Trakehnen

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Ostpreußenkarte um 1925
Prußische Stammesgebiete


Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen

Trakehnen liegt im prußischen Stammesgebiet Nadrauen.

Name

Der Name beschreibt eine bewohnbare Lichtung inmitten von Sumpfland.

  • prußisch-sudauisch "trakas" = Lichtung, Sumpfland, Sumpfniederung

vgl. dazu

  • litauisch "trakus" = urbar gemacht
  • "trakas" =
  • Rodung, Waldland, das nach einem Brand urbar gemacht wurde
  • Lichtung im Wald, Schneise
  • Gehau, Holzschlag im Walde
  • hochgelegene, trockene Wiese mit vereinzeltem Gesträuch

Brandzeichen

Kgl. Stutamt Trakehnen

Politische Einteilung/Zugehörigkeit

Kirchen

Kirchliche Zugehörigkeit

Kirchhöfe/Friedhöfe

Geschichte

  • 1726-1732 ließ König Friedr. Wilhelm I. östlich von Gumbinnen eine ausgedehnte, von der Pissa und der Rudup durchflossenen Niederung durch einen 7 km langen Kanal entwässern und die benachbarten Domänenvorwerke so herrichten, dass die vorher zerstreuten Gestütsabteilungen der Staatsdomänen 1732 im »Kgl. Stutamt Trakehnen« zu einheitlicher Zucht zusammengefaßt werden konnten.
  • Trakehnen war ursprünglich als Hofgestüt gedacht, um dem Marstall in Berlin Wagen- und Reitpferde zu liefern. Der mit der Aufsicht über das Stutamt betreute Kammerpräsident v. Domhardt (1746-1780) machte Trakehnen durch Abgabe entbehrlicher Hengste und Stuten an Züchter im Lande, besonders aber durch Angliederung eines Landgestütes 1779 der einheimischen Pferdezucht nutzbar.
  • Oberlandstallmeister Graf Karl Lindenau wählte 1787 die siebenzackige Elchschaufel als Brandzeichen. *Das angegliederte Landgestüt wurde zum »Litauischen Landgestüt« mit mehreren Marställen in der Provinz erweitert. Aus ihnen gingen die seit 1877 selbständigen Landgestüte hervor.
  • Unter dem vielseitigen, bedeutenden Landstallmeister F. W. v. Burgsdorf (1814-1842) wurden u. a. die Remontedepots geschaffen, so daß ab 1832 die Armee aus heimischer Zucht voll versorgt werden konnte. Im Laufe der Zeit entstanden in Trakehnen für die Aufzucht und Auslese mustergültige Einrichtungen.
  • Nach Vorläufern erschien 1878 der Band I des Stutbuches des Hauptgestütes Trakehnen.
  • 1911 war das erste v.d.Goltz-Querfeldeinrennen in Trakehnen abgehalten worden, aus dem sich nach dem Bau fester Anlagen ein alljährlicher Renntag im Rahmen der vom Insterburger Rennverein durchgeführten »Großen ostpreußischen Turnierwoche« entwickelte.
  • In Zwion schuf man als erste derartige Einrichtung 1926 unweit von Georgenburg eine Hengstprüfungsanstalt, für die als Beschäler vorgesehenen Junghengste.
  • Am 17. Oktober 1944 kam für Trakehnen überstürzt der Räumungsbefehl.
  • Die nach Mitteldeutschland verladenen Gestütsabteilungen fielen später in russische Hand, während mit den im winterlichen Treck 1944/1945 geretteten Zuchtpferden neu begonnen und die 1888 gegründete Ostpreußische Stutbuchgesellschaft für Warmblut Trakehner Abstammung als »Trakehner Verband« im Westen anerkannt wurde. *Eigene Gestüte u. a. in Hunnesrück und Neuhaus im Solling sowie in Schmoel und Rantzau in Holstein sorgen für reine Weiterzucht.
  • Quelle: [1] (Ostpreussenforum)

Archive, Bibliotheken

Genealogische und historische Quellen

Kirchenbücher

Literatur

  • "Wenn wir schon mit unseren Gedanken bis Insterburg kamen, so wäre es eine große Unterlassungssünde, nicht auch dem "Heiligtum der Pferde", wie der Dichter Rudolf G. Binding es mit Recht nennt, unseren Besuch zu machen.
  • Trakehnen ist uns räumlich ebenso unerreichbar wie Insterburg, weil zur Zeit die Sowjets da sind und keinen hineinlassen. Die Sowjets sind sehr mächtig, doch nicht so mächtig, um den Begriff "Trakehnen" einfach auszulöschen; mit ihren Worten gesagt, zu liquidieren.
  • Über das Fortleben von Trakehnen haben außer Dr. Fritz Schilke und anderen tatkräftigen Hippologen die herrlichen Tiere selbst gesorgt; sie haben ein Erbgut bewahrt, mit dem auch der ehemalige Landstallmeister Graf Lehndorff zufrieden gewesen wäre.
  • Wenn uns jemand über Trakehnen, wie es damals war, berichten kann, dann ist es Dr. Hans Graf Lehndorff, der Sohn dieses ehemaligen Landstallmeisters.
  • Den meisten wird er ein Begriff sein als Autor des "Ostpreußischen Tagebuchs", eines erschütternden Berichts über die Leidenszeit von Ostpreußen unter der Schreckensherrschaft der Sowjets 1945 bis 1947, während der Hans Lehndorff sich als Arzt in Königsberg einsetzte ..."
  • Botho von Berg: Mit Trakehnern fing alles an, Ostpreußisches Mosaik Band V, Leer/Ostfriesland 1976, S. 56, ISBN 3-7921-0173-4





Grundbücher, Steuerverzeichnisse, Gerichtsbücher u. Sonstiges

Persönlichkeiten

Vereine

Zufallsfunde

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung SZOOJEKO14FN
Name
  • Trakehnen Quelle Landgemeinde 35.183 (deu)
  • Divnoe (1946 -) (eng)
  • Дивное (1946 -) Quelle S. 60 (rus)
  • Diwnoe (1946 -) (deu)
Typ
  • Landgemeinde (- 1935-03-31) Quelle
  • Gemeinde (1935-04-01 - 1945) Quelle
  • Wohnplatz (1945 -)
Einwohner
Postleitzahl
  • RUS-238020 (1993)
w-Nummer
  • 50233
Karte

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Enzuhnen (1907) ( Pfarrei ) Quelle S. 290/291

Tilsit, Tilsit (Maria Himmelfahrt) (1907) ( Pfarrei ) Quelle S. 290/291

Stallupönen, Ebenrode (- 1945) ( Kreis Landkreis ) Quelle

Tschkalowskij Dorfsowjet, Чкаловский сельский Совет (1993) ( Dorfrat ) Quelle

Persönliche Werkzeuge