. Jhdt., darin durch Graf Heinrich von Oldenburg das Zisterziensernonnenkloster Vlotho (Vallis benedictionis) gegr. 1258, aber Anfang 14. Jhdt. verlegt auf den Platz der jetzigen luth. Kirche, in Mönchskloster verwandelt und dem Kloster Lockum unterstellt um 1430, eingegangen um 1550. Georgenkirche des Klosters, gotisch, später luth. als Stephanskirche, nach 1560; zweites Schiff angebaut 1659. Pfarrkirche St. Johann zuerst genannt 1230. Reformierte Johanniskirche erbaut 1782, erweitert 1907. Kath. Hl.-Kreuz-Kirche, Missionskirche auf Rahlbruch vor der Stadt, 1741. Rathaus abgebrochen 1832, Neubau 1868, Umbau 1931. Amtsgericht 1834. Sparkasse 1883, mehrfacher Umbau. Oberschule 1888. Volksschule 1908. Post 1931. Burg der Herren von Vlotho auf dem Amthausberg Anfang 13. Jhdt., abgebrochen 1709.

Berühmte Person in Vlotho

Zerstörungen 2. Weltkrieg

Zerstört 19 Wohnhäuser, 2 Weserbrücken, bis 1954 wieder aufgebaut.

Bevölkerung

Herkunft, Einwohner

Zuzug der Bevölkerung aus Minden und Ravensberg, Reformierte aus Lippe-Detmold. 1509: 45 Häuser, 1558: 46 Biirgerstätten, 1687: 220 Bürgerstätten, 1740: 1.276 Einwohner (E.), 1763: 1.288 E., 1787: 237 Hausnummern (ohne die steuerfreien Häuser), 254 Feuerstellen, 1.323 E. (616 m., 707 w.).

Seuchen

Pest 1624-26, 1633-36. Ruhr 1693, 1739, 1752. Blattern 1798. Cholera: 1849, 1866.

Jüngere Einwohnerzahlen

1818: 1.525 Einwohner (E.), 1829: 1.822 E., 1.843: 2.166 E. und 300 Häuser, 1858: 2.427 E., 1871: 3.003 E., 1885: 3.429 E., 1895: 3.975 E., 1905: 4.724 E., 1913: 4.953 E., 1925: 5.010 E., 1933: 5.444 E., 1939: 5.561 E., 1946: 7.417 E., 1950: 7.897 E.

Sprache

Die niederdeutsche Mundart von Vlotho ist noch zum Lippischen zu rechnen, das zwischen dem Westfälischen und dem mik-Gebiet liegt. Kennzeichen: broken 'gebrochen', ek sin 'ich bin', sei 'sei', jei `ihr', jou 'euch', buen 'bauen', meiht '(sie) mähen'.

Etymologie und Sprache

Wirtschaft

Handel und Gewerbe

Stand 1954: Das im Mittelalter vorhandene Marktrecht wurde 1650 erneuert, um 1845: 2 Kram- und Viehmärkte genannt. Seit Mittelalter verschiedene Wassermühlen, darunter Papiermühle (seit 1571). Starker Durchgangsverkehr von der Weser nach Lemgo, Herford, Paderborn. Vlotho war seit 1665 Sitz der Weserschiffergilde von Hameln bis Bremen. 47 Mitglieder. Ferner im 18. Jhdt. Kaufmannsgilde, Bäckeramt, Schneideramt, Schuhmacheramt, Tischleramt, Amt der übrigen Professionisten; aufgelöst 1809. Rege Leinenherstellung (Grobleinen für Segel), Ausfuhr nach Holland, England und Spanien. Seit Mitte des 18. Jhdt. Leggeort. Damals Beginn die Zigarrenfabrikation (1790: 6 Fabrikanten), im 19. Jh. Zigarrenherstellung, 1887: 600 Arbeiter. Um 1845 vorhanden: Zuckerfabrik, Siegellack-, Seifen-, Zichorien- und Essigfabriken, Kalkbrennereien, Papiermühle, Handel mit Leinen und Garn. Stahlquelle. - 1954 ist die Zigarren- und Tabakindustrie wichtigster Wirtschaftszweig. Daneben Fabriken für Bahn-, Gleis- und Tiefbau (z. T. seit 1895), Maschinenbau. Herstellung von Möbeln, Holzwaren, Schuh-, Gummi- und Lederverarbeitung; 1954 2 Zucker- und Süßwarenfabriken (eine seit 1840), Brauerei, 2 Flußschiffswerften; ferner 2 Kieswerke sowie Gewinnung von Natur- und Mauersteinen und Schottern; mehrere Druckereien, Friedrich-Köhler-Verlag (1940). Außerdem ist Vlotho Luftkurort.

Verkehr

Stand 1954: Vlotho ist Kreuzungspunkt der mittelalterlichen Handelsstraße Minden- Hameln durch das Wesertal mit der Straße Paderborn-Bad Salzuflen-Vlotho an der Stelle eines alten Weserübergangs (bis 1929 Fähre, seitdem Brücke). 1954 entsprechend die Landstraßen nach Bad Salzuflen, Minden und Rinteln sowie über die Weser nach Holzhausen-Minden. Autobahn Köln-Berlin (1939) mit Anschlüssen in Exter (8 km südwestlich) und Babenhausen (5 km nördlich). Hauptbahnstrecke Löhne-Vlotho-Hameln-Braunschweig (1875). Elektrische Kleinbahn Vlotho-Salzuflen-Herford (1900/03). Dem Weserschiffsverkehr diente seit 1720 ein Ausladeplatz mit Kran, Lagerhaus am Fährhof, 1954 städtischer Umschlaghafen, erbaut 1903 von der Stadt Vlotho und dem Kreis Herford.

Umgebungsbedeutung

Stand 1954: Der Einfluß von Vlotho beschränkt sich auf die näher gelegenen ländlichen Ortschaften im Wesertal und in der Umgebung des Lipper Berglandes.

Siegelmarke Vlotho AG

Verwaltung

Rat

17. Jhdt.: Bürgermeister und 6-8 Vorsteher, jährlich Anfang Januar gewählt und vom Drosten bestätigt. Seit 1719 bzw. 1741 Magistratsverfassung: 1 Bürgermeister, 1 Camerarius, 1 Senator, bestellt von der staatlichen Behörde (Kriegs- und Domänenkammer Minden). 1807-13 Maire des Kantons Vlotho ( Stadt und Amt Vlotho). 1815 Bürgermeisterei, 1843 Einführung der Landgemeindeordnung, Amtmann des Amtes Vlotho zugleich Bürgermeister der Stadt Vlotho.

Gericht

Stadtrichter 1258. Niedere Gerichtsbarkeit des Rates. Im 17. und 18. Jh. unter dem Herforder Gogericht; seit 1723: preußischer Justizamtmann in Vlotho; 1807-15 Friedensgericht, 1879 Amtsgericht Vlotho.

Landesherrschaft

Landesherren

Nach dem Aussterben der Herren von Vlotho im Anfang des 13. Jhdts. kam die Stadt und Herrschaft Vlotho an die Grafen von Ravensberg. Häufiger Besitzwechsel: 1244 Grafen von Tecklenburg, 1262 Oldenburg, dann Bentheim, Schloß vor 1270 im Besitz der Mindener Stiftsvögte vom Berge. Gerard vom Berge tritt 1286 die eine Hälfte des Schlosses Vlotho. an seinen Neffen, Otto von Ravensberg, ab. Die andere Hälfte, die er 1290 an Köln verkaufte, war ebenfalls 1309 in ravensbergischern Besitz. Bis 1528 zahlreiche Verpfändungen an Braunschweig-Lüneburg, Waldeck, von Wendt, Schaumburg, Osnabrück, Minden u. a. Durch Abfindung der Waldeckschen Rechte 1528 vollständig in kleve-märkischem Besitz und mit Ravensberg vereinigt.

Kriegerische Ereignisse

  • 1368 Zerstörung der Stadt durch Mindener Bürger.
  • 1638 Schlacht bei Vlotho zwischen Kaiserlichen und Schweden.
  • 1621.18. Juli. Grafschaft Ravensberg. Oberst Westphal vom pappenheimschen Korps rückt mit 6 Kompanien in Vlotho ein.
  • 1673 durch münsterische Truppen geplündert.
  • 1679 durch französische Truppen geplündert.

Reichstage

Land- und Stadtgericht 1815-49. Gerichtskommission 1849-79. Amtsgericht seit 1879, aufgelöst 1973; danach zuständig Amtsgericht Bad Oeynhausen.

Verwaltungseinbindung; Infrastruktur

  • 1895: Vlotho, Stadt / Stadtgemeinde in Deutschland, Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Minden, Kreis Herford, Amt Vlotho, in schöner Gegend am lk. Ufer der Weser
    • Geschichte: Bei Vlotho Schlacht am 17.10.1638, in welcher der kaiserl. General Hatzfeld die beiden Söhne des Böhmenkönigs Friedrich V. von der Pfalz besiegte.
    • Zuständigkeit/Einrichtungen: Standesamt Vlotho, Amtsgericht Vlotho, Religion: ev. Kspl Vlotho, kath. Kspl Vlotho, 2 ev. u. 1 kath. Pfarrkirche, städt. Privatschule, Postbezirk (II. Klasse), Telegrafenamt, Gefängnis, Telefonanlage, Gefängnis, Eisenbahnstation Linie Elze <> Löhne u. Braunschweig <> Osnabrück der Preuss. Staatsbahn (Bhf-Gebäude).
    • Gesamtfläche: 576,7 ha, (1895) 3 Wohnplätze, 436 Gebäude
    • Einwohner: 3.975 (3.524 Ev., 374 Kath., 77 Juden; 1816: 1.479 Ew.)
    • Gewerbe: Gasanstalt, bedeut. Fabrikation (Papier, Tabak, (bedeut.) Zigarren, Zigarrenkistenbretter), Druckerei (Bücher), 2 Raffinerien (Zucker), Brennerei (Kalk, Zement), Brauerei (Bier), Gerbereien (Leder), Sägemühle (Dampfbetrieb), Steinbrüche, Schiffahrt (1 Schiff), Fährhof, Fährhütte, Stahlquelle, lebhafter Speditions-Handel (Holz), Märkte (Kram, Vieh).
    • Besonderheiten: Auf dem Gipfel vom steilen Amthausberg die Ruinen des Stammschlosses (Ruine Vlothoburg) der Herren von Vlotho. In der Nähe 2 Schwefelquellen (Seebruch u. Senkelteich), welche zum Baden benutzt werden; in der Nähe viele Erinnerungen an die Heidenzeit.

Kriegswesen

Wehrhoheit

Wehrhoheit im Besitz des Landesherrn. Im Mittelalter Burgmänner. Etwa 1500-1660 kleine Garnison auf der Burg. Bürgerschaft hatte Landfolge zu leisten. 17.-18. Jh.: Bürgerwehr, die dem Bürgermeister unterstand. 8 Rotten, eingeteilt nach Hausnummern. Eigene Fahne. Wehrpflicht: von jedem Hause ein Mann.

Garnison

Kleine brandenburgische Garnison 1647 bis 1679. Dep.-Batl. Inf.-Rgt. 10: 1791. Invalidenkomp. Inf.-Rgt. 10: 1714-1806. 3. Komp. 2. Westfälisches Landwehr-Rgt. 15: 1862-67.

Siegel, Wappen, Fahne

Beschreibung:

Wappen (1910): Von Silber und Rot geteilt; oben 3 rote (ravensbergische) Sparren, unten auf grünem Boden 2 silberne Lilien an grünem Stängel. So nach dem ältesterhaltenen Siegel von 1650.

Altes Wappen : 1755: Lilienstengel aus einem Dreiberg wachsend, zwischen den beiden Blüten die 3 Sparren schwebend. Früher standen die Lilien im goldenen Feld, im Schildhaupt die 3 Sparren.

Fahne: Die Vlothoer Farben sind (silber/rot ?).

Finanzwesen

Münzwesen

  • 1. Landesherrliche Münzstätte. Die Edelfrau Sophie, Gemahlin des Grafen Otto von Ravensberg, erhielt 1224 durch König Heinrich VII. das Münzrecht für Vlotho. Um 1235 prägte hier Graf Otto II. von Ravensberg, wenig später Graf Heinrich der Bogener von Oldenburg-Wildeshausen (1233-1270) Pfennige nach englischem Vorbild (Sterlinge).
  • 2. Notgeld; ausschließlich Papier. 1921: 10, 25, 50 Pfg.

Steuern

Einnahmen im 17. Jhdt.: Bürgergeld, Strafgelder. Ab 1660 Landgeld (Grundsteuer). 18. Jhdt.: Krangeld vom Weserkran und Zuschuß aus der Akzisekasse.

Zölle

In Vlotho Weserzoll der Grafschaft Ravensberg, später Preußens, seit 1224.

Stadtgebiet von Vlotho

Stadtgebiet

1681 besaß Vlotho ein Gehölz am Winterberg, auch 21 ha Weide an der Wölpke. 1844-48 wurde dieser Gemeindebesitz verkauft. 1895: 576, 1925 und 1951: 579 ha.

Kommunale Neugliederung

1969 Kommunale Neugliederung: Ausscheiden der Stadt Vlotho aus dem Amt Vlotho mit den Gemeinden Exter, Valdorf, Vlotho und 1973 Uffeln aus dem Amt Hausberge.

Ortsteile

Vlotho besteht seit 1974 aus den Stadtteilen:

Valdorf wiederum setzt sich aus den alten Bauerschaften

Kirchenwesen

Bistümer seit Mittelalter

Bistum Minden, Archidiakonat Rehme ;1821 Bistum Paderborn (Erzbt.), Dekanat Bielefeld, seit 1949 Minden. Pfarrkirche 1230 zuerst genannt. Kath. Gottesdienst nach der Reformation bis 1810 durch Bielefelder Franziskaner, zunächst (1672-37) auf Gut Deesberg, Missionskirche vor der Stadt seit 1741, eigene Pfarrei 1846.

  • Kath. Heilig Kreuz-Kirche, Herforder Str. 38, Vlotho

Reformation

Nach Einführung der Reformation (1560 erster luth. Pfarrer) wurde Georgenkirche des Klosters luth. Stephanskirche. 1624/25 Versuch der Gegenreformation durch Jesuiten. Reformierte Gemeinde seit Mitte des 18. Jhdts. Gottesdienst im Rathaussaal durch Mindener u. a. benachbarte Pfarrer. 1782 eigene Kirche. Nach Tod des letzten Drosten von Vlotho, General von Seydlitz, 1785 mit Drostengehalt (500 Taler) selbständige Pfarre vom König gestiftet. Kreissynode Vlotho.

  • Vlotho Stadtgebiet: Ev.-luth. St.-Stephan Kirche, Lange Str. 108
  • Vlotho Stadtgebiet: Ev.-ref. St. Johanniskirche, Lange Str. 96
  • Exter: Ev.-luth. Autobahnkirche Exter, Alter Schulweg 6
  • Valdorf: Ev.-luth. Kirche Valdorf, Siekweg 5
  • Valdorf: Ev.-luth. Kirche Bonneberg, Loher Str. 2
  • Valdorf: Ev.-luth. Kirche Wehrendorf, Wehrendorfer Str. 46
  • Uffeln: Ev.-luth. Kirche Holtrup-Uffeln "Friedenskirche", Buhnstr. 46

Bekenntnisse

1668: 14 kath. Familien. 1855: 251 Kath., 642 Ref., 1858: 60% Luth., 25% Ref., 1885: 392 Kath., 1910: 420 Kath., 1935: 457 Kath., 1941: 402 Kath., 1946: 80% Ev., 1950: 6529 Ev., 1236 Kath., 146 Andersgläubige.

Juden

Jüdischer Friedhof 1680. 1691: 3 Schutzjuden, 1719: 5 Familien, 1727: 7 Familien, 1789: 24 Juden, 1855: 141, 1895: 77 Juden. Jüdische Schule seit 1845. Altes Bethaus bei Haus Nr. 145 im 18. Jhdt., ersetzt durch Synagoge (nahe Rathaus) 1850.

Wohlfahrtspflege

Stahlbrunnen auf dem Rahlbruch seit 1763. Krankenhaus. Kinderheim des Kreises Herford 1950. Jugendhof für Tagungen und Lehrgänge 1936. Wasserwerk 1929. Ferngasbezug seit 1934.

Bildungswesen

Schulen

Stand 1954: Volksschule schon im 16. Jh. Um 1650 Rektor. Ab 1671 und im 18. Jh. Lateinunterricht. 1691 ff. Mädchenschullehrer. Kath. Schulunterricht privat 18. Jh. Reformierte Schule 1878-1913. Vereinigte Bürger- und Elementarschule 1829, getrennt in Stadt- und Landschule 1859, vereinigt 1925. Höhere Bürgerschule bis 1829, dann wieder als Privatschule seit 1849, angegliedert an die Stadtschule 1859, in eigenem Gebäude als Höhere Stadtschule ab 1888, Oberschule ohne Oberstufe ab 1940, Progymnasium ab 1949. Gewerbliche Fortbildungsschule wurde 1936 mit der Kreisberufsschule vereinigt.

Zeitungen

Vlothoer Volksblatt 1848. Vlothoer Zeitung, als Beilage der Herforder Ztg., 1890-1906. Vlothoer Ztg. 1906 bis 1920. Vlothoer Wochenblatt 1928-41 und ab 1949. Vlothoer Anzeiger und Tageblatt 1906-41 (1928-41 in Bad Oeynhausen verlegt).

Genealogische und historische Quellen

Bevölkerungsverzeichnisse

  • Kirchenbücher luth. seit 1647
  • Kirchenbücher kath. seit 1689,
  • Kirchenbücher ref. seit 1787.
  • Urbare der Grafschaft Ravensberg 1550 und 1687
  • Das Urbar der Grafschaft Ravensberg mit alten Einwohnerlisten
  • Listen des 18. Jhdts im Staatsarch. Münster
  • Listen des 19. Jhdts im Amtsarchiv der Stadt Vlotho
  • Einwohnerbuch des Kreises Herford 1926.

Bewohner der Höfe im Laufe der Jahrhunderte

Ein Projekt der Familienforscher Heinz Wiemann und Klaus-Peter Wessel. Mehr ...

Stolpersteine

Bürgerrechtsquelle-Bürgerbuch

  • Vlotho, 1959 Kreis Herford (13. Jh.). Lt. Mitteilung der Amtsverwaltung liegen keine älteren Archivalien vor. Liste der Bürger zu Vlotho aus dem Jahre 1550 (Staatsarchiv Münster, Msc. 3001 Bd. VII, S. 322 ff.); sie nennt die Herkunft der eingewanderten Bürger und ihrer Frauen.

Mormonendaten

Friedhöfe

Wichtige genealogische Quellen sind Grabsteine.

Hausinschriften

Auf den Torbögen der alten Fachwerkhäuser wurden vielfach die Erbauer mit Namen und Jahreszahl festgehalten.

Hausnummern-Konkordanz

Ermöglicht das Auffinden von Adressangaben in alten Dokumenten im heutigen Straßenverzeichnis.

Kirchenbücher

Bis zur Einführung der Standesamtsregister am 1.10.1874 sind Kirchenbücher die wichtigste Primärquelle für Ahnenforscher.

Kriegerdenkmäler

Auch auf den Kriegerdenkmälern und Gedenktafeln sind größtenteils genealogische Daten aufgeführt.

Literatur/Artikelquellen

  • Bau- und Kunstdenkmäler, Kreis Herford, (1908)
  • Bibliogr. zur Gesch. Vlothos (1935 ?, Maschinenschrift).
  • Chronik des Amtes Vlotho von 1818 bis heute.
  • Culemann, Ravensbergischer Merckwürdigkeiten (1747-49).
  • Diekmann, in: Minden, Lübbecke, Bad Oeynhausen,
  • Dönch, Geschichte der Stadt Vlotho, hg. von F. Reinertsberg, in: Beilage zum Vlothoer Anz. und Tagebl. 146 (1937).
  • Engel, G.: Die ravensbergischen Landesburgen (1934).
  • Großmann, K.: Der Name Vlotho, in: Ravensberger Blätter (1952).
  • Großmann: Zur Verfassungsgesch. der Stadt V., 1720 bis 1843, in : Ravensberger Bll. (1938).
  • Harland: Geschichte der Herrsch. u. Stadt Vlotho (Vlotho 1888/89).
  • Kühle, in: Einwohnerbuch des Kreises Herford (1926).
  • Lamey, Diplomatische Geschichte der alten Grafen von Ravensberg (1779).
  • Ledebur, Leopold von: Diplomatische Geschichte der Stadt und Herrschaft Vlotho, Berlin 1829, S. 109 ff.
  • N. N., 1200 Jahre Rehme (1953).
  • Prinz, J.: Vlotho iim Jahr 1581, in Ravensberger Blätter (1952).
  • Schmitz-Kallenberg, Monasticon, S. 69 und 78.
  • Stange, E.: Geld- und Münzgeschichte der Grafschaft Ravensberg. (1951).
  • Vlotho, Deutschlands Städtebau (1928).
  • Weddigen: Hist. geogr. statistische Beschreibung der Grafschaft Ravensberg (1790).

Bibliografie

Frei verfügbare Literaur bzw. Quellen / Free available books

  1. Geschichte des Amtes Vlotho
    Dr. Karl Großmann, 1963,
    Festschrift zur Einweihung des neuen Rathauses
  2. Geschichte der Stadt Vlotho
    Dr. Karl Großmann, 1971,
    Verlagsanstalt Heinrich Meyer KG, Vlotho
  3. 900 Jahre Valdorf
    Dr. Karl Großmann, 1955,
    Verlagsanstalt Heinrich Meyer KG, Vlotho
  4. Vlothoer Impressionen
    Deppe u. Hölscher/Casselmann, Verlag Deppe u. Hölscher Druck, Vlotho
  5. Vlotho, Bergstadt an der Weser
    Rädel, Betz, Weserbergland Verlag,
    ISBN 3-928261-12-6
  6. Minden-Ravensberg
    Schoneweg, Dr. Eduard, 1929
    Verlag Velhagen und Klasing, Bielefeld
  7. Deutsches Geschlechterbuch, Band 193
    Westfalen 7, bearbeitet von Uta v. Delius, Bielefeld
    Verlag C. H. Starcke
    Familie Delius
  8. Deutsches Geschlechterbuch, Band 82
    Verlag C. H. Starcke
    Familien Meinders, von Rintelen und Tilhen

Genealogische Bibliografie

Archive

Weblinks

Offizielle Webseiten

www.vlotho.de

Genealogische Webseiten

Historische Webseiten

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden. Bitte beim Erfassen der Seite mit den Zufallsfunden ggf. gleich die richtigen Kategorien zuordnen.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Auf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.

Forscherkontakte in FOKO

Die Datenbank FOKO sammelt und ermöglicht Forscherkontakte. Dort eingetragene Forscher mit genealogischen Interessen in Vlotho findet man über die Suche

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Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung VLOTHOJO42KE
Name
  • Vlotho (deu)
  • Vlotowe (1290) (deu)
Typ
  • Stadt
Einwohner
  • 7979
Postleitzahl
  • 4973 (- 1993-06-30)
  • 32602 (1993-07-01 -)
Webseite
Karte
   

TK25: 3819

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Vlotho (1969-01-01 -) ( Stadt )

Vlotho (- 1968) ( Bürgermeisterei Amt )

Ravensberg (- 1814) ( Grafschaft )

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Bad Seebruch Ortsteil SEEUCHJO42KC
Wölpke Ort WOLPKEJO42JE
Schwarzenmoor Ost Ort SCHOSTJO42JD
Bonneberg Ortsteil BONERGJO42JE
Wehrendorf Ortsteil WEHORFJO42JC
Vlotho/St.Stephan Kirche object_172346
Winterberg Ortsteil WINER2JO42KD
Deesberg Gut DEEERGJO42KE (1807 - 1811)
Valdorf West Ortsteil VALESTJO42KD
Bad Senkelteich Ortsteil SENICHJO42KC
Valdorf Ost Ortsteil VALOSTJO42KD
Vlotho/St.Johannis Kirche object_172354
Steinbründorf Ortsteil STEORFJO42KC


Fußnoten

  1. Quelle: Keyser, Erich (Hrsg.): Niedersächsisches Städtebuch (1952)


Wappen_Kreis_Herford.png Städte und Gemeinden im Kreis Herford (Regierungsbezirk Detmold)

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