Zeughaus (Kriegswesen)

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Hierarchie: Kriegswesen > Zeughaus

Zeughaus in Stade, fertiggestellt zwischen 1697 und 1699
mit Mörsern links und rechts des Portals

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Ein Zeughaus diente als Lagerhaus unterschiedlicher Stoffe, Ausrüstungen, Kriegsgeräte.

Zeughaus als Arsenal

Im miltärischen Bereich kenn wir es auch als Arsenal, selten Armamentarium oder Anneria. Dann handelte es sich um ein militärisches Magazingebäude zur Lagerung und Aufbewahrung von Kriegsgerät oder auch für Kriegsbeute in zentraler und strategisch günstiger Lage. Das Arsenal, oft synonym mit dem Begriff Zeughaus verwendet, diente im 19./20. Jahrhundert hauptsächlich der Marine. [1]

Anlage von Zeughäusern

Zeughäuser befanden sich vor allem auf Burgen, in Festungen (Veste Coburg um 1450; Burg Forchenstein um 1640) und in Städten, daneben gab es auch kirchliche Landeswaffenspeicher.

Oft waren darin auch Werkstätten zur Reparatur und Pflege, seltener zur Produktion, untergebracht. Häufig freistehend errichtet, wurden Zeughäuser auch in bestehende Bauten integriert, wobei dieser Typus aus den in Befestigungsanlagen (Pergamon) bzw. seit dem Spätmittelalter in Rathäusern gelegenen Rüstkammern hervorging. Der freistehende, in der Renaissance ausgebildete Idealtypus dagegen ist ein mehrgeschossiger Rechteckbau mit durch Stützenstellung unterteilten mehrschiffigen Räumen. Selten sind Zeughäuser zwischen Bürgerhäusern eingebaut (Graz, 1644).

Bedeutung im 18. Jdt.

1.Bedeutung
Allgemein handelte es sich um jedes Gebäude, in welchem Gerätschaften, oder Werkzeuge einer gewissen Art in Menge verwahret werden. Beispielsweise in Hafenstädten Vorratshäuser, worin die zum Bau und zur Ausrüstung der Schiffe notwendigen Gerätschaften aufbehalten werden.
2. Bedeutung
Speziell war es ein Gebäude, worin das Geschütz und andere Kriegesgerätschaften aufbewahrt wurden.
3.Bedeutung
Im Jagdwesen war ein Zeughaus dasjenige Gebäude, worin der Jagdzeug aufbewahrt wurde, daher wurde es auch Jagdhaus genannt.
4. Bedeutung
Bei den Papiermachern war es ein Zimmer, in welchem der halbe Zeug (Lumpen) so lange verwahrt wurde, bis man ihn in dem Holländer zu ganzem Zeuge (Papier) macht. [2]
Landwehr-Zeughaus in Minden
ehemals St. Johanniskirche

Zeughaus der Schweden in Stade

Mit dem Zeughaus entstand – neben dem Provianthaus – ein weiterer Großbau in der schwedischen Ära Stades. In dem zwischen 1697 und 1699 fertig gestellten Gebäude am historischen Pferdemarkt lagerten die Festungstruppen Waffen und militärisches Gerät. Den Herrschaftsanspruch der Schweden verdeutlicht das Hauptportal. Wer den einst dreischiffigen Innenraum betrat, schritt unter dem Monogramm König Carls XII. von Schweden hindurch. Es schmückt zusammen mit der Königskrone den Giebel über dem rechteckigen Sandsteinrahmen, der den Rundbogeneingang begrenzt.

Bis 1919 diente das Zeughaus als Arsenal, zuletzt für die hannoversche Garnison.

Landwehr-Zeughaus in Minden

Das Kirchenschiff von St. Johannis in Minden wurde 1796–1801 von der preußische Armee als Getreidemagazin benutzte, auf Protest des Stifts wurde der Chor aber wieder für gottesdienstliche Zwecke der Kanoniker geräumt. Das Stift wurde von der Regierung des Königreichs Westphalen im Herbst 1810 aufgelöst. Seit 1824 wurde das Kirchengebäude durch die preußische Armee als Landwehr-Zeughaus genutzt.

Literatur

  • Furttenbach, Joseph der Jüngere: Tractate über Baukunst (Augsburg 1651)
  • Sturm, Leonhard Christoph: Architectura civili militaris... (Augsburg 1719)
  • Neumann, H. Das Zeughaus ISBN 3-7637-5876-3

Einzelnachweise

  1. Quelle: Goethe-Wörterbuch im Internet. Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und. Publikationsverfahren
  2. Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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