Grafschaft Mark

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Inhaltsverzeichnis

Grafschaft Mark

Erste Hinweise zu Archivalien, Lagerorten, Findbüchern, Literatur:

Übersichtskarte

Übersichtskarte der Grafschaft Mark aus dem "Theatrum orbis terrarum, sive, Atlas novus" von Willem Janszoon und Joan Blaeu, erstellt 1645/1662.


Ursprung Grafen von Berg (de Monte)

Abspaltung der Linie „von Altena“

1160/1 spaltete sich von den Grafen von Berg eine mit deren Allodialgut im westlichen Sauerland an der mittleren Ruhr (einschließlich Hamm) ausgestattete Linie ab, welche sich nach der Burg Altena an der Lenne Grafen von Altena nannte.

  • Graf Everhard von Berg (1149-1174), seit 1161 Graf von Altena oo Adelheid von Arnsberg, Kinder:
    • Graf Arnold von Altena (1166-1205) oo Mathilde (Linie von Isenberg-Limburg)
    • Graf Friederich von Altena (1173-1199) oo Alveradis (Linie von der Mark)

Abspaltung der Linie „Isenberg-Limburg“

Um 1175 spaltete sich die Linie Isenberg-Limburg ab.

“von Altena“ nun „von der Mark“

Seit 1202 wurde zur Unterscheidung von der abgespalteten Linie Isenberg-Limburg die Burg Mark bei Hamm namengebend.

Herrschaftsgebiet

Diese Grafen von der Mark schufen aus verschiedenartigen Bestandteilen (1243 Königshof Unna) und in Auseinandersetzung vor allem mit dem Erzstift Köln (1288 Schlacht von Worringen) ein geschlossenes Herrschaftsgebiet von Lippe und Emscher bis zum Ebbe- und Rothaaargebirge, da 1318 durch erlöschen der Herrschaft Ardey auch das Gebiet zwischen Haarstrang und Ruhr an sie fiel.

Arnsberg an Köln

1368 mißlang der Erwerb der Grafschaft Arnsberg, welche bereits seit 1168 lehnsabhängig vom Erzstift Köln war. Graf Gottfried von Arnsberg verkaufte seine Grafschaft an das Erzstift Köln.

Residenz Hamm

Das 1226/7 gegründete Hamm entwickelte sich danach allmählich zur Residenz (bis 1809).

Landeshoheit anerkannt

  • 1289 wurde die Landeshoheit vom Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg anerkannt.

Vereinigung Kleve / Mark

Nach dem Aussterben der Grafen von Kleve durch den Tod Johanns (1347-1368) im Jahre 1368 setzte sich als Erbe Graf Adolf II. von der Mark durch, welcher eine Nichte des Verstorbenen geheiratet hatte. Dazu mußte er vorher das Amt des Kölner Erzbischofs (1363-64) aufgeben. Nun kam es 1391, nach dem Tode des letzten Grafen Adolf von der Mark zu Kleve, zur Vereinigung der Grafschaft Mark mit der Grafschaft Kleve am Niederrhein.

Herzogtum Kleve

Im Jahre 1417 wurde das bis 1461 in seinen beiden Grafschaften Mark und Kleve getrennt verwaltete Kleve zum Herzogtum erhoben.

Klevische Ritterschaft

Liste der Ritterbürtigen und der 1674 zum Landtag qualifizierten Vertreter der Ritterschaft des Herzogtums Kleve (ohne die Grafschaft Mark):

Soest zur Mark

1444 schloß sich in der Soester Fehde Soest mit der Soester Börde der Grafschaft Mark an, um sich vom Erzstift Köln zu lösen.

Bilstein und Fredeburg

Andererseits verlor die Grafschaft Mark 1449 die Grafschaft Bilstein und die Herrschaft Fredeburg an das Kurfürstentum Köln, welche erst 1367 von Graf Gottfried IV. von Arnsberg an die Märkischen abgetreten worden waren.

Übersichtskarte des Herzogtums Kleve vor der Erbteilung 1614.

Personalunion mit Jülich, Berg und Ravensberg

1511/21 wurden Mark und Keve durch Heirat in Personalunion mit Jülich, Berg und Ravensberg verbunden.

Der Erbfall

Im Jahre 1609 war das jülich-klevische Herzogshaus ausgestorben. Als Erben erhoben zwei ziemlich entfernte Verwandte gleichermaßen Erbansprüche und gerieten darüber in Streit. Es waren einerseits der Kurfürst von Brandenburg und andererseits der Herzog von Pfalz-Neuburg. Diese Erbauseinandersetzung tangierte aber auch die Interessen europäischer Großmächte, nämlich die der Habsburger, wie auch Frankreich und der Niederlande. Nach Meinung der Habsburger durfte das wichtige Grenzgebiet der Grafschaften Jülich – Berg – Kleve – Mark – Ravensberg nicht in evangelische Hände fallen, während Frankreich und die Niederlande einen katholisch – habsburgischen Riegel vor ihren Haustüren nicht dulden wollten.

Religionsschwenk der Erben

Im Rahmen der von Machtinteressen geprägten Zeit vor dem dreißigjährigen Krieg passte es „zufällig“ ziemlig gut, dass der Herzog (1569-1614) Philipp Ludwig von von Pfalz-Neuburg zum Katholizismus, während danach der Kurfürst (1608-1619) Johann Sigismund von Brandenburg, zur Befriedigung eines Herzensanliegens, vom Luthertum zum Calvinismus, übergetreten war.

Verbündete im Erbstreit

Prompt wurde der nunmehr katholische Herzog Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg von Spanien und der sich zu der Zeit massiv formierenden Liga unterstützt, während sich die Niederlande und Frankreich mit den sonstigen protestantischen Staaten auf die Seite des Kurfürsten von Brandenburg schlugen. Hier wurden bereits die Blöcke zum großen Machtkampf im dreißigjährigen Krieg geschmiedet.

Vertrag von Xanten

1614 war die Erbauseinandersetzung so eskaliert, das der Kriegsbeginn am Niederrhein unmittelbar bevorstand. Die vereinigten Staaten der Niederlande hatten die Festung Jülich besetzt und die Spanier waren bereits in Kleve einmarschiert. Das Heft des Handelns wäre den erbstreitenden Fürstenhäusern beinah aus der Hand genommen geworden. In diesem Jahr starb Philipp Ludwig von von Pfalz-Neuburg, welcher mit Anna von Jülich-Kleve verheiratet war. Den Totalverlust des Erbes vor Augen, wurde der Einigungsdruck im Erbstreit so stark, dass es mit dem Vertrag von Xanten zu einem Vergleich direkt zwischen den Parteien kam.

Erbteilung 1614

Durch den Vertrag von Xanten vom 12.11.1614 kam es zur Teilung des jülich-klevischen Erbes: Die Grafschaften Jülich und Berg, mit der von Philipp Ludwig von von Pfalz-Neuenburg eingerichteten Residenzstadt Düsseldorf, fielen an das Herzogtum Pfalz-Neuenburg, während die Grafschaften Kleve, Mark und Ravensberg an Brandenburg fiel.

Westlicher Landesteil Brandenburg-Preußens

Die erbgeteilte Grafschaft Mark umfaßte etwa 50 Quadratmeilen und beinhaltete später die preußischen Kreise Hamm, Altena, Horde und Wetter, sowie die Stadt Soest, die Reichsgrafschaft Limburg und der Hälfte von Lippstadt. Residenzstadt des neuen westlichen Landesteils von Brandenburg (später des Königreiches Preußen) wurde Kleve. Brandenburg überließ 1630 dazu die Herrschaft Gimborn-Neustadt den Grafen von Schwarzenberg.

Mark an Frankreich bzw. Großherzogtum Berg

  • 1807 wurde die Grafschaft Mark mit rund 100.000 Einwohnern und einer seit 1750 stark geförderten Industrie an Frankreich abgegeben
  • 1808 dem Großherzogtum Berg zugeschlagen

Mark wiederum an Preußen

Grafentitel an Preußen

Den Titel Grafen von der Mark erhielten zwei Nachkommen Friedrich Wilhelms II. von Preußen und der Gräfin von Lichtenau.

Verwaltung der Grafschaft Mark

  • Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt

Verwaltung um 1480

  • Herzog von Kleve, Graf von der Mark

Regierung

  • Der Hof
    • Kanzler
    • Landrentmeister
    • Marschall
    • Hofmeister
    • Räte bei Hofe (Fachbereiche)

Landtage

Mittlere Verwaltungsbehörden

  • Ämter
    • Renteien
    • Verwaltungsdienste (Lokale Räte):
    • Amtmänner
    • Rentmeister
  • Gerichte
    • Richter
    • Rezeptoren
  • Herrschaften

Kommunen

  • Städte
    • Pfahlbürgersiedlungen
  • Kirchspiele (politisch)
    • Bauerschaften

Regierungsentwicklung Kleve-Mark

  • Brandenburg-preußischer Statthalter (1611)
  • Ausbildung einer Landeskanzlei im frühen 14. Jh.
  • Landesrat (ständiges Ratskollegium) zu Kleve um 1486/1501
  • Rechenkammer Ende des 16. Jh. losgelöst von Landesrat u. Landkanzlei.
  • Hofgerichtsreferenten Ende des 16. Jh. losgelöst von Landesrat u. Landkanzlei.
  • Geheimer Rat 1611 durch den brandenburg-preußischen Statthalter,
  • Vereinigung beider Kollegien (Landesrat u. Landkanzlei) um 1625.
  • Amtskammer Ausgliederung im 17. Jh.
  • Steuerkommissariat Ausgliederung im 17. Jh.
  • Geheimer Rat in Geheime Regierung im 17. Jh. umbenannt.
  • Kriegs- und Domänenkammer 1723 Ressortteilung
  • Kriegs- und Domänenkammer 1749 Vereinigung mit dem Hofgericht zu Kleve.
  • Hoheitsdepartements der Regierung 1797 Verlegung nach Emmerich
  • Hoheitsdepartements der Regierung und das Justizdepartement 1803 mit der Landesregierung zu Münster vereinigt.

Brandenburg-preußischer Statthalter

Literatur

  • J. J. Scotti (Hg.), Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem Herzogthum Cleve und in der Grafschaft Mark [... 1418-1816 ...] ergangen sind. Bde 1-5, 1826.
  • J. Kloosterhuis, Fürsten - Räte - Untertanen. Die Grafschaft Mark, ihre lokalen Verwaltungsorgane und die Regierung zu Kleve. In: Märker 35 (1986).
  • J. Kloosterhuis, Staatsarchiv Münster Findbuch: Kleve-Märkische Regierung Landessachen, Bde 1-2, (1985)
  • Schleidgen, W.-R., Kleve-Mark. Urkunden 1223-1368, 1983, Veröffentlichungen d. staatl. Archive d. Landes Nordrhein-Westfalen. Reihe C: Quellen und Forschungen 13.

Grafschaft Mark, Urkunden

Märkische Register

Nach Vereinigung der Grafschaften Mark und Kleve ab 1392/93 in der klevischen Kanzlei erfolgte die Anlage von speziellen Registerbüchern für Urkunden-Ausfertigungen in märkischen Landessachen, ab 1439 wurde die Abspaltung einer Serie für geistliche Sachen durchgeführt, desgleichen ab 1461 für Lehnssachen; jeweils fortgeführt bis ins 18. Jh.

Kleve-Märkische Regierung, Landessachen

Akten aufgeteilt zwischen dem HStA Düsseldorf u. dem StA Münster (hier die Spezialakten betr. Gfsch. Mark, Soest u. Lippstadt).

Kleve-Märkische Regierung, Lehnssachen

Kleve-Märkische Regierung, Landtagssachen

Kleve-Mark, Landstände

  • 1347 wird erstmals die ständische Mitberatung in der Regierung der Grafschaft Mark erwähnt
  • 1419 Einung der Ritterschaft und Städte
  • im 15. Jh. weitere Institutionalisierung des Landtags. Gebildet aus je zwei Ständen:
    • Ritterschaften und
    • Städte (Kleve 7 Städte, Mark 6 Städte). Jeweils getrennte Beratung der Kurien, gemeinsame Beschlüsse an Rat bzw. Regierung wurden weitergeleitet.
  • 1721 Landtag vom preußischen König abgeschafft, 1722 wieder eingeführt und "Ständiger Ritterschafts-Ausschuß" eingerichtet.
  • 1806 Landstände aufgelöst.

Kriegs- und Domänenkammer Kleve

  • Am 4. 3. 1723 eingerichtet , zunächst in zwei Departements aufgeteilt. Zuständig für Kleve u. Mark,
  • 1766 Mark unter eigener Verwaltung der Märkischen Kammerdeputation Hamm.
  • 1770 Kleve-Moersische Kriegs- und Domänenkammer
  • 1794 nach Wesel verlegt
  • 1803 aufgehoben und mit der Kriegs- und Domänenkammer Hamm vereinigt.

Kriegs- und Domänenkammer Hamm

  • Hervorgegangen aus der 1767 gebildeten Märkischen Kammerdeputation Hamm,
  • 1787 als Kriegs- und Domänenkammer eingerichtet, am 5.4.1788 eröffnet.
  • 1. 12. 1803 Vereinigte Kleve-Mark-Elten-Essen-Werdensche Kriegs- und Domänenkammer gebildet
  • 1806 unter französischer Verwaltung
  • 1809 aufgelöst.

Verwaltung des Kameral-, Finanz-, Polizei- u. Militärwesens, ab 1803 auch der Kirchen-, Schul- u. Armensachen.

Märkisches Bergamt

1738 Bergamt, 1745 Verlegung nach Schwerte, 1766 nach Hagen, 1780 nach Wetter, 1792 Erhebung zum Westf. Oberbergamt, 1810 aufgehoben, 1815 der Oberbergamtskommission Dortmund unterstellt.

Westfälisches Oberbergamt

1792 Erhebung des Märkischen Bergamts in Wetter zum Westf. Oberbergamt, Verlegung nach Essen 1804/05, 1807 nach Bochum, 1808 als Großherzogl, Bergisches Bergamt der Generaladministration der Bergwerke, Salinen u. Hüttenwerke unterstellt, 1810 aufgelöst.

Westfälische Salinendirektion

Salinenwesen zunächst unter Regierungs-, dann unter KDK-Aufsicht. Ab 1804 selbständige Direktion mit Sitz in Hamm eingerichtet, tätig bis 1809.

Märkisches Forstamt

1766 errichtet mit Sitz in Hamm, aufgeteilt in südliches u. nördliches Departement, enge Verbindung zur Kammer, 1799 Errichtung einer "Immediat-Forst- und Bau-Commission" bei der Kammer.

Märkisches Wegeamt

Hervorgegangen aus der 1788 gebildeten Wegebaukommission, 1793 errichtet, der Kriegs- und Domänenkammer Hamm unterstellt, 1806 aufgelöst.

Märkische Fabrikenkommission

Um 1740 errichtet u. der Kriegs- und Domänenkammer unterstellt. Um 1786 Teilung in die Departements Hagen u. Wetter; beispielsweise letzteres zuständig für "Roh-Stahl-Stab-Eisen, Reck- u. Bredde-Hämmer, die Sensen und übrigen kleinen Eisenwaren-, auch sonstige metallische Fabriken". Um 1808 aufgelöst.

Fabrikendeputierte des Amtes Wetter und Harkortsche Papiere

Seit 1733 durch gewählte Reidemeister des Amtes Wetter gebildet; Mitsprache bei der Regelung von Militär-, Steuer- u. Gewerbeangelegenheiten.

Grafschaft Mark, Renteien

Renteien in der Grafschaft Mark waren praktisch landesherrliche Kämmereien der Verwaltungsbezirke, welche aber direkt der Landesverwaltung unterstellt waren.

  • im 14. Jh. erste Rentmeister zur Bewirtschaftung des landesherrlichen Domanialbesitzes u. Einkünfte-Erhebung in der Grafschaft Mark belegt
  • im 15./16. Jh. Renteien in feste Verwaltungseinheiten zusammengefaßt
  • im 18. Jh. Renteien meist gegen Kaution an Beamten-Unternehmer verpachtet
  • Grafschaft Mark, Renteien

Rentei Süderland

  • 1482, 1495 Jacob van Spedinckhaus, Rtmstr. im Süderland und Iserlohn / in der Lenne

Rentei Altena

  • 1539 Johann Cloicke, Rtmstr. zu Altena
  • 1602 Simeon von Diest, Rtmstr. zu Altena

Rentei Iserlohn

  • 1508 Hermann Boese, Rtmstr. zu Iserlohn

Rentei Blankenstein

Rentmeister
  • 1751-60 Simeon Gerhard König, Rtmstr. zu Blankenstein
  • 1766 ?. Schumacher, Rtmstr. zu Blankenstein

Rentei Hamm

  • 1651 Johann Ludovici, Rtmstr. zu Hamm

Rentei Bochum

Rentei Hörde

  • 1477 Heinrich Doenwalt, Rtmstr. zu Hörde
  • 1612 Hermann Herking, Rtmstr. zu Hörde
  • (1705+) Mascherell, Rtmstr. zu Hörde

Rentei Plettenberg

  • 1632-1735 Freiherrn von Plettenberg

Rentei Wetter

  • 1610 Dietrich Richelmann, Rtmstr. zu Wetter

Rentei Soest

Grafschaft Mark, Land- und Steuerrätliche Kreise

  • 1753 vier Landkreise errichtet; Wirkungsbereich: polizeiliche Aufsicht über das platte Land.
  • 1753 je ein Steuerrätlicher Kreis nordwärts bzw. südwärts der Ruhr, bestehend aus bestimmter Anzahl benachbarter Städte.; Wirkungsbereich: Beaufsichtigung des städtischen Polizei- u. Finanzwesens.

Kreis Hamm

Zusammensetzung nach 1752:

Hamm u. Unna, Sitz des Land- / landesherrlichen Gerichtes

  • Stadt Hamm (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)
  • Stadt Lünen (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)
  • Stadt Kamen (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)
  • Stadt Schwerte (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)
  • Stadt Westhofen (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)

Kreis Hörde

Zusammensetzung nach 1752:

Bochum, Sitz des Land- / landesherrlichen Gerichtes

  • Stadt Hörde (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)
  • Stadt Castrop (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)
  • Stadt Wattenscheid (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)
  • Stadt Bochum (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)
  • Stadt Blankenstein (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Hattingen (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)

Kreis Wetter

Zusammensetzung nach 1752:

Hagen u. Schwelm, Sitz des Land- / landesherrlichen Gerichtes

  • Stadt Herdecke (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Wetter (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Hagen (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Schwelm (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)

Kreis Altena

Zusammensetzung nach 1752:

Altena, Plettenberg u. Lüdenscheid Sitz des Land- / landesherrlichen Gerichtes

  • Stadt Altena (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Iserlohn (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Neuenrade (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Breckerfeld (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Lüdenscheid (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Plettenberg (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)
  • Stadt Meinerzhagen (Steuerrätlicher Kreis südwärts der Ruhr)

Soester Börde

Soest, Sitz des Land- / landesherrlichen Gerichtes

  • Stadt Soest (Steuerrätlicher Kreis nordwärts der Ruhr)

Samtstadt Lippstadt

An Lippstadt besaßen die Grafen von der Mark seit 1336 bzw. 1376 Pfandrechte, die Herzog Johann (I.) von Kleve 1445 zu einer Samtherrschaft (zusammen mit den Edelherren zur Lippe) ausbauen konnte.

  • Lippstadt, Sitz des märkischen Land- / landesherrlichen Gerichtes

Grafschaft Mark, Gerichte

Seit dem 14. Jhdt. neben den städtischen Gerichten Ausbildung der landesherrlichen Gerichtsorganisation in den Amtsbezirken der Grafschaft Mark; zuständig für Verwaltung u. Rechtsprechung auf lokaler Ebene. Im Zug der preußischen Justizreformen des 18. Jh. auf die Rechtsprechung beschränkt; 1753 neu eingeteilt in

  • Landgerichte,
  • Stadtgerichte,
  • Eigengerichte bzw. Jurisdiktionsgerichte
  • Patrimonialgerichte

Alte Gogerichtsbezirke in der Grafschaft Mark waren teilweise Verwaltungsbezirke neben den Ämtern.

Archivalien

  • I. Prozeßführung und Akte der freiwilligen Gerichtsbarkeit
  • II. Testamente
  • III. Bearbeitung von Hypothekensachen

Grafschaft Mark, Verwaltungsbezirke

  • Verwaltungsgrenzen der Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt vor 1753

Amt Altena (historisch)

  • Gogericht Altena
  • Gogericht Vest Lüdenscheid
  • Gogericht Breckerfeld
  • Gericht Rönsahl
  • Gericht Meinerzhagen
  • Gericht Valbert (im Kondominat mit Hzt. Westfalen)

Amt Blankenstein (Grafschaft Mark)

Amt Bochum (historisch)

  • Gericht Bochum
  • Gericht Langendreer
  • Gericht Eickel

Amt Hamm (historisch)

  • Gericht Hamm
  • Gericht Haaren-Uentrop

Amt Hörde (historisch)

Allmählich entstanden und zusammen gewachsen bis etwa 1567 aus den Bezirken der Burg Hörde, dem Gericht Eichlinghofen und dem Reichshof Brackel ab 1328, zunächst als „Herrschaft Hörde“.

Amt Iserlohn (historisch)

  • Gericht Iserlohn
  • Gericht Hemer

Amt Kamen (historisch)

  • Gericht Kamen
  • Gericht Reck

Amt Lünen (historisch)

1415 wurde die Stadt Lünen und das Kirchspiel Derne der Jurisdiktion des Gografen in Unna entzogen. Mit der Verwaltung des Gebietes wurde ein eigener Amtmann betraut.

Amt Neuenrade (historisch)

  • 1463 – 1472 Versuch der Auslösung des Amtes Neuenrade bei dem Grafen Dietrich von Limburg – Broich, wegen Verpändung.

Amt Neustadt (historisch)

  • Seit 1631 selbständige Herrschaft Gimborn-Neustadt (Bergneustadt).

Amt Plettenberg (historisch)

  • (Drosten zu Schwarzenberg)
    • 1656 Einlösung des seit 1513 an Heinrich von Plettenberg und seinen Erben verpändeten Hauses Schwarzenberg, samt zugehöriger Amts- und Domäneneinkünfte (Amt Schwarzenberg).

Amt Schwerte (historisch)

Amtsgründung 1461 aus den Gerichtsbezirken:

  • Gericht Schwerte
  • Gericht Westhofen

Stadt Soest mit Soester Börde

Im Jahre 1444 hatte sich die ehemals kurkölnische Stadt Soest dem Herzog von Kleve als Graf von der Mark freiwillig unterstellt. Soest und die Börde sowie Lippstadt zählten damit zwar nicht zum märkischen Territorium, doch wurden sie mit diesem von Kleve aus immer mehr als Verwaltungseinheit betrachtet.

Die eigene Rolle der beiden Städte Soest und Lippstadt kam auch dadurch zum Ausdruck, daß sie auf den märkischen bzw. (seit 1510) kleve-märkischen Landtagen der Landstände nur in Sonderstellung vertreten waren.

Amt Unna (historisch)

  • Gericht Unna
  • Gericht Heeren

Amt Wetter (historisch)

  • Gericht Volmarstein-Wetter
  • Gogericht Schwelm
  • Gericht Hagen

Gerichts- und Verwaltungsbezirke

Gerichtsbezirke in der Grafschaft Mark waren teilweise Verwaltungsbezirke in und neben den Ämtern.

Eigengerichte der Grafschaft Mark

Übersichtskarte Gerichtsbezirk Horst (grün), Stiepel (blau), Herbede (lila), Witten (braun) (n. M.Frisch).

Gerichtbezirk Herbede

  • Erst Lehen des Klosters Kaufungen, dann Herzogtum Kleve als Grafen von der Mark.

Gerichtbezirk Horst

Gerichtbezirk Mengede-Bodelschwingh

  • Ursprüngliches Reichslehen.

Gerichtbezirk Stiepel

  • Ein lippisches Lehen.

Gerichtbezirk Witten

  • Ursprüngliches Lehen der Grafen von Altena.

Der Grafschaft Mark angegliederte Gerichte

Gerichtbezirk Buddenburg

  • Haus und Herrlichkeit Buddenburg (Lünen).

Gericht Castrop

  • Herrschaft Castrop

Gericht Strünkede

  • Haus, Gericht und Herrschaft Strünkede.

Gerichte durch landesherrliches Privileg

Gericht Bruch

  • Haus Bruch zu Welper, Gericht und Besteuerungsrecht (1647).

Gericht Eickel

  • Das Haus Eickel erhielt im Jahre 1690 die Jurisdiktion über das Dorf Eickel, die Bauerschaflen Bickern und Holsterhausen, einige Leute und Güter zu Röhlinghausen und Tiefenbruch und über die Riemker Mark, ausgeschlossen blieben die Leute und Güter des Jurisdiktionsbezirks des Hauses Grimberg.

Gericht Grimberg

Das Haus Grimberg erhielt im Jahre 1650 die Zivil- und Kriminal Jurisdiktion über die verstreut in den Bauerschaften Braubauer, Hüllen und Rickern gelegenen eigenen Güter.

Gericht Haaren-Uentrop

  • 1716 vom Amt Hamm gelöst und hinsichtlich Justiz und Verwaltung zunächst dem Haus Haaren unterstellt, bis es 1763 schließlich an Haus Uentrop übertragen wurde.

Gericht Heeren

  • 1646 erfolgten die landesherrlichen Schenkung.

Gericht Kliff

  • Haus und Gericht (1666-1732) Kliff (Clyff).

Gericht Langendreer

  • Gut und Gerichtsbezirk (1647) Langendreer

Gericht Reck

Märkische Lehen in der Grafschaft Limburg

Märkische Lehen in der Herrschaft Gimborn-Neustadt

Adressbücher

Kategorie:Adressbuch für die Grafschaft Mark

Bevölkerungslisten

  • Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1488 (Staatsarchiv Münster, Cleve Mark, Landesarchiv 65a), abgedruckt in Meister: "Die Grafschaft Mark", Festschrift, 1909 Bd. 2,
  • Verzeichnis der contribunablen Güter der Grafschaft Mark von 1705 (Staatsarchiv Münster, Cleve-Märk. Landstände Nr. 117)
  • Häuser- und Personenstatistik von 1787

Gerechtigkeiten

Glockenschlagsrecht

  • 06.11.1476 Den Grafen von der Mark stand das Glockenschlagsrecht zu Meinerzhagen auch für bergische und kölnische Untertanen zu.

Bergbau und Hüttenwesen

Zumindest das Berg- und Hüttenwesen in der Grafschaft Mark, den angrenzenden Regionen des Herzogtums Berg und des Sauerlandes waren seinerzeit modern und auf dem Stand der Technik und legten den Grundstein für den seit Jahrhunderten ungebrochenen Erfolg der metallverarbeitenden Industrie in der Region. Bergbau und Verhüttung sind hier schon im Mittelalter in technologischer Sicht auf hohem Niveau betrieben worden. Dieses Niveau konnte aber nur durch den regionalen Austausch der Ressourcen erreicht werden. Dabei spielten die Roteisensteinlager aus dem Raum Hohenlimburg-Hemer für die mittelalterliche direkte Erzeugung von Eisen in Rennfeuern, konzentriert um Altena, eine besondere Rolle. Später, zur Zeit der Floßöfen als Vorläufer der modernen Hochöfen, waren es manganhaltige Erze, die überwiegend im südlichen Teil der Grafschaft Mark zu finden waren. Aus diesem Know-how entwickelte sich das regional eigenständige Osemundverfahren, das die Qualität des Altenaer Drahtes begründete und Südwestfalen zu einem zusammenhängenden Wirtschaftsraum machte. Schwerpunkte bildeten z. b. der „Steinberg" auf dem Gehegde bei Altena seit Ende des 14. Jahrhunderts und die Verhüttung in der Nette bis ins 18. Jahrhundert, als Erzexporte aus Dahle zum Betrieb der Hochöfen von Sundwig, Grevenborn und Wocklum (Balve) dienen.

Archive

Historische Karten

Bibliografie

  • Aders. Dr. G., H. Horstmann, Dr. A. L. Hulshoff, Prof. Dr. W. F. Prins, Prof. Dr. J. Prins, E. Quadflieg, Dr. Uta Vahrenhold-Huland und Dr. W. Wedekind: Die Grafen von Limburg-Stirum.
  • Bender, Ludwig, Rector a.D:, Der Isenberg, die achthundertjährige Geschichte seines Grafengeschlechts und Burg Isenberg bei Werden. Langenberg 1883.
  • Bosch, Margarete, in Tübinger staatswissenschaftliche Abhandlungen: Die wirtschaftlichen Bedingungen der Befreiung des Bauernstandes im Herzogtum Kleve und in der Grafschaft Mark im Rahmen der Agrargeschichte Westdeutschlands (Berlin 1920)
  • Drachenhausen. A. Frhr.. Stammtafeln der Grafen von der Mark. 1908
  • Dresbach, Ewald: Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Pfarrsysteme in der Grafschaft Mark, II., in: Jahrbuch des Vereins für die Evangelische Kirchengeschichte Westfalens › 5.1903, Online
  • Frisch, Margarete: Die Grafschaft Mark, Geschichtliche Arbeiten zur westfälischen Landeskunde, Bd. 1 ff. 1937
  • Frisch. Margarete, Die Grafschaft Mark, Aufbau und innere Gliederung. 1937; Zeittafel der Grafschaft Mark, 1948
  • Görner, Regina, Raubritter in der Grafschaft Mark. 1983.
  • Janssen, W.,Kastner, D.,ua., Land im Mittelpunkt der Mächte, Darin: Die Herzogtümer Jülich - Kleve - Berg und Kleve - Mark - Jülich - Berg - Ravensberg 1400-1600. 3. Überarb. Aufl. 1985.
  • Kastner, D., Die Territorialpolitik der Grafen von Kleve. Düsseldorf 1972.
  • Kloosterhuis, J., Fürsten, Räte, Untertanen. Die Grafschaft Mark, ihre lokalen Verwaltungsorgane und die Regierung zu Kleve. Der Märker 35,1986,3-25; 76-87; 104-117; 147-164.
  • Kösters, H., Der Westen des Vestes Recklinghausen in der Politik der Grafen von Kleve bis 1400. Westfälische Forschungen 24,1972,153-164.
  • Lichthardt: Studien zur Entwicklung der Erbentage in Cleve-Mark, abgedruckt im Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark 1911.
  • Lobbedey, U., Zur Baugeschichte von Haus Mark. Die Ausgrabung auf der Motte im Jahr 1973. In: H. Zink (Hg.), 750 Jahre Stadt Hamm. Hamm 1976,39-68.
  • Natorp, Gustav: Die Grafschaft Mark. Iserlohn, Bädeker, 1859, Online
  • Rothert. H.. Kirchengeschichte der Grafschaft Mark. 1913
  • Schleidgen, W.-R., Kleve-Mark Urkunden 1223-1368. Siegburg 1983.
  • Schleidgen, W.-R., Das Kopiar der Grafen von Kleve. Kleve 1986.
  • Schleidgen, W.-R., Kleve und das Ruhrgebiet im Mittelalter. In: Vergessene Zeiten. Mittelalter im Ruhrgebiet. Hg. v. F. Seibt u. a. 2. Bd., Essen 1990,51-54.
  • Schmidt, F., Die märkische Ritterschaft im Jahre 1552. Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 40, 1932,149-188.
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  • Timm, Willy, "Die Ortschaften der Grafschaft Mark in ihren urkundlichen Früherwähnungen und politischen Zuordnungen bis zur Gegenwart (Stadtarchiv Unna - Schriften... ; 11) - 1991
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  • Die Grafschaft Mark : Festschrift zum Gedächtnis der 300jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen / [hrsg. von A. Meister]. - Dortmund : Ruhfus.
  • Die Grafschaft Mark. Festschrift, hg. v. Meister. A., Bd. 1-2 1909
  • Ausgewählte Quellen und Tabellen zur Wirtschaftsgeschichte der Grafschaft Mark. - 1909. - XXIII, 439 S.
  • Vahrenhold-Huland, U., Grundlagen und Entstehung desTerritoriums der Grafschaft Mark, 1968
  • Jahrbuch des Vereins für die Evangelische Kirchengeschichte der Grafschaft Mark, Gütersloh, Bertelsmann, 1899 - 1902, Online
  • Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, Dortmund, Scholz, 1887 - 1918, Online

Periodika

  • Der Märker. Landeskundliche Zeitschrift für den Bereich der ehemaligen Grafschaft Mark und den Märkischen Kreis. Red.: Dr. Christiane Todrowski, Kreisarchiv und Landeskundliche Bibliothek des Märkischen Kreises, Bismarckstraße 15, 58762 Altena. 1-4/2007.
  • Königliches westphälisch-märkisches Intelligenzblatt, Dortmund, 1817 - 1849, Online
  • Märkisches Intelligenzblatt, Dortmund, 1816, Online

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

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