Einbeck

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Einbeck: historisch – familienkundliche Entwicklung im lokalen und regionalen Zusammenhang, Land und Leute, Siedlung, Sprache, Kirche, Bibliografie, Archive, Quellen, Hinweise...

Disambiguation notice Einbeck ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Einbeck (Begriffserklärung).


Hierarchie

Regional > Bundesrepublik Deutschland > - Niedersachsen > Landkreis Northeim > Einbeck

Datei:Lage Einbeck Kreis Nienburg Niedersachsen.png
Lokalisierung Einbeck innerhalb des Kreises Northeim

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Einbeck - Stadt der Brau- und Fachwerkunst im Landkreis Northeim in Niedersachsen.

  • Flächenmäßig ist Einbeck die größte Stadt Südniedersachsens.
  • Nächste gr. Städte sind das Solebad Bad Gandersheim und die Kreisstadt Northeim.

Name

1134 Embecka,1158 Einbike . [1]

Landschaftslage

Einbeck liegt in der Leine-Ilme-Senke unmittelbar vor der Einmündung des Krummen Wassers in die Ilme, am Ostrand des Marktoldendorfer Beckens. Die Stadt ist in einer von dem Krummen Wasser durchzogenen Mulde gelegen, die mit sanft ansteigenden Lehmhängen zum Muschelkalkplateau im Norden und Osten und zu dem nahezu ganz mit diluvialen Ablagerungen überkleideten Lias im Südwesten ansteigt. Der undurchlässige mächtige Schiefer im Untergrund südlich undsüdwestlich der Stadt ist wichtig für die Wasserverhältnisse. Den Baugrund der Altstadt und eines großen Teils der Außenbezirke bildet alluvialer Riedboden mit hohem Grundwasserstand. Höhe 114,7 Meter.[2]

Ortsursprung

An verkehrspolitisch und militärisch wichtiger Übergangsstelle über das Krumme Wasser, wahrscheinlich ein karolingischer Königshof. Zur Zeit Kaiser Konrads II. besaß Graf Uto ein „praedium" in Einbeck, das 1158 im Besitze Heinrichs des Löwen war, östlich lag das „Alte Dorf", wüst geworden im 14. Jhdt. Wahrscheinlich haben die Grafen von Katlenburg, Nachkommen des Grafen Uto und Vorfahren des Herzogs Heinrich vor dem befestigten Gute einen Marktort begründet. [3]

Stadtgründung

Einbeck um 1203 als „civitas" bezeichnet, ebenso 1239: der Rat wird zuerst 1252 genannt. Die Söhne Heinrichs des Löwen werden Einbeck zur Stadt erhoben und ihr braunschweigisches Stadtrecht gegeben haben. Herzog Heinrich der Wunderliche (1291- 1322) verbesserte das Stadtrecht Einbecks 1279 nach den Statuten der Neustadt von Braunschweig, die noch lange Oberhof für Einbeck blieb. [4]

Bauliche Entwicklung

Einbeck ist aus zwei verschiedenen Siedlungen zusammengewachsen, aus einer geistlichen und einer weltlichen. Nach der Überlieferung gründeten die beiden letzten Grafen von Katlenburg, Dietrich II. und Dietrich III., Ende des 11. Jhdts. auf ihrem Gut ein Chorherrenstift zu Ehren des Hlg. Alexanders mit reichem Zubehör. Der Bezirk des Stiftes wird später gegenüber der sich schnell ausdehnenden weltlichen Siedlung abgegrenzt durch Verträge von 1349 und 1751.

Die Stiftsfreiheit und ihre Bewohner unterstanden im Mittelalter der Gerichtsbarkeit des Propstes, nach der Reformation des Stiftes der Verwaltung des Herzogs. Dieser Zustand, Freiheit von städtischem Gericht und städtischen Steuern, wurde erst durch die Stadtverfassung von 1840 aufgehoben.

Der Kern der weltlichen Siedlung war die Altstadt. Im Osten schloß sich daran an der Neuemarktbezirk und ein zwischen der Stiftsfreiheit und der Altstadt gelegenes sumpfiges und deshalb erst später besiedeltes Gelände, dessen Bewohner zur Münsterpfarre gehörten. Südlich von der Altstadt dehnte sich die Neustadt aus.

Entfernung vom Tidexertor bis zur Langen Brücke etwa 350 m, von dort nach Norden zum Ostertor etwa 200 m. Die Form der Neustadt ist die eines Rechtecks mit einem deutlich ausgeprägten gitterförmigen Straßennetz. Entfernung vom westlichen Hullerser zum östlichen Altendorfer Tor beträgt 432 m, vom südlichen Benser Tor bis zur Grenze der Altstadt 216 m, von der Grenze der Altstadt bis zur Stadtmauer im Norden 434 m.

Die Altstadt allein, vom Nordwest nach Südost streichend, hat die Gestalt eines Keiles, nimmt aber in Verbindung mit ihren Erweiterungen im Norden Kreisform an. Die Gestalt der Gesamtstadt innerhalb der Stadtmauer ist birnenförmig, ihr Flächenplan innerhalb der Stadtmauer ist nach dem Stadtplan von 1750: 29,5 ha. Erst seit 1890 haben die Einbecker sich in größerer Zahl vor den Toren angesiedelt.

Befestigungen der Stadt: Die Reste des ältesten Stadtgrabens, die beiden „Dreckgräben", sind erst bei der Anlage der Kanalisation 1895/97 beseitigt. Bau einer Stadtmauer 1264. Die 1286 erwähnte Stadtmauer wird schon Altstadt, Neustadt und Stiftsbezirk umfaßt haben. 5 Tore: das Tiedexertor und das Hullerser Tor im Westen, das Benser Tor im Süden, das Altendorfer und das Ostertor im Osten. Benannt, außer dem Ostertor, nach den Dörfern, zu denen sie hinausführten.

Neues Befestigungswerk um 1400. Zugleich mußte die Zuleitung des Wassers zur Stadt geändert werden. Eine kunstvolle Anlage verteilte das Wasser des Krummen Wassers und führte durch einen Kanal einen Teil der Urne in die Stadt, um das Bedürfnis an Wasser für die Stadtgräben, die Mühlen und andere gewerbliche Anlagen, für die Haushaltungen und das Brauwesen zu befriedigen. Auch die 5 Tore mußten verlängert und verstärkt werden. Mit der Entfestung der Stadt begannen die Franzosen, die im 7jähr. Krieg beim Abzug aus Einbeck im November 1761 das Altendorfer Tor und mehrere Türme sprengten. Dann wurden um 1802 und später bei der Anlage des Bahnhofes 1879 Wall und Graben, zum Teil auch die Festungsmauer im Nordwesten, Norden und Osten beseitigt. Auf der anderen Seite der Stadt sind sie größtenteils noch erhalten.

Historische Gebäude

Kirche des St.-Alexander-Stiftes. Der Chor dieser Kirche ist nach Letzner 1316 vollendet, das Langhaus bis 1488, der Eingang und die Turmanlage im Anfang des 16. Jhdts. Das Chorgestühl ist aus dem Jahre 1288. Das Stift Beatae Mariae Virginis, nahe bei der Stadt vor dem Tiedexertor gelegen, ist als Pilgerherberge um 1203 gegründet und wurde 1297 zum Collegiatstift erhoben. 1547 wegen Kriegsgefahr abgetragen, wurde es mit Unterstützung des Rates wieder hergestellt, dann aber 1632 aus demselben Grunde zum zweiten Male, und zwar endgültig, abgetragen. Den Stiftsherren wurde dann die Mitbenutzung der Alexandrikirche eingeräumt. Beide Stifte sind 1850 aufgehoben. Die Marktkirche St. Jacobi, 1238 schon vorhanden, bietet noch Reste aus frühgotischer Bauperiode. Das Fundament des Kirchenturmes zeigt noch heute die frühere Wehranlage des Marktherren. Die Marienkirche (fälschl. Maria-Magdalenen-Kirche genannt) der Neustadt (oder wenigstens ihr Pfarrer) schon 1264 erwähnt. Sie wurde durch die Feuersbrunst 1826 stark beschädigt und erst 1846 wieder hergestellt. Das Maria-Magdalenen-Kloster war 1310 vor der Stadt mit Erlaubnis des Herzogs Heinrich des Wunderlichen angelegt, wurde dann 1318 in die Neustadt verlegt gegenüber der Neustädter Kirche, deren Mitbenutzungsrecht die Nonnen vom St.-Alexander-Stift erwarben. Die Güter des Klosters innerhalb der Stadt fielen 1537, die außerhalb gelegenen 1570 dem Rate zu. An der Stelle des 1540 abgebrannten Klosters wurde 1572 die Ratsschule errichtet. Die Anlage des Eremiten-Augustiner-Klosters ist von Herzog Heinrich dem Wunderlichen 1314 gestattet worden.

Nach der Reformation wurden die Klostergebäude und die Kirche vom Magistrat als Zeughaus, dann von der Regierung als Kornmagazin benutzt. Im Anfang des 18. Jh. ver-fielen die Baulichkeiten, die Trümmer wurden um 1770 beseitigt. 1850 wurde an der Stelle eine Schule errichtet. Das unbedeutende Klarissenhaus (süsternhus des hilgen cruces) in der Maschenstraße, 1464 zuerst genannt, fiel nach Aussterben der Schwestern an den Rat, welcher es 1582 an einen Bürger verkaufte. Das Heilige-Geist-Stift geht auf Herzog Albrecht den Großen zurück, der dieses Stift 1274 zur Aufnahme von Kranken, Armen, Waisen und Findelkindern gründete. Außerhalb der Stadt lagen noch das St.-Bartholomäus-Stift oder das Große Armenhaus und ein Gasthaus St. Gertrudis. Das letzt-genannte Stift ist 1572 abgebrochen, die anderen beiden sind seit 1893 miteinander verbunden. Der Mönchehof, an der Hullerserstraße gelegen, ein Vorwerk, welches das braunschweigische Kloster Amelungsborn zur besseren Bewirtschaftung seines ausgedehnten Landbesitzes im Leinetal 1308 gekauft hatte, war mit seinen Ländereien im 17. Jhdt. in eine braunschweigisch-wolfenbüttelsche Domäne verwandelt und ist 1852 an eine Einbecker Familie verkauft worden. In Einbeck ist einer der ältesten Kalande des südlichen Hannovers nachzuweisen. Mit dem um 1203 gegründeten Pilgerhause, dem späteren Stifte Beatae Mariae Virginis, war ein Kaland verbunden; andere werden 1413 und 1493 erwähnt. Ein eigenes Kalandshaus hat es in Einbeck aber nicht gegeben. Von dem ersten Rathause ist nur bekannt, daß sich darin 1483 eine Kapelle befand. Nach den großen Bränden wurde 1550 bis 1556 das 1953 noch vorhandene Gebäude errichtet, dessen 3 Türme 1593 davorgesetzt worden sind. Für die 1572 wiederhergestellte Ratsschule wurde 1611 auf dem Grundstücke des früheren Maria-Magdalenen-Klosters ein neues Gebäude errichtet. Dieses brannte bei der Feuersbrunst von 1826 aus. Diese Schule hat nach mehreren Verlegungen 1908 an der Schützenstraße ein würdiges Unterkommen gefunden. Einbeck zeichnet sich durch eine Reihe herrlicher Renaissancebauten aus, von denen das Eickesche (später Noltesche) Haus in der Marktstraße als hervorragendstes Werk der Hochrenaissance gilt. Vor Zerstörungen ist die Stadt im letzten Weltkriege bewahrt geblieben.

Brände

Da große Feuersbrünste 1540 und 1549 fast die ganze Stadt zerstörten, gehen keine Gebäude außer den Kirchen über die Mitte des 16. Jh. zurück. Während des 30jähr. Krieges, in welchem 1628 und 1641 große Brände in der Stadt wüteten, sank die Zahl der Häuser von fast 1.200 (1616) auf 646, von denen aber nur 411 voll bewohnbar waren. Eine Feuersbrunst vernichtete 1826 fast die ganze Neustadt.[5]

Bevölkerung

Ältere Einwohnerzahlen

Um 1400 etwa 2.900-3.000 Einwohnner (E.), um 1500 etwa 7.000 E., um 1600 etwa 4.000 E., 1616 etwa 6.000 E., 1644 etwa 2.500 E., 1673: 3.662 E. (diese Zahl bezieht sich ebenso wie die folgenden, ledig¬lich auf die Einwohner der Stadt ohne die Garnison und bis 1840 ohne die Bewohner der Stiftsfreiheit). 1756: 5.012 E., 1766: 3.823 E., 1784: 4.691 E. (937 Männer, 1.279 Frauen, 1.946 Kinder, 529 Dienst¬boten; darunter 1.658 Mietsleute). Herkunft der zugezogenen Bürger: aus der Umgebung, um 1953 besonders aus dem deutschen Osten. Unterschied zwischen "Brauern" (d. h. Vollbürgern mit der Berechtigung zu brauen) und "Bödenern" (d. h. Besitzern des kleinen Bürgerrechtes ohne Brauberechtigung) bestand bis zur Übernahme des Brauwesens durch die Stadt 1843. Zahl der Neubürger (von 1635 bis 1835) durchschnittl. etwa 20, in Kriegsjahren etwa 17 Neubürger jährlich.

Seuchen

Bevölkerungsverzeichnisse

Berühmte Personen

  • Dietrich Engelhus aus Einbeck (lumen-Saxoniae), Verfasser einer Weltchronik, + 1434. * Johannes Alberti aus Einbeck, 1497-99 Rektor der Universität Erfurt, schenkte seiner Vaterstadt seine große Bibliothek.
  • Konrad von Einbeck, Bildhauer im 15. Jhdt.
  • Justus Georg Schottelius, * 1612 in Einbeck, +1676 in Wolfenbüttel, Jurist, Theologe, Germanist.
  • Heinrich Melchior Mühlenberg, der erste Patriarch der Luth. Kirche in den Ver. Staaten von Nordamerika, * 06.09.1711 zu Einbeck, + 07.10.1787 in Neu-Hannover in Pennsylvanien.
  • Friedrich Wilhelm Sertürner, der Entdecker des Morphiums, * 19. 7. 1783 in Neuhaus bei Paderborn, + 20.02.1841 in Hameln, begraben in Einbeck in der St.-Bartholomäus-Kapelle; er wirkte von 1806-20 in der Ratsapotheke in Einbeck.
  • Konrad Wilhelm Hase, der Begründer der Ziegelbaukunst der hann. Schule und Baumeister der Backsteingotik, * 02.10.1818 in Einbeck, + 28.03. 902 in Hannover.
  • Wilhelm Henze, plattdt. Schwankdichter, * 18.02.1845 in Einbeck, + 01.03.1918 in Hannover.

Jüngere Einwohnerzahlen

  • 1825: 4.907 Einwohner (E.), 1833: 5.195 E., 1845: 5.657 E., 1865: 5.823 E., 1871: 6.189 E., 1890: 7.066 E., 1905: 7.914 E., 1913: 9.431 E., 1928: 9.595 E., 1933: 10.117 E., 1939: 10.046 E., 1946: 18.287 Einwohner. [6]

Neuere Information

Einwohner: 31.751 (31. Dez. 2012)

Sprache

Sprache der Urkunden bis 1328 lateinisch, von da an auch niederdeutsche Mundart. Um 1550 Übergang zum Hochdeutschen. In Einbeck selbst ist heute das Hochdeutsche vorherrschend, während der Kreis Einbeck 1952 noch fest zur Mundart stand. Die Mundart um Einbeck im südlichen Teil des "mik"-Gebietes wird von T. Dahlberg Einbeckisch genannt. [7]

Wirtschaft

Handel und Gewerbe

Die Lage am Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen. Pilgerzüge zum hlg. Blute, der kostbarsten Reliquie des St.-Alexander- Stiftes. Einbeck erscheint 1368 in den Hanserezessen, gehörte spätestens 1426 bis Ende des 16. Jhdts. der Hanse als Mitglied an. Seine Ausfuhrartikel waren Pelzwerk, Leinwand und Wolle, ganz besonders aber seit 1351 das Einbecker Bier, von den Alpen bis zu den Ostseeländern verbreitet. Nach den großen Bränden und namentlich nach dem 30jähr. Krieg verfiel das Brauwesen trotz aller Bemühungen des Rates. 1843 überließen die brauberechtigten Bürger ihre Braugerechtsame entschädigungslos dem Magistrat. Dieser hat das Einbecker Brauwesen im letzten Viertel des 19. Jhdts. zu einer zweiten Blüte emporgeführt.

Jüngere Gewerbe

Stand 1952: Durch das Vorkommen von Erz, Stein, Salz, Holz und durch viele landwirtschaftliche Erzeugnisse bedingt, standen Metallindustrie, Bau- und Holzgewerbe, Nahrungs- und Genußmittel, Textil- und Papierindustrie an vorderster Stelle. Der Einbecker Blaudruck von Wittram ist seit 1638 bekannt. Spinnerei und Weberei A. Kayser wurde als erstes Wollwarenunternehmen 1710 gegründet. Die Roßhaarspinnerei Jarand seit 1839. Die mech. Gurt- und Bandweberei E. Oppermann seit 1848. Im Zusammenhang mit dem Brauwesen stand die Korkherstellung der Einbecker Korkfabrik vor der Einführung der Patentflaschenverschlüsse in hoher Blüte. In den 20er Jahren des 20. Jhdts. ging sie ein und wurde nurmehr als Versandgeschäft weitergeführt. Tapetenfabriken und Formstechereien. Fahrradhandlung von August Stuckenbrock (1893-1931), fortgesetzt in Fahrradfabrik Heidemann. Aus dem Holzreichtum des Sollings erwuchsen zahlreiche Sägewerke und eine Reihe von Möbel-und Polstermöbelwerkstätten sowie eine Holz-absatzfabrik und eine Signierstempelfabrik. Hoch- und Tiefbauunternehmen, ferner Dampfziegelei, 2 Seifenfabriken und mehrere chemisch-technische Werke. Dazu kommen Likörfabriken und Kornbrennereien.

Verkehrswesen

Stand 1952: Einbeck gehörte bis zum Eisenbahnzeitalter zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten der südhann. Landschaft.

Über Einbeck führte die das Leinetal heraufkommende große Durchgangsstraße, „via regia", nachdem sie bei Salzderhelden auf das linke Leineufer zurückgetreten war. Sie teilte sich hier in 2 Linien, eine nördl. über Alfeld nach Hannover bzw. Hildesheim und eine nordwestl. über Eschers-hausen nach Hameln, die letztere bereits 1033 als „publica strada" erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten sind noch die Straßen nach Westen über Markoldendorf nach Dassel und weiter nach Holzminden bzw. Uslar und nach Süden über Moringen nach Hardegsen bezeugt. Die bedeutendste Verbindung war die nördliche. Die Straße mied damals das überschwemmungsgefährdete Leinetal und stieg statt dessen auf das Muschelkalkplateau hinauf. Damit wurde Einbeck zum Rastort im mittel-alterlichen Fernverkehr. Dieses Verkehrsnetz ist bis ins 19. Jhdt. bestehen geblieben. 1689 und 1754 wurden u. a. auch diese Heerstraßen bestätigt.

1780 führten über Einbeck 2 große Poststraßen, die große Nord-Süd-Straße Hannover-Göttingen mit der Abzweigung nach Hameln und die nach Holzminden. 1842—44 kamen jährlich etwa 6.000 dreispännige Frachtwagen mit 520.000 Zentnern Waren durch die Stadt. Etwa 3/4 des Verkehrs gingen von Hamburg-Bremen nach Süddeutschland, 1/4 von Nürnberg-Frankfurt nach Norddeutschland.

Mit dem Beginn des Eisenbahnverkehrs verlor Einbeck zunächst alle Hauptdurchgangslinien, erst im moderneren Straßennetz lag Einbeck um 1952 wieder an einer Fernverkehrsstraße, der Bundesstraße Hannover-Einbeck-Göttingen-Kassel. Die großen Eisenbahnlinien führen an Einbeck vorbei. Die Nord-Süd-Verbindung Hannover-Kassel durch das Leinetal geht 3 km östlich, die Wwst-Ost-Verbindung Aachen-Berlin 6 km nördlich der Altstadt Einbecks vorüber. Erst 1879 Bahnanschluß durch die Nebenlinie Einbeck-Salzderhelden, die 1883 als Privatbahn nach Dassel weitergeführt wurde.

Umgebungsbedeutung

Stand 1952: Einbeck ist zu dieser Zeit trotz seiner damaligen randlichen Lage der durch die geschichtlichen Verhältnisse bedingte Hauptort des Markoldendorfer Beckens. Die gute Fernverkehrslage war ausschlaggebend, nicht aber die auch nicht ungünstige Nahver-kehrslage. Der Markbereich wird vom Wrsten her durch Marktoldendorf und Dassel eingeengt, während der kulturelle Einflußbereich wesentlich größer ist und um 1952 sogar über die Kreisgrenze in den Landkreis Gandersheim hineingreift. [8]

Verwaltung

Stadtrat

Der Rat erscheint zuerst 1252 zusammen mit dem herzoglichen Vogt und der Gemeinde. Diese universitas oppidi 1273 sowie civitas und communitas 1279 genannt. Der Stadtrat damals offenbar noch ein Geschlechterrat, konnte also nicht allein entscheiden, wenigstens nicht in allen Angelegenheiten. Nach Ausscheiden des Vogtes vor 1300 erlangten die meisten Gilden 1348 Sitz und Stimme im Rat. Die Ratsgeschlechter waren etwa in gleicher Stärke im Rate vertreten, die Gilde der Kaufleute hatte 3 Sitze im Rat, auch wurde der Bürgermeister jedesmal aus ihr gewählt; die übrigen angesehenen und begüterten Familien werden sich damals zu der Gilde der Gemeinheitsmänner zusammengeschlossen haben. Diese sandte 2 Mitglieder in den Stadtrat. 12 Ratsherren wurden jedes Jahr am Tage vor Michaelis gewählt; die neuen Ratsherren wählten aus ihrer Mitte einen Bürgermeister, der bisher sitzende Rat wurde alter Rat.

Nach der Übergabe der Stadt an den General von Pappenheim 1632 und nach dem Abzug der kaiserlichen Besatzung nahm der über diese Übergabe äußerst erbitterte Landesherr der Stadt alle Privilegien, setzte einen „perpetuierlichen Rat" ein und machte ihn gänzlich abhängig von einem hzgl. Schultheißen. Auch die Gildemeister verloren ihren Einfluß, die Bürgerschaft wurde durch 4 Geschworene vertreten. Die Schultheißenverordnung wurde 1636 wieder aufgehoben, die Privilegien der Stadt wiedergegeben, der „perpetuierliche" Rat blieb bestehen. Es wurden 20 Ratsherren eingesetzt, und zwar 2 Bürgermeister, 8 Kämmerer, 4 Riedemeister, 2 Stadtvögte und 4 Richteherren. Die Hälfte davon war jedesmal 1 Jahr lang der regierende Rat; der Ratswechsel erfolgte nach Dreikönige. Nach Änderungen (1650 und 1690) blieb es 1707 bei dem „perpetuierlichen" Rate: 2 Bürgermeister, 2 Bau-und 2 Forstherren.

In der Zeit des Absolutismus hatte der Magistrat nur die Anordnungen der Regierung auszuführen. Nach der Verfassungs-urk. vom 16.03. 1840, dem Tage der Errichtung des Amtes Einbeck, bestand der Magistrat aus 1 Bürgermeister und 3 Senatoren. Die Bürgerschaft wurde durch 8 Bürgervorsteher vertreten. Die Polizeiverordnung des Rates wurde 1573 erlassen.

Gerichtsbarkeit

Solange ein herzoglicher Richter an der Spitze der Stadt stand, hatte dieser den Vorsitz im Gericht. Nachher hatte der Rat in der Stadt und in seinem Gebiete unbeschränkte Gerichtsbarkeit, auch in Sachen des peinlichen Halsgerichtes. Er ließ die Rechtspflege von den beiden Richteherren und dem Stadtvogt ausüben, später von dem Syndicus des Rates. Seit 1693 Beschränkung, 1840 Aufhebung der Gerichtsbarkeit des Rates.

Bürgerschaftsvertretung

Die Vertretung der Bürgerschaft hatten ursprünglich die Meister der Gilden, in denen übrigens auch solche Personen als Mitglieder aufgenommen wurden, die das betreffende Handwerk gar nicht auszuüben gedachten, z. B. Geistliche, Lehrer und sonstige Studierte. Seit der Mitte des 17. Jhdts. wurde aus jeder Gilde 1 Mitglied für 3 Jahre gewählt und aus ihnen 4 Kammerherren, 2 Weinherren, 2 Bau- und 2 Futterherren eingesetzt. Besonders konnten Anleihen der Stadt nur mit Einwilligung der Gildemeister aufgenommen werden, ihnen war auch das große Stadtsiegel anvertraut.

Landesherrschaft

Die Grafen von Dassel, welche die Grafschaft im Sülberggau innehatten, mußten die von ihnen beanspruchten Rechte über Einbeck 1274 an Herzog Albrecht den Großen abtreten. 1279 fiel Einbeck an Herzog Heinrich den Wunderlichen, den Begründer der Grubenhagenschen Linie. Einbeck erlangte bald eine fast unabhängige Stellung. Als mit Herzog Philipp II. die Grubenhagener Linie 1596 ausstarb, fiel das Herzogtum und mit ihm die Stadt Einbeck zunächst an die Wolfenbütteler Linie , dann 1617 an die jüngere Lüneburger Linie und ging damit später in das Kurfürstentum Hannover, später Königreich Hannover über. Schon frühe Bündnisse mit den benachbarten Städten: Göttingen, Duderstadt, Braunschweig, Hannover, Goslar, Hildesheim, Magdeburg u. a. Den Hansestädten hat Einbeck schon 1368 nahegestanden. Mitglied des Bundes war es von 1426 bis 1598.

Dem Schmalkaldischen Bund schloß sich die Stadt 1531 an. In der Soester Fehde 1447 rückte ein böhmisches Heer vor Einbeck. Niederlage der Bürger 1479 im Kampfe gegen Herzog Wilhelm von Braunschweig und Landgraf Heinrich von Hessen. 1632 Übergabe an den kaiserlichen General von Pappenheim, 1641 an Piccolomini; furchtbare Verwüstung der Stadt und Verarmung der Bürgerschaft. Im 7jährigen Kriege lag die Stadt zeitweilig im Brennpunkt der Kämpfe auf dem westlichen Kriegsschauplatz.

1807-13 gehörte der Kanton Einbeck als Distriktshauptort im Departement der Leine zum Königreich Westfalen, bis 1885 war Einbeck amtsfreie Stadt und zugleich Verwaltungsmittelpunkt des Amtes Einbeck, nach 1885 Kreisstadt des Landkreises Einbeck; 1946 Land Niedersachsen.

27.03.1830 Einbeck, 14.04.1830 Kassel: Staatsvertrag zwischen Kurhessen, Hannover, Oldenburg und Braunschweig wegen eines gegenseitigen freien (Zoll-)Verkehrs [9]

Verwaltungseinbindung; Infrastruktur

Kriegswesen

Wehrhoheit

Die Verteidigung der Stadt lag im Mittelalter in den Händen der Bürger. Zu ihrer Führung im Kampfe wurden kriegserfahrene Ritter als Stadthauptleute angeworben, sonst unterstand das Kriegswesen dem Rate (den Riedemeistern). Jährlich fanden Musterungen der Bürgerschaft auf den Wällen statt. Die einzelnen Teile des Walles waren den einzelnen Gilden zur Verteidigung zugewiesen. Im 30jähriger Krieg war die Bürgerschaft in 6 Kapitänschaften oder Kompa-nien geteilt zu je 3 Korporalschaften. 1643 gab es nur 5 Wachtmeisterschaften. Nach dem 30jährigen Krieg erhielt die Stadt eine fürstliche Garnison. Aber wenn die Truppen im Feld waren, übernahm die Bürgerwehr wieder die Bewachung der Stadt. Der 2. Bürgermeister hatte das Kommando über die Bürgerwehr.

Garnison

Eine Garnison bestand seit dem 30jährigen Krieg. Anfangs wechselten die Truppenteile sehr häufig. Längere Zeit blieben das Regiment von Sommerfeld: 1720-40, das Regiment von Meding: 1763-93. zur Zeit der Napoleonischen Kriege fanden viele Truppendurchzüge statt. Nach der Wiederherstellung der hannoverschen Armee lagen in Einbeck das II. leichte Batl. Jäger 1833-48, das I. Batl. des Inf.-Rgt. Waterloo 1848-66, das III. Batl. des Inf.-Rgt. 79 nach 1866, die 2. und 4. Schwadron des 2. Hann. Drag.-Rgt. Nr. 16 seit 1867, das III. Batl. des 2. Hess. Inf.-Rgt. Nr. 82:1871-96, eine Landjägerschule 1899-1929 und die 2. Abt. des mot. Art.-Rgt. Nr. 55 von 1938—39. [11]

Siegel, Wappen, Fahne

Beschreibung:

Wappen: Im Wappen der Stadt auf rotem Grunde 2 durch eine mit Zinnen geschmückte Mauer verbundene Stadttürme, auf der Mauer zwischen den Türmen der gelbe welfische Löwe, vor der Stadtmauer fließendes Wasser.

Siegel: Das Stadtsiegel, zuerst 1264 erwähnt, zeigt einen von wehrhaften Türmen flankierten Wasserdurchlaß in die Stadtmauer, dahinter ein Bauwerk, auf dem ein heraldisch nach links gerichteter Löwe steht. Auf den Siegeln, von 1558 an, ist der Löwe nach rechts gerichtet. Oblatensiegel seit der Mitte des 18. Jh. stark verändert; der Wasserdurchlaß wurde im 17. Jh. als Stadttor aufgefaßt, und eine Krone wurde hinzugefügt.

Stadtfahne (1952): Die Farben der Fahne sind gelb und rot.

Finanzwesen

Münzwesen

Als Münzstätte der Grafen von Dassel, für Reiterbrakteaten um 1230 nicht sicher belegt. Einbecker Währung und Mark zuerst 1297 erwähnt, vielleicht als hier Herzog Heinrich der Wunderliche (1279-1322) zweiseitige Pfennige prägen ließ. Übergang des Münzrechts auf die Stadt Ende 14. Jhdts. Beteiligt am Vertrag der niedersächsischen Städte von 1382 über die Barrenmark. Prägungen: im 15. Jhdt. nur Hohöpfennige, seit 1498 nach Göttinger Vorbild Körtlinge (bis 1554), 1500 Mariengroschen, 1556 Fürstengroschen nach der Braunschweiger Münzgenossenschaft, 1572-1620 Taler und Groschen nach der niedersächsischen Kreismünzordnung, 1620/21 Kupferflitter. Nach der Kipperzeit seit 1624 wieder Taler und Teilstücke (bis 1660), wenige Goldgulden, Dreier und einseitige Ppfennige. 1622-73, zuletzt 12-, 6-, 4- und 2-Mariengroschen 1669-74, Groschen 1669-71, 4-Pfg., Dreier und kleine Kupferpfennige bis 1717. [12]

Steuern

Im Mittelalter der Schoß und der Vorschoß, im 30jährigen Krieg die Kontribution, nachher Bürgerschoß und Servis für die Garnison. Daneben Reichssteuer, Türkensteuer, Schatzgefälle, Licent (seit 1676 statt der Kontribution); Naturalleistungen, z. B. Magazinkorn.

Stadtgebiet

Einbeck hat im 13.-15. Jh. die nächsten Dörfer aufgesogen. So wurden wüst: Tiedexen, Wendfeld, Kugenhusen und das „Alte Dorf", Reinsen und Bensen. Zum Schutze dieses Landbesitzes wurde Anfang des 15. Jhdts. eine Landwehr in ungefähr 2-4 km Entfernung von der Stadt aufgeführt. Nach der Reformation erfolgte die Belehnung des Rates mit den ausgedehnten Gütern des Maria-Magdalenen-Klosters 1570 und der Erwerb der Güter des Augustinerklosters sowie von Propsteigütern. Die Größe der städtischen Feldmark innerhalb der Landwehr betrug 1756 ohne Stadtforst 12.933 Morgen = 3.272 ha, 1952 immer noch 2.665 ha, davon 600 ha Stadtforst. [13]

Aktuelle politische Einteilung

Ortsteile :

  • Andershausen
  • Avendshausen
  • Bartshausen
  • Brunsen
  • Buensen
  • Dassensen
  • Dörrigsen
  • Drüber
  • Edemissen (Einbeck)
  • Hallensen
  • Holtensen
  • Holtershausen
  • Hullersen
  • Iber
  • Immensen
  • Kohnsen
  • Kreiensen (Eingem. 1. Jan. 2013)
  • Kuventhal
  • Naensen
  • Negenborn (Einbeck)
  • Odagsen
  • Rengershausen
  • Rotenkirchen
  • Salzderhelden
  • Strodthagen
  • Stroit
  • Sülbeck
  • Vardeilsen
  • Vogelbeck
  • Voldagsen
  • Volksen
  • Wenzen

Kirchenwesen

Bistümer seit Mittelalter

Einbeck und seine Umgebung bildeten den nördlichsten Zipfel des Erzbistums Mainz. Die Probstei Einbeck ist vermutlich erst aus der schon vorher bestehenden Propstei Nörten abgeteilt; sie bestand nur aus den beiden Kollegiatsstiftungen St. Alexandri und Beatae Mariae Virginis, ihren Filialkirchen in Einbeck und den später korporierten Kirchen zu Negenborn und Odagsen sowie den Kirchen zu Hullersen und Kohnsen.

Die katholische Gemeinde, durch eine Mission 1859 vorbereitet, erhielt erst 1872 einen Priester, 1873 eine eigene Kirche, die 1895 durch einen Neubau ersetzt wurde. Die Einbecker katholische Gemeinde steht 1952 unter dem Dekanat Nörten des Bistums Hildesheim.

Reformation

Erster lutherischer Gottesdienst 1522. Durchführung der Reformation und Kirchenordnung für die Stadtkirchen 1529. Superintendentur in Einbeck 1952 beim Stifte St. Alexandri.

Bekenntnisse

Die Baptistengemeinde (Freikirche) mit Kapelle seit 1843, Neubau seit 1891.

  • Bekenntnisse 1949: 13.959 Ev., etwa 3.000 Kath., ungefähr 330 Baptisten.

Juden

Schon vor 1298 nach jüdischer Quelle eine Verfolgung. Judenschule, Judengasse, ein jüdischer Kirchhof im 15. und 16. Jh. erwähnt. Um 1579 Juden aus Einbeck vertrieben. Anfang des 18. Jh. gab es keine Juden. Einzelne Geleitsbriefe um 1750. In der westfälischen Zeit genossen die Juden völlige Gleichberechtigung mit den Christen.

  • 1816: 16 Familien, 1833: mehr als 100 Personen, Mitte des 19. Jh. Rückgang.

Evangelische Kirchen

Katholische Kirchen

Andere Glaubensgemeinschaften

Wohlfahrtspflege

Stand 1952: Das Hospital St. Spiritus 1274 durch Herzog Albrecht den Großen für arme und schwache Leute und Waisenkinder gegr., 1952 ist es Hospital für bedürftige Bürger. Das Stift St. Bartholomaei besteht seit dem 13. Jh. und wird seit dem 15. Jh. als ein vom Rate der Stadt eingerichtetes Leprosenheim und Siechenhaus beurkundet. Es wurde Armenhaus und ist 1952 ein Heim für ältere Bürger.

Das ursprünglich vom Vaterländischen Frauenverein geführte Vereinskrankenhaus wurde 1903 mit Hilfe des Thieleschen Legates durch die Stadt erbaut und ist im Betrieb der Stadt.

Ein Waisenhaus bestand 1712-1854. Der städtische Kindergarten (im Berkenbusch Haus) geht zurück auf eine 1850 vom Frauenverein eingerichtete Kinderbewahranstalt, die schon damals von der Stadt unterstützt wurde.

Wasserversorgung bis Ende des 19. Jh. mittels Pumpbrunnen. Grundwasser und zusätzliches Flußwasser aus dem Krummen Wasser, das letztere besonders wichtig für die Brauerei. Seit 1889-91 Wasserleitung mit Quellwasser.

1895-97 Abwässerkanalisation, 1909 Elektrizitätswerk, 1911 Gasanstalt.

Bildungswesen

Schulen

Stand 1952: Eine mit dem Alexanderstift verbundene Gelehrtenschule wird 1219 genannt. Die ev. Ratsschule ist 1531 oder 1532 gegründet und ein neues Gebäude 1573 an der Stelle des früheren Maria-Magdalenen-Klosters aufgeführt. Eine teilweise Vereinigung der beiden Anstalten wurde 1747 vorgenommen. Die Stiftsschule wurde zur Volksschule. Die Ratsschule ist 1833 nur als Höhere Bürgerschule anerkannt worden. Diese wurde seit 1904 zum Realgymnasium ausgebaut und 1948 zur Oberschule mit gymnasialem Zug, der Goetheschule, umgeformt. Die Höhere Töchterschule, seit 1838 Privatschule, war städtisches Lyzeum 1927-43.

Eine Waisenhausschule bestand von 1712-1854. Sie wurde 1801-70 mit der Frei- und Arbeitsschule verbunden. 1851 ging die Stiftsschule ein durch die Vereinigung mit den be-stehenden städtischen Schulen. 1854 Neuorganisation einer allgemeinen 7klassigen Bürgerschule. 1890 wurde die Freischule aufgelöst und 1901 die 16klassige Volksschule eingerichtet. Die kath. Volksschule bestand von 1905-38. Diese ev. und kath. Volksschule wurden 1938 in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt, die 1947 in die Heinrich- Sohnrey- und die Pestalozzi-Schule aufgeteilt wurde.

Städt. Mittelschule seit 1906. Webeschule 1861 bis 1903, Technikum, später Höhere Maschinenbauschule, 1871-1907, Holzfachschule 1927-36, Präparandenanstalt 1892-1922, Lehrerseminar 1909-25, Landjägerschule 1899-1929. Landwirtschaftsschule seit 1919 mit Mädchenabt. seit 1938 (Träger: Landwirtschaftskammer Hannover).

Haushaltungs-, Handels- und Gewerbeschule für Mädchen seit 1904, Frauenfachschule Klasse I seit 1939 (Träger: Stadt Einbeck), Handelslehranstalt mit kaufrn. Berufsschule seit 1938 (Träger: Industrie- und Handelskammer, 1952 Kreis Einbeck), Vereinigung mit kreisgewerblicher Berufsschule seit 1950. Gewerbliche Berufsschule 1831-1936 (Träger: Stadt Einbeck), Kreisberufsschule seit 1936. Kaufm. Berufsschule 1880-1938 (Träger: Kaufm. Verein), seit 1938 angeschlossen der Handelslehranstalt. Hauswirtschaftliche Berufsschule seit 1913 (Träger: Stadt Einbeck). Landwirtschaftl. Berufsschule seit 1936 (Träger: Kreis Einbeck). Volkshochschule seit 1946.

Theater

Stand 1952: Durch den Dramat. Klub Thalia 1901 eine Laienbühne gegr. Das Konzertwesen durch den seit 1946 bestehenden Ortsausschuß für Kunstpflege und die 1947 errichtete Stadtkantorei gefördert. Künstlergilde seit 1950. [14]

Druckereien/Zeitungen

Stand 1952: Buchdruckerei J. Schroedter seit 1797.

  • Einbecker Morgenpost, gegründet 1810 als Einbeckisches W'ochenblatt

Darstellungen der Stadtgeschichte

Bibliografien

  • Johannes Letzner, Dasselische und Einbeckische Chronik (1596) (mit Vorsicht zu benutzen).

Quellen

  • Wilhelm Feise, Auszüge aus den Urkunden der Stadt Einbeck bis zum Jahre 1500, mit Personen- und Ortsverzeichnis (5 Hefte in Maschinenschrift).

Darstellungen

  • H. L. Harland, Gesch. der Stadt Einbeck bis 1763 (1854 und 1857)
  • G. Max, Gesch. des Fürstentums Grubenhagen (1862 und 1863)
  • H. W. H. Mithoff, Kunstdenkmale und Altertümer im Hannoverschen (1873).
  • O. A. Ellissen, Chronologischer Abriß der Geschichte Einbecks (1898).
  • Jahresberichte des Ver. für Gesch. und Altertümer der Stadt Einbeck und Umgebung (1895-1938).
  • Niedersächsischer Städteatlas, hg. von Paul Jonas Meier (1935).
  • „Die Stadt Einbeck" unter Mitwirkung des Magistrates der Stadt Einbeck, Dt. Städteverlag. H. Dörries, Die Städte im oberen Leinetal: Göttingen, Northeim und Einbeck (1925).

Sammlungen

  • Städtisches Heimatmuseum, begründet 1895 im Auftrage des Magistrates der Stadt Einbeck vom Ver. für Gesch. und Altertümer der Stadt Einbeck und Umgegend.
  • Stadtarchiv
  • Staatsarchiv Hannover

Stadtarchiv

  • Gesamtbestand: Laufzeit 1311 – ca. 1945, Umfang: ca. 700 m, davon vor 1945: Urkunden: 900 Stck., ab 1311; Amtsbücher: ca. 20 m, ab 1390; Akten: ca. 520 m, ca. 1550 – 1945.
    • Verluste: Alt-Archivbestand z.T. durch Stadtbrände (1540, 1549), auch durch Um- und Auslagerungen im 20. Jh. zerstört.
      • Sammlungen: Nachlässe: 58 m, 1680 – 1940; Vereine, Verbände, Parteien: 2 m, 1920 – 1997; Firmen: 9 m, 1890 – 1970; Karten, Pläne und Risse: ca. 600 Stck., 1600 – 1970; Bilder, Fotos, Filme: ca. 5.500 Stck. 1860 – 1999; Zeitungen: 46 m, 1810 – 1999; Bibliothek: ca. 10.000 Bände; integriert: Bibliothek des Einbecker Geschichtsvereins und Bibliothek Georg Ernst.
        • Bestandsübersicht: im Aufbau (2016).
  • Stadtarchiv im Internet

Genealogische und historische Gesellschaften

Genealogische Gesellschaften

Historische Gesellschaften

c/o StadtMuseum Einbeck
Auf dem Steinwege 11/13
37574 Einbeck
Tel. 05561 / 971710
some mail
Billingstätter Str. 7
37574 Einbeck
Tel. 05561 / 81073
Fax 05561 / 82706

Genealogische und historische Quellen

Genealogische Quellen

Grabsteine

Evangelische Kirchenbücher

Katholische Kirchenbücher

Kirchenbuchverfilmungen

Adressbücher

Historische Quellen

Historische Urkunden

Bibliografie

Genealogische Bibliografie

  • Beiträge zur Bevölkerungsgeschichte der Stadt Einbeck / Plümer, Erich. In: Norddeutsche Familienkunde 9, 1960, S. 45-49
  • Das Stammbuch des Carl Gerhard Ludwig Raven aus Einbeck / Raven, Otto. In: Norddeutsche Familienkunde 23, 1974, S. 162-168

Historische Bibliografie

  • Johannes Letzner: Dasselische und Einbeckische Chronica. Erfurt 1596 (Digitalisat der Google Buchsuche (WidPAAAAcAAJ))
  • Erich Plümer: Einbeck. In: Die Hanse. Lebenswirklichkeit und Mythos. Hrsg. v. Jörgen Bracker, Bd. 1, Hamburg 1989, S. 232–234
  • Klaus Spörer: Einbeck im späten 18. Jahrhundert (1765–1800), Oldenburg 1997. ISBN 3-89598-422-1
  • Andreas Heege, Erich Strauß, Hellmut Hainski u. a.: Aus Einbecks Vergangenheit. Ausgewählte Schriften zur Erinnerung an Prof. Dr. h.c. Wilhelm Feise, 5 Bde. (Quellen und Materialien zur Geschichte der Stadt Einbeck), Oldenburg 1998
  • Andreas Heege, Klaus Rudloff: Einbecker Ansichten - Die Stadt und ihre Dörfer vor 100 Jahren. (Quellen und Materialien zur Geschichte der Stadt Einbeck 7), Oldenburg 1999
  • Andreas Heege, Eva Roth Heege: Einbeck. Portrait einer Stadt. Einbeck 2000.
  • Andreas Heege: Einbeck im Mittelalter. Eine archäologisch-historische Spurensuche (Studien zur Einbecker Geschichte 17), Oldenburg 2002
  • Andreas Heege: Einbeck 1540: Brandstiftung! Der Einbecker Stadtbrand vom 26. Juli 1540 - Archäologischer Befund und politische Hintergründe, Einbeck 2005
  • Friedhelm Küchemann; Elke Heege: Familienwappen und Hausmarken in Einbeck (Quellen und Materialien zur Geschichte der Stadt Einbeck, Heft 8), Verlag: Oldenburg : Isensee, 2001
  • Christine Wittrock: Idylle und Abgründe. Die Geschichte der Stadt Einbeck mit dem Blick von unten 1900 – 1950, Bonn 2012. ISBN 978-3-89144-455-9
  • Walter, Hubert: Bevölkerungsgeschichte der Stadt Einbeck. (Hildesheim, Verlag Lax, 1960)

Weitere Bibliografie

  • Einbecker Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Stadt Einbeck, Zeitgenössische Fotografien und Dokumente von 1870 bis 1914. Duderstadt 1995. ISBN 3-923453-65-5

Archive und Bibliotheken

Archive

Bibliotheken

Verschiedenes

nach dem Ort:

Karten

Regionale Verlage und Buchhändler

Berufsgenealogen

Transkription

Heimat- und Volkskunde

  • StadtMuseum Einbeck
    • Seit 1979 sind im Landkreis Northeim Kollektivgräber aus der Zeit um 3000 v. Chr. sogenannte Nichtmegalithische Totenhütten, bekannt. Drei von ihnen, aus den Gemarkungen Odagsen (Stadt Einbeck) und Großenrode (Stadt Moringen) sind systematisch durch Ausgrabungen erforscht.
    • Blick in die Grabkammer der sog. Totenhütte von Odagsen.
    • In der Ausstellung werden Geschichte und Technik des Blaudrucks nachvollziehbar.
    • FriedrichWilhelm Sertürner – Apotheker und Pharmazeut in Einbeck.
    • Von der Kunst gutes Geld zu machen: das Einbecker Münzkabinett.
    • Das 2006 wieder eröffnete, wahrscheinlich modernste Fahrradmuseum Deutschlands entwickelt spielerisch die Geschichte des Fahrrades und erzählt Geschichten für große und kleine Radfahrer.

Anmerkungen

  1. Literatur: Schramm, Die Embecker Frage, Zeitschrift. in: des Hist. Ver. für Niedersachsen (1853); W. Feise, Einbeck oder Eimbeck? Ebd. (1909).
  2. Artikelquelle: Deutsches Städtebuch / hrsg. von Erich Keyser; Bd. 3,1 = Niedersachsen und Bremen, Niedersächsisches Städtebuch, 1952
  3. Literatur: Ernst Wittram, Einbecks Entwickl. aus einem karoling. Königshofe, in: Hann. Gesch.-Bll.(1907).
    Niedersächs. Städteatlas von P. J. Meier II, Nr. 5, Bl. E. (1935).
  4. Literatur:W. Feise: Eine Sammlung des Einbecker Stadtrechts, in: Zeitschr. des Hist. Ver. für Niedersachsen (1899).
    W. Feise: Zwei Beitr. zur Rechts- und Verfassungsgesch. Einbecks, in: Jahresber. des Ver. für Gesch. und Altertümer der Stadt E. und Umgegend (1928).
  5. Literatur:W. Feise: Das Asylrecht des Alexanderstiftes in Einbeck in: Hann. Gesch.-Bll. (1901).
    Werner Spieß: Die topograph. Entwickl. der Siedlung Einbeck, in: Hann. Magazin (1025).
    H. W. H. Mithoff, Kunstdenkmale und Altertümer im Hann. 2. (1873).
    W. Feise: Einbeck als Festung, in: Jahresber. des Ver. für Gesch. und Altertümer der Stadt Einbeck und Umgegend (1929).
    O. Fahlbusch, Der Fachwerkbau in den Städten Südhann., in: Northeimer Heimatblätter (1920).
    K. Scheibner: Das Stadt. Bürgerhaus Niedersachsens in Duderstadt, Einbeck, Gandersheim (1910).
  6. Literatur: W. Feise: Die Häuser und Einwohnerzahl Einbecks seit dem Mittelalter, in: Göttinger Bll. Neue Folge (1930).
    Gerstenberg, Conrad von Einbeck. Halle/Saale.
    O. A. Ellissen, Dietrich Engelhus, in: Jahresber. des Einbecker Gesch.-Ver. (1939).
    Ders., Justus Schottelius, in: Jahresber. des Einbecker Gesch.-Ver. (1913).
    W. Germann, Heinrich Melchior Mühlenberg (1881).
    G. Lockemann, Sertürner, in: Jahresber. des Einbecker Gesch.-Ver. (1913).
    Fr. Erdmann-Klingner, Up Einbecks Erc., in: Die Spinnstube (1925)
  7. Literatur: T. Dahlberg: Die Mundart von Dorste. T. 1., 2. (1934,1937).
    T. Dahlberg: Studien über den Wortschatz Südhannovers (1841)
  8. Literatur: H. Domeier. Zur Gesch. des Einbecker Bieres, in: Z. des Harzvorlandes (1894).
    W. Feise, Gesch. des Brauwesens der Stadt Einbeck (1928).
    H. Hoffmeister, Zustand der Manufakturen und Fabriken in der Stadt Einbeck gegen Ende des 7jähr. Krieges. In: Arch. für Sippenforsch. (1936).
    Führer durch die Einbecker Woche (1948 und 1950).
  9. Literatur: W. Feise, Nachr. über die Schlacht am Tackmannsgraben, in: Jahresber. den E.er Gesch.-Vor. (1931).
  10. Quelle: Hic Leones
  11. Literatur: W. Feise: Zur Gesch. des Schützenhauses vor E. Jahresber. des E.er Gesch.-Ver. (1913).
    W. Feise: Einbeck als Garnison. Jahresber. des Einbecker Gesch.-Ver. (1930).
  12. Literatur: H. Bück, Die Mz. der Stadt Einbeck (1939).
    W. Feise, Die Münzen und das Münzwesen der Stadt Einbeck, in: Z. für Numismatik 39 (1911).
  13. Literatur: H. Domeier, Stadtforst Einbeck. (1900).
  14. Literatur: W. Feise, Zur Gesch. der E.er Ratsschule, in: Jahresber. des Realgymnasiums E. (1908 und 1911).
    A. Krukenberg, Aus dem Leben und Streben des Einbecker Seminars 1909-1925.

Internetlinks

Offizielle Internetseiten

Genealogische Internetseiten

Weitere Internetseiten

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Unter dem unten genannten Link können sich private Ahnenforschern eintragen, die bereit sind, anderen Ahnenforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Details bitte ausschliesslich beim entsprechenden Forscher erfragen.

Forscherkontakte in FOKO

Die Datenbank FOKO sammelt und ermöglicht Forscherkontakte. Dort eingetragene Forscher mit genealogischen Interessen in Einbeck findet man über die Suche

(Zur Erläuterung des Unterschiedes zwischen den angebotenen Suchmöglichkeiten bitte hier weiterlesen).

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung EINECKJO41WT
Name
  • Einbeck (deu)
Typ
  • Stadt
Postleitzahl
  • W3352 (- 1993-06-30)
  • 37574 (1993-07-01 -)
externe Kennung
  • geonames:2931804
Webseite
Karte
   

TK25: 4125

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Einbeck ( Stadt )

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Einbeck (St. Josef) Kirche object_375045
Persönliche Werkzeuge