Toter Punkt

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Der tote Punkt ist der Endpunkt einer Linie, an der man mit den üblichen und naheliegenden Forschungsmethoden nicht ohne weiteres weiter kommt - in einer Sackgasse gelandet ist. Der Alptraum eines jeden Familienforschers.

Manchmal lässt sich ein solcher toter Punkt nur durch Zufall oder harte Arbeit überwinden. Manchmal ist und bleibt er das Ende dieser Linie. Die Gründe für tote Punkte sind vielfältig:

  • Ein Ehepaar wohnte vorher in einem anderen Ort, und keine Quelle deutet darauf hin, woher sie ursprünglich kamen.
  • Vielleicht sind die Personen sogar aus einer weit entfernten Gegend zugewandert.
  • Der Pastor hat vergessen diverse Eintragungen im Kirchenbuch vorzunehmen.
  • Die Familie wechselte die Konfession. (Dies passierte durchaus häufiger, wenn z. B. der neue Landesherr eine andere Konfession hatte.
  • Die Familie hat den Namen gewechselt. Dies kam regional unterschiedlich sehr häufig vor, z. B. bei Heiraten auf einen Hof und Übernahme des Hofnamens im Westfälischen, Lippischen und zum Teil im Bergischen; aber auch aus anderen Gründen wechselten Familiennamen noch bis ins 17., teilweise ins 18. Jahrhundert gelegentlich.

Tote Punkte können unter Umständen durch Erforschen der Nebenlinien überwunden werden. Angaben über Taufpaten, auch bei Verwandten der unmittelbaren Vorfahren, können Hinweise auf Verwandte in anderen Orten und über eine mögliche Herkunft liefern. Auch eine systematische Durchsicht der Quellen in den Nachbarorten und ggfs. der anderen Konfessionen im Ort empfiehlt sich bei toten Punkten.

Kaum eine Chance besteht allerdings in folgenden Fällen:

  • Ältere Kirchenbücher sind im Laufe der Jahrhunderte verbrannt, verschollen oder im Ort noch gar nicht geführt worden (aber auch hier können unter glücklichen Umständen andere Quellen wie Steuerlisten, Gerichtsprotokolle, Ratsprotokolle o. ä. doch noch weiterführen).
  • Bei unehelichen Kindern wurde der Vater nicht genannt.

Eine weitere Hilfe sind sogenannte Zufallsfunde. Ein Zufallsfund ist meist ein Ortsfremder, der in einem Kirchenbuch (oder einer anderen Quelle) gefunden wird. Es könnte sich bei diesem Ortsfremden (zugereisten) ja durchaus um jemanden handeln, der bei einem Familienforscher in einem anderen Ort ein toter Punkt ist. Insofern ist die systematische Aufnahme von Zufallsfunden im GenWiki eine sinnvolle und wichtige Ergänzung zu diversen anderen Datenbanken.

Persönliche Werkzeuge