Schmalleningken

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Disambiguation notice Schmalleningken ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Schmalleningken (Begriffserklärung).
Diese Seite gehört zum Portal Memelland und wird betreut von der Familienforschungsgruppe Memelland.
Bitte beachten Sie auch unsere Datensammlung aller bisher erfassten Personen aus dem Memelland


Schmalleningken an der Memel
Blick von Schillehnen über die Memel nach Schmalleningken
Umgebungskarte Schmalleningken


Hierarchie


Inhaltsverzeichnis


Koordinaten: 55°4'29"N 22°34'46"E

Einleitung

Schmalleningken, 1490 und 1540 Schmalnigk, Kreis Ragnit, Ostpreußen


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der litauische Name Smalininkai weist auf einen Teer- oder Pechbrenner. Pech diente unter anderem als Dichtungsmaterial und wurde aus Kiefernharz durch V-förmiges Anritzen der Nadelbaumrinden gewonnen. Anschließend wurde das Rohharz gekocht, wobei Wasser und Terpentinöl verdunsteten und mittels Kondensation gesondert zur Weiterverarbeitung aufgefangen wurden. Das erkaltete harte, spröde und dunkelgelbe Pech wurde auch Kolophonium genannt.

  • prußisch und litauisch "smala" = Teer, Pech
  • litauisch "smalius" = Teerbrenner, Teerhändler

Allgemeine Information

  • Kirchdorf und Oberförsterei, am Nordufer der Memel, 44 km östlich von Tilsit, 1939: 1321 Einwohner, mit Zollamt, Kleinbahn-Station, Hafen, Fabrik [1]


Politische Einteilung

1940 ist Schmalleningken eine Gemeinde mit den Dörfern Antschwenten, Augstogallen, Endruschen (bei Schilleningken), Wittkehmen und Schmalleningken.
Schmalleningken hatte vor dem Krieg 1.741 Einwohner (1925).
Kreiszugehörigkeit:

  • Schmalleningken gehörte bis zum 9. Januar 1920 zum Kreis Ragnit
  • Schmalleningken gehörte ab 10. Januar 1920 bis 21. März 1939 zum Kreis Pogegen
  • Schmalleningken gehörte ab 22. März 1939 bis 1945 zum Kreis Tilsit-Ragnit
  • Schmalleningken gehört ab 1945 zum Rayon Georgenburg (lit.Jurbarkas)


Kirchliche Einteilung

Pfarrhaus an der Hauptstraße in Schmalleningken
Ev. Kirche von Schmalleningken, segnender Christus in der Turmnische, (Foto 1920/35)

Evangelische Kirche

Schmalleningken ist seit 1845 Kirchspiel, vorher gehörten die Ortschaften zum Kirchspiel Wischwill. Es waren dies außer Schmalleningken - Zollamt und Aukstogallen: Wittkehmen und Endruszen, Antschwenten, Kassigkehmen nördlich der Memel, Schillehnen, Dirwehlen und Alt Lubönen südlich der Memel. Zunächst wurde Gottesdienst in einem gemieteten, später angekauften Privathaus abgehalten, das nach der Erbauung der Kirche Wohnhaus des Pfarrers wurde. Erster Pfarrer war Gamradt. Zum Neubau der Kirche schenkte Kaiser Wilhelm I. 30.000 M. Am 13. Juli 1877 wurde der Grundstein gelegt und bereits am 13. November 1878 die Kirche geweiht.

Es ist ein schmucker Bau mit einem 100 Fuß hohen Turm, über dessen Haupteingang in einer Nische die Statue des segnenden Christus aufgestellt ist. Um den Bau hatte sich Pfarrer Ferdinand Kühn, der dann Superintendent der Labiauer Diözese und Pfarrer von Laukischken wurde, große Verdienste erworben. Die Kirchenheizung richtete Pfarrer Wittke ein, der nach Lasdehnen ging.

Sein Nachfolger in Schmalleningken wurde Pfarrer Alfred Müller, der im Jahre 1912 neben dem Pfarrhaus ein Gemeindehaus erbaute. Er wollte damit den zum Teil kirchenfeindlichen Gemeinschaften, die sich in Schmalleningken zwei Gemeinschaftshäuser gebaut hatten, die Spitze bieten. Aber unangenehme Erfahrungen mit diesen kirchlichen Gemeinschaften, denen er stets entgegen gekommen war, veranlaßten ihn nach Preußisch Eylau zu gehen. Auch sein Nachfolger Pfarrer Kreutzer hielt nicht lange stand. Seit Kriegsausbruch 1914 ist Pfarrer Grodde im Amt.

Die Verhältnisse in der Gemeinde sind keineswegs geklärter als zuvor. Blaukreuzler, die sich äußerlich von der Kirche nicht losgesagt haben, Anhänger der Pastor Paul'schen "Pfingstbewegung" und kirchliche Gemeinschaftsleute deutscher und litauischer Zunge sorgen dafür, daß auch der gutgesinnte Teil der Gemeinde Schmalleningken vorläufig zu keiner Ruhe kommt.

Die ev. Kirche in Schmalleningken wurde im 2. Weltkrieg zerstört, die Reste abgetragen. In den Ruinen fand sich unversehrt die Grundstein-Urkunde von 1877. [2]
Im Gemeindesaal neben dem alten Pfarrhaus ist die heutige evangelische Kirche untergebracht.

Zugehörige Ortschaften

Zum Kirchspiel Schmalleningken gehörten 1912 folgende Ortschaften: Augstogallen, Antschwenten Dorf u. Gut, Dirwehlen, Endruszen, Grünhof Försterei, Kassigkehmen, Alt Luböhnen, Milchbude Vorwerk, Schillehnen, Schmalleningken Ort u. Oberförsterei, Wittkehmen, Wolfswinkel Försterei.

Katholische Kirche

Die katholische Kirche wurde 1935 eingeweiht.

Kirchenbücher

Die Kirchenbücher von Schmalleningken sind verschollen.
siehe auch: Ostpreußen/Genealogische Quellen/Kirchbuchbestände Kreis Pogegen

Jüdische Gemeinde

Schmalleningken hatte eine jüdische Gemeinde. Eine Synagoge und ein jüdischer Friedhof geben Zeugnis davon.
Weitere Informationen folgen...

Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof von Schmalleningken lag im Ortsteil Augstogallen:

Jüdischer Friedhof von Schmalleningken
im Messtischblatt 09101 (1915-1927)


Standesamt

Standesamtsregister

Die Standesamtsregister von Schmalleningken wurden von der Tochter des damaligen Standesbeamten mit auf die Flucht genommen und im Warthegau zu treuen Händen zurückgelassen. Bisher konnte der Ort nicht ermittelt werden.


Geschichte

Die Entwicklung bis Ende des 19. Jahrhunderts

Der Ort Schmalleningken ist seit dem Ende des 15. Jh. urkundlich bezeugt. Er bestand am Anfang des 19 Jh. aus einer Reihe von fünf Dörfern. Damals gab es in dem Bauerndorf Endruszen 9 Anwesen mit 60 Einwohnern. Das Bauerndorf Wittkehmen hatte 15 Anwesen mit 89 Einwohnern. Augstogallen besaß 17 Bauernhöfe mit 90 Einwohnern. Daneben bestand noch der Marktflecken mit 99 Einwohnern in 9 Anwesen und das gesonderte Wohngebiet Schmalleningken-Zoll mit 12 Bewohnern.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die einzelnen Orte Schmalleningkens folgende Einwohnerzahlen: Endruszen 295 Personen in 53 Anwesen, Augstogallen 661 Personen in 118 Anwesen und der Marktflecken Schmalleningken 668 Personen in 143 Anwesen. 1885 verteilten sich in Endruszen 303 Einwohner auf 72 Anwesen, in Augstogallen 709 Einwohner auf 160 Anwesen und in Wittkehmen 680 Einwohner auf 153 Anwesen. Noch 39 Einwohner verteilten sich auf 5 Anwesen des Forstamtes Schmalleningken.

Im 19. Jahrhundert wurde die durch Schmalleningken führende Chaussee Mikieten - Staatsgrenze, die am Flüsschen Swienta entlang verlief, gebaut. Am Ufer der Memel wurde der Winterhafen angelegt, den viele Schiffe, auch während der Überschwemmungen und des Eisgangs, nutzten. Bei seiner Erweiterung wurde ein mit großen Steinen gepflasterter 150 m langer und 10 m hoher Damm errichtet, der mit allen benötigten Navigationszeichen und anderen Einrichtungen versehen war. Dies war wohl das größte die Schifffahrt betreffende Bauwerk am Unterlauf der Memel.

Die Situation um 1914

Schmalleningken hatte sich an der Staatsgrenze schon zu einem Städtchen formiert: Die Orte Augstogallen, Wittkehmen und Endruschen zogen sich in einem langen Band entlang der nach Tilsit und Memel führenden Straße. Der östliche Teil von Schmalleningken mit seinen kleinen Querstraßen, seiner bedeutenden Hafenanlage, der Endstation der am Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Kleinbahn, deren Abzweigung bis zu den Umschlagplätzen des Hafens führte, hatte sich besonders gut entwickelt.

Ein mit zwei- bis dreistöckigen stattlichen Hotel-, Restaurant- und Geschäftshäusern gesäumter Boulevard führte von der Hauptstraße zum Hafen. Schmalleningken besaß mehrere Sakralbauten: Die aus Ziegeln erbaute ev.-luth. Kirche, deren Größe durch ihre Lage am höchsten Platz an der Hauptstraße besonders betont wurde, die Synagoge der Juden, ebenfalls an der Hauptstraße gelegen und das Gebetshaus der christlichen Gemeinschaft Chrischona unweit des Bahnhofes. An den gepflasterten Hafenanlagen legten aus Tilsit oder dem Oberlauf der Memel kommende Passagierschiffe an. Hier gab es eine erweiterte Grenz- und Zollbehörde: Das große Zollamt an der Hauptstraße, in dem auch die Grenzbehörden untergebracht waren und eine für den grenzüberschreitenden Schiffs- und Floßverkehr zuständige Zollnebenstelle am Hafen.

Auch die örtliche Industrie war gut entwickelt: Die Filiale der Zellulosefabrik Königsbergs produzierte hier die von ihr benötigten Rohstoffe. In Wittkehmen befasste sich ein Betrieb mit der Torfgewinnung und Verwertung, in Endruschen gab es eine Ziegelei. Mehrere Speditions-Firmen (fünf davon beschäftigten sich nur mit dem Holztransport) und zwei Schiffs-Gesellschaften sorgten hier für ein reibungsloses Transportwesen. Eine gewichtige administrative und wirtschaftliche Institution war das Forstamt Schmalleningken, das Tausende Hektar Wald mit vielen Förstereien verwaltete. Eine christliche Baugesellschaft konkurrierte mit dem Wirken einer relativ großen Baugesellschaft der jüdischen Gemeinde. Allein in Augstogallen, dem östlichen Teil Schmalleningkens, lebten damals schon 927 Personen. Hier gab es eine Post-, Telefon- und Telegraphenstelle und eine Anlegestelle für Passagierschiffe.

Das damals beinahe schon städtisch wirkende Leben wird durch die Dichte der in Augstogallen wirkenden Dienstleistungs- und Handelsbetriebe deutlich belegt: So gab es hier z. B. drei Hotels (Central-Hotel, Hotel Deutsches Haus und Hotel de Russie), drei Restaurants, eine Spar- und Darlehenskasse, ein Inkasso- und Abrechnungsbüro und einen Holzhandelsbetrieb. Dreimal im Jahr fand hier ein Jahrmarkt mit einem breitem Warenangebot statt. In Augstogallen boten 24 Geschäfte ihre Waren an: zwei handelten mit Delikatessen, zwei mit Farben und Kleinwaren, eins mit Galanteriewaren, eins mit Glas und Porzellan, drei mit Haushaltswaren, zwei Damen- und gar drei Herrenausstatter. Dann gab es vier Stoff- und Modegeschäfte, eine Papeterie, zwei Schuh- und drei Gemischtwarengeschäfte. Ein großer Teil der Waren dieses verhältnismäßig breiten Angebots floss über den legalen Grenzverkehr, aber auch über die grüne Grenze nach Litauen und weiter in das zaristische russische Reich. Allein schon die drei Herrenausstatter deuten auf ein reges überregionales Interesse hin.

In Schmalleningken-Wittkehmen mit 729 Einwohnern gab es zwei Gasthäuser, eine Apotheke, zwei Fleischereien, ein Stoff- und Modewaren- und zwei Gemischtwarengeschäfte. Selbst in Schmalleningken-Endruschen mit seinen 300 Einwohnern hat es ein Gasthaus, einen Holzhandelsbetrieb, eine Schiffswerft, eine Imkerei u. a. gegeben. Außerdem gab es in Schmalleningken mehrere Dutzend verschiedenster Handwerker, z. T. mit dazugehörenden Betrieben. So funktionierte Schmalleningken bis zum Ersten Weltkrieg als eine breit entwickelte Gemeinde, beinahe schon eine Kleinstadt mit vielen massiven, oft großen Gebäuden, einer gut gestalteten Infrastruktur, besonders für das Transportwesen und sehr vielen Dienstleistungs- und Industriebetrieben.

Die Entwicklung zwischen 1918-1945

Nach den für dieses Gebiet großen politischen Ereignissen wurden nicht alle Wohnorte gleich und für ihre Entwicklung günstig umgestaltet. So sank Schmalleningken, das früher als ein Ort des Grenzhandels und der Betreuung der hier an- und durchreisenden Ausländer in hoher Blüte stand, während der litauischen Verwaltung auf das Niveau eines einfachen Städtchens herab.

Während der Zeit des Naziregimes wurden in Ruß und Schmalleningken die jüdischen Synagogen vernichtet. Damit verloren diese Gemeinden einen historischen Teil ihres Ortsbildes. Bis Ende 1944 hatten sich somit am rechten Unterlauf der Memel folgende größere Gemeinwesen gebildet: Schmalleningken als ein über Jahrhunderte gut entwickelter Grenzort und ein großer Binnenhafen, sowie Wischwill als ein Industrie- und Holzverarbeitungszentrum.

Die Entwicklung nach 1944/1945

Größere Rückzugsgefechte fanden in der Umgebung von Tilsit statt, dabei wurde ein Teil der Gebäude Pogegens zerstört. Auch in Schmalleningken und Wischwill wurden einige Gebäude beschädigt. Die eigentliche Zerstörung aller historischen Wohnorte in diesem Gebiet begann erst in der Sowjetära. Die während der Kriegshandlungen beschädigten bedeutenden Gebäude wurden nicht mehr renoviert, sondern einfach abgetragen. So verschwanden die großen evangelisch-lutherischen Kirchen von Schmalleningken
und Wischwill, sowie die katholische Kirche von Pogegen.

Geplündert und dem Verfall überlassen wurden auch der Hafen und andere schifffahrtsbezogene Objekte von Schmalleningken. Beinahe völlig liquidiert wurde die Handelsschifffahrt auf der Memel (besonders der Warenexport Litauens per Schiff nach Westeuropa), die traditionelle Fischerei und andere Gewerbe wurden beinahe ganz eingestellt. Viele der alten Gebäude sind völlig verwohnt, da sie von den hier überwiegend aus Litauen neu zugezogenen Siedlern wie auch von den staatlichen Behörden nicht die benötigte Pflege bekommen haben.

Die heutige Situation

So hat sich in Schmalleningken, außer der Hauptstraße mit ihren vielen interessanten Gebäuden, der große Winterhafen mit seinem beeindruckenden Schutzdamm, Reste der Schiffsanlegestellen und die Trasse der Eisenbahn zum Hafen erhalten. Um die Bedingungen für die Schifffahrt zu verbessern wurden die Ufer der Memel von Schmalleningken abwärts von dicht gesetzten Bunen, Spickdämmen aus großen Steinen, reguliert. Ein großer Teil dieser kapitalen Einrichtungen haben sich ebenfalls erhalten.

In den letzten Jahren wurde Schmalleningken mit zahlreichen, teilweise skurrilen Holzskulpturen geschmückt. Das alte Kopfsteinpflaster der Straße zum ehem. Fähranleger ist ein beliebtes Fotomotiv. Die alte Volksschule wurde zu einem komfortablen Hotel umgebaut. Am Hafen gibt es eine urige Fischerkneipe.

Der Swienta-Bach (lit. Šventoji) bei Schmalleningken
hat bis 1920 die östliche Grenze des Deutschen Reiches gebildet.


Am Memelufer, etwas aufwärts von Schmalleningken und der jetzigen Flussmündung der Schwienta, haben sich weitere geschichtlich sehr bedeutende Werte erhalten, Spuren der hier über Jahrhunderte verlaufenen Staatsgrenze, der Grenze zwischen Preußisch- und Groß-Litauen: Am östlichen Ende Schmalleningkens findet sich noch das Anwesen des großen Zollamtes (ein zweistöckiges massives Hauptgebäude, mit einer beeindruckenden Fassade) und ein langes massives Wohnhaus, seinerzeit das Domizil der Zollbeamten. Neben der Brücke der jetzigen Straße über die Schwienta stehen noch Reste der alten Brücke mit Spuren der ehemaligen Reichsgrenze.

In Schmalleningken-Augstogallen besteht noch ein für dieses Gebiet typischer Friedhof (möglicherweise an Stelle eines alten Wohngebietes oder einer Burgstelle auf einem hohen Hügel am Ufer entstanden). Auch der bemerkenswerte Bahnhof der Kleinbahn und Spuren der ehemaligen Trassenführung haben sich hier erhalten. Erhalten hat sich auch die Planstruktur des alten Schmalleningken mit ihrem Straßen- und Querstraßennetz. In Schmalleningken-Wittkehmen, ganz am Ufer der Memel, zeigen sich noch Spuren der großen Fähre nach Schillehnen. Es sind die Zoll- und Wohngebäude der Zollbediensteten der Republik Litauens aus der Zwischenkriegszeit und die Reste einer Schifferkneipe. [3]

Bewohner

Schmalleningken-Endruszen [4]:

  • Paul Meyer, 76 ha

F o t o s

Hafen und Memelufer

Trasse der ehem. Hafenbahn in Schmalleningken, 1994
Winterhafen in Schmalleningken, 1994
Gaststätte am Hafen von Schmalleningken, 1994 [5]
Blick von Schmalleningken über die Memel nach Schillehnen, 2010 [6]


Bahnhof und Bahnhofshotel

Bahnhof Schmalleningken, Straßenseite, 1994
Bahnhof Schmalleningken, Gleisseite, 1994
Bahnhofshotel in Schmalleningken, 1994 [7]
Ein Gehöft beim Bahnhof in Schmalleningken, 1994


Alte Ansichten

Bahnhofshotel (Hotel Woischwill) in Schmalleningken
Hotel Deutsches Haus in Schmalleningken, mit litauischer Bezeichnung
Postamt von Schmalleningken mit litauischer Bezeichnung
Kaufhaus Samel in Schmalleningken: Krug, Stammtische, Vereinszusammenkünfte, Kolonialwaren, Eisen- und Kurzwaren, Papier, Geschirr
Ansichtskarte von Schmalleningken
Försterei in Schmalleningken
Gasthof Riplow (?) in Schmalleningken
Gasthof Berlowitz in Schmalleningken


Verschiedenes

Lena Grigoleit

Lena Grigoleit mit ihrer Kuh Rose in Bittehnen, ihrem Heimatdorf

Lena Grigioleit berichtet über Schmalleningken:

Schmalleningken war geographisch interessant gelegen, was ich später erst richtig begriff. Für meine Mitgift hatten wir ein Haus mit Inventar gekauft, nämlich einen Kurzwarenladen. Meine Mutter, die etwas von Politik verstand, hatte uns gut zugeraten, doch etwas Festes zu erwerben. Die Vorbesitzerin war eine Jüdin, Clara Berlowicz. Sie wollte ihren Wohnsitz nach Jurbarkas verlegen für den Fall, daß Adolf käme. Viele Juden taten das seinerzeit. Direkt hinter Schmalleningken verlief bis zum Ende des ersten Krieges die alte preußisch-russische Grenze, und Jurbarkas war das nächste Städtchen jenseits, auf russischer Seite.

Jetzt war alles eins. Litauen war nicht mehr russisch, und unser Memelgebiet war litauisch. Aber wie lange würde das dauern? Nach dem Strom hin, in Richtung Reich, wachte der Zoll. Da stand mein Mann auf Posten. Vielmehr er hatte die ganzen Zöllner unter sich, Konstantin war der Oberste im Amt.

Schmalleningken war nicht sehr groß, aber fast städtisch und trotzdem gemütlich. Post und Apotheke gab es, Ärzte für spezielle Krankheiten, ein großes Hotel, denn es war viel Durchgangsverkehr, Gastwirtschaften noch und noch, schöne Kaufläden, eine Kirche und eine Synagoge, eine Dampferanlegestelle und einen Hafen für die Boydaks und das Holz auszuladen, Lager, Kontore und allerhand sonst. Man sagte mir, der Platz wäre durch die Konterbande reich geworden, vor dem ersten Krieg. Reich ist vielleicht übertrieben, und gewiß gab es auch ordentliche Leute und ordentlichen Handel. Aber ein Schmugglernest war es schon. Viele Fremde hatten sich hier niedergelassen, auch Russen, auch Polen, und die Juden waren besonders zahlreich.

Der Kurzwarenladen war genau das richtige für mich. Mir gefiel das Bedienen. Den ganzen Tag zwischen Zwirn und Wolle, Knöpfen, Unterzeug und den ganzen Kinkerlitzchen, alles rauskramen und wieder Ordnung schaffen, beraten, da war immer was los. Da konntest du Anekdoten erleben, auf dem Dorf brauchst du hundert Jahre dafür. Einmal zum Beispiel kam eine Frau in den Laden. Alles war schon auf Karten, und sie fragte, ob ich noch ein Paar Schlüpfer hätte.
Ich hatte noch welche im Karton, schöne dicke in Rosa.
Sagte sie: “Wissen Sie, ich bin blond, ich brauche blaue.”
Hör ich richtig? Sie freute sich nicht, daß sie die letzten Schlüpfer im ganzen Umkreis bekommt, sie wollte blaue! Solche Luxusmenschen hab ich bis dahin nicht gekannt.

Mein Mann war sehr ordentlich und strebsam, so daß ich mich zusammennehmen mußte. Ich war doch mehr als neun Jahre jünger als er, wollte noch viel erleben und nahm das Leben nicht so tragisch, wie man sagte. Einmal die Woche gingen wir aus. Erst zum Frisör, und meistens dann in Löwrigkeits großen Saal zum Fest. Konstantin liebte das auch. Er mochte es sehr, sich gut anzuziehen. Wenn ich schon mit meiner Toilette fertig war, hat er immer noch gepinselt und gemacht.
Er hatte dunkles Haar, und alle sagten immer: “Der Mann sieht sehr gut aus.” Alle wollten mit ihm tanzen, auch wenn er kein großer Tänzer war.

Einmal hörte ich im Radio eine Rede von Hitler. Ich wollte gar nicht, aber ich hörte doch, wie er den Masaryk, den Tschechen, einen Bluthund nannte. Ich dachte: Mensch, das ist kein Staatsmann, Adolf war auf den Plan getreten, aber wir hofften insgeheim immer, er würde an uns vorübergehen.”

Rückkehr ins Reich - zwischen zwei Feuern

Eines schönen Tages kam eine Frau in den Laden gestürzt: “Frau Kondratavičiene, wir sind deutsch!” Sie war begeistert, und ich konnte doch nicht zugeben, daß ich erschrocken war. So sagte ich forsch: “Jetzt wird die gute Zeit beginnen.” Innerlich zitterte ich. Es dauerte keine halbe Stunde, da hingen beiderseits der Straße die Fahnen, von oben bis zur Straße runter. Alle hatten sie heimlich genäht. Das wußte ich, denn seit ein paar Wochen wurde das rote Garn knapp.

Ich lief wie betäubt durch die Straßen. Eine Freundin schleppte mich durch den Trubel. Hitler sollte schon in Memel sein. Zu uns nach Schmalleningken schickte er bloß ein paar Soldaten und einen Redner für die Begrüßungsansprache. “Willkommen im Reich. Wir danken euch für die unerschütterliche Treue!” und so weiter. Alles Hitlermenschen um mich herum, manche freuten sich vielleicht auch nur zum Schein.

Es war März, 1939, glaube ich. Jetzt mußte ich mich umstellen. Ich konnte doch nicht mein Haus verlassen und weglaufen. Viele Bekannte packten und machten rüber. Wer litauisch war oder dachte, ging über die Grenze, und die Juden natürlich, die bis dahin geblieben waren. Die Synagoge brannte, das war die erste Schande, die uns die neue Zeit einbrachte.

Mein Mann verschwand für eine Weile, zur Sicherheit und weil er doch Staatsbeamter war. Er mußte in der Hauptstadt , in Kaunas, die Dokumente abliefern und Abrechnungen vorlegen, sonst wäre er doch fahnenflüchtig gewesen. Wenn er sich freigemacht hatte von der Pflicht, wollte er zu uns zurückkommen.

Lange blieb er nicht fort. Kurz bevor der Krieg mit Polen anfing, war er wieder bei uns. Er war nun Ausländer, ich Deutsche. Wegen unserer Ehe wurde er geduldet, beim Zoll durfte er natürlich nicht mehr arbeiten. Das schlimmste war, dass ständig die Gestapo hinter ihm her war. Die wollten ihn um jeden Preis anwerben.

Zuerst versuchten sie es hintenrum und beknieten mich. “Frau Kondratavičiene, sehen Sie zu, dass Ihr Mann Deutsch lernt, solche Leute brauchen wir.° Die hatten die Vorstellung, er wäre als Spitzel geeignet. Konstantin sprach Litauisch, er sprach Russisch, weil er doch in der Zarenzeit ein paar Klassen Gymnasium genossen hatte. Und er kannte die Gegend diesseits und jenseits der Grenze wie seine Westentasche.

Litauen wird von den Russen besetzt

Seit dem Sommer 1940, die Irina war gerade geboren, wurde es noch schwieriger. Nachdem Stalin Litauen und die anderen baltischen Länder einkassiert hatte, lag Schmalleningken praktisch direkt vor der Tür des Bären. Mein Konstantin sollte dort spionieren gehen. Niemals hätte er sich dafür hergegeben, du hättest ihn vorher totschlagen müssen. Er verstand schon Deutsch, gar nicht mal so schlecht, nur sprechen tat er nie.

Also die Gestapo lag mir in den Ohren. Und ich lavierte: “Wissen Sie, Herr Karsten”, so hieß der Oberste von denen, “ich müh mich schon seit vielen Jahren. Aber er ist so ein Stubbenkopf. Wenn einer nach zwei-, dreimal den Satz immer noch nicht wiederholen kann, dann bin ich fertig mit den Nerven. Entweder ich werde verrückt, oder er wird verrückt. Wir beide werden uns noch darüber verzanken.” So hab ich ihn hingestellt, bis sie von ihm abgelassen haben.

Und dann fielen sie auf mich. “Hören Sie, was die Kundschaft redet. Was sie für eine Einstellung haben. Wer von drüben kommt, aus dem roten Litauen.” Mein Kurzwarenladen war direkt gegenüber dem Büro der Gestapo. Jeden Tag praktisch kamen Leute von der anderen Seite der Grenze zum Einkaufen. Die vertrauten mir, ich kannte so manchen. Ach du großer Gott, der eine hatte geschmuggeltes Geld unter dem Paletot. Ein anderer wollte eine Nachricht hinterlassen für einen Bekannten. Woher sollte ich wissen, ob das nicht eine verschlüsselte politische Botschaft war?

Dann plötzlich stand der Krüger im Rahmen, wollte sich aussprechen. Das war der Nachbar, der mit einer Betty Adelssohn aus Tilsit verheiratet war, einer sehr schönen Jüdin. Er kam immer, um sich zu beklagen, er fände keinen Platz für seine Frau und seinen Sohn Hansi, die Verwandten in Ostpreußen weigerten sich, sie zu verstecken, ob ich nicht jemand wüßte. Kaum war er zut Tür heraus schoß die Gestapo herein. “Was spricht der Krüger?” Ich mußte gleich umschalten: “Ach, der ist so traurig, dass er nicht mitkämpfen darf fürs Vaterland. Wegen seiner Frau lassen sie ihn nicht, da grämt er sich sehr.” Das war nicht ganz falsch, weil der Krüger wirklich partout in den Krieg wollte, am liebsten nach Frankreich. Wenn ich ihn verraten hätte, dann wäre er sofort weggeschleppt worden.

Die Gestapo-Menschen waren meistens keine aus der Gegend. Da war ein Rheinländer und einer noch weiter her, die Sprache von denen war schon von Natur aus anders. Aber sie fühlten sich bei mir fast wie zu Hause. Diese Kerle waren immer hungrig, obgleich sie einen guten Posten hatten.
“Was gibt es heute bei Ihnen, Frau Kondratavičiene?”
Sie beschmusten mich und ich sie.
“Na, gehen Sie zur Steffi in die Küche, und gucken Sie in den Topf.”
Die Steffi, mein Pflichtjahrmädchen, war eine ganz helle und wußte über fast alles bei uns Bescheid. Sie bediente die Bande.

Auf dem Rückweg kam der Lümmel wieder in den Laden und schnaufte noch mit dem Klops im Mund:
“Ich sage Ihnen, Frau Kondratavičiene, wir können heute zusammen essen und trinken und gut Freund sein, aber wenn es heißt, Sie haben etwas gemacht und sollen festgenommen werden, sofort muß ich das machen.”

Die guckten von ihrem Fenster sogar, was die Kinder taten.
“Birute, werde ein deutsches Mädchen. Sprich nicht litauisch mehr. Irena, spiele du nicht mit dem Judenbengel Hansi.”
Besonders der Karsten, der war ein Hundertfünfzigprozentiger, der hörte nicht auf, uns zu piesacken. Eigentlich hieß er Schibrowski, er hatte sich umgetauft auf deutsch.

Es ist schrecklich in einem Grenzort, wenn du eide Sprachen kennst. Einer sagt, du bist deutsch, der andere sagt, du bist Litauer. Diese verlassen sich auf dich, jene wollen wieder was von mir haben, Und ich steh so zwischen zwei Feuern. Die Unsrigen forderten auch ihren Teil. Damals habe ich zum ersten Mal mich als Litauerin gefühlt. Unter diesen Umständen konnte ich doch für die Deutschen nicht sein.

Grenzgänger

Damals wollten viele Emigranten heimlich über die Grenze, Litauer meistens, die vor dem Bolschewismus geflohen waren. Mancher wünschte noch Speck zu holen von seinem Hof, denn er hatte Hals über Kopf alles liegen- und stehen lassen, und es war doch schon alles knapp. Oder sie hatten ihre Dokumente oder Wertsachen vergessen oder eingegraben vor der Flucht, oder sie wollten nach Verwandten forschen, die Stalin nach Sibirien gebracht hatte. Immer hieß es: “Geht zu Kondratavičius rauf, die werden euch über die Grenze helfen.” Konstantin ging mehr, aber oft ging auch ich.

Man mußte sich spätabends auf Schleichwegen nach dem Wald durchschlagen. Dann einen Umweg machen weg von der Grenze und wieder zurückzu einem Bauernhof, wo ein Mann mit Namen Karvelis wartete. Er oder unser Freund Julius begleiteten den Betreffenden das letzte Stück des Weges. Nur die Sventoje, ein kleiner Fluß, war von dort aus zu durchwaten. Längs desselben marschierten die Patrouillen, hier die Deutschen, drüben die Russen. Wenn sie außer Sichtweite waren, wurde unser Mann durchs Wasser über die Grenze geschubst. Schnell rüber, und jenseits waren auch Menschen, bei denen man unterkommen konnte.

Einmal kam eine Freundin aus Berlin mit ihrem litauischen Verlobten, der auch etwas zu Hause vergessen hatte. Wir versteckten sie einige Tage in der Oberstube, bis wir alles ausgekundschaftet hatten. Es war vereinbart, sobald er über die Grenze ist, wird ein Schuß losgelassen. Ich führte ihn, und glücklich kamen wir zur Hecke, wo schon Julius nach uns Ausschau hielt. Zurück ging ich über die öffentliche Straße. Damals wußte ich nicht so richtig, in welcher Gefahr ich mich befand. Was, wenn die Gestapo mich gesehen hätte oder auch nur so ein einfacher Hitlermensch? “Was machst du spätnachts auf der Straße?” -
“Ich bin spazierengegangen”, hätte ich geantwortet und wäre womöglich nicht damit durchgekommen.

Mit der Freundin saßen wir am Fenster hinter der Gardine und warteten auf den Schuß. Endlich, nach zwei Uhr, fiel er. Es dauerte vielleicht zwei Wochen, da wurde der Julius verhaftet und nach Tilsit ins Gefängnis gebracht. Nachbarn oben vom Berge hatten doch etwas Verdächtiges bemerkt und Meldung gemacht.
Wir haben den Julius nie wiedergesehen.

Krieg

An Mitsommer 1941 kam der Krieg zu uns. Ich besinn mich noch genau, wie er ausbrach. Abends lagen vor dem Fenster die Soldaten, sprungbereit. Sie hatten Tarnkleider an und mahnten mich, in den nächsten Tagen auf die Kinder achtzugeben. “Paß auf, heute nacht um drei Uhr geht es los.”
Es wurde schon hell, als die Schießerei anfing. Abends kamen schon verwundete Soldaten zurück. Nachher ging die Front immer vor, immer voran, und wir blieben zurück und wirtschafteten weiter.

Nie im Leben werde ich das Geschrei vergessen in diesen ersten Tagen des Krieges. Ein Geschrei, ach Vater im Himmel, du konntest verrückt werden! Von jenseits der Grenze schrieen die Juden, sie schrieen, schrieen, von Jurbarkas bis Sudargen und von all den kleinen Dörfern dorten. Sie haben alle zusammengetrieben. Sie mußten selber ihre Gruben graben, und dann wurden sie lebendig reingeschmissen.

Auch unsere Schmalleningker Juden, die auf der anderen Seite Quartier bezogen hatten, blieben nicht verschont. Die Clara Berlowicz, von der wir das Haus gekauft hatten, war dabei. Ihre Schwester, die Frau Simon, die immer so lustig war wegen nichts. Sie hatten einen Tuchladen schräg gegenüber von uns und so ein liebliches Töchterlein, Ewa. Der Simon ist ein deutscher Krieger gewesen, hat viel gespendet für das Deutsche Reich. Das hat alles nicht gezählt. Von Schmalleningken mußten etliche Beamte vom Zoll und von der Polizei mitschießen. Die wurden gezwungen, einfach abkommandiert und fertig.

Einer, der zurückkam, hat alles erzählt unter Tränen.
“Ich kann aus dem Verstand gehen, Ich bin schon ganz dumm davon.”
Er hatte die kleine Ewa gesehen, wie sie vor die Grube geschleppt wurde.
“Lauf weg, Mädchen, lauf, ich werde dich nicht sehen.”
“Nein”, sagte sie, “wo meine Mutter ist, bleib ich auch.”
Sie haben sich umfaßt und fielen zusammen ins Grab. [8]

Memeler Dampfboot

1936 aus dem Memeler Dampfboot
936 aus dem Memeler Dampfboot


  • 5.Dezember 1933: Am Sonntag feierte der Memelländische Frauenverein sein Winterfest, welches einen zahlreichen Besuch aufwies. Die einaktige Operette „Das Singvögelchen“, sowie die anderen Darbietungen fanden großen Beifall. Das sehr reichhaltige Programm wurde noch durch Chorgesänge der beiden hiesigen Gesangvereine erweitert. Verlosung und Tanz bildeten den Abschluß des Festes.
  • Dieser Tage fand bei Kaufmann Wittkat ein Holztermin der Oberförsterei Schmalleningken statt. Es wurden für Kiefernkloben 6 Lit, für Fichtenkloben bis zu 5 Lit, für Knüppelholz 4 Lit pro Raummeter gezahlt. Nutzholz brachte 12-14 Lit pro Festmeter. Händler waren zu diesem Termin nicht zugelassen.
  • In einer der letzten Nächte versuchten Diebe eine Kuh aus dem Stalle des Besitzers Motejus –Schmalleningken-Wittkehmen, zu stehlen. Doch wurde durch das Bellen der Hunde der Besitzer aufgeweckt und konnte die Diebe verscheuchen. Von hier aus gingen sie zu Lokomotivführer Hardt und stahlen ihm die einzige Kuh aus dem verschlossenen Stall.


Karten

Smalleningken Augstogallen auf der Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Ganz rechts an der Grenze auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Schmalleningken und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1862
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Schmalleningken im Preußischen Urmesstischblatt 1862
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Schmalleningken im Messtischblatt 09101 Schmalleningken (1915-1927) mit den Gemeindegrenzen von 1938, Maßstab 1:25000
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Schmalleningken aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv


Teilauswertung zu Schmalleningken: Memelland, OFB

Fotoalbum Schmalleningken


Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Forscherkontakte in FOKO

Die Datenbank FOKO sammelt und ermöglicht Forscherkontakte. Dort eingetragene Forscher mit genealogischen Interessen in Schmalleningken findet man über die Suche

(Zur Erläuterung des Unterschiedes zwischen den angebotenen Suchmöglichkeiten bitte hier weiterlesen).


Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung SCHLENKO15GB
Name
  • Schmalleningken-Augstogallen (1862 - 1939) Quelle Landgemeinde 31.242 (deu)
  • Smalininkai (1923 -) Quelle (lit)
  • Schmalleningken (1939 -) Quelle (deu)
Typ
Einwohner
w-Nummer
  • 66133
externe Kennung
  • geonames:594429
Karte

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Pogegen, Pagėgių apskritis (1920 - 1939-09-30) ( Kreis Kreis ) Quelle

Ragnit (- 1920) ( Kreis ) Quelle

Pogegen, Pagėgių apskritis (1945 - 1947) ( Kreis Kreis )

Georgenburg (lit. Landkreis [1947]), Jurbarkas, Jurbarko apskritis [1947], Jurbarko rajono savivaldybė [1995] (1947 -) ( Landkreis )

Tilsit-Ragnit (1939-10-01 - 1945) ( Kreis Landkreis )

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Wittkehmen, Schmalleningken-Wittkehmen, Vidkiemiai, Vidkiemis Landgemeinde Gemeindeteil Dorf WITMENKO15GB (1939-05-01 - 1945)
Antschwenten, Antšvenčiai Landgemeinde Gemeindeteil Dorf ANTTENKO15HB (1939-05-01 - 1945)
Schmalleningken Kirche object_169372
Endruschen, Schmalleningken-Endruschen, Endružiai, Endriušiai Landgemeinde Gemeindeteil Dorf ENDHENKO15GB (1939-05-01 - 1945)


Quellen

  1. 1,0 1,1 Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. H.E. von Knobloch, 20.7.1999, veröffentlicht von der Kreisgemeinschft Tilsit-Ragnit
  3. Martynas Purvinas, "Historische Orte am Unterlauf der Memel", übersetzt von Gerhard Lepa, aus dem Jahrbuch Annaberger Annalen
  4. Laut Landwirtschaftliches Güter-Adressbuch für die Provinz Ostpreußen mit Anhang Memelland, 4. Auflage, Leipzig 1922
  5. Erich Mauruschat schreibt: Das sind die "Reste" unseres Anwesens!! Unser Haus ist nur noch ein Parkplatz!!
  6. Foto W. Boes, Hilden
  7. Erich Mauruschat schreibt: "Haus von Woischwills, in dem meine Jugendfreundin Ruth gewohnt hat !!!"
  8. Ulla Lachauer, Paradiesstraße, Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit, Seite 38 - 45, Rowohlt 1996, ISBN 3 498 038788
Persönliche Werkzeuge