Grenzdurchgangslager in Bayern
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Grenzdurchgangslager 1945/46 in Bayern
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[bearbeiten] Einleitung
Nach Ende des 2. Weltkriegs wurden über mehr als 12,5 Millionen Deutsche bzw. Deutsch-Ethnische Menschen aus ihrer Heimat (Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Westpreußen, das Ost-Brandenburg, Böhmen, Mähren, Österreich-Schlesien, Ungarn u.a.) nach Deutschland oder Österreich vertrieben oder mussten flüchten. Die Einrichtung von Grenzdurchgangslagern in Deutschland war eine Maßnahme der westlichen alliierten Besatzungsmächte, um die Flut dieser Vertriebenen und Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen, zu bewältigen und die Verteilung innerhalb der Besatzungszonen Deutschlands zu kanalisieren und zu organisieren. Ungefähr 9-10 Mio. dieser Vertriebenen und Flüchtlinge stammten aus den Gebieten des Deutschen Reichs und ehemaligen, jahrhundertealten deutschen Siedlungsgebieten in Mittel- und Osteuropa; ca. 3,0 Mio. waren vertriebene Deutsch-Ethnische Menschen aus dem sogenannten Sudetenland. Weitere Details hierzu siehe:
Die Aufnahme von Vertriebenen und Flüchtlingen in die
US-Besatzungszone 1945/46, erfolgte überwiegend über die
Grenzdurchgangslager in Bayern. Und es wurden hier vor allem
schwerpunktmäßig Sudetendeutsche, d.h. die durch die Tschecholowakei vertriebene
Deutsch-Ethnische Bevölkerung von Böhmen und Mähren aufgenommen (Vertreibung
der Sudetendeutschen 1945/46).
Laut Verteilungsplan des Alliierten Kontrollrats vom 20.
November 1945 sollten in der US-Besatzungszone insgesamt
2,25 Millionen vertriebener Sudetendeutschen aufgenommen werden.
Nach einem vorläufigen Verteilungsplan von 1945 sollten
diese vertriebenen Menschen innerhalb der US-Besatzungszone auf die
Aufnahmeländer wie folgt verteilt werden: Bayern rund 50 %, damaliges Großhessen
(heutiges Hessen) rund 27 %
und damaliges Württemberg-Baden (heute nördlicher Teil von
Baden-Württemberg) rund 23 %. [68]
In Bayern wurden von
den insgesamt über 12,5 Millionen Menschen die nach 1945 ihre
Heimat verloren, insgesamt ungefähr 1.929.263 Heimatvertriebener, Vertriebener und Flüchtlinge aufgenommen. Bezogen
auf die damalige Gesamtbevölkerung in Bayern betrug dies ca. 21
% Prozent der vorhandenen bayerischen Bevölkerung.
Nach Bayern kamen damals:
[90]
- ca. 1.025.205 vertriebene Sudetendeutschen aus Böhmen, Mähren (damalige Tschechoslowakei)
- ca. 458.860 vertriebene und geflüchtete Menschen aus Schlesien
- ca. 87.370 Flüchtlinge und vertriebene Menschen aus Ostpreußen
- sowie geflüchtete und vertriebene Deutsche aus: Jugoslawien 66.763, Ungarn (Donauschwaben) 49.164, Polen 48.486, Rumänien 45.917, Pommern 34.476, Ost-Brandenburg 13.713, Danzig 11.166, Sowjetunion 10.632 und aus den Baltischen Staaten (Estland, Litauen, Lettland) 8.761.
Hiervon wurden innerhalb der bayerischen Regierungsbezirke, vor
allem in den dortigen ländlichen Gebieten, aufgenommen: [99]
- Regierungsbezirk Schwaben 25,4 %
- Regierungsbezirk Niederbayern 24,5 %
- Regierungsbezirk Oberfranken 23,5 %
- Regierungsbezirk Oberpfalz 20,8 %
- Regierungsbezirk Mittelfranken 18,0 %
- Regierungsbezirk Unterfranken 16,7 %
Die Hauptkriterien bei der Verteilung der ankommenden Vertriebenen und Flüchtlinge 1945/46 innerhalb der
Aufnahmeländer der US-Besatzungszone war
bewohnbarer Wohnraum und Versorgungsmöglichkeiten mit
Lebensmitteln bzw. der Mangel daran im kriegszerstörten
Deutschland. Ländlich geprägte Gebiete, Gemeinden, Dörfer und
Kleinstädte mußten weitaus mehr Menschen aufnehmen als
beispielsweise städtisch-industriellen Ballungsräume, die ja meist
durch die Luftangriffe schwer zerstörten waren. Das diese
Verteilung keinesweg optimal und zweckmässig war, sondern eher ein
Dilemma, war manchen auch schon damals bewußt. Denn in diesen
ländlichen Bereichen waren die Voraussetzungen für die
Eingliederungen der Flüchtlinge durch die fehlende Infrastruktur
und den Mangel an Arbeitsplätzen denkbar schlecht. Durch eine
gesetzliche Verordnung von 1949 (Länderausgleich) wurde die
Umsiedlung von Bundesland zu
Bundesland beschlossen. Insgesamt sollten in vier Stufen mehr als
1,0 Million Heimatvertriebene zwischen
1949-1963 aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und
Bayern, die bis dahin die
Hauptlast der Flüchtlingszahlen trugen, in die bisher kaum
belastete Französische Besatzungszone
umgesiedelt werden. D.h. nach Rheinland-Pfalz sowie
Württemberg-Hohenzollern und Baden (heute der
südliche Teil von Baden-Württemberg). Darüber hinaus sah
dieser Ausgleich vor, daß auch eine Umsiedlung (Umverteilung) in die
bisher weniger belegten Länder, Regionen und Gebiete innerhalb der
ehemaligen US-Besatzungszone erfolgen sollte.
[92], [93]
[bearbeiten] Bayerische Grenzübertrittsstellen in der Amerikanischen Besatzungszone
Im Jahr 1945 und vor allem in Jahr 1946 traf ein gewaltiger
Vertriebenen- und Flüchtlingsstrom in Bayern ein. Die ankommenden Menschen mußten innerhalb
Bayerns und sowie innerhalb
der damaligen gesamten US-Besatzungszone verteilt und
irgendwie untergebracht werden. Direkt nach Ende des 2. Weltkriegs
im Jahr 1945, war jedoch an eine geordnete Aufnahme und Verteilung
der eintreffenden Menschen noch nicht zu denken und die vor allem
im nordöstlichen Bayern
ankommenden Vertriebenen und Flüchtlinge war weitgehend auf sich
alleine gestellt.
Erst ab Herbst 1945 wurden in Bayern die Grundlagen für den Aufbau einer eigenen
Flüchtlingsverwaltung geschaffen. Sowie die
organisatorischen Voraussetzungen für die Aufnahme der
Eisenbahngüterwaggons der tschechischen,
sogenannten "organisierten" Vertreibungstransporte.
Für die Abwicklung und Organisation des damals sogenannten
Flüchtlingswesens war in Bayern die Bayerische Flüchtlingsverwaltung
zuständig, geleitet vom Bayerischen Staatskommissar für das
Flüchtlingswesen. Desweiteren gab es Regierungskommissare und
Flüchtlingskommissare, letztere verantwortlich für die Verteilung
auf die Land- und Stadtkreise, sowie Unterbringungen und Betreuung
der Vertriebenen und Flüchtlinge innerhalb Bayerns. Die
Grenzkommissare waren für die Abwicklung an den
Grenzübertrittsstellen sowie in den Grenzdurchgangslagern
zuständig. Die letztendliche Verantwortung in den Grenzlagern lag
jedoch bei dem jeweiligen amerikanischen Verbindungsoffizier, der
als Vermittler zwischen der amerikanischen Militärregierung und den
bayerischen Behörden fungierte. [68]
In Bayern gab es 1945/46
fünf Grenzübertrittsstellen in der Nähe von: Furth im Wald, Hof, Freilassing, Passau und Kiefersfelden. Die bayerischen
Grenzdurchgangslager befanden sich nicht weit von diesen
Grenzübertrittsstellen entfernt. [68]
[bearbeiten] Die Grenzdurchgangslager in Bayern
In Bayern, damals US-Besatzungszone, wurden die meisten
der ehemaligen bayerischen Grenzdurchgangslager im Zeitraum
1945/46 eingerichtet. Weitere Grenzdurchgangslager gab es
auch in der damaligen Britischen Besatzungszone, Details
hierzu siehe: Grenzdurchgangslager in
Deutschland.
Bedingt durch die gemeinsame Grenze zwischen Bayern und der damaligen Tschechoslowakei wurden in den
bayerischen Grenzdurchgangslagern - vor allem - die
tschechischen Vertreibungstransporte der Deutsch-Ethnischen
Bevölkerung der Tschechoslowakei
(»Sudetendeutschen«) aus dem Sudetenland aufgenommen.
Weitere Details zu dieser von den Tschechen beschönigend als
Odsun
(=Abschub) bezeichneten Vertreibung ihrer Deutsch-Ethnischen
Bevölkerung siehe: Ablauf der
Vertreibung 1945-1946 (Odsun).
Laut "Protokoll der Besprechung zwischen Vertretern der amerikanischen Militärregierung in Deutschland und Vertretern der CSR, vom 8./9. Jan 1946 über die Modalitäten der Ausweisung von Sudetendeutschen und ihre Übernahme in die US-Besatzungszone Deutschlands", [56], [66]:
- sollten laut USA-Vertretern die Übergangslager auf deutschen Boden wie folgt sein: Grenzdurchgangslager Furth im Wald sowie in Hof und Bebra
- die Tschechen gaben an, dass ihnen nicht bekannt sei, wie sie Bebra erreichen können
- statt über Hof und Bebra erfolgte dann vom 25. Feb. bis 30. Okt. 1946 die Übernahme der tschechischen Ausweisungstransporte auf deutschem Gebiet - neben Furth im Wald - über das neu errichtete Grenzdurchgangslager Wiesau
- die tschechischen Übergabestellen (Kontrollstellen) auf tschechischen Gebiet sollten sein/waren, z.B.: Taus (Domalice) für Grenzdurchgangslager Furth im Wald und Eger (Cheb) für Grenzdurchgangslager Wiesau
- Siehe: Karte der tschechischen Sammellager und Übergabestellen zur Vertreibung der Sudetendeutschen
Im Jahr 1946 kamen über die bayerischen Grenzdurchgangslager
insgesamt in 1.111 Eisenbahntransporten über 1.183.370
vertriebenen Sudetendeutsche an. Über 55% davon, d.h. rund
618.961 vertriebene Sudetendeutschen, wurden über das Grenzdurchgangslager Furth
im Wald in Empfang genommen und innerhalb der US-Besatzungszone weitergeleitet.
[68]
Einschließlich all derer, die in sogenannten allgemeinen
Transporten, speziellen Transporten, (z.B.
ANTIFA-Transporte), mit Individual-Permit oder schwarz
über die Grenze (illegale Grenzgänger) kamen, betrug die
Anzahl vertriebener »Sudetendeutscher«, die allein im Jahr 1946
in den bayerischen Grenzdurchgangslagern registriert wurden:
[66]
| Grenzdurchgangslager in Bayern |
Zahl vertriebener Menschen (Deutsch-Böhmen, sogn. Sudetendeutsche) |
| Furth im Wald | 651.648 Menschen |
| Wiesau | ca. 587.000 Menschen |
| Summe | 1.238.648 Menschen |
Hierzu kommen noch Hunderttausende weitere vertriebene Menschen aus
dem Sudetenland (sowie anderen Regionen). Siehe hierzu die
Gesamtzahlenübersicht: Vertreibungstransporte
aus der Tschechoslowakei in die Besatzungszonen.
[bearbeiten] Aufgaben der Grenzdurchgangslager
Die Aufgabe der Grenzdurchgangslager war es, den Strom an
ankommenden Vertriebenen und auch
Flüchtlingen zu erfassen und zu
kanalisieren. Sie umfassend zu betreuen, zu verpflegen und dann
schnellstmöglich auf sogenannte Regierungslager oder weitere
Lager innerhalb der Aufnahmeländer der US-Besatzungszone weiterzuleiten und zu
verteilen. D.h. entweder innerhalb Bayerns oder nach Großhessen (heutiges
Bundesland Hessen) bzw. nach
Württemberg-Baden (heute nördlicher Teil des Bundesland
Baden-Württemberg). Von dort aus erfolgte
dann die Verteilung in die einzelnen Gemeinden und
Gebiete.
Die Hauptaufgaben waren - Aufnahme, Registrierung, Betreuung,
Ärztlicher Untersuchung und Weiterleitung - d.h. die
Grenzdurchgangslager sind zu unterscheiden von weiteren
Lagerarten wie: Regierungs- und Regierungsdurchgangslager,
Durchgangslager, Landratslager, Kreislager, Massenlager, Wohnlager,
u.a..
Der Ablauf zur Aufnahme und Weiterleitung der ankommenden
Transporte dürfte vermutlich in allen bayerischen
Grenzdurchgangslager ähnlich abgelaufen sein. Die tschechischen
Vertreibungstransporte bestand jeweils aus 40
Eisenbahngüterwaggons (meist ungeheizt), in denen sich pro
Güterwagon durchschnittlich 30 vertriebene Personen mit ihrem
verbliebenen, geplünderten Gepäck befanden (es gab keine Sitze,
jeder lag auf seinen eigenen Sachen und insgesamt befanden sich in
jedem Vertreibungszug ca. 1.200 Sudetendeutsche). Desweiteren ein
Personenwaggon für die tschechische Begleitmannschaft und
mehrere schwerbewaffnete tschechische Soldaten und ein
Verpflegungswaggon, in dem eigentlich Reiseproviant für die
Vertriebenen mitgeführt werden sollte (was laut Berichten wohl
nicht immer der Fall war).
Die tschechischen Vertreibungstransporte wurden auf
tschechischem Gebiet, in den sogenannten Übergabestationen,
von den Tschechen an die amerikanischen Militäroffiziere und die
deutschen Grenzkommissare übergeben. Hierbei mußten anwesend sein:
ein tschechischer und ein amerikanischer Verbindungsoffizier,
jeweils ein tschechischer Transportoffizier und Transportarzt sowie
ein deutscher Lagerarzt und der deutsche Grenzkommissar. Hier
wurden die tschechischen Vertreibungszüge, inkl. der
Transportpapiere, auf tschechischem Gebiet an die Vertreter der
amerikanischen Militärbehörden übergeben. [68]
Beispiel eines Originaldokuments aus dieser Zeit siehe hier:
- Tschechische Gesundheitsbescheinigung über "Entlausung" und Einstäubung mit DDT - bzgl. Sudetendeutscher Flüchtlingstransport von 1205 Personen vom 14. April 1946 aus Prachatitz. Betrifft einen Vertreibungstransport aus dem Gerichtsbezirk Prachatitz in Böhmen
Von diesen Übergabestellen wurden die Vertreibungszüge
auf deutsches Gebiet und in das Gelände der Grenzdurchgangslager
weitergeleitet. Hier fand der ca. 2-3 Std. dauernde
Aufnahmeprozess stattfand. Die angekommenen Heimatvertriebenen mussten im
Grenzdurchgangslager aussteigen und die sogenannte
Entlausungsprozedur über sich ergehen lassen. Anschließend
fand die Ärztliche Untersuchung (im Anschluss daran
erhielten die Vertriebenen einen sogenannten
Gesundheitsschein, den sie auf deutschem Gebiet in ihren
späteren endgültigen Zielorten benötigten, um dort
Lebensmittelkarten zu erhalten) sowie die Registrierung
statt. Die Vertriebenen konnten sich und ihre Kinder in den
vorhandenen Waschbaracken und Kinderbadestuben
waschen. Und vor allem erhielten die Angekommenen ein warmes
Essen, für viele oft das erste, einzige Essen und meist die
einzige warme Mahlzeit seit Tagen. Personen die aufgrund ihres
schlechten Gesundheitszustandes nicht weiterreisen konnten, wurden
(inkl. ihrer Angehörigen) aus dem entsprechenden Transport
rausgenommen und ins Lagerlazarett gebracht. Sobald der
Aufnahmeprozess abgeschlossen war, mußten die Vertriebenen wieder
in den Zug steigen und die Fahrt zu ihren Zielorten ging weiter,
begleitete von mehreren Krankenschwestern und einem
Transportleiter. Oft wurden die Züge vorher geteilt, meist in drei
Gruppen zu ca. 400 Personen. Wenn die Zielorte außerhalb Bayerns lagen (z.B. Hessen,
Württemberg-Baden), wurde mit dem Transport auch Verpflegung für
einen Tag mitgeschickt. Die Transporte die innerhalb Bayerns
blieben, gingen zunächst in eines der 13 bayerischen
Regierungslager und wurden dort an die Flüchtlingskommissare
übergeben. Deren Aufgabe war es eine endgültige Unterkunft für die
Vertriebenen Sudetendeutschen innerhalb ihres
Zuständigkeitsbereichs zu finden. [68]
Beispiel von Originaldokumenten aus dieser Zeit siehe hier:
- Transportpapiere: Übernahmebescheinigung und Bescheinigung über Transportverpflegung - bzgl. Sudetendeutscher Flüchtlingstransport von 1205 Personen vom 14. April 1946 aus Prachatitz. Transportpapiere des Grenzkommissar für Flüchtlingswesen, Furth im Wald, ausgestellt am 13.04.1946, für die Weiterleitung eines Vertreibungstransport aus dem Gerichtsbezirk Prachatitz in Böhmen nach Marburg in Hessen
[bearbeiten] Grenzdurchgangslager Furth im Wald
Das Grenzdurchgangslager Furth im Wald, im Ort Furth im Wald, Landkreis Cham, Regierungsbezirk Oberpfalz, wurde
Ende 1945 errichtet und bestand als - Aufnahme- und
Durchgangslager bis Oktober 1954 - und weiterhin als -
Wohnlager bis Oktober 1957. Als Wohnlager diente es der
Stadt Furth im
Wald für die Unterbringungen von Vertriebenen und Flüchtlingen. In den letzten noch
bewohnbaren Baracken des ehemaligen Grenzdurchgangslager
Furth im Wald lebten Menschen bis 1961/62. Im Laufe des Jahres 1962
wurden die letzten 3 Baracken geräumt. [68] Nach über 15 Jahren
wurde das letzte Kapitel des Grenzdurchgangslagers Furth im
Wald geschlossen und die letzten Spuren so vieler menschlicher
Einzelschicksale verschwanden. Zu heute noch vorhandenen
Spuren des ehemaligen Grenzdurchgangslager Furth im Wald
siehe weiter unten.
Das Grenzdurchgangslager Furth im Wald bestand Anfang 1946
aus 40 kleineren und größeren Baracken und war aufgeteilt
in zwei Bereiche: [68]
- Einen Bereich für die Durchschleusung der mit den Transporten ankommenden Menschen. Dieser bestand aus der Registrierbaracke, der ärztlichen Untersuchungs- und Entlausungsbaracke, einem Waschraum mit fließend Kaltwasser für die Ankommenden, einer Kinderbadestube, einer Abortbaracke, der Ambulanz und Apotheke, Großküche mit 2.600 l Kochraum, Milchküche für 300 l, Verpflegungsmagazin und der Bürobaracke des Grenzkommissariats.
- Ein Flüchtlingslager. Dieses war bestimmt für ankommende Personen, die nicht sofort weitergeleitet werden konnten, z.B. Kranke (plus deren Angehörige, da Familien nicht geteilt werden durften) oder auch für sogenannte illegale Grenzgänger. Das Flüchtlingslager hatte eine Aufnahmekapazität von ca. 1.200 Personen. Es bestand aus Wohnbaracken, fünf Waschräumen mit 130 Waschstellen, Abortbaracke, einer Krankenbaracke mit 60 Betten, ein Kinderkrankenhaus, eine sogenannte Isolierabteilung mit 60 Betten, einer Großküche mit 2.400 l Kochraum sowie mehreren Gepäckbaracken.
Im Grenzdurchgangslager Furth im Wald wurden vor allem die -
tschechischen
Vertreibungstransporte der Deutsch-Ethnischen Bevölkerung der
Tschechoslowakei
(»Sudetendeutschen«) aus dem Sudetenland in Empfang genommen. Während der
Hochphase dieser tschechischen Vertreibungstransporten in
die US-Besatzungszone, im Mai
und Juni 1946, wurden alleine im Grenzdurchgangslager Furth im Wald
täglich vier Züge mit 4.800 vertriebenen Personen aus dem
Sudetenland
abgefertigt. Frauen, Kinder, Junge, Ältere, Greise, Männer,
Gesunde, Kranke - enteignet und mit wenig verbliebener
persönlicher Habe - die aus ihrer jahrzehntelangen Heimat
vertrieben wurden und in Deutschland vor dem Nichts standen.
Insgesamt wurden von 1946-1952 im Grenzdurchgangslagers Furth im
Wald rund 706.186 Heimatvertriebene registriert,
betreut und weitergeleitet, davon 92% alleine im Jahr 1946.
[66], [68]
Im Grenzdurchgangslager Furth im Wald angekommene Vertriebene
und Flüchtlinge von 1946 bis 1952:
| 1946 | 1947 | 1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | Summe | |
| Allgemeine Transporte | 618.961 | 2.380 | 2.743 | 13.297 | 3.142 | 640.523 | ||
| Antifa-Transporte (+) | 21.889 | 21.889 | ||||||
| Einzelreisende | 4.816 | 4.816 | ||||||
| Kindertransporte | 64 | 64 | ||||||
| Illegale Grenzgänger | 5.464 | 1.453 | 24.009 | 3.575 | 491 | 2.608 | 110 | 37.710 |
| Kriegsgefangene | 50 | 50 | ||||||
| Ausländer | 1.134 | 1.134 | ||||||
| Summe | 651.130 | 3.883 | 27.950 | 3.575 | 13.788 | 5.750 | 110 | 706.186 |
| (+) Sondertransporte von sogenannten
Antifaschisten: Sozialdemokraten, Kommunisten und anderen Gegnern
des NS-Regimes. Zahlenquelle: [68] |
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Ab 1951 sollten die ankommenden Transporte aus Österreich und Jugoslawien in Zukunft über das bayerische
Grenzdurchgangslager
Piding sowie das Lager in Schalding geleitet werden. Am
1. Nov. 1952 wurde dem bayerischen Grenzdurchgangslager Furth im
Wald die Aufgabe als Gastlager für die Durchschleusung
von Ostzonenflüchtlingen aus dem sowjetisch besetzten Sektor von
Berlin für das Land Nordrhein-Westfalen zugewiesen. Im
Oktober 1954 stellte das bayerische Grenzdurchgangslager Furth im
Wald seine Aufgabe als - Aufnahme- und Durchgangslager - ein
und existierte noch bis Oktober 1957 als Wohnlager für die Stadt
Furth im Wald.
[68]
[bearbeiten] Noch vorhandene Spuren
Von den ursprünglichen 40 kleineren und größeren Baracken des
ehemaligen Grenzdurchgangslager Furth im Wald im bayerischen
Grenzort Furth im
Wald sind heute nur noch wenige Spuren zu finden. Bereits in
den 1960er Jahren, als man begann die letzten Reste des GDL
aufzuräumen, wurde einige der geräumten, noch verwendbaren
Baracken verkaufen und abtransportiert (weitere Verwendung als
Berghütten, Werkstätten und Flugzeughallen). Beispielsweise wurde
die Bürobaracke des Grenzkommissariats an die Further
Naturfreunde verkauft und von diesen im wiederhergerichtetem
Zustand als Naturfreunde-Hütte an der Voithenbergstraße in
Furth im Wald
wieder aufgebaut. Sie stand dort zumindest bis 1999 noch. [68] Erhalten geblieben
sind wohl auch die Baracken Nr. 16 und Nr. 20 und die von Büschen
umwucherte, ehemalige steinerne Küchenbaracke. Die größere Baracke
Nr. 16 ist heute ein Gartenhaus in einem Schrebergarten. [95] Von den ehemals
insgesamt 40 Baracken stehen heute wohl nur noch 2 direkt auf dem
Gelände des ehemaligen GDL: "eine auf Stadtgrund (Nr.20), die bis
vor 5 Jahren bewohnt war. Eine weitere (Nr.18), inzwischen auf
Privatgrund, dient einem Pächter als Gartenhaus mit Schrebergarten,
ist aber bis auf die darin gelagerten Gerätschaften innen wie außen
quasi unverändert, seit der letzte Bewohner sie verließ" (wörtlich
zitiert nach: [94], siehe hier auch
die beiden Fotoaufnahmen der ehemaligen Baracken die noch
existierten).
Die Baracke
Nr. 20 vor dem Abbau im Frühjahr 2005.
Die kleinere der noch verbliebenen Baracken, Nr. 20, wurde im
Frühjahr 2005 abgebaut und nach Bonn transportiert, wo seinerzeit
das Haus der Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland die Ausstellung "Flucht,
Vertreibung, Integratíon" vorbereitet hatte. Die Ausstellung ist
noch bis Frühjahr 2006 in Bonn zu sehen und wird dann als
Wanderausstellung auch in Leipzig und Berlin gezeigt.
Die Stadt Furth im Wald und das dortige Grenzdurchgangslager, waren für fast eine dreiviertel Million Menschen (Heimatvertriebene, Vertriebene und Flüchtlinge) - das Durchgangstor - in eine ungewisse Zukunft. Aber für viele Vertriebenen wurde Furth im Wald und die umliegenden Gebiete, in denen sie angesiedelt wurden, auch zur neuen Heimat. Im August 1957 übernahm die Stadt Furth im Wald die Patenschaft über den Sudetendeutschen Heimatkreis Bischofteinitz (Gerichtsbezirk Bischofteinitz, Horsovky Tyn). Auch wenn von dem ehemaligen Grenzdurchgangslager Furth im Wald nur noch wenige Spuren aufzufinden sind, so erinnern in Furth im Wald heute insgesamt zahlreiche von Sudetendeutschen gestiftete Gedenk- und Mahnmale an ihr Schicksal und ihre Berührungspunkte mit dieser Stadt: [68]
- ein 1952 gestiftetes Vertriebenenkreuz auf dem Friedhof von Furth im Wald
- der 1969 gestiftete Vertriebenenaltar und die 1971 gestiftete Orgel in der Further Kreuzkirche sowie
- das 1979 gestiftete Glockenspiel am Amtsgericht in Furth in Wald. Es wurde gestiftet mit dem Wunsch, daß täglich zunächst das Lied Dort tief drin im Böhmerwald, dann ein bis zwei weitere Lieder aus dem Egerland bzw. Böhmerwald sowie abschließend ein deutsches Volkslied erklingt. Seit über 26 Jahren ertönen diese Lieder täglich um 11 und um 18 Uhr
- der 1983 gestiftete Further Meilenstein. Dies ist ein Denkmal, das an der Straßenbrücke über die Eisenbahnlinie Furth im Wald - Taus errichtet wurde. Der Meilenstein symbolisiert einerseits die Erinnerung und den Wegweiser in das Sudetendeutsche Heimatland, andererseits die Erinnerung daran, daß auf der Eisenbahnlinie die unter dieser Brücke verläuft, fast eine dreiviertel Million heimatvertriebener Menschen mit Zwangsweisen Vertreibungstransporten in eine ungewisse Zukunft und unbekannte neu Heimat fahren mussten.
Das 1973 erstmals eingerichtete Heimatkreismuseum
Bischofteinitz wurde 1975 erweitert un in den Jahren 1978 bis
1981 während einer grundlegenden Gebäuderenovierung in das
Landestormuseum Furth im Wald integriert.
[bearbeiten] Archivmaterial
Im Stadtarchiv Furth im Wald befinden sich angeblich noch alle
Zug- und Transportlisten des Grenzdurchgangslagers Furth im Wald.
[95] Zu weiteren in
diesem Stadtarchiv vorhandenen Archivarien (z.B. Fotos,
Presseberichte u.a.) sowie generelles Archivmaterial zu diesem GDL,
siehe auch die angeführten Quellenmaterialien im Buch [68], Seite
151-153.
[bearbeiten] Grenzdurchgangslager Wiesau
Das Grenzdurchgangslager Wiesau, im Ort Wiesau, Landkreis Tirschenreuth, Regierungsbezirk Oberpfalz, wurde
ab Februar 1946 nach und nach errichteten und bestand als -
Grenzdurchgangslager - bis zum 31. Oktober 1946. [95]
Das Grenzdurchgangslager Wiesau wurde vermutlich ab Anfang 1946
neu aufgebaut und bestand aus insgesamt 54 Holzbaracken. Hier
erfolgte von 25. Feb. bis 30. Okt. 1946 die Aufnahme und
Weiterleitung von
tschechischen Vertreibungstransporten der
Deutsch-Ethnischen Bevölkerung der Tschechoslowakei
(»Sudetendeutschen«) aus dem Sudetenland. [56], [95]
Im Jahr 1946 wurden im Grenzdurchgangslager Wiesau insgesamt
ca. 587.000 heimatvertriebene Menschen registriert und
betreut. [66]
[bearbeiten] Noch vorhandene Spuren
Die früheren 54 Holzbaracken im ehemaligen Grenzdurchgangslager
Wiesau stehen nicht mehr. [95] Informationen was
mit ihnen geschah sowie wann und wie das Lager aufgelöst wurde,
liegen derzeit nicht vor.
[bearbeiten] Archivmaterial
Laut [95] sind für das
Grenzdurchgangslager in Wiesau keine Zug- und Transportlisten mehr
vorhanden. Archivquellen oder weitere Materialien zu diesem GDL
sind derzeit nicht bekannt. Gegebenenfalls finden sich in der u.g.
Dokumentation für den Landkreis Tirschenreuth (siehe unten Literatur) diesbzgl.
weitere Angaben.
[bearbeiten] Durchgangs- und Massenlager Hof-Moschendorf
Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde die Stadt Hof aufgrund ihrer
geographischen Lage zu einer Art Auffangstation für Flüchtlinge und Evakuierte. In der
Stadt gab es 1945 zwei Lager: das Flüchtlingslager Hof Nord
(Kulmbacher Straße 62) und das Lager Hof-Moschendorf
(Wunsiedler Straße) sowie 13 weitere Notunterkünfte. Das
Durchgangs- und Massenlager Hof-Moschendorf, in der Stadt
Hof, Regierungsbezirk Oberfranken,
wurde im November 1945 als - Durchgangslager - aktiviert und
bestand als - Massenlager - bis April 1957. Der endgültige
Abbruch der Baracken in Hof-Moschendorf zog sich bis ins Frühjahr
1962 hin. [96]
"Das Lager Moschendorf wurde 1943 vom Luftgaukommando XII. als Barackenlager errichtet. Es waren Baracken für den Reichsarbeitsdienst und der SS. Auch Verschleppte aus Osteuropa, die man zu Zwangsarbeiten in der nahen Porzellanfabrik einsetzte, sollen hier zuerst untergebracht worden sein. Nach Kriegsende dienen die Baracken im Sommer 1945 als Entlassungslager für deutsche Kriegsgefangene. Auf die kurzzeitige Räumung im Herbst 1945 folgt Anfang November 1945 die Wiederbelegung des Lagers mit etwa 1.000 Ausgewiesenen, die bald in andere Teile Bayerns und in die russisch besetzte Zone weitergeleitet werden." (wörtlich zitiert nach: [96]) Das Lager Moschendorf wird von Februar bis Mai 1946 ausgebaut und vergrößert. Die Aufnahmekapazität dieses Massenlagers beträgt im Mai 1946 bis zu 5.000 Personen und das Lager Moschendorf war damit die größte Aufnahmeeinrichtung in Bayern nach dem Krieg. Zeitgenössische Zeitungsartikel titulierten damals, "Lager Moschendorf - ein Dorf für Flüchtlinge entsteht".
Bis Ende September 1950 wurden im Lager Hof-Moschendorf rund 600.000 Menschen betreut, die Flüchtlinge erhielten dort Unterkunft, Essen, Bekleidung, Fürsorgebetreuung und medizinische Versorgung (Arzt und Lagerapotheke). Es gab auch zahlreiche soziale Sondereinrichtungen, wie z.B.: [96]
- 2 Baracken mit 50 Betten als Krankenrevier
- 2 Baracken für alte und gebrechliche Flüchtlinge, die besonders betreut wurden
- ein Kindergarten in Verbindung mit Kinderhort
- ein Kinderheim für krankheitsgefährdete Kinder
- ein Mütterheim für Schwangere u. Entbundene
- für schulpflichtige Kinder wird Ende 1947 eine eigene Schule eingerichtet. Das letztes Schuljahr war das Jahr 1954/55
- in einer Baracke war ein Kirchenraum für katholische Heimatvertriebene untergebracht
Ende des Jahres 1953 lebten noch etwa 800 Menschen im Lager
Hof-Moschendorf und es schien kurz vor seiner Auflösung zu stehen.
Der ungebrochene Zustrom an Flüchtlingen aus der Deutschen Demokratischen Republik
(DDR) bremste jedoch die vollständige Auflösung des Lagers.
Erst im April 1957 wird das Lager Hof-Moschendorf
aufgelöst.
[bearbeiten] Noch vorhandene Spuren
Das Lager Hof-Moschendorf wurde im April 1957 aufgelöst
und der Abbruch der Baracken zog sich bis ins Frühjahr 1962 hin. Ob
die Baracken komplett zerstört oder verkauft wurden, wie es
teilweise in anderen Lagern geschah, ist derzeit unbekannt. Auf dem
Gelände des ehemaligen Durchgangs- und Massenlagers
Hof-Moschendorf steht heute das Werk der Textilgruppe
Hof.
Ein Denkmal in Hof-Moschendorf an der Wunsiedler Straße erinnert mit folgender Inschrift an das ehemalige Lager:
- Das Grenzdurchgangs- und Massenlager Moschendorf war hier 1945-1957 Tor zur Freiheit für Hunderttausende Deutsche Kriegsgefangene; Zivilgefangene und Vertriebene des 2. Weltkrieges, die aus den Weiten des Ostens kamen. Mahnen soll diese Stätte, die Gewalt zu verdammen, dem Hass zu entsagen, der Versöhnung zu dienen und den Frieden in Freiheit zu wahren. (wörtlich zitiert nach: [96])
[bearbeiten] Archivmaterial
Zum Lager Hof-Moschendorf sind im Stadtarchiv Hof
folgende Archivarien vorhanden: [97]
- Bestand C1, Verschiedene Behörden und verwandte
Einrichtungen, enthält C1/1: Verwaltung des Lagers
Hof-Moschendorf
- Geschäftsverteilungsplan und Stellenbesetzungsliste der Lagerverwaltung
- Pläne und Flächennachweise des Lagers
- Monatsberichte des Lagers
- Zeitungsausschnitte zum Lager 1947-1953
- Anmerkung zum Bestand C1/1: Der Akt scheint aus den Unterlagen des Grenzbeauftragten für das Flüchtlingswesen Hof zu stammen. Wie er in das Stadtarchiv Hof kam, ist unklar. Der Grenzbeauftragte für das Flüchtlingswesen war ein Organ der (staatlichen) Landesflüchtlingsverwaltung auf der Ebene der Flüchtlingskommissare und in der Verwaltungshierarchie der Flüchtlingsverwaltung unterhalb des Staatskommissars und der Regierungsflüchtlingskommissare angesiedelt. Diese Grenzkommissare oder Grenzbeauftragten, wie die Leiter dieser Flüchtlingsbehörden nach 1947 genannt wurden, sind vor allem in den zu den Ländern des Ostblocks grenznahen Lagern zur Aufnahme, Unterbringung, Betreuung und Weiterleitung des Flüchtlingsstroms eingesetzt worden. Die Unterlagen dieser Behörden befinden sich - ansonsten - im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München.
- Bestand A, der sich vorwiegend mit Verwaltungspersonalfragen
beschäftigt:
- die Monatsberichte des Lagers von 1952 bis 1954 (Nr. 1444).
- der Bericht von Erich Knothe: Das Heimatvertriebenenproblem der Stadt Hof, Bericht des Flüchtlingsamtes der Stadt Hof mit Anlagen (Bestand A, Nr. 37)
- das zeitgenössische Maschinenmanuskript von R. Bronder über "Das Grenzlager Hof-Moschendorf" (Bestand M, Nr. 123), in dem u.a. die Organisation und die Einrichtungen des Lagers sehr übersichtlich, knapp und dennoch detailliert dargestellt werden
- mehrere Ausgaben der Lagerzeitung "Mitteilungsblatt für das Lager Moschendorf"
- Bestand 0 36: "Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermisstenangehörigen (VdH) - Ortsverband Hof"
- Findbuchs O 36: einige im Anhang aufgeführte Musealien
- Bestand KK, Nr. 790 und 790a: Ein von Adolf Böhm gezeichneter Plan des Lagers Moschendorf
Zum Durchgangslager Hof-Moschendorf sind im
Bayerischen Hauptstaatsarchiv folgende Archivarien vorhanden:
[97]
- Bestand: Landesflüchtlingsverwaltung. Verschiedene Akten zu Personal, Verwaltung, Arbeitslage und inneren Zuständen des Lagers sowie auch einige Lagepläne und Bilddokumente vorhanden.
- Zur Stadt Hof sind zahlreiche Akten zu Industrie- und Gewerbebetrieben (vor allem im Zusammenhang mit Kreditvergaben), Flüchtlingslagern und Krankenhäusern, Wohnraumbedarf und Flüchtlingssituation überliefert. (Auskunft des BayHStA vom 25.8.2003, Az. im Stadtarchiv: 47-25-03).
Zur Geschichte des Lagers und weitere Literaturhinweisen dazu,
siehe auch das Buch In einer neuen Heimat. [Literatur],
[bearbeiten] Grenzdurchgangslager Piding
Das Grenzdurchgangslager Piding, lag im Ort Piding, Landkreis Berchtesgadener Land,
Regierungsbezirk Oberbayern in
der Nähe von Bad
Reichenhall und Freilassing. Vermutlich (?) wurde es erst um
1951 errichtet. Da laut [68] ab 1951
Flüchtlingstransporte aus Österreich und Jugoslawien über das bayerische
Grenzdurchgangslager Piding sowie das Lager
Schalding, anstatt über das Grenzdurchgangslager Furth
im Wald geleitet werden sollten. Genauere Details, ab wann und
wie lange das Lager bestand, wie viele Flüchtlinge hier registriert
wurden und vor allem woher diese kamen sind z.Zt. nicht bekannt
(und müssten hier noch ergänzt werden).
Laut Homepage der Gemeinde Piding (Geschichte) [98], sollen "nach
dem 2. Weltkrieg in Piding über 2 Millionen Flüchtlinge und
Heimatvertriebene aus ost- und südosteuropäischen Ländern im
Durchgangslager registriert und über die ganze Bundesrepublik
verteilt worden sein". Leider wird für diese Aussage keine
Quelle genannt.
Anmerkung:
Im Vergleich zu den oben genannten Gesamtzahlen für die
Grenzdurchgangslager Furth im Wald und
Wiesau, erscheint die
oben genannte Zahl für Piding sehr hoch und sollte durch
zusätzliche Quellenangaben noch weiter verifiziert
werden.
[bearbeiten] Noch vorhandene Spuren
[bearbeiten] Archivmaterial
[bearbeiten] Weitere Auffang- und Durchgangslager für Vertriebene und Flüchtlinge in Bayern
- Auffang- und Durchgangslager Schalding.
[bearbeiten] Weitere Grenzdurchgangslager in Deutschland
[bearbeiten] Quellenhinweise und Literatur
[bearbeiten] Benutzte Quellen
- [55] Schieder; Theodor (1957): Dokumentation der Vertreibung
der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa - Bd. 4:
Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei. - Bonn: Hrsg. vom Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und
Kriegsgeschädigte; XVI, 818 S. - [56] Sudetendeutsches Archiv (1995): Odsun: die Vertreibung
der Sudetendeutschen; Begleitband zur Ausstellung. - München:
Sudetendeutsches
Archiv, 548 S.: Ill., graph. Darst., Kt.; ISBN: 3-930626-08-X - [66] Schieder, Theodor (1960): The expulsion of the German
population from Czechoslovakia; A selection and transl. - Bonn
(Germany):
Federal Ministry for expellees, refugees and war victims; Vol. IV, Band IV., 1 and IV., 2; 579 p.; (Documents on the
expulsion of the Germans from Eastern-Central-Europe). Editor: Schieder, Theodor; Translated: Sausmarez, G. H. and associates - [68] Maier, Susanne (1999): Das Grenzdurchgangslager Furth im Wald 1946-57. - Stamsried: Vogel, 160 S.
- [85] Oltmer, Jochen (----): Deutsche Flüchtlinge und
Vertriebene. - In: Deutsche Migrationsgeschichte seit 1871,
Zwangswanderungen nach dem
Zweiten Weltkrieg , Bundeszentrale für politische Bildung. zit. nach:
http://www.bpb.de/themen/CNSEUC,1,0,Zwangswanderungen_nach_dem_Zweiten_Weltkrieg.html#art1 - [86] Neebe, Reinhard; Parisius, B.; Müller-Henning, M.;
Einführung - Vom Neubürger zum Mitbürger - Flüchtlinge und
Vertriebene in Hessen. - Marburg:
Digitale Ausstellung des Archiv Marburg. zit. nach:
http://www.digam.net/digam/thema.asp?lpt=124 und http://www.digam.net/digam/einfuehrung.asp?lput=620 - [87] Neebe, Reinhard; Parisius, B.; Müller-Henning, M.; 1.
Die Flucht und ihre Vorgeschichte. siehe: Flucht und Vertreibung
1945. - In:
Vom Neubürger zum Mitbürger - Flüchtlinge und Vertriebene in Hessen. - Marburg: Digitale Ausstellung des Archiv Marburg. zit. nach:
http://www.digam.net/digam/einfuehrung.asp?lput=619 - [90] Haus der Bayerischen Geschichte (2000): In Bayern
angekommen ... - Die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen
in Bayern nach 1945. -
Wanderausstellung des Haus der Bayerischen Geschichte. - zit. nach: http://www.hdbg.de/integration/de/index.htm 19.11.2005 - [91] Thränhardt Dietrich (----): 1. Die
Bevölkerungsverschiebungen des 20. Jahrhunderts. - In:
Bevölkerung - Handwörterbuch des politischen
Systems der Bundesrepublik. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. - zit. nach:
http://www.bpb.de/wissen/01663471275494053771781350961259,0,0,Bevölkerung.html - [92] Juris - BMJ (----): Verordnung über die Umsiedlung von
Heimatvertriebenen aus den Ländern Bayern, Niedersachsen und
Schleswig-Holstein
vom 29. November 1949 (Bundesgesetzbl. 1950, S. 4). - In: juris BMJ - Einzelnorm. - zit. nach:
http://bundesrecht.juris.de/_blg_1/BJNR007730950BJNE002400322.html - [93] Juris (----): Erstes Gesetz zur Überleitung von Lasten
und Deckungsmitteln auf den Bund, 28. November 1950, BGBI 1950,
773. - In:
Juris. - zit. nach: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/_blg_1/gesamt.pdf 19.11.2005 - [94] Sudetendeutsche Landsmannschaft, Ortsgruppe Kötzting
(----): Grenzdurchgangslager Furth im Wald - Weltgeschichte und
Baracken -
Sudetendeutsche Landsmannschaft plädiert für Erhaltung der Reste des Grenzdurchgangslagers. - zit. nach:
http://www.sudetendeutsche-cham.de/slkoetztinggrenzdurchgangslagerFurth.htm 19.11.2005 - [95] Heimatort Laubendorf im Schönhengstgau (2005): Die
ehemaligen bayerischen Grenzdurchgangslager Furth im Wald und
Wiesau/Oberpf.. -
zit. nach: http://www.beepworld.de/members65/prull-laubendorf/index.htm 19.11.2005 - [96] Radiesla, rot und scharf (2005): Grenzdurchgangslager
Hof-Moschendorf - ein Rückblick. - Hof: Radiesla, 3. Jg. 1/05.
zit. nach:
http://dfxnet.de/spd/hof-stadt/moschendorf/01_2005.pdf 19.11.2005 - [97] Stadtarchiv Hof (----): Archivbestand des Stadtarchiv
Hof zum Grenzdurchgangslager Hof-Moschendorf. - zit.
nach:
www.stadt-hof.de/hof_deu/ 32_armu/findbuecher/c1-publ.pdf 19.11.2005 - [98] Gemeinde Piding (----): Geschichte der Gemeinde Piding. - zit. nach: http://www.piding.de/frames/frame1.htm 19.11.2005
- [99] Endres, Rudolf (1999): Appendix I - Bavaria's fourth
tribe - Main features of the integration of refugees and
expellees. - In: Council
of Europe: European Teachers' Seminar, Migrations in the 20th century and their consequences - ways forward for
history lessons within a European context, Dillingen an der Donau, Germany, 1999. - zit. nach:
http://www.coe.int/T/E/Cultural_Co-operation/education/History_Teaching/History_in_the_20th_century/Topics_covered/Population_flows/b.migration-dillingen.asp#P547_63818
[bearbeiten] Weitere Literatur - Deutsch
- Bauer, Franz (1985): Aufnahme und Eingliederung der Vertriebenen. Das Beispiel Bayern 1945-1950. - In: Benz, Wolfgang (1985): Die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten. - Frankfurt am Main, 1985, Seite 158-172
- Prinz, Friedrich (1984): Integration und Neubeginn. Dokumentation über die Leistung des Freistaats Bayern und des Bundes zur Eingliederung der Wirtschaftsbetriebe der Vertriebenen und Flüchtlinge und deren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, Band 1: Texte und Anmerkungen, Band 2: Dokumente, München 1984
- Houswitschka, Herbert und Gunthild (1995): Dokumentation für den Landkreis Tirschenreuth. Die Integration der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg.
- Greim, Jürgen (1990): In einer neuen Heimat. - Hof, Hrsg. Landratsamt Hof, 1990, Seite 178-193.
- Wieser, Max (1985): Pidinger Heimatbuch, 1250 Jahre. - Piding: Verlag Plenk, Berchtesgaden 1985
[bearbeiten] Weitere Literatur - English
- De Zayas, Alfred Maurice (1977): Nemesis at Potsdam; The Anglo-Americans and the expulsion of the Germans. Background, execution, consequences. - London: Routledge & Kegan Paul, 268 S.
- Schieder, Theodor (1960): The expulsion of the German population from Czechoslovakia; A selection and transl. - Bonn (Germany): Federal Ministry for expellees, refugees and war victims; Vol. IV, Band IV., 1 and IV., 2; 579 p.; (Documents on the expulsion of the Germans from Eastern-Central-Europe). Editor: Schieder, Theodor; Translated: Sausmarez, G. H. and associates
- Gollancz, Victor (1946): Our Threatened Values. - London: Oktober 1946. - (In Deutsch: Gollancz, Victor (1947): Unser bedrohtes Erbe. - Zürich, Schweiz)
[bearbeiten] Weblinks
- Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit in Bayern (2003): Schülerwettbewerb 2003 - In Bayern angekommen - Flucht, Vertreibung und Integration der Deutschen aus dem Osten. - zit. nach: http://www.km.bayern.de/blz/web/wettbewerb2003/index2.html
- Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit in Bayern (2001/02): Schülerwettbewerb 2001/02 - 1000 Jahre Nachbarschaft. - zit. nach: http://www.stmuk.bayern.de/blz/web/wettbewerb2002/index.html
- Zeitgeschichte online: "Erinnerung an Flucht und
Vertreibung".
http://www.zeitgeschichte-online.de/md=Vertreibung-Inhalt - Bund der Vertriebenen: Dachverband der Vertriebenenorganisationen in Deutschland. http://www.bund-der-vertriebenen.de/
- The Unwanted: Internet-basiertes Lernprogramm zum Thema Umsiedlung, Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jhr.. - zit. nach: http://www.the-unwanted.com/
- Collegium Carolinum (München): Forschungsinstitut mit den Schwerpunkten Geschichte, Kultur und Politik Tschechiens und der Slowakei. http://www.collegium-carolinum.de/
- Ausstellung zum Comenius-Projekt des Paul-Klee-Gymnasiums, Augsburg
