Plaschken

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Die Kirche in Plaschken soll abgerissen werden!

Es wäre sehr schade, wenn die Kirche, die zwei Weltkriege und die sowjetische Zeit überlebt hat, nun abgerissen würde...

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Hierarchie

Regional > Litauen > Plaschken Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Tilsit > Plaschken

Kirchruine in Plaschken (2011)


Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Plaschken, bis 1835 Kreis Niederung, (1836-1920) Kreis Tilsit, Ostpreußen; (1920-1939) Kreis Pogegen; (1939-1945) Kreis Heydekrug


Name

Ansichtskarte aus Plaschken

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der Name weist auf Fischerei.

  • preußisch-litauisch „plaškinis“ = eine bestimmte Art Fischernetz


Allgemeine Information

  • 1818 Kirchdorf, 33 Feuerstellen, 247 Seelen[3]
  • Kirchdorf, nördlich der Jäge gelegen, 1939: 466 Einwohner[4]


Politische Einteilung

1818: Plaschken incl. Karalischken, Domaine Winge, Kreis Niederung[5]
Nach 1818 kommt Müllerischken zu Plaschken.[6]
1.1.1836: Das Kirchspiel Plaschken kommt vom Kreis Niederung an den Kreis Tilsit[7]
1.5.1939: Name der neuen Gemeinde: Plaschken; Die neue Gemeinde ist gebildet worden aus den bisherigen Gemeinden: Plaschken, Leitwarren, Schunellen, Warrischken, Deutsch Pillwarren und dem Gut Pillwarren. [8]

1.10.1939: Plaschken kommt zum Kreis Heydekrug. [9]


Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit

Kirche von Plaschken

Evangelische Kirche

Plaschken ist seit 1695 Kirchspiel.

Zugehörige Ortschaften

Zum Kirchspiel Plaschken gehörten 1818 folgende Ortschaften (damals lag das Kirchspiel im Kreis Niederung):

Plaschken incl. Karalischken, Kutzen, Deutsch Pillwarren, Brantischken, Pillwarren, Litthauisch Pillwarren, Leutwarren, Warrischken, Alt-Kartzewischken, Pageldienen, Schunnehlen, Müllerischken, Groß Bersteningken, Klein Bersteningken, Pleine, Papleine, Neu-Kartzewischken, Torfgenung, Grandeningken, Galsdun Jonaten (Jonaten), Jurge Szubien (Jebeszen), Schauditten, Uszpelken, Kubsteningken, Bruchhöfen, Heydeberg, Juszka Spötzen (Spötzen), Neu-Szemkehmen, Alt-Szemkehmen, Juszka Budwethen (Strillen), John Kugeleit (Kugehlen), Jacob Titzkus (Weidszenten), Schillgallen, Grünheide, Stonischken, Schillgallen (adelig)[10]

Kirche Plaschken

Zum Kirchspiel Plaschken gehörten 1912 folgende Ortschaften (Kreis Tilsit):

Alt Karzewischken, Bruchhöfen, Deutsch Pillwarren, Galsdon Joneiten, Groß Bersteningken, Klein Bersteningken, Klein Karzewischken, Kubsteningken, Lasdehnen (Kr.Tilsit) Anteil, Leitwarren, Mädewald, Ostradirwen, Pakamonen, Pageldienen, Perwalkischken, Pillwarren Gut, Plaschken, Pleikischken, Pleine, Schauditten, Schunellen, Swareitkehmen, Szameitkehmen, Uszpelken, Warrischken, Werszenhof.

Vor 1870 gehörten auch folgende Ortschaften des Kirchspieles Rucken zum Kirchspiel Plaschken:

Grünheide, Kowgirren, Schillgallen.

Kirchenbücher

Die Kirchenbücher von Plaschken sind fast nur noch als Verfilmungen des Reichsippenamtes erhalten, die heute in Leipzig lagern (Sächsisches Staatsarchiv Leipzig). Von den Originalen sind fast alle verschollen, nur die letzten Jahrgänge sind in Berlin erhalten (Evangelisches Zentralarchiv Berlin). Verfilmungen sind auch bei den "Mormonen" vorhanden.

  • Taufen 1709-1818, 1857-1875, in Berlin: 1931-1944
  • Heiraten 1709-1815, in Berlin: 1935-1944
  • Sterbefälle 1709-1815, 1840-1875, in Berlin: 1924-1944
  • Konfirmationen in Berlin: 1911-1941 (also Geburtenjahrgänge um 1897-1927)

siehe auch: Ostpreußen/Genealogische Quellen/Kirchbuchbestände Kreis Pogegen


Außerdem gibt es ein Plaschker Taufbuch mit Kirchspielfremden: 1774-1868, in denen u.a. folgende Ortschaften auftauchen: Baltruschkehmen, Jodlauken, Kampinnischken/Campinischken, Klein Moswethen, Kowgirren, Lappiniszken, Lasdehnen (Kr.Tilsit), Maszeiten, Nelamischken, Perwalkischken, Raisgen, Rucken, Schanzenkrug, Spingen, Stonischken, Suitkaten, Swareitkehmen, Szameitkehmen.

Konfirmandengruppe (1932)
2. R. v. unten: 2. v. re. sitzend: Margarete Krüger
Die Namen der Konfirmanden schrieb Margarete Krüger auf die Rückseite des Fotos
Konfirmanden vor der Plaschker Kirche (1938)
Obere Reihe: 3. v. re.: Kurt Peldszus aus Galsdon Joneiten
Zweite Reihe v. u.: 1. v. li.: Waltraud Schmidt aus Pleine


  • Kennt jemand noch weitere Personen auf diesen Fotos?


Posaunenchor in Plaschken. Der Dirigent und Chorleiter ist Franz Kausch. Unter seinem Chorleiter erreichte der Chor ein beachtliches Niveau. Zu allen kirchlichen Festen des Memellandes wurde er von Posaunenpfarrer Schernus, Memel, herangezogen. Im Hintergrund die Kirche von Plaschken, ca. Ende der 1920er / Anfang der 1930er Jahre.
Das Pfarrhaus in Plaschken (Foto aufgenommen von Kurt Peldszus 1993)


Der Pastor Gustav Butkewitsch schreibt am 11.10.1960:

Lieber Landsmann Kausch!

...habe ich die Freude und die Ehre Sie zu Ihrem siebzigsten Geburtstag sehr herzlich zu grüßen und Ihnen Gottes reichsten Segen für Ihren Lebensabend zu wünschen!
Gern erinnern wir uns ihres Dienstes als Leiter des Plaschker Posaunenchores! Das Wort Gottes wurde zu allen Zeiten in der Menschheitsgeschichte auf manigfache Weise verkündet und zum Lobe unseres Gottes durften und dürfen wir mit allen technischen Mitteln singen, jubilieren und musizieren. So waren Sie denn auch Prediger des Evangeliums mit Posaunenklang in unserer lieben Plaschker Gemeinde,...
Der Unterzeichnete erinnert sich auch gern Ihres Dienstes in der Gemeinde Plaschken, wo er einige Jahre seine Heimat gefunden hatte als Pflegesohn des unvergessenen Pfarrers Martin Lokies, der schon in der Ewigkeit ist. Ich grüße Sie lieber Landsmann Kausch im Auftrage unseres Herrn Generalsuperintendenten Obereigner mit den Worten: Psalm 150.

Geschichte der evangelische Kirchengeschichte


Standesamt

Plaschken gehörte 1888 zum Standesamt Plaschken.

Friedhof

Bewohner

Genealogische und historische Quellen

Genealogische Quellen

Grabsteine



Geschichte

Die erste Verschreibung über eine wüste Hufe war 1639 für Georg Kalau zu kölmischen Rechten gegen 100 Mark Kaufgeld und 10 Mark Zins jährlich. (Nach Kopp: Geschichte des Kreises Tilsit, 1918)

Die Kultivierung des Landes schritt zügig voran, wurde aber durch die ausgebrochene Pest fast zerstört. Von den vor der Pest angesiedelten zwölf Bauern sind von fünf Bauern wenigstens Familienangehörige am Leben geblieben; einige sind vielleicht auch in andere Dörfer gezogen. Drei Bauern sind neu hinzugekommen.

Die Neubesiedelung von Preußisch-Litthauen ist dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I zu verdanken. Er warb in ganz Deutschland und in den Nachbarländern Bauern und Handwerker an, um sie hier anzusiedeln. Dazu wurden in den Ämtern Kommissionen gebildet, die das Land neu verteilten. Das Ergebnis ist zusammengefasst in der "General-Tabelle von Amtsbauern und Kölmer im nördlichen Ostpreußen um 1736 nach der Repeuplierung des Distrikts Litauens" von Kenkel.
In der Generaltabelle werden Aussagen gemacht "von denen im Litthauischen Department bis ult. Juni 1736 auf Huben angesetzte Salzburger, Schweitzer, Nassauer und anderen Teutschen, wie auch Litthauern, wie viele davon gute oder schlechte Wirte seyen". Der Winger Amtsmann hatte alle Plaschker Wirte als gute Wirte beurteilt.

Die Amtsbauern waren verpflichtet, an 3 bis 4 Tagen in der Woche auf den Domänen zu arbeiten, erst danach konnten sie ihr Land bestellen. Gewiss gab es auf den Dörfern auch Losleute, die sind aber nirgens erfasst.

Fischmeister Grunau übernahm 1739 den sogenannten Fährkrug, die Fähre und eine Hufe Wiesen für 38 Taler Kaufgeld. Bei den Wolfsjagden hatte er Leute zu stellen. Den anderen Krug besaß im selben Jahr Johann Christoph Behrendt. 1832 waren hier die Eheleute Engels. 1749 wohnten in Plaschken vier Ußpelkatis.

Nach Goldbecks Topographie war Plaschken 1785 ein königliches Bauerndorf an der Jäge mit einer Kirche und 32 Haushalten im Amtsbezirk Winge.

Plaschken gliedert sich in ein Ober- und Unterdorf. Letzteres lag an der Jäge und blieb vom Hochwasser nicht verschont. Über der Jäge waren die Lankawiesen, die ihre Fruchtbarkeit von den jährlichen Überschwemmungen erhielten. Um zu ihnen und zu den Wiesendörfern zu kommen, musste eine Wagenfähre benutzt werden. Später wurde diese durch eine Holzbrücke ersetzt. In die Jäge rammte man starke Eichenpfähle und darüber lagen dicke Bohlen. Für jede Überfahrt musste ein Brückengeld entrichtet werden. In der Saison der Heuernte, im Sommer und im Herbst, war das gewiß lohnend. Doch in der übrigen Jahreszeit sicher ein Zusatzgeschäft, musste doch tagsüber ein Kassierer gestellt werden. Darum wurde das Kassieren nach dem 1. Weltkrieg bald eingestellt. Bei Hochwasser mussten die Brückenbohlen abmontiert werden. Kam das Wasser plötzlich über Nacht, wurde die gaze Brücke von den Fluten fortgetragen. Dann setzte eine harte Arbeit ein, sie wieder zurück an Land zu bringen. Es wurden daher anfangs der dreißiger Jahre die Eichenpfähle um einen Meter gekürzt und die Bohlen fest verankert. Jetzt brauchte nur das Geländer abgenommen zu werden.
Von der Landstraße Memel-Tilsit wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Ortsgrenze Groß Bersteningken eine 3 km lange Stichstraße nach Plaschken gebaut. Da die untere Dorfstraße schon bei mäßig hohem Wasserstand unpassierbar wurde, ist sie 1910 so weit erhöht worden, dass sie bei mittlerem Hochwasser noch befahrbar blieb.
Von wirtschaftlicher Bedeutung waren die Märkte. Freitags fand der Wochenmarkt statt. Es wurden Eier, Butter, Geflügel und Ferkel verkauft. Angeboten wurden Fleischwaren, Käse , Brot, Fische und Obst. Man konnte auch Weidenkörbe, Holzharken, Haushaltsgeschirr und weitere Waren für die Landwirtschaft kaufen. Bei Hochwasser war der Marktplatz überflutet, der Wochenmarkt wurde dann zum Anger im oberen Dorfteil verlegt.
Durch Baggerungen war die Jäge bis zur Brücke schiffbar gemacht worden. Es kamen Reisekähne mit Kies, Ziegel, Rohr zum Dachdecken, und natürlich brachten sie auch den Stint hierher. Passagierdampfer wurden für Ausflüge nach Nidden oder Schwarzort gechartert. Viermal im Jahr waren Vieh- und Pferdemärkte und zwar im Februar, Mai, August und November. Die Bauern handelten kräftig, um den Preis zu drücken. War man sich einig, wurde der Kauf mit Handschlag besiegelt und man ging zum Umtrunk in die Gastwirtschaft. Im Mai war ein Kramermarkt angeschlossen. Für die Jugend standen eine Schiffsschaukel und ein Kettenkarusell zur Verfügung.
1909 wurde eine Raiffeisenkasse in Plaschken eingerichtet. Um das Gesundheitswesen bemühten sich Dr. med. Ruth Nagel und dann Dr. med. Karl Meyer. Eine Gemeindeschwester kümmerte sich ebenfalls um Kranke und Alte.
Um die Lankawiesen im oberen Lauf der Jäge zu entwässern wurde 1930 ein 10 m breiter Kanal gegraben. Er nahm das Wasser von Wilke, Kammon und Medszuck auf und endet dort, wo die Jäge einen geraden Lauf bekommt. Kostenaufwand 2 Millionen Litas (1 Litas = 0,24 RM). Von der Brücke, einen Kilometer flußabwärts, stand früher die Bauernbrücke. Sie ist in den dreißiger Jahren abmontiert und durch eine Wagenfähre ersetzt worden.

Bis nach dem 1. Weltkrieg hatte Plaschken ein Postamt, danach war es nur eine Agentur des Postamtes Stonischken. Die Agentur leitete Frau Gawehn, Potzas und dann Frau Wohlgemuth. Die letzten Briefträger waren Richard Woska (im Kriegseinsatz), Fritz Kellweries, Otto Lehnert und Willy Bendig.
Ab 1936 zogen Heinrich Swars und Wilhelm August mit ihrem Wanderkino durch die Orte. Elektrischen Strom erzeugten sie mittels Motor und Dynamo selbst.

Die Gemeinde Plaschken hatte zwei Friedhöfe. Auf dem Friedhof um die Kirche fanden hauptsächlich Verstorbene aus dem unteren Dorfteil ihre letzte Ruhestätte, während die aus dem oberen Dorfteil auf dem Karalischker Friedhof beerdigt wurden; dieser lag in einem Wäldchen am Landweg nach Pageldienen.

Im Oktober 1944 schlug auch für die Plaschker die Abschiedsstunde. Sie wohnen im Restdeutschland weit verstreut.
Vollständige Räumung des Orts am 09.10.1944 in Richtung Süden mit Fuhrwerken und Kähnen nach Pokraken. Von dort nach Liebenfelde, Kr. Labiau. Später kehrten ca. 30 Personen nach Plaschken zurück; später tw. nach Sibirien verschleppt. Ca. 10 Personen starben auf der Flucht bzw. wurden erschossen. 1945 Einrichtung eines Sammellagers für Deutsche in Matzicken.
Am 11.10.1944 Einmarsch der Russen in Plaschken mit Panzern.
Besetzung des Orts am 20.10.1944 durch sowjetische Truppen.
50 % des nördlichen Dorfs wurden dabei zerstört.

Plaschken lag von Oktober 1944 bis Januar 1945 im Frontgebiet und wurde mit Granaten beschossen.
Eine Reihe von Häusern wurde beschädigt oder niedergebrannt. Danach wurde das Dorf von den Sowjets völlig verändert, selbst die Felder wurden zu großen Ackerflächen umgewandelt. Die Kirche wurde zum Speicher degradiert. Der stark lädierte Turm hat 1969 seine Spitze verloren, während eines heftigen Sturms ist sie heruntergefallen. Der Kirchhof wurde einplaniert und von Lastwagen befahren.
Anstelle des Winklerschen Hauses wurde ein Achtfamilienhaus erbaut. Auf Jagst und Kleins Grundstücken, die Gebäude waren abgebrannt, kamen Baracken für Arbeiter. Große Viehställe wurden auf Grobers Land gebaut. Zur Streu wurde Sand verwendet, dazu wurde auch der Karalischker Friedhof abgetragen. Eine neue Kiesstraße führt von Stonischken (Geschäft Schlaefert) über Plaschken, 100 m nördlich Swars Hof, entlang des Strohms bis nach Russ. Darauf verkehrten auch Linienbusse. Die Jäge war oberhalb der Brücke bereits so versandet, dass man sie im Sommer fast trockenen Fußes durchwaten konnte.
Die Lankawiesen wurden von Sowchosen gemäht und das Gras zu Silofutter verarbeitet. Plaschken und Pleikischken wurden der Sowchose Stonischken unterstellt, während Pageldienen und Pleine der Sowchose Szameitkehmen angehörten. Die Bewohner fuhren zum Einkaufen nach Pogegen, Tilsit, Tauroggen oder gar nach Memel. Dorthin fuhren täglich Linienomnibusse. Quelle: Richard Taudien, Memeler Dampfboot Nr.5 - Mai 1985

Frühling um 1930 von Adelheid Raque-Nutall

Plaschken 1960

Plaschken und Pleine - Gegenwart und Erinnerung


Standesamt

Standesamtsregister

Die Standesamtsregister von Plaschken sind verschollen.


Memeler Dampfboot vom 02.02.1933

Standesamtliche Nachrichten Plaschken

Im Jahre 1932 waren 15 Eheschließungen (im Jahre 1931 waren ebenfalls15), 26 (29) Geburten, 21 (28) Sterbefälle.



Verwaltung

In Preußen trat 1874 eine neue Kommunalverordnung in Kraft. Es wurden Amts-Gemeindevorsteher und Standesbeamte eingesetzt.

Amtsvorsteher

  • Bis 1915 (?) Massalski aus Mädewald
  • Bis etwa 1921 Zogeiser
  • 1922-1938 Hermann Kroll
  • 1939-1938 Alfred Schakat

Danach ging dieses Amt auf den Ortrsgruppenleiter in Mädewald über: Daumann - bis zu seinem Eintritt in die Wehrmacht. Sein Stellvertreter war Lehrer Elmenthaler[11] in Szameitkehmen.

Standesbeamte

  • Bis 1915 (?) Massalski
  • Bis 1924 Emil Reinecker
  • 1924-1938 Hermann Kroll
  • Danach Alfred Schakat, Stellvertreterin war Olga Kroll

Gemeindevorsteher

Botschatzki, Zimmermann, Georg Koschubs, Michael Swars, Emil Gilde und ab 1939 Max Petereit als Bürgermeister

Polizei

Drei Plaschker Wachtmeister ließen sich erst nach dem 1. Weltkrieg ermitteln.

  • 1920-1925 Hans Paulat
  • 1925-1935 Szelies
  • Bis 1944 Rooeszies


Fotos

Kirche Plaschken und Kirchhof

Kirche Plaschken (2010)
Kirche Plaschken (2010)
Kirche Plaschken (2010)
Kirche Plaschken (2010)
Helga Zschage und Gerhard Walter in der Kirche (2010)
Innenansicht der Kirche Plaschken (2012)
Der Altar in der Kirche von Plaschken (2012)
Störche auf der Kirche Plaschken (2010)
Grab nahe bei der Kirche (2010)
Grab Pfarrer zu Plaschken Robert Hitzigrath (2011)

In der Nähe der Kirche von Plaschken

Ehemalige Schule mit Hochwasserstandsmesser, s. unter Fahne (2010)
Ehemaliger Kirchkrug nahe bei der Kirche (2010)
Idylle in Plaschken an der Jäge (2010)

Weitere Impressionen aus Plaschken

Mehr Fotos aus Plaschken auf einer eigenen Seite


Verschiedenes

Memeler Dampfboot

  • 2010 Nr. 2: Bericht von Bernd Dauskardt:

Plaschken - vom Untergang eines memelländischen Kirchspieldorfes

Geht man heute durch die Wege und Gassen des Kirchspieldorfes Plaschken, meint man, die Zeit scheint hier still zu stehen. Eine unheimliche Ruhe lastet auf dem Besucher, unterbrochen hin und wieder von einem Hahnenschrei. Irmgard Gerullis ist die einzige Deutsche, die dort noch lebt. Sie wurde durch den Krieg von Gaidellen hierher verschlagen. Es tut gut, mal wieder deutsche Laute zu hören: „Mein Gott, wo kommst du denn her?"

Das ganze Drama des Niedergangs von Plaschken macht sich an der Kirche bemerkbar: Sie ist nur noch eine Ruine (s. Foto). Es ist eine Frage der Zeit, bis alles zusammenfällt. Ein Wunder, dass bei den von mir veranlassten Gottesdiensten in den letzten Jahren uns die Decke nicht auf den Kopf fiel. Es regnete ständig durch, und wir sangen auf Deutsch und Litauisch kräftig „Eine feste Burg ist unser Gott". Bei Regenwetter muss man riesige Pfützen durchwaten; keine Kirchenglocke empfängt einen. Dafür flattern im Innenraum verwilderte Tauben in großen Runden, als Abgesandte des Heiligen Geistes. Im Ort habe ich kein intaktes Haus gefunden, sondern nur kleine Häuschen, die man als Bruchbuden bezeichnen muss. Ein Laden - so wie man diese heute dort vorfindet - hält reichlich Konserven und Flaschen (Alkohol) im Angebot. Vor der Tür lungern Gestalten, die schon einmal hastig einen Schluck aus der Flasche nehmen. Ein Trauerspiel, wenn man bedenkt, was Plaschken früher einmal war.

Die Kirchengemeinde Plaschken wurde 1695 gegründet, nachdem sie vorher größtenteils in Kaukehmen/Kuckerneese eingepfarrt war. Der Grundstein zur ersten Kirche wurde 1696 gelegt. Bis 1831 hatte das Kirchspiel 42 Ortschaften und Güter; einige Dörfer musste Plaschken später an neu gegründete Kirchengemeinden (Wieszen und Rucken) abgeben. Zuletzt umfasste das Kirchspiel Plaschken noch 25 Dörfer bzw. Güter. Über die Reihe der tätig gewesenen Pfarrer gibt es gesicherte Unterlagen. Sie reichen von Johann Daniel Reimann (1696-1697) bis Martin Kibelka (1943-1944). Am Erntedankgottesdienst, dem 1. Oktober 1944, hielt er den letzten deutschen Gottesdienst.

Eine zweite Kirche wurde 1736/37 erbaut. Weil ihre ursprüngliche Größe nicht mehr genügte, wurde bis Juli 1900 eine dritte Kirche im romanischen Stil erbaut und eingeweiht. Von der Feier existiert noch ein Foto, und diese Kirche besteht heute noch als Ruine. Gerüchteweise habe ich von meinen Landsleuten aus dem Memelland erfahren, dass die Litauer die Kirche wieder neu eindecken wollen, was völlig unrealistisch ist: Wer soll das bezahlen? Ich habe darüber mehrfach im Memeler Dampfboot berichtet.

Die Plaschker Niederung war einst einer der reichsten Teile des Memellandes, und Plaschken war das Tor zu diesem Teil der Niederung. Tausende von Hektaren bester Wiesen breiten sich im Umland aus. Auf dem Foto (s. kommende Seite) spiegelt sich die Kirche bei Überschwemmung in der Jäge, einem Nebenfluss des Russ-Stromes. Es herrschte „Schaktarp". Links der Kirche ist das Pastorenhaus, rechts davon die Schule zu sehen. Beide Gebäude stehen noch. Neben der dreiklassigen Schule gab es im Ort fünf gut gehende Gastwirtschaften, mehrere Kolonialwarengeschäfte, eine Drogerie, ein Textilgeschäft und eine Käserei. Durch die Vieh- und Pferdemärkte gewann Plaschken eine besondere Bedeutung als Zentrum der ganzen Umgebung. Die Pferdezucht hatte in der Gegend eine Hochburg. Ähnlich guten Ruf genoss die Rinderzucht. Gut Perwallkischken (Weiß) 100 Stück Rinder, Pillwarren (Franz) 70, Warrischken (Hellwig) 60, Schunellen (Beinert) 50. Darüber hinaus stimmte die Infrastruktur des Dorfes: Raiffeisenkasse, zwei Ärzte, eine Gemeindeschwester, eine Agentur des Postamtes Stonischken, ein Bäcker, ein Fleischer, ein Gerber, eine Motormühle, eine Schmiede, zwei Schneider, zwei Schuhmacher, zwei Stellmacher, ein Tischler, ein Omnibusbetrieb: Man konnte in Plaschken und Umgebung alles bekommen bzw. kaufen, und jeden Freitag war Markttag.

Der letzte Bürgermeister war Max Petereit, der letzte Polizist Roeszies. Plaschken gliederte sich in Ober- und Unterdorf. Letzteres lag an der Jäge und wurde vom Hochwasser nicht verschont. Die Gemeinde hatte zwei Friedhöfe. Auf dem Friedhof um die Kirche fanden hauptsächlich Verstorbene aus dem unteren Teil ihre letzte Ruhestätte. Auf dem oberen Teil lag der „Karalischker Friedhof". Einige alte Eisenkreuze stehen heute noch krumm und schief oder sind ganz umgefallen. Niemand kümmert sich darum. Im Oktober 1944 wurde Plaschken Frontgebiet; Kirche und Häuser wurden von Granaten getroffen. Heutzutage liegt die Landwirtschaft danieder; riesige Flächen haben einen steppenartigen Charakter.

Meine Recherchen zu diesem Beitrag fußen auf den Berichten des Heimatforschers Richard Taudien, der aus dem Kirchspiel Plaschken stammte. Aufzeichnungen des Lehrers H. Septinus runden meinen Bericht ab. Einige Forschungen vor Ort habe ich nach der Wende im Ostblock ab 1993 selbst vorgenommen. Dazu fühlte ich mich als Nachfahre einer memelländischen Bauernfamilie aus diesem Teil der Heimat verpflichtet. Ich habe diesen Bericht mit Wehmut geschrieben, denn das Land der Ahnen ist unwiederbringlich untergegangen.

Abschließend eine Feststellung, die jeder historischen Nachprüfung standhält: Immer wieder liest man in der litauischen Propaganda, dass die Preußen die litauische Sprache unterdrückt hätten. Dabei ist das Gegenteil der Fall! Das Litauische wurde in Zeiten der russischen Besetzung Litauens dort unterdrückt, und es waren immer wieder Deutsche, die sich in romantischer Schwärmerei der litauischen Sprache widmeten und diese vor dem Vergessen bewahrten. Schließlich war es auch das preußische Herrscherhaus, das den litauischen Einwanderern in Ostpreußen Unterweisung und Predigt in ihrer Muttersprache durch Lehrer und Pfarrer sicherte. In Plaschken war es so, dass sich bis zum Ersten Weltkrieg die deutsche und die litauische Gemeinde in etwa die Waage hielten. Bei besonderen Anlässen und Festlichkeiten war der Besuch auch aus den entferntesten Dörfern stark, und dann war sogar der litauische Gottesdienst besser besucht. Das änderte sich jedoch, als das Memelland von den Litauern besetzt wurde. Die Großlitauer verstanden es, sich durch Intoleranz und Überheblichkeit so unbeliebt zu machen, dass viele aus einem gesunden Gefühl der Abwehr heraus den deutschen Gottesdiensten den Vorzug gaben.

  • 28.08.1936

Kreis Pogegen Vieh-und Pferdemarkt in Plaschken
Der Vieh-und Pferdemarkt in Plaschken am Mittwoch zeigte einen verhältnismäßig starken Auftrieb. Es waren vielleicht über 40 Kühe und 80 Pferde zum Verkauf gestellt. Die Geschäfte wickelten sich jedoch nur in geringem Umfange ab. Im einzelnen galten folgende Preise: Junge, hochtragende Kühe 200 bis 300 Lit, abgekalbte gute Kühe 150 bis 200 Lit, ältere Milchkühe 120 bis 150 Lit, Schlachtvieh in gutem Futterzustande brachte 100 bis 200 Lit, je nach Schwere. Einjährige Schlachtbullen wurden um 100 Lit bezahlt. Auf dem Pferdemarkt bezahlte man für gute volljährige Arbeitspferde 350 bis 600 Lit, für ältere Arbeitspferde 150 bis 300 Lit, für alte Pferde 60 bis 180 Lit. Dreijährige gute Arbeitspferde bezahlte man mit 300 bis 500 Lit und Jährlinge mit etwa 200 Lit. Kunter im Alter von 2 bis 3 Jahren wurden mit 250 bis 450 Lit bezahlt. Schon in den frühen Vormittagsstunden begann der Tauschhandel. Der Markt wurde erst spät geräumt. Memeler Dampfboot vom 30.10.1935

Plaschken, 29.Oktober. Pfarrerwechsel – Fahnenweihe des Jugendbundes Pfarrer Lokies ist nach der Jakobuskirche in Memel versetzt worden. An seine Stelle kommt Pfarrer Doligkeit aus Prökuls nach Plaschken. Am nächsten Sonntag hält Pfarrer Lokies seine Abschiedspredigt. Nachmttags findet in der Gastwirtschaft Jodeksnies eine Abschiedsfeier statt. Am gleichen Sonntag vormittag wird während des deutschen Gottesdienstes um 9 ½ Uhr die Fahnenweihe des im November des vergangenen Jahres gegründeten Jünglingsbundes erfolgen.

  • 1933 Nr.2 (Memelgau): 1. Januar [Kirchlicher Jahresbericht]

Im Anschluß an den Neujahrsgottesdienst in der hiesigen Kirche erstattete Superintendent Obereigner den kirchlichen Jahresbericht, aus dem folgendes zu entnehmen ist: Im Kirchspiel Plaschken fanden im vergangenen Jahr 56 Taufen (74), 23 Trauungen (29), 48 Beerdigungen (53) und 36 Konfirmationen (40) statt. An Kollekten gingen 1307,60 Lit ein, an Gaben 1397,40 Lit und an Hauskollekten 383,35 Lit. Am Heiligen Abendmahl nahmen 1190 Personen teil (1193). Krankenberichte waren im vergangenen Jahr 48 (66). Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr. Am 22.Januar um 11 Uhr vormittags findet im Anschluß an den deutschen Gottesdienst in der hiesigen Kirche die kirchliche Jahresversammlung statt.

  • 1933 Nr.6 (Memelgau): 5. Januar [Verschwundene Kähne]

Im Herbst vorigen Jahres verschwand dem Besitzer Schakat aus Schunellen ein Kahn, desgleichen dem Besitzer Auschra aus Bersteningken. Alles Suchen nach den verschwundenen Fahrzeugen verlief ergebnislos. Man nahm ganz richtig an, daß Schmuggler die Kähne für ihr dunkles Gewerbe „requiriert“ hätten. Die Vermutung hat sich nun bezüglich des Kahnes des Besitzers Sch. bestätigt, denn er erhielt sein Eigentum vom Zollamt Ruß zurück, wo es von Grenzbeamten Schmugglern abgenommen worden war. Der zweite Kahn dürfte sich in absehbarer Zeit auf ähnliche Weise wiederfinden.

  • 1933 Nr.15 (Memelgau): Rowdies in Plaschken

In einer der letzten Nächte haben anscheinend jugendliche Rowdies in Plaschken gehaust. Bei dem Mehlhändler Grabautzki hatten sie ein Ladenschild herabgerissen, im Eis ein Loch gehackt und das Ladenschild versenkt. Dann schleppten sie den Kahn des Kaufmanns Jakubeit vom Land aufs Eis und stellten ihn über das im Eise gehackte Loch. Hoffentlich gelingt es, die Übeltäter zu ermitteln, damit ihnen die Lust zu ähnlichen „Scherzen“ durch eine exemplarische Straße „versalzen“ wird.

  • 1933 Nr.42 (Memelgau): 16. Februar [Vieh- und Pferdemarkt]

Am Mittwoch fand hier ein Vieh- und Pferdemarkt statt. Für hochtragende Kühe wurden 200 – 280 Lit und für ältere Kühe 100 – 120 Lit gezahlt. Sterken kosteten 80 – 150 Lit das Stück. Arbeitspferde sollten 200 – 300 Lit bringen, ältere Tiere wurden schon für 40 bis 80 Lit verkauft.

  • 1933 Nr.43 (Memelgau): 18. Februar [Beschlagnahmte Schmuggelware]

An einem der letzten Abende bemerkten Grenzbeamte zwei Männer mit einem Handschlitten über die Memel von deutscher Seite kommend. Als sie das memelländische Ufer erreicht hatten, wurden sie von den Beamten gestellt. Auf den Anruf der Beamten ergriffen die beiden Männer unter Zurücklassung des Handschlittens die Flucht nach deutscher Seite und konnten auch infolge der Dunkelheit entkommen. Auf dem Schlitten befanden sich Waren verschiedener Art, hauptsächlich Apfelsinen im Werte von etwa 400 Lit, welche beschlagnahmt wurden.

  • 1933 Nr.50 (Memelgau): 27. Februar [Achtes Stiftungsfest des Männergesangvereins]

Im Saal der Frau Kaufmann Serruns feierte am Sonnabend der hiesige Männergesangverein sein achtes Stiftungsfest. Nach einem einleitenden Konzert betrat due stattliche Sängerschaar die Bühne und brachte unter der bewährten Stabführung von Präzentor Krämer eine Reihe schöner, deutscher Volks- und Kunstlieder zu Gehör. Ganz besonders gefielen „O Schutzgeist alles Schönen“ von Mozart, „Jetzt gang i ans Brünnele“ von Silcher und „Hörst du das mächtige Klingen“ von Marschner. Bei letzterem war der Beifall so groß, daß es wiederholt werden mußte. In einer Konzertpause begrüßte Präzentor Krämer die erschienenen Mitglieder, Gäste und Freunde des Vereins und wies auf die hohe kulturelle Bedeutung des deutschen Männergesanges hin. Am Vortrag der Lieder konnte man recht deutlich spüren, daß an der stimmlichen Durchbildung des Chores ganze Arbeit geleistet worden ist und daß alle Sänger mit der echten Begeisterung bei der Sache waren. Unter großem Beifall fand im Anschluß an die gesanglichen Darbietungen die Aufführung eines humoristischen Zweiakters statt, betitelt: „Der Fürst von und zu Donner und Doria“. Der trotz der Nöte der Zeit so zahlreiche Besuch des Festes dürfte dem Verein einen nicht unbedeutenden Reinertrag gebracht haben, andererseits bewies er aber auch, daß die Feste des hiesigen Männergesangvereins immer noch einen Höhepunkte im Vereins- und Gesellschaftsleben des Kirchspieles bilden, bei denen man unbedingt „dabei gewesen“ sein muß.

  • 1933 Nr.68 (Memelgau): 19. März: Im Wiesengebiet der Jäge: Hochwasser über Nacht

Das Frühjahrshochwasser im weiten Jägetal ist in diesem Jahr sozusagen über Nacht gekommen. Am Sonnabend setze plötzlich Rückstau ein. In den Nachmittagsstunden gegen 5 Uhr stieg das Wasser in einer Stunde um etwa 11 Zoll. In den darauffolgenden Nachtstunden dehnten sich die Wassermassen über immer größere Flächen aus, so daß am Sonntag die Marktstraße im Ort sowie die Hälfte des Martkplatzes unter Wasser waren. So weit das Auge reicht, bilden die Wiesen im Flußgebiet der Jäge einen einzigen riesigen See, aus dem die Wiesendörfer: Pillwarren, Leitwarren, Lasdehnen, Warrischken, Suitkaten usw. gleich Inseln hervorragen. Die herumschwimmenden Eisschollen sind recht mürbe, so daß sie sich bald auflösen dürften und die sogenannte „Schacktarpzeit“ in diesem Frühjahr nicht zu lange dauern wird. In den kommenden Tagen wird der Kahn wieder das einzige Verkehrsmittel nach und von den Wiesendörfern sein. Nach Ansicht der „Laukeninker“ (Bewohner der Wiesengebiete) sind größere Hochwasserschäden in diesem Jahr kaum zu erwarten., wenn nicht ganz unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Im übrigen ist man, wie alljährlich, für alle Eventualitäten gerüstet, sowohl was Verproviantierung von Menschen und Vieh betrifft, als auch den Schutz der Gebäude. Immerhin ist die Stimmung der Wiesenbewohner alles andere als pessimistisch. Man kennt die Gefahren des Hochwassers, seine Schäden wie auch seine Notwendigkeit und hat jahrelange Erfahrung in der Begegnung der Gefahr. In den Flußgebieten der Kamon, Eisra und Wilke, die ihre Wassermassen nach dem riesigen Wiesenbecken der Jäge entleeren, sind größere Ackerflächen an den Flußränden nur für kurze Zeit überschwemmt gewesen. Gegenwärtig sind diese Flüsse nur bordvoll, oder aber es sind noch kleinere Flächen von Uferländereien unter Wasser. - Nicht unwesentlich an diesem Zustand dürfte auch der neue Jägekanal beigetragen haben.

  • 1933 Nr.77 (Memelgau): 29. März; Aus dem Hochwassergebiet der Jäge

Im Überschwemmungsgebiet des weiten Jägetals ist das Wasser fortgesetzt im Fallen begriffen. Trotzdem sind aber noch große Flächen überschwemmt. Die Wiesendörfer Pillwarren, Leitwarren, Warrischken, Suitkaten und Lasdehnen sind noch ganz oder doch zum großen Teil vom Wasser umgeben. Die Wege zu den genannten Orten liegen unter Wasser. Die Verbindung zum hiesigen Martkort kann nur mittels Kähnen aufrechterhalten werden. Der Marktplatz wir teilweise noch immer von den schmutzig-grauen Fluten überspült. Es ist aber damit zu rechnen, daß der nächste Wochenmarkt schon auf dem eigentlichen Martkplatz wird stattfinden können, nicht wie bisher auf dem Hochwassermarktplatz an der Straße Plaschken-Pleine. Da in der Zeit des höchsten Hochwasserstandes die Witterung windstill war, wurde der so gefürchtete Wellengang, die die Fundamente unterspült und größere Schäden verursacht, vermieden. Soweit es sich daher übersehen läßt, dürfte das diesjährige Frühjahrshochwasser keine größeren Schäden an den Häusern und bestellten Ackerflächen verursacht haben.

  • 1933 Nr.99 (Memelgau): 26. April [Wiesenwege wieder unter Wasser]

Die letzten Regenfälle im Quellgebiet der Memel und die Weststürme haben auch für das Wiesengebiet der Jäge ein Ansteigen des Wassers gebracht. Gegenwärtig ist ein Stillstand im Steigen des Wassers zu beobachten. Die Wiesenwege Plaschken-Pillwarren und Plaschken-Lasdehnen sind überschwemmt und können zu Fuß nicht passiert werden, höchsten mit Fuhrwerk oder zu Pferde.

  • 1976 Nr.4 S.65: Bauernhöfe des Memellandes: Palm, Plaschken.
  • 20.10.1933

Plaschken, 19.Oktober.[Besetzung der Pfarrstelle] Die Pfarrstelle in Plaschken, die seit dem Fortzuge des Generalsuperintendent Obereigner frei war, ist jetzt mit dem Pfarramtsverwalter Lokies besetzt worden.

  • 29.12.1925

Geschichte des Kirchdorfs Plaschken
Die Plaschker Gemeinde, welche bis zum Jahre 1695 zu Kaukehmen gehörte, ist „ursprünglich sehr klein und arm gewesen“. – Traurige Zeiten hat die Gemeinde erfahren, „als die russischen Heere 1757 ganz Ostpreußen überschwemmt hatten“. Die 1695 erbaute Kirche, die Schule und das Pfarrgehöft wurden damals ein Raub der Flammen. Einige Jahrzehnte später 1806/07 kam „ neue Trübsal über die schwer genug geprüfte Gemeinde als die gewaltigen Heere von Westen kamen, überall Furcht und Schrecken verbreitend“. Über den Krieg von Anno 1807 sind einige alte Urkunden erhalten. Die Kirche, die damals ganz im Dienste des Staates stand, wurde zur Publikation von allen möglichen Erlassen und Verfügungen von der „Königlichen Regierung“ und der „ Königlichen Preußisch-Lithauischen Kriegs-und Domainenkammer“ benutzt. Nachstehend einige Proben: „Von Gottes Gnaden, Friedrich Wilhelm, König von Preußen etc. Unsern gnädigen Gruß zuvor. Andächtiger, Lieber, Getreuer! Aus der Anlage werdet Ihr ersehen, welche Aufforderungen an alle Unterthanen der Provinz zur thätigsten Unterstützung des russisch-kaiserlichen Militairs erlassen worden sind. Ihr könnt vorzüglich dahin würken, diese nothwendige und pflichtmässige Stimmung gegen diese Uns verbündete Macht bey Euren Gemeinde-Gliedern zu erwecken und zu erhalten, und wir geben Euch demnach auf, selbige häufig dazu von der Canzel zu ermahnen…! Sind Euch in Gnaden gewogen. Gegeben Gumbinnen den 22.Januar 1807. Königl. Preuß.-Lith. Kriegs-und Domainenkammer.“ – Publicandum. „In den Schlachten und Gefechten sowohl als den Rückzügen der Armeen sind viel Gewehre und Armaturstücke verloren gegangen, die von den Einsassen aufgefunden und aufbewahrt sein werden. Des Königs Majestät ist daran gelegen, diese Sachen, hauptsächlich die im Lande zerstreuten Gewehre, sobald als möglich zu erhalten etc…! An den Pfarrer in Plaschken, Unsern gnädigen Gruß zuvor. Andächtiger, Lieber, Getreuer! Das vorstehende Publicandum habt Ihr den dortigen Gemeinden drey Sonntage hintereinander in der Kirche bekannt zu machen. Sind Euch in Gnaden gewogen. Sign. Gumbinnen, den 22.Februar 1807-Friedrich Wilhelm“ […] „An den Pfr. in Plaschken. Publicandum! Von den Contribuenten , welche auf dem platten Lande zu den am niedrigsten besteuerten Klassen gehören, wird für das Jahr vom 1. Juni 1807 bis Ausgangs May 1808 eine vierfache Kriegs-Steuer-Erhebung nach folgenden Sätzen stattfinden: 1. Ein Knecht, Magd, Junge desgl. ein Hirt, zahlt einfach 12 gr., also jetzt vierfach 48 gr. (Groschen). 2. Ein Instmann, Lohn-Schäfer, Waldewarth, Bedienter zahlt nach Verhältnis des Einkommens einfach 18 bis 36 gr., also jetzt vierfach 72 gr. bis 1Rthlr. 54 gr. 3. Ein Eigenkäthner, Morgenbesitzer, Landhandwerker,Pachthofmann zahlet nach Verhältnis des Einkommens 60 gr., 75 gr. bis 1 Rthlr., mithin jetzt vierfach 2 Rthlr. 66 gr. ,3 Rthlr. 30 gr. bis 4 Rthlr. etc. Königsberg, d. 12. Sept. 1808. Königl. Ostpreuß. und Litth. Landes-Deputation“ ---[ …]

Von all den schweren Heimsuchungen hat sich die Gemeinde Plaschken nur schwer erholen und allmählich zu einem gewissen Wohlstand emporringen können. Großen Schaden verursachten die alljährlichen Überschwemmungen. So berichtet die Chronik aus den Jahren 1829 und 1837 von Dammdurchbrüchen. Bei dem 1837 erfolgten Dammbruch wurde die Besitzung des Junker sehr ruiniert. Sämtliche Gebäude sowie eine Windmühle wurden von einer Scholle ergriffen und von der Flut mitgerissen. Noch heute ist der Hügel in Leitwarren unbebaut. Aus dem Jahr 1878 wird von einem Brand bei Besitzer Augat- Pageldienen- berichtet. bei dem mehrere Personen umgekommen sind. Der Brandstifter, ein gewisser Lubert, verbüßte seine Strafe in Insterburg. - Der Winter des Jahres 1883 war sehr hart. Die Überschwemmung hielt bis in den Juni hinein an und richtete ausnahmslos überall Schaden an. – Große Not und viel Elend brachte der ganz außergewöhnlich harte Winter des Jahres 1888 über die Gemeinden Plaschken, Groß und Klein Bersteningken. „Die strenge Kälte dauerte bis Ende März. Plötzlich trat Tauwetter ein. Der Wasserstand erreichte in einigen Tagen eine noch nie dagewesene Höhe. Am 1.April, Ostern-Erstfeiertag, begann die Gefahr und dann am zweiten Feiertag war sie aufs höchste gestiegen. Außer der Wohnung des Wirts Jonischkies waren in Plaschken sämtliche Häuser unter Wasser. In der Präzentorwohnung und im Pfarrhaus stand das Wasser 7 Zoll hoch. Im Dorf Plaschken allein waren 18 Gebäude und 23 Schornsteine eingestürzt.“ - Mit dem 1.Mai 1889 wurde für Plaschken und Umgegend eine wichtige Neuerung eingeführt. Im Präzentorat wurde eine Postagentur eingerichtet. – Der Sommer 1897 brachte für die hiesige Gegend eine Mißernte. „Anhaltender Regen hatte den Boden so durchweicht, daß auf den niedrigen Stellen sich förmlich Teiche gebildet hatten. Verschiedene Besitzer mußten den Roggen vom Acker heruntertragen lassen, weil die Pferde einsanken und die ganzen Fuhrwerke stecken blieben.“ - Aus dem Jahre 1900 wäre zu vermerken, daß „ Sr. Maj. geruht haben dem hiesigen Pfarrer Jussas den Roten Adlerorden IV. Klasse, dem Amtsvorsteher und Kirchenältesten Mashalsky den Kronenorden III. Klasse, dem Kirchenältesten Jakob Taruttis aus Plaschken und dem Anussis Gibbius , Klein Bersteningken, sowie dem Gemeindevertreter Frischmuth, Klein Bersteningken und dem Schmiedemeister Zander, Plaschken, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.“ - Bei der feierlichen Amtsentlassung des Präzentors Kassemek wurde diesem am 30. Oktober 1901 „ der Adler des Königl. Hausordens von Hohenzollern“ überreicht. – Der Teil des Dorfes, auf dem jetzt Kirche, Pfarrhaus und Schule stehen, bietet einen lieblichen Anblick. Gegen den Andrang der Hochwasserfluten ist dieser Dorfteil durch ein auf Kosten der ganzen Kirchengemeinden geschüttetes Bollwerk geschützt, an dem jedoch fast alljährlich größere Reparaturen erforderlich werden, da besonders bei Südsturm die Wellen bedeutende Erdmassen abspülen. Die Dorfstraße, die bis vor kurzem auch bei mäßig hohem Wasserstand unpassierbar war, ist 1919 mit bedeutendem Kostenaufwand soweit erhöht, daß sie bei mittlerem Hochwasser noch passierbar bleibt. – Der im Jahr 1914 ausbrechende Weltkrieg hat auch das Kirchspiel Plaschken nicht unberührt gelassen. In den ersten Kriegsmonaten fanden kleinere Gefechte zwischen deutschen und russischen Vorposten statt. Bei einem Treffen bei Szameitkehmen wurde ein russischer Dragoner getötet und einer verwundet. Der Besitzer Seidenberg, bei dessen Gehöft die Schießerei stattfand, wurde als Franktireur von den Russen halbtot erschlagen und nach Tilsit geschafft, obgleich er ganz unschuldig war. Sein Gehöft wurde niedergebrannt. Auch viele andere Gehöfte wurden aus Rache von den Russen angesteckt. Die bis Plaschken vorgeschobenen russischen Posten wurden immer roher und frecher. Gastwirt Artschwager wäre fast erstochen worden, wenn er die ohne Bezahlung verlangten Getränke und Zigarren nicht herausgegeben hätte. Am 11.September kam deutsche Artellerie per Schiff von Klooken nach Plaschken und ging bei Baubeln in Stellung. Von der Grenze kamen Flüchtlinge und ergossen sich wie ein gewaltiger Strom über das ganze Kirchspiel. Ende November 1914 bekam Plaschken die erste deutsche Einquartierung. Unser Ort wurde für längere Zeit Stützpunkt der deutschen Streitkräfte. Die unter Befehl des Grafen von Posadowsky stehende Ostflotille lag hier bis Anfang 1915 im Quartier. Bei dem am 31. Dezember stattgefundenen Vorpostengefecht hatten die deutschen Truppen die ersten Verluste. Musketier Dumzig starb den Heldentod und zwei andere Musketiere wurden verwundet. Der Tote fand auf dem hiesigen Kirchhof ein ehrliches Soldatengrab. Am 27. Dezember wurden zwei verwundete Russen eingebracht. Der eine starb und wurde auch auf dem Friedhof beerdigt, während der andere nach Tilsit geschafft wurde. Bei dem am 25. Januar 1915 erfolgten Gefecht bei Rucken ließen drei brave Soldaten ihr Leben fürs Vaterland: Vizefeldwebel Ruszen, Unteroffizier Reinheimer und Wehrmann Herrmann.. Auch diese drei Helden fanden auf dem hiesigen Friedhof ihre letzte Ruhestätte. Am 31. Januar fiel bei einem Zusammenstoß mit den Russen Unteroffizier Beyer; auch er wurde auf dem Gottesacker der Gemeinde Plaschken begraben.. „Die fünf Heldengräber werden uns ein Heiligtum bleiben, und sie zu schmücken wird uns eine liebe Pflicht sein.“ schreibt der Chronist. Von den ehemaligen Schülern sind nachstehende für Heimat und Vaterland gefallen: Ed. Meyruhn, H. Barkowsky, Ed. Mitbrod. Ferner fiel am 20. Dezember 1916 an der Somme der hiesige II. Lehrer Bruno Lemke.

Nach dem Kriege hat sich im Ort eine Ärztin niedergelassen. Die letzte Besitzerin vom Gut Warrischken, Fräulein Cäcilie Bein, hatte vor Jahren ihr Gut der Stadt Tilsit vermacht. Laut einer Testamentsklausel war aber die Stadt Tilsit verpflichtet, ein Doktorhaus zu bauen, falls die Gemeinde Plaschken es verlangt. Trotz anfänglichen Sträubens seitens der Stadt Tilsit ist nun doch an der Chaussee Plaschken-Stonischken vor zwei Jahren ein schmuckes Doktorhaus entstanden. – Von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Plaschken sind seine Märkte. Sowohl die Wochen- und Jahrmärkte, als auch die Schweinemärkte werden reich beschickt. Dem Marktverkehr sehr förderlich ist es, dass die Jäge durch Baggerungen schiffbar gemacht worden ist. Aus den Haffgegenden kommt auf diesem Wege auch viel Rohr, das vielfach zur Bedachung der ländlichen Wirtschaftsgebäude verwandt wird. Die Hafffischer bringen in großen Kähnen Stinte zum Markt, die ein vorzügliches Schweinefutter abgeben. Zwei Brücken verbinden die Ufer der Jäge , welche z.Zt. der Heuernte von Hunderten von leeren und beladenen Heuwagen passiert werden. Die Frühjahrsüberschwemmungen des Jahres 1924 gingen noch über den Höchststand des Hochwassers vom Jahre 1888. Drei Menschen aus dem Dorf kamen um.

Nach alten Kirchenakten „ ist die Kirche Plaschken 1695 fundiert. Dieses Kirchspiel hat vorher nach Kaukehmen gehört, weil aber den hiesigen Leuten immer über den Rußstrom nach Kaukehmen zu reisen, auch zur Frühjahrs- und Herbstzeit wegen der Überschwemmungen ihre Kinder dahin zu schicken sehr beschwerlich geworden, wie denn noch jetzo jährlich, wann im Herbst und Frühjahr der Szaktarps sich einstellt oder die Zeit, wenn es anfängt zu frieren und das Eys aufzugehen, ein Nachbar zu dem anderen in 14 Tagen und manchesmal auch evtl. noch länger nicht kommen kann, so haben sie sich von Kaukehmen abgesondert , da dann einige wenige Wirthe aus der Tilsitschen luth. Gemeine und einige wenige aus der Coadjuther Gemeine, die soweit von ihrer Kirche abgelegen, sind zu dieser Kirche abgegeben worden. Sonsten ist von Stiftung dieser Kirche und Einrichtung des Kirchspiels hier nichts schriftliches vorhanden, und wenn ja auch was schriftliches wäre gewesen, so ist es zur Zeit der Russischen Kriegs-Trouble anno 1757 mit verlohren gegangen.“ – (Vorstehende Sätze sind wörtlich und buchstäblich aus alten Kirchenakten übernommen worden.) Die erste Kirche in Plaschken ist also im Jahre 1695 erbaut worden, und zwar stand sie auf dem Miggeschen Grundstück, welches später Paulint – Tilsit gehörte. 1757 ist diese Kirche dann zerstört und nach dem Siebenjährigen Krieg ist dann die zweite Kirche aus Feldsteinen erbaut worden und hat bis zum Jahre 1900 ihrem Zweck gedient. - Wegen Baufälligkeit und weil ihre Größe nicht mehr genügte, wurde sie abgebrochen und in den Jahren 1898 bis 1900 wurde ein neues würdiges Gotteshaus in romanischem Stil erbaut. Die Baukosten betrugen 72.000 Mk. In den 230 Jahren haben folgende Geistlichen zum Segen der Kirchengemeinde gewirkt: 1. Joh. Neimann 2. Joh. Ludovici 3. Martin Forstenau 4. Jakob Sartorius 5. Friedr. Rosenberg 6. Wilh. Mertens 7. Georg Fritz 8. Gottfried Mashalsky 9. Joh. Fleischmann 10. Johannesjon 11. Rud. Groß 12. Abraham Hitzigrath 13. Gustav Scholz 14. Rud. Dennukat 15. August Jussas 16. Schednikat . Der jetzige Seelsorger ist Superindendent Obereigner. – Während der Amtszeit des Pfarrers Scholz 1884 bis 1886 trat eine große Anzahl von Gemeindegliedern aus der Landeskirche aus und hängten sich an die Separatisten Laukandt und Kallweit, die in Rucken und Jon-Kugeleit kirchenähnliche Bethäuser errichtet hatten und die Nachbargemeinden mit großem Eifer für sich werbend, beunruhigten. – Als die neue Kirche 1898 bis 1900 erbaut wurde, amtierte in Plaschken Pfarrer Jussas. Am letzten Sonntag im Monat Oktober 1898 wurde der letzte Gottesdienst in der alten Kirche abgehalten. Zahlreiche Abendmahlsgäste waren erschienen. Der Abschied, besonders vonseiten der ergrauten Pilger, von ihrer Kirche war erhebend und rührend zugleich. Schon am nächsten Tage wurde mit dem Abbruch begonnen. Die Gründungsurkunde nebst den üblichen Zutaten wurden durch den Ortspfarrer unter Mitwirkung der gesamten Gemeindevertretung in einer kupfernen Kapsel in feierlicher Weise unter der Platte des Altartisches in den Bau eingefügt. – Das Kreuz auf der Helmspitze des Turmes hat Schmiedemeister Zander , Plaschken, mit eigenen Händen geschmiedet und nebst der vergoldeten Kugel unter Beihilfe seiner Söhne aufgesetzt. – Am 17. Juli 1900 fand die feierliche Einweihung der neuen Kirche statt. Gleichzeitig, freilich etwas verspätet, fand auch eine Gedenkfeier an das 300jährige Bestehen des Plaschker Kirchspiels statt. – In jüngster Zeit, besonders in den Jahren 1920 bis 1923 kamen wieder viele Kirchenaustritte vor. Veranlasst wurden sie durch das stetige Anwachsen der „ Vereinigung ernster Bibelforscher“.

Die erste Schule in Plaschken stand neben der ersten Kirche auf dem Miggeschen Grundstück. Sie ist wohl überhaupt die erste im hiesigen Kirchspiel gewesen. Die jetzige Schule ist 1842 erbaut. Die Präzentorwohnung gehört der Kirche, während das Schulende dem Schulverband gehört. Ursprünglich gehörten folgende Orte zur Schulgemeinde: Plaschken, Gr. und Kl. – Bersteningken, Pageldienen, Leitwarren, Lit.-Pillwarren, Deutsch-Pillwarren, Brantischken, Gut Pillwarren, Warrischken, Millerischken, Schunellen. Da die Schülerzahl im Jahre 1884 auf 225 Schüler gestiegen war, wurde ein neuer Schulverband Pageldienen gegründet und 1885 ein Schulraum dortselbst bei Besitzer Buttgereit gemietet. Als Präzentoren in Plaschken haben gewirkt: Schusterus, Rohloff, Plonus I, Kopinus, Plonus II, Hahn, Landt, Friedemann, außer Plonus II waren die Genannten Theologen, ferner: Schuschies, Schmiedeberger, Kassemeck und Reinecker. Der derzeitige Stelleninhaber ist Präzentor Kraemer. Als II. Lehrer haben hier amtiert: Freutel, Nagat, Benger, Juschka, Jonat, Siemoneit, Endrutat, Büttner, Mattetat, Obrikat, Urbschat, Modderegger, Steinke, Albutat, Stumber, Semlies, Naujoks, Brandtner, Rohde, Lemke, Nabroztki und Kroll. – Durch die alljährlichen Überschwemmungen leidet der Schulbesuch nicht unerheblich. Nach dem Kriege ist im Ort eine zweiklassige Privatschule entstanden, deren Leiter Superintendent Obereigner ist.

Karten

Plaschken auf der Schroetterkarte Blatt 12, (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Plaschken und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 64, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Plaschken im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 64, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Plaschken im Messtischblatt 0796 Coadjuthen, 0896 Rucken (1914-37) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie


Skizze von Plaschken
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Plaschken aus den 50er Jahren
(c) Bundesarchiv Lastenausgleich, Bayreuth


Internetlinks

Offizielle Internetseiten

Teilauswertung zu Plaschken: Memelland, OFB


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung PLAKENKO05UE
Name
  • Plaschken Quelle Wohnplatz 37.118 (deu)
  • Plaškiai (1923) Quelle Seite 1093 (lit)
Typ
  • Wohnplatz (- 1945)
  • Dorf (1945 -)
Einwohner
w-Nummer
  • 66131
externe Kennung
  • nima:-2618030
  • geonames:595729
Karte
   

TK25: 0896

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Plaschken (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S.296/297

Pogegen, Pagėgiai, Pagėgių savivaldybė (2011) ( Gemeinde ) Quelle

Tilsit (Maria Himmelfahrt), Tilsit (1907) ( Pfarrei ) Quelle S.296/297

Plaschken, Plaškiai (- 1945) ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle Quelle

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Plaschken Kirche object_169376


Zufallsfunde

  • SCHIRWINSCKI, Johann Christoph [Schirwinski]
geb. 19.03.1757
get. 24.03.1757 luth. Lappienen, S. 24
Vater: Christoph Schirwinscki
Mutter: Florentine
Zeugen: Samuel Maletzki, Michael Doering, Maria Elisabeth Müllerin, Anna Sophia Spangellin, Sara Backin
Überschrift: Aus der Plasckeschen Gemeine aus dem Dorfe Plascken

Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Amtsblatt des Memelgebiets vom 29.12.1923, S.1085ff, http://www.epaveldas.lt/vbspi/biRecord.do?biExemplarId=74567
  3. Ortschafts-Verzeichnis des Regierungsbezirks Gumbinnen 1818, Sonderschrift Nr.48 des VFFOW
  4. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  5. Ortschafts-Verzeichnis des Regierungsbezirks Gumbinnen 1818, Sonderschrift Nr.48 des VFFOW
  6. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  7. Hubatsch, Walther: Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte, 1815-1945, Reihe A: Preußen, Band 1: Ost- und Westpreußen, Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn, 1975
  8. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  9. Amtsblatt des Regierungspräsidenten in Gumbinnen, 2.9.1939
  10. Ortschafts-Verzeichnis des Regierungsbezirks Gumbinnen 1818, Sonderschrift Nr.48 des VFFOW
  11. Möglicherweise Kurt Wilhelm Elmenthaler (* 27.12.1905). Er war Volksschullehrer und bis 1936 im Kreis Heiligenbeil tätig. Angaben nach Lehrerkarteikarte Kurt Wilhelm Elmenthaler in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung.
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