Piktupönen

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Wappen von Pogegen

P i k t u p ö n e n

Kirchdorf im Kreis Pogegen
Memelland, O s t p r e u ß e n
_____________________________________________________

Eigenheime in Piktupönen, Kreis Pogegen, Memelland, Ostpreußen


Hierarchie

Inhaltsverzeichnis

Ev.-luth. Pfarrkirche in Piktupönen

Einleitung

Ortsschild von Piktupönen, Kreis Pogegen, Memelland

Piktupönen war ein großes Kirchdorf an der Landstraße von Tilsit zur litauischen Grenze bei Laugszargen.
Die Kleinbahn-Haltestelle befand sich beim Dorf Birstonischken. Foto 2006.

Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der Name dürfte eher prußisch abzuleiten sein und sich auf die hellen Geräusche des Flusses beziehen. Die Deutung nach "piktas" (böse) dürfte neuer sein, da es sich hierbei um ein polnisches Lehnwort handelt und Flussnamen sehr alt sind. Dieser Fluss liegt jedoch im baltischen Sprachbereich und zudem in einer Region, wo Polen nachweislich keinerlei Einfluss hatten.

  • prußisch "piktwei" = piepsen

dagegen

  • preußisch-litauisch "piktas" = böse, übel

+ "upe" = Fluss

Allgemeine Informationen

Politische Einteilung

Gebiet des Landkreises Pogegen (1920 - 1939)

Piktupönen, bis 1920 Kreis Tilsit, Ostpreußen; (1920-1939) Kreis Pogegen; (1939-1945) Kreis Tilsit-Ragnit
Schimkaiten gehörte zur Gemeinde Piktupönen[1]

10.1.1920: Abtrennung des Memelgebiets vom Deutschen Reich;[2] Piktupönen kommt zum Kreis Pogegen, Memelgebiet

22.3.1939: Wiedervereinigung des Memelgebiets mit dem Deutschen Reich[3]

1.5.1939: Name der neuen Gemeinde: Piktupönen;
Die neue Gemeinde ist gebildet worden aus der bisherigen Landgemeinde : Piktupönen[4]

1.10.1939: Piktupönen kommt zum Kreis Tilsit-Ragnit [5]

Vom 13. Januar bis zum 25. April 1945 wird das Memelland von der Roten Armee erobert. [5]


Kirchliche Einteilung / Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Piktupönen ist seit 1574 Kirchspiel. Hier soll der Bischof Tilemann Heshusius eine Kirchenrevision gehalten haben. "Durch den Tatareneinfall unter Gonsiewski wurde diese Kirche eingeäschert; sie wurde im folgenden Jahre, 1656, in Fachwerk erneuert und als diese baufällig wurde, baute man die jetzige ev. Pfarrkirche, königl. Patronats, 1744 aus Feldsteinen und Ziegeln. Einfach. Vier rechteckige Fensterachsen lang. Decke flach. Turm von Holz mit Zinkkuppel und Wetterfahne von 1853.

Altar und Kanzel vereint. Kanzel aus dem Achteck geschnitzt, mit korinthischen Säulchen an den Ecken, die Felder mit geschnitztem Ornament. Neben der Kanzel gehen reich geschnitzte korinthische Säulen auf; kleinere ionische daneben; dazwischen unter Muscheln Maria und Johannes. Litauische Deckchen auf Altar und Kanzel. Tauftisch aus Holz geschnitzt, mit einem knieenden Engel als Träger. L. vom Altar ein mit Hermen geschnitzter Stuhl." [6]

Mitte der 1930er Jahre war dort Georg Podszus der zuständige evangelische Pfarrer.

Zugehörige Ortschaften

Zum Kirchspiel Piktupönen gehörten 1912 folgende Ortschaften:
Bardehnen (Kr.Pogegen), Baubeln, Bennigkeiten, Birstonischken, Bojehnen, Cullmen Jennen, Cullmen Kulken, Cullmen Laugallen, Cullmen Szarden, Dingken Oberförsterei, Dinglauken, Ernstthal I, Ernstthal II, Gudden, Heinrichsthal, Jonikaten, Kreywöhnen Lompönen, Mantwillaten, Mikieten, Piktupönen, Powilken, Sterpeiken, Strasden, Trakeningken, Uszkullmen, Wittgirren.

Vor 1895 gehörten folgende Ortschaften des Kirchspieles Nattkischken auch zum Kirchspiel Piktupönen:
Cullmen Kulken, Cullmen Wiedutaten, Eistrawischken, Kiupeln, Nattkischken, Robkojen, Schleppen, Schudienen

Vor 1870 gehörten auch folgende Ortschaften des Kirchspieles Rucken zum Kirchspiel Piktupönen:
Alt Scheekken, Grigullaiten, Jecksterken, Krakonischken (am Rombinus), Lukaschaiten, Neu Scheekken, Paulbeistrauch, Reinhardt, Schandienen, Scheekken, Schimkaiten, Szaulen, Welaten.
Wer erkennt Personen auf diesem Foto und kann ihre Namen nennen? Kontakt

Konfirmation in Piktupönen (1938) mit Pastor Heinrich Dauskardt


Königin Luise auf der Flucht

  • Bei einem russisch-preußischen Treffen 1807 wohnten der Zar im Pfarrhaus von Piktupönen, König Friedrich Wilhelm III. im Schulhaus und Königin Luise im Pfarrwitwenhaus.
    Am 26. Dezember 1812 fand hier ein Gefecht zwischen den Russen und einem Yorckschen Corps statt, bei dem Major von Mannstein fiel. Er wurde in Piktupönen begraben.
    Sein Grabstein existiert noch.
Schulhaus in Piktpönen, heute mit Kindergarten

Kirchenbücher

Die Kirchenbücher von Piktupönen sind verschollen; sie seien auf dem Pfarrgehöft vergraben worden.
Im Jahre 2010 wurden nach gezielter Suche Dokumente in Piktupönen gefunden.
Der Zustand sei allerdings nach ersten Informationen schlecht.

Aussage von Erwin Wittenberg am 09.03.2016 : Die Kirchenbücher sind geborgen worden. Leider konnte nach Einschätzung der litauischen Fachleute nichts Lesbares hergestellt werden.


siehe auch: Ostpreußen/Genealogische Quellen/Kirchbuchbestände Kreis Pogegen


Bewohner


Friedhof

Das Kriegerdenkmal von Piktupönen hat einen Inschriftenblock mit vier zerschlagenen Granittafeln, die neuerlich falsch wieder zusammengesetzt wurden. Über einem schmaleren Stück ist ein Pyramidenstumpf mit einem Stahlhelm in einem Ehrenkranz eingehauen. Auf einem anderen Ende ist die Inschrift: "Unseren gefallenen Helden - in Dankbarkeit - die Gemeinde Piktupoenen".

Die Bilder wurden freundlicherweise von Anneliese Grosse zur Verfügung gestellt. Stand Juli 2011

Gedenktafeln auf dem Friedhof von Piktupöhnen


Geschichte

Schalauerburg Sareika

Annähernde Lage der Schalauerburg Sareika

6 km nördlich von Piktupönen, bei Culmen Szarden, lag an der Wilke die prußisch-schalauische Burg Sareka/ Sarecka/ Sareika.

  • "Sarecka (1276), schalauischer Häuptling, "castellaneus in castro Sarecka" (Scriptores rerum Prussicarum Bd. 1, S. 134)."

Der Name weist den Häuptling Sareikā als verheerenden Krieger aus:

  • prußisch "sari, zari" = die noch rote Glut des ausgelöschten Feuers
  • preußisch-litauisch "sarioti" = verheeren, verwüsten, rauben, plündern, plündernd umherstreifen

Zahlen der Geschichte

  • Auf der Höhe südlich von Piktupönen liegt eine Schanze aus prußischer Zeit.


  • 1655 Tatareneinfall.
  • 1757 Die Russen fallen im Sommer (im Siebenjährigen Krieg) unter Graf Fermor und Feldmarschall Graf Apraxin in Ostpreußen ein. Zarin Elisabeth I. erklärt durch Patent vom 31. Dezember 1757 Ostpreußen als russisches Eigentum.
  • 1758 Jan. Eine russische Armee unter Graf Fermor besetzt kampflos das ungeschützte Ostpreußen.
  • 1762 Nach dem Tod der Zarin Elisabeth (5.1.1762) kommt es unter ihrem Nachfolger, Zar Peter III., zum Frieden mit Preußen (5.5.1762 Vertrag von St. Petersburg). Russland gibt ohne Entschädigung die besetzten bzw. bereits annektierten Gebiete Ostpreußen, Hinterpommern und Neumark zurück. Die Russen ziehen ab, Piktupönen wird wieder preußisch.
  • 1807 wohnte Friedrich Wilhelm III. im Präzentorat, Königin Luise in der Pfarr-Widdem.
  • 1812, 26. Dez. Gefecht zwischen einer Abteilung des York´schen Corps und den Russen. Major von Mannstein fällt und wird auf dem Kirchhof von Piktupönen begraben.
  • 1866.21. Okt.. Der letzte der Verträge zwischen Preußen und 22 Staaten oder Freien Städten nördlich der Mainlinie über die Gründung des Deutschen Bundes wird unterzeichnet (Verfassungsgebung: 1. Juli 1867). Piktupönen im Königreich Preußen ist nun eine Gemeinde im Norddeutschen Bund.
  • 1871.18. Jan.. König Wilhelm von Preußen wird im Spiegelsaal zu Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert; Gründung des II. Deutschen Kaiserreichs. Insgesamt gehen vier Königreiche, sechs Großherzogtümer, fünf Herzogtümer, sieben Fürstentümer, drei freie und Hansestädte sowie das Reichsland Elsaß-Lothringen in das Reich ein. Piktupönen ist nun eine Gemeinde im Deutschen Reich.


Beitrag im Memeler Dampfboot vom 20. November 1988:

Major A.E. von Mannsteins Grab, Zum Gefecht von Piktupönen am 26. Dezember 1812, nach den Aufzeichnungen des Präzentors Barutzki

Piktupönen, Grab des Königlich-Preußischen Majors A.E. von Mannstein

Auf dem Friedhof von Piktupönen, im Schatten der hübschen alten Kirche und mit dem Blick auf die schön geschwungenen Höhen im Westen, stehen zwei alte Grabtafeln. Die eine aus Stein, dem Pfarrer Hassenstein gewidmet, die andere aus Gußeisen (in der Eisengießerei Rohrmoser in Tilsit hergestellt) trägt folgenden Text:

Der Königlich Preußische Major Herr A.E. von Mannstein fiel als Held in seinem Beruf bei dem Gefecht, welches hier begann am 26. Dezember 1812. Er war geboren am 24. März 1775. Rechtschaffenheit, die kein Eigennutz hemmte, unermüdete Tätigkeit, nie wankender Mut. Strenge und Pflicht neben Vatertreue gegen Untergebene. Freundschaft und Liebe, ganz dieses Namens wert, zierte den Guten, dessen Hülle hier ruht.

Im Mai 1802 befand sich der Leutnant von Mannstein in Tilsit im Quartier. Sein Regiment befand sich auf dem Marsche nach Memel, wo eine große Truppenbesichtigung vor König Wilhelm III. und der Königin Luise stattfinden sollte. Am 4. Juni trafen die Dragoner in Memel ein. Mannsteins Regiment erhielt den Auftrag, den russischen Kaiser, welcher der Revue beiwohnen wollte, an der Grenze zu erwarten und ihn als Ehrenbedeckung ins Lager zu begleiten. 1807 musste von Mannstein seinen Abschied nehmen, da die Beschränkung des Heeres auf 42000 Mann zur Entlassung zahlreicher Offiziere nötigte. Er zog sich auf das Gut seines Vaters in Willpischen zurück. Mit dem Aufkommen des Krümpersystems [1] werden wieder mehr Offiziere benötigt, und von Mannstein tritt am 4. Februar 1810 wieder in sein altes Regiment ein und zwar als Stabskapitän mit Patent vom 28. November 1807.

Es kommt das ereignisreiche Jahr 1812 heran. Napoleon plante seinen Feldzug gegen Rußland. Friedrich Wilhelm mußte sich zu dem Bündnis mit Frankreich entschließen, in welchem er sich verpflichtet, 20 000 Mann Hilfstruppen gegen Rußland zu stellen. Die Mobilmachung dieser Armee, die bereits Anfang März erfolgte, schloß auch das 2. Westpreußische Dragonerregiment (so hieß jetzt von Mannsteins Regiment) ein, dessen Führer Major von Treskow war. Die Dragoner marschierten nach Königsberg. Die preußischen Truppen bildeten mit der siebenten französischen Division unter General Grandjean das zehnte Armeekorps unter dem Oberbefehl des Marschalls Jacques MacDonald, Herzog von Tarent.

Am 16.Mai war von Mannsteins Regiment bis in die Gegend von Tilsit gekommen und biwakierte in den Dörfern Eromeiten, Trakeningken, Petratschen und Woidehnen. Es wartete hier die Fertigstellung der Pontonbrücke über die Memel ab. Am 23. Juni war die Brücke fertig, und am folgenden Tag ging auch das Dragonerregiment unter den Augen des Marschalls über die Brücke und biwakierte in Baubeln. Hier wurde den Truppen durch eine Proklamation bekannt gemacht, dass der Krieg bereits begonnen habe. Und so kämpften von Mannstein und die Truppen gegen die Russen, die sie im Grunde als Verbündete betrachteten. Wiederholt zeichnete von Mannstein sich durch seine Tapferkeit aus, wurde zum Rittmeister befördert und mit dem Orden „Pour le mérite“ dekoriert.

In Tauroggen wurde dem König dienstlich bekannt, dass die große französische Armee völlig geschlagen und aufgerieben über die Memel zurückgegangen sei, die Russen aber bei ihrer Verfolgung bereits Tilsit besetzt hätten. Vielen Ungeduldigen schien der Augenblick, das verhaßte Joch abzuschütteln, gekommen. Die jüngeren Offiziere des 1. Dragoner-Regiments beschlossen, noch in derselben Nacht zu den Russen überzutreten, doch gelang es dem Regimentsadjudanten, sie von dem voreiligen Unternehmen abzuhalten. Nicht durch ein einzelnes Übertreten durfte der allgemein ersehnte Abfall stattfinden, sondern geführt von dem edlen York mußte das ganze preußische Korps mit klingendem Spiel in das russische Lager übergehen. Als man an von Mannstein herantrat und ihn überreden wollte, weigerte er sich, zu desertieren.

Am ersten Weihnachtsfeiertag überschritt das Dragonerregiment Nr. 1, das zur Vorhut gehörte, bei Kalehnen die preußische Grenze. Ein nicht enden wollendes Hurra begrüßte das Vaterland. Der Vortrupp erhielt schon am anderen Tage den Befehl, bis Piktupönen vorzugehen. Man fand das Dorf durch zwei Bataillone russischer Landwehr, die Grodnoschen Husaren, einen Pulk Kosaken sowie eine Kanone und eine Haubitze besetzt. Bei Annäherung des Dragonerregiments verließen die Russen das Dorf und blieben auf der Straße nach Tilsit stehen. Oberstleutnant Treskow hatte wenig Lust, die ihm im Herzen verbündeten Russen anzugreifen. Er beschloß, die Russen durch ein Scheinmanöver zum Rückzug ohne Gefecht zu bewegen und ließ zu diesem Zweck sämtliche Truppen der Vorhut auf der Höhe von Piktupönen aufmarschieren. Doch die Russen zögerten und begannen sich zu formieren.

Inzwischen kehrte der französische Oberkommandierende Bacheln zurück und befahl den Angriff. Gleichzeitig jagte auch von Mannstein mit der Schwadron heran – zu seinem Todesritt. Die Bemannung der Geschütze wird beim Laden niedergemetzelt. So wild ist der Ansturm auf die dichte Jägermasse, daß die Leute zurückdrängend übereinander stürzen und von den Pferden zertreten werden. Im dichten Handgemenge kämpft von Mannstein. Seine Dragoner wollen sich des feindlichen Geschützes bemächtigen, er spornt sie an, da sinkt er, von einer Kugel in den Kopf getroffen, vom Pferde. Mit Mühe retten ihn die Seinen aus dem Kampfgetümmel.

Das war das denkwürdige Gefecht von Piktupönen, in dem die Preußen siegten, aber ihren von Mannstein, einen der tapfersten Soldaten der Armee, verloren. Mit dieser Trauer geleitete ihn sein Regiment zur letzten Ruhe und bestattete ihn auf dem Friedhof von Piktupönen.


1922[7]

  • Paul Biensfeldt, 53 ha
  • David Griwenka, 59 ha


Heutige Situation

Bauernhof in Piktupönen, Kreis Pogegen (2008)
Siedlungshäuser in Piktupönen, Kreis Pogegen (2008)

Standesamt

Standesamt

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Piktupönen gehörte 1888 zum Standesamt Piktupönen.

Verschiedenes

Memeler Dampfboot

  • 1933 Nr.4 (Memelgau): 3. Januar [Kirchlicher Jahresbericht]

Im vergangenen Jahr wurden im hiesigen Kirchspiel 63 Kinder (68) getauft. Eingesegnet wurden 28 Kinder (41), davon waren 15 Knaben und 13 Mädchen. Getraut wurden 34 Paare (30). Gestorben und kirchlich beerdigt sind 69 Personen (71). Das Heilige Abendmahl empfingen 1116 Personen (1396), und zwar 662 in deutscher und 454 in litauischer Sprache. Von den Abendmahlsgästen waren 639 Frauen und 497 Männer. Auf dem Krankenlager erhielten 63 Personen das Sakrament des heiligen Abendmahls. An Kollekten gingen im ganzen ein: 1328,81 Lit (1557,70 Lit), und zwar brachten angeordnete Hauskollekten 359,14 Lit (170 Lit), freiwillige Sammlungen 872,22 Lit (1066,20 Lit), aus Sammelbüchsen 385,47 Lit (225 Lit), für Arme und Kranke 219 Lit (244 Lit). An sonstigen Gaben gingen ein 1385 Lit (1209 Lit). Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 1931.

  • 1933 Nr.18 (Memelgau): 20. Januar [Winterfest der Freiwilligen Feuerwehr]
  • 1933 Nr.19 (Memelgau): 20. Januar [Der Landwirtschaftliche Verein]
  • 1933 Nr.52 (Memelgau): 28. Februar [Unfall - Diebstähle]
  • 1933 Nr.54 (Memelgau): 3. März [Der Frauenverein vom Roten Kreuz]
  • 1933 Nr.63 (Memelgau): 13. März [Elektrisches Licht - Verpachtung]
  • 1933 Nr.68 (Memelgau): 20. März [Immer wieder Hühnerdiebstähle - Hochwasser]
  • 1976 Nr.3 S.48: Bauernhöfe des Memellandes: Sziegaud, Piktupönen.


Memeler Dampfboot vom 05.09.1935

Piktupönen, 2.September. [Pfarrerwechsel] Vikar Grops, der seit zehn Monaten als Hilfskraft an der hiesigen Pfarrstelle amtiert hat, ist durch Verfügung des Evangelischen Konsistoriums Memel mir der Verwaltung der seit dem 7.April d. Js. erledigten Pfarrstelle in Laugszargen betraut worden. In der kurzen Zeit hat er sich die Liebe und Achtung der Gemeindemitglieder erworben, so dass sein Scheiden von hier allgemein betrauert wird. Als Nachfolger ist der Kandidat der Theologie Dauskardt in Aussicht genommen, der am Sonntag vor acht Tagen in der hiesigen Kirche seine erste Predigt gehalten hat. Dauskardt ist ein Kind des Kreises Pogegen. Er hat seiner Zeit an der Herderschule Heydekrug sein Abitur gemacht.



Memeler Dampfboot vom 28.03.1936


Der Gemeindevorsteher von Piktupönen, Albert Meyhöfer, begeht am 28. März in voller Rüstigkeit seinen 81. Geburtstag. Bereits 38 Jahre verwaltet er sein Amt in vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit zur vollsten Zufriedenheit seiner Gemeinde und seiner vorgesetzten Behörde. Außerdem versieht er seit dieser Zeit auch das Amt eines Verbandsvorstehers der Schulgemeinde Piktupönen mit derselben Treue. Herr Meyhöfer gehört auch zu den Begründern des Raiffeisenvereins. Bis vor kurzem war er 40 Jahre in den Verwaltungsorganen tätig. In Anerkennung seiner Verdienste ist er mit mehreren Diplomen ausgezeichnet und geehrt worden. Seit einigen Jahren verwaltet er auch die Kirchenkasse. Auch wir wünschen Herrn Meyhöfer die beste Gesundheit und einen frohen Lebensabend.

Memeler Dampfboot vom 28.03.1937

Hohes Alter in seltener Rüstigkeit

Am ersten Osterfeiertag begeht der Gemeindevorsteher von Piktupönen, Herr Albert Meyhöfer, in seltener Rüstigkeit seinen 82. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters verwaltet er in unermüdlicher Treue sein Amt bereits 39 Jahre zur vollen Zufriedenheit seiner Gemeinde und der vorgesetzten Behörde. Vom Vertrauen seiner Dorfeingesessenen getragen, ist er im vergangenen Jahre wieder auf weitere Zeit zum Gemeindevorsteher gewählt und bestätigt worden. In denselben langen Jahren versieht er auch das Amt eines Verbandsvorstehers der Schulgemeinde Piktupönen. Die tadellose Instandhaltung der Schulgebäude ist seinem umsichtigen Verhalten zuzuschreiben. Mit 12 Jahren verwaltet er auch die Kasse der Kirchengemeinde Piktupönen. Wir wünschen ihm von dieser Seite das Beste für die Zukunft.



Verschiedenes

Karten

Picktuppönen auf der Schroetterkarte Blatt 12, (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Nördlich von Baublen auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Groß Piktupönen und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 65, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Groß Piktupönen im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 65, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Kl. Piktupönen und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 65, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Klein Piktupönen im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 65, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Piktupönen im Messtischblatt 0898 Willkischken und 0897 Pogegen (1913-1941) mit den Gemeindegrenzen von 1938, Maßstab 1:25000
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie


Persönlichkeiten

Auszug aus: Hans-Wolfgang Quassowski, Die von den Russen 1758-1762 in Ost- und Westpreußen angestellten Beamten. In: Familiengeschichtliche Blätter, 20. Jg., Heft 4 1922. (Daten nach dem russischen und gregorianischen Kalender).

Thorun, Friedrich, Präzentor in Piktupönen, zum Pfarradjunkt daselbst 6./17.7.1759 [War Friedrich Thorun, 1711 Hausbesitzer in Königsberg, Höckergasse am Markt gelegen, sein Vater?].

Internetlinks

Offizielle Internetseiten

Teilauswertung zu Piktupönen aus anderen Quellen: Memelland, OFB


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung PIKNENKO05XD
Name
  • Piktupönen Quelle Wohnplatz 37.117 (deu)
  • Piktupėnai (1923) Quelle Seite 1093 (lit)
Typ
  • Wohnplatz (- 1945)
  • Dorf (1945 -)
Einwohner
w-Nummer
  • 66133
externe Kennung
  • geonames:595766
  • nima:-2617993
Karte
   

TK25: 0897

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Piktupönen, Piktupėnai (- 1945) ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle Quelle

Tilsit (Maria Himmelfahrt), Tilsit (1907) ( Pfarrei ) Quelle S.296/297

Pogegen, Pagėgiai, Pagėgių savivaldybė (2011) ( Gemeinde ) Quelle

Piktupönen (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S.296/297

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Piktupönen Kirche object_169374


Quellen

  1. Lange, Dietrich: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Die von Preußen abgetretenen Gebiete, bearbeitet in der Plankammer des Preußischen Statistischen Landesamtes, Berlin 1922
  3. Reichsgesetzblatt 1939, Teil II, S. 608)
  4. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  5. Amtsblatt des Regierungspräsidenten in Gumbinnen, 2.9.1939
  6. Bötticher, Adolf: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen, Heft V. Litauen, Königsberg 1895, S. 99
  7. Landwirtschaftliches Güter-Adressbuch für die Provinz Ostpreußen mit Anhang Memelland, 4. Auflage, Leipzig 1922
Persönliche Werkzeuge