Diestedde

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Diestedde: historisch – familienkundliche Entwicklung im lokalen und regionalen Zusammenhang, Land und Leute, Siedlung, Sprache, Kirche, biografische Aspekte, Archive, Quellen, Hinweise...

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Lokalisierung von Wadersloh-Diestedde innerhalb vom Kreis_Warendorf
Diestedde auf einer Karte von 1841

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Diestedde (Dystede) findet seine erste Erwähnung im Jahre 1136. Einzelne Ortsteile sind jedoch schon Ende des 9.Jahrhunderts urkundlich nachzuweisen; so z.B. die jetzige Bauerschaft Düllo (Thullium) in den Heberegistern der alten Abtei Werden.

Die Deutung des Ortsnamen (1136=Disteten, 1217=Thistede, 1498=Dystede) geht in zwei Richtungen. Anfangs sah man darin eine Ableitung des altgermanischen Gottes Tyr, auch Ziu oder Tiu. Demnach sei Thistede ein Heiligtum des Thiu gewesen. Heute ist man dagegen der Meinung, der Name müsse von dem germanischen Wort Tie (Ding) abgeleitet werden und bedeute eine Dingstätte. Mit der heute noch bestehenden Feme-Eiche liegt der Ort eines Freistuhles nahe, der in der Regel unter einer Linde oder Eiche stand.

Zeitschiene vor 1803

Name

  • 1214 „Thistede"; 1264 „Distede".

Kirchspiel

Kirche

  • 1217 bekundet der Münstersche Bischof Otto I., daß die Kirche zu Diestedde zu der Pfarre gehört, die sein Vorgänger Hermann II. 1193 dem Propst v. St. Martini in Münster als Archidiakonat übertragen hat.
  • 1217 schenkt der Münst. Bischof ein Drittel der Opfergaben zu Diestedde dem Kloster Liesborn

Kirchenmeister

Zehnt

Lagerbuch Amt Stromberg 1769

Lagerbuch des Fürstbistums Münster 1769, Hausstatistik nach Hofgrößen, Pferdezahlen im Kirchspiel Diestädte

  • Anmerkung zur Tabelle:
    • 1) = Freye Häuser
    • 2) = Schatzbare Häuser
    • 3) = Summe der Häuser
    • 4) = Darinnen befinden sich
    • 5) = Einfache Schatzung


Städte
Kirchspiele
Bauerschaften
u.freye Häuser
1)
Klöster
u. Adelige
1)
geistl.,
priv.
2)
Vollerben
2)
½ Erben
2)
¼ Erben
2)
Kötter
2)
Brinksitzer
3)
Effectiv
3)
reduc. in
Vollerben
4)
Vorspann-
pferde,
Stück
4)
Stallung
f. Pferde
Stück
5)
Rtlr
5)
fl.
5)
Pf.
Kirchspiel
Diestädte
Bauerschaft
Dorf
(Haus Crassenstein)
von Wendt
. 1 . . . . 18 19 2 1/8 2 12 . . .
Kirchspiel
Diestädte
Bauerschaft
Dorfbauerschaft
(Haus Crassenstein)
von Wendt
. . 5 1 1 13 3 23 7 9/16 42 72 40 4 .
Kirchspiel
Diestädte
Bauerschaft
Alten Diestädt
(Haus Crassenstein)
von Wendt
. . 1 4 3 6 2 16 4 5/8 37 56 24 14 .
Kirchspiel
Diestädte
Bauerschaft
Dullo
(Haus Crassenstein)
von Wendt
. . 1 7 5 15 4 32 7 7/8 49 88 42 20 8
Kirchspiel
Diestädte
Bauerschaft
Entrup
(Haus Crassenstein)
von Wendt
. . . 6 1 21 7 35 6 5/16 31 52 23 6 .
Kirchspiel
Diestädte
Rittersitz
Crassenstein
von Wendt
1 . . . . . . 1 1 10 12 . . .
Kirchspiel
Diestädte
adel. Haus
u. 1 Mühle
Hoff Heyd
(Haus Crassenstein)
von Wendt
1 1 . . . . . 2 2 . 20 . . .
Summa Kirchspiel
Diestädte
2 2 7 18 10 55 34 128 31 ½ 171 312 130 16 3


Bei der Schatzung 1769 zählt 1 Reichstaler 28 Schillinge und 1 Schilling 12 Pfennig.



Zeitschiene nach 1802

Landesherren

Bürgermeisterei Liesborn

  • 1822 Umfang: Kirchspiele Liesborn u. Diestedde
    • Quelle: Adreß-Kalender für den Bezirk der Königl. Preuß. Regierung In Münster 1823, Coppenrathsche Buchdruckerei.
  • 1832/35 Bürgermeisterei Liesborn 8.333 Einwohner, davon
    • Diestedde 930 Einwohner
      • Beigeordneter: Reisner zu Diestedde
  • 1832/35 Quelle: Westfalenlexikon

1844 Amt Wadersloh

  • Amt Wadersloh mit den Gemeinden Wadersloh, Benteler u. Diestedde

Verwaltungseinbindung

Infrastruktur

1931 Amt Wadersloh, Kreis Beckum, Regierungsbezirk Münster, Sitz Wadersloh

  • Gemeinde Diestedde: Landwirtschaftsgemeinde, Gemeindevorsteher Steinhoff, Ortsklasse D
    • Einwohner: 1.203 Kath.
    • Gesamtfläche: 2.327 ha
    • Einrichtungen/Zuständigkeiten: Pfarramt (kath.), Volksschule, Krankenhaus (Kirchengemeinde), Post- u. Telegrafenamt, Kleinbahnstation, Polizei (kommunal.) 1. Feuerwehr (frw.), Spar- u. Darlehnsgenossenschaft, Elektrizitätsversorgung, Kleinbahn
    • Politik: Gemeindevertretung 9 Sitze.
      • Quelle: Handbuch der Aemter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931

Kommunale Neugliederung

  • 01.01.1975 Eingliederung Gemeinde Diestedde in die Gemeinde Wadersloh.

Politische Einteilung

Wappen

Bild:Diestedde-Wappen.png

Der Ort verfügt lediglich über dieses Wappen vom örtlichen Heimatverein. Das Wappen zeigt Bestandteile des Wappens der Familien von Wendt und Ansembourg. Beide Adelsfamilien waren über lange Zeit auf Schloss Crassenstein ansässig. Die alte Diestedder Femeeiche beherrscht das Bild.

Allgemeine Information


Diestedde ist ein Ortsteil der Gemeinde Wadersloh. Der Ort liegt ca. 10 km östlich von Beckum und 20 km nordwestlich von Lippstadt. Nördlich von Diestedde liegt das Schloss Crassenstein.

Geografische Daten
Mit einer Höhe von 139 m ü NN liegt hier der höchste Punkt der Gemeinde Wadersloh.


Ortsteile und Bauernschaften

Zu Diestedde zählen die Bauerschaften Altendiestedde, Dorfbauerschaft, Düllo und Entrup.

Einwohner

Jahr Einwohner
1498 300 Einwohner
1669 337 Einwohner
1750 848 Einwohner
1818 1.002 Einwohner
1858 1.059 Einwohner
1890 1.088 Einwohner
1919 1.195 Einwohner
1935 1.097 Einwohner
1946 1.801 Einwohner
1950 1.759 Einwohner
1971 2.062 Einwohner
1994 2.550 Einwohner
2000 2.704 Einwohner
2005 2.678 Einwohner


Wappen_Kreis_Warendorf.png Städte und Gemeinden im Kreis Warendorf (Regierungsbezirk Münster)

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Bevölkerungsverzeichnisse

Kirchenbücher

Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit

Evangelische Kirchen

Katholische Kirche

St. Nikolauskirche
St. Nikolauskirche, Innenansicht

Pfarrkirche St. Nikolaus
Pfarrbüro
Diestedde
Friedhofstr. 2

Tel.: 02520/228
Fax: 02520/1834

Es ist der vierte Kirchenbau des Dorfes. Bemerkenswert ist das ro­manische Triumpfkreuz mit dem Korpus aus der Zeit um 1100. Das Kreuz ist ein "Reliquienkreuz", das im Mittelalter ursprünglich vermutlich einen Stein aus Jesu Grab enthielt. Das Auffallendste sind die Königsschuhe an dene Füßen des Gekreu­zigten. Die kupfernen Schuhe von zinnoberroter Grundfarbe sind mit feu­ervergoldeten Borden und romanischen Rosetten verziert. Ein weiteres Kunstwerk ist das aus Lin­denholz geschnitzte ca. 1,10 m hohe Vesperbild der Pietä, das um 1700 entstanden ist.


Geschichte

Bilder, Fotos und historische Karten



Genealogische und historische Quellen

Genealogische Quellen

Kirchenbuchverzeichnisse

Historische Quellen

Alte Hausinschriften

Nur noch selten findet man an den Häusern und Höfen in Diestedde alten Hausinschriften, die den Eingang oder den Torbogen über der großen Deelentür zieren. Da diese Inschriften neben einem Sinnspruch auch die Bauherren, manchmal auch den Erbauer bzw. den Zimmermann und das Datum der Erstellung angeben, sind sie für den Familienforscher eine wichtige Fundgrube.

Einige dieser Funde werden hier dargestellt:


Totenzettel


Schatzungslisten im Staatsarchiv Münster:

  • 1498 (FMLA 487 I Bd. I)
  • 1534 (Domkap. Mstr. IV G Nr.2)
  • 1535 (Studienfonds Münster, Haus Geist VII, Loc.12A Nr.2)
  • 1580 (Domkap. Mstr. IV G Nr.2 Bd.3)
  • 1658 (FMLA 309 II Nr.14 u. ad. 14)
  • 1658 (FMLA 309 II Nr.9 Bd.2)

Bibliografie

  • "Diestedde", "Geschichte der Höfe und Familien von Diestedde", hrsg von Lesting u.a., Diestedde 1997
  • Erich-Werner Brüggemann, 850 Jahre Diestedde - Das Nikolausdorf in Vergangenheit und Gegenwart. © 1986 Heimatverein Diestedde e.V.
  • 75 Jahre Schützenverein Diestedde e.V. 1922 - 1997
  • Der Status Animarum des Amtes Stromberg von 1749/50 - Norbert Henkelmann / Jörg Wunschhofer (Hg.)
    für die Orte Diestedde, Enniger, Ennigerloh, Herzfeld, Liesborn, Lippborg, Oelde, Ostenfelde, Stromberg, Sünninghausen, Wadersloh und Westkirchen. ISBN 3-89534-651-9, ISBN 978-3-89534-651-4


Literaturangaben

  • Bau- u. Kunstdenkmäler, Kreis Beckum, S. 25

Archive und Bibliotheken

Archive

    kath. Gemeinde Geburten, Heiraten, Todesfälle 1806-1808 P7, Nr. 588
Geburten, Heiraten, Todesfälle 1815-1839 P7, Nr. 84
   Geburten, Heiraten, Todesfälle 1840-1874 P7, Nr. 85

Internetlinks

Offizielle Internetseiten

Genealogische Internetseiten

Weitere Internetseiten

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Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Auf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.

Forscherkontakte in FOKO

Die Datenbank FOKO sammelt und ermöglicht Forscherkontakte. Dort eingetragene Forscher mit genealogischen Interessen in Diestedde findet man über die Suche

(Zur Erläuterung des Unterschiedes zwischen den angebotenen Suchmöglichkeiten bitte hier weiterlesen).

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung DIEDDEJO41CR
Name
  • Diestedde (deu)
Typ
  • Landgemeinde (- 1975)
  • Ortsteil (1975 -)
Postleitzahl
  • W4721 (- 1993-06-30)
  • 59329 (1993-07-01 -)
Karte
   

TK25: 4215

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Wadersloh (1975 -) ( Landgemeinde Gemeinde )

Liesborn-Wadersloh (1931 - 1975) ( Amt )

Wadersloh (- 1931) ( Amt )


Bild:GW_Diestedde.gif

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