Haus Westerholt/Archiv

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Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Münster > Kreis Recklinghausen > Herten > Westerholt (Herten) > Haus Westerholt > Haus Westerholt/Archiv

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Das Archiv der Linie Westerholt-Arenfels wurde 1951/52 aufgeteilt und u. a. an die Städte Dortmund, Oberhausen und Recklinghausen verkauft.

Im Stadtarchiv Lünen befindet sich der Bestand des Hauses Schwansbell, im Stadtarchiv Werne der Bestand des Hauses Stockum, im Stadtarchiv Oberhausen der Bestand des Hauses Oberhausen, im Stadt- und Vestischen Archiv Recklinghausen die Bestände der Häuser Berge bei Buer, Löringhof und Klostern bei Datteln. Ein Restbestand, die Familiensachen der Linie Westerholt-Arenfels, sind der Familie verblieben und liegt auf Haus Alst.

Das Archiv der Linie Westerholt-Westerholt ist in seinem Hauptbestand 1928 im Stadt- und Vestischen Archiv Recklinghausen deponiert worden. Auf Schloß Westerholt sind Reste dieses Bestandes sowie das Rentei- und Familienarchiv des 19. und 20. Jahrhunderts verblieben. Die Akten des Patrimonialgerichts Westerholt sind im Staatsarchiv Münster.

Bestände

Bestand Westerholt-Arenfels

  • (Eigentum der Stadt Recklinghausen im Stadt- und Vestischen Archiv Recklinghausen)

Bei dem Archiv Westerholt-Arenfels handelt es sich eigentlich um das Archiv der Familie von Boenen, die 1521 durch Heirat von den von Bakem Haus Berge erwarb und sich im Vest Recklinghausen ansässig machte. 1743 heiratete Wilhelm Ludolf von Boenen zu Oberhausen, Lipperheide, Berge, Darl, Balken, Bermen und Bülchrath die Anna von der Recke, die Haus Löringhof (bis 1652 von Frydag, dann von Quadt), Haus Klostern (vorher von Groll), Haus Dinkelburg bei Epe und Haus Mönninghoff (Twente) in die Ehe brachte. 1747 wurden die Rittersitze Haus Heve und Haus Göckinghof (1773 wieder verkauft) von den von Vaerst hinzuerworben. 1753 erfolgte eine brüderliche Erbteilung, wobei Ludolf Friedrich Adolf, der 1769 den Namen Westerholt annahm, die väterlichen Boenenschen Güter erhielt, während Wilhelm die mütterlichen Reckeschen Güter und Haus Heve bekam. 1816 fielen diese ehemals Reckeschen Güter an Max Friedrich von Westerholt, den Erben der Boenenschen Güter, die 1810 um Haus Stockum vermehrt worden waren. 1829 konnte er auch Haus Schwansbell erwerben. 1951 kaufte die Stadt Recklinghausen die auf die Häuser Berge, Löringhof und Klostern bezüglichen Bestände sowie diejenigen Archivalien, die für Stadt und Vest Recklinghausen von Bedeutung waren.

  • Umfang: 817 Urkunden (1258-1846); 3065 Akten (14.-20. Jhdt.)

Archiv Haus Berge

Darin: Vestische Landessachen (Landtagsprotokolle 1463-1734, Landschatzregister 1481-1601, Militaria, landesherrl. Verordnungen); Familiensachen von Boenen; Haus Berge (Verwaltung, Ländereien und Höfe, Mühlen, Kirche zu Buer, Berger Mark mit Protokollen ab 1573, Eigenbehörige ab 1571, Pachtsachen, Rechnungen und Register ab 1549); Boenensche Güter Balken, Bülchrath (von Hundt), Darl, Dinsing, Gysenberg und Vörde, Neuenhof (Kopiar 1436-1512), Nesselrath (Leichlingen, von Ketteler), Oberhausen (von Lipperheide), Uhlenbrock (von der Recke); fremde Güter Altendorf (von Vittinghoff gen. Schell), Leithe (von Ovelacker), Merfeld, Strünkede und Dorneburg; Prozesse; Stift Fröndenberg (Nachlaß der Äbtissin Lisette von Boenen 1788-1812).

Archiv des Hauses Löringhof

Darin: Vestische Landessachen (ab 15. Jhdt., Landesrechnungen 1777-1800, Brandsozietät 1783-1805); Kirchen- und Schulsachen (ab 15. Jhdt.; Kirche zu Datteln); preuß. Landsturm 1813-1815; Familiensachen von Frydag, von Quadt, von der Recke, von Boenen (ab 16. Jhdt.); Haus Löringhof (Archiv, allgemeine Verwaltung); Finanzen (Rechnungen und Pachtregister ab 1574); Zehnte; Marken; Mühlen; Eigenbehörige (Wechsel ab 1550, Gewinne ab 1543); Prozesse (ab 16. Jhdt.).

  • Haus Klostern (Erbfolge, Pertinenzen, Familie von Groll, Finanzen ab 16. Jhdt., Prozesse ab 16. Jhdt.); Rittergut Heven (Kirche zu Uemmingen, Jagd, Wege- und Wassersachen, Familie von Vaerst 17.-18. Jhdt., Gutsverwaltung, Finanzen, Pachtsachen, Höfe, Hammerwerke ab 1732, Prozesse ab 17. Jhdt.; Rittergut Hardenstein; Bauernhöfe zu Grevel und Schultenhof zu Pöppinghausen (19. Jhdt.); Güter Bladenhorst (17. Jhdt.), Buldern (Hausbuch, Höfe, Register 18. Jhdt., Prozesse von Diepenbrock), Göckinghof (Erwerb, Verwaltung, Rechnungen 18. Jhdt.), Mönninghoff in der Twente, Niederdrove im Amt Nideggen (ab 15. Jhdt.), Schwansbell (19. Jhdt.), Schultenhof Wermelinghof Kspl. Waltrop (17.-19. Jhdt.). —
    • Findbuch P 194/5 (Urkunden), P 194/2 (Akten)

Bestand Westerholt-Westerholt

(Dep. im Stadt- und Vestischen Archiv Recklinghausen)
1726 stiftete Ferdinand Otto von Westerholt ein Fideikommiß, das aus den Gütern Westerholt, Alst, Haselünne, Schonebeck, Brabeck, Sythen und Hoetmar bestand, zu denen später noch Henrichenburg und Gysenberg kamen. Während es sich bei Westerholt um den ältesten Besitz der Familie handelt, sind Alst und Haselünne im 16. Jahrhundert durch Heirat von den von Münster, Schonebeck und Brabeck im 17. Jahrhundert von den von Aschebrock erworben worden. Sythen und Hoetmar gelangten von den von Ketteler an die von Westerholt, Henrichenburg und Gysenberg stammten aus der Erbschaft des Adolf Arnold von Gysenberg, Domherrn zu Hildesheim. Henrichenburg wurde 1775 an die Fürstäbtissin von Essen verkauft.

  • Umfang: 3201 Urkunden (1295-1833); 2278 Akten (15.-19. Jhdt.)
    • Darin: Familie von Westerholt: allgemeine Güterverwaltung, Vormundschaften, Linien zu Haus Lembeck und Haus Coppel, Domherren, Inventare; Familienverträge, Ehepakten, Prozesse, Testamente (ab 15. Jhdt.).
    • Darin: Gericht Westerholt (1595-1803).
    • Darin: Freiheit Westerholt: Armen- und Kirchensachen, Gericht, Steuern, Schule, Schützengilde ab 1654, Gemeinderechnungen ab 1629, Brandkataster 1794; Streitigkeiten zwischen der Freiheit und dem Haus Westerholt; Markensachen (Resser Mark, Westerholter Gemeinheit und Branderheide, Berger Mark und Löchterheide).
    • Darin: Vestische Landessachen: Landtag (auch Stift Münster); Rechtsangelegenheiten; Steuern ab 1586; Kirchen- und Schulwesen zu Westerholt ab 1600, Präbenden in den Domkapiteln Münster und Halberstadt; Jagd und Fischerei; Lehen der von Westerholt vom Kurfürstentum Köln, Fürstbistum Osnabrück, Fürstabteien Essen und erden; Militaria ab 1584.
    • Darin: Renteiverwaltung Westerholt: Ländereien, Eigenbehörige (ab 1538), Pachtsachen, Personal, Rechnungen, Inventare, Bausachen; Pachtregister ab 1454; Ländereien zu Datteln, Ahsen und Horneburg (ab 16. Jhdt.); Höfe und Kotten; Besitz zu Gladbeck, Questenburg (ab 16. Jhdt.); Schulden; Haus Uhlenbrock (16.-18. Jhdt.).
    • Darin: Haus Sythen: Familiensachen von Ketteler, Archivinventare, Rechnungen, Markensachen (16.-19. Jhdt.).
    • Darin: Haus Klein-Schonebeck: Familie von Brabeck, Pachtsachen, Höfe, Schulden, Eigenbehörige (15.-19. Jhdt.).
    • Darin: Haus Alst: Schulden, Pachtsachen, Prozesse (16.-18. Jhdt.).
    • Darin: Burgmannshof in Haselünne: Pachtsachen, Rechnungen, Schulden, Prozesse, Kirche zu Haselünne, Stadt Haselünne (16.-19. Jhdt.).
    • Darin: Haus Hoetmar und Gut Seppenhagen: Familie von Ketteler, Ländereien, Eigenbehörige (15.-19. Jhdt.).
    • Darin: Haus Nesselrath (Leichlingen siehe unter Haus Herrnstein): Pachtregister, Rechnungen (16.-19. Jhdt.).
    • Haus Stockum: Familien von Hövel, von Böhmer, von Knipping, Gut Köbbing im Kspl. Everswinkel (15.-19. Jhdt.).
    • Familie von Fürstenberg: Prozesse, Korrespondenzen (18. Jhdt.).
    • Familie von Aschebrock: Finanzen, Familienverträge, Gut Mahlenburg (16.-18. Jhdt.).
    • Güter Gysenberg, Henrichenburg und Vörde: Familie von Gysenberg, Lehnssachen, Finanzen, Kirche zu Castrop (16.-18. Jhdt.).
      • Findbücher P 194-P 194/1 (Urkunden), P 194/3 (Akten)

Bestand Westerholt auf Schloß Westerholt

Es handelt sich um den Restbestand, der 1928 auf dem Hause verblieben ist, sowie um die Registraturen der Familie und der Renteiverwaltung des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Bestand ist aufgrund verschiedener Verzeichnungsschritte in mehrere Teilbestände aufgegliedert.

Teilbestand 1

  • (1950 verzeichnet) Umfang: ca. 50 Urkunden (ab 1407); 814 Akten (16.-19. Jhdt.)
    • Darin: Burghaus Westerholt mit vestischen Landes- und Familiensachen; Freiheit Westerholt (Bauten, Militär, Schatzungen, Marken); Gericht Westerholt (Protokolle ab 1613, Strafsachen, Pfändungen, Zivilsachen, Streitigkeiten zwischen der Freiheit Westerholt und den Herren von Westerholt, Vormundschaften und Testamente); Güterverwaltung (Burghaus Westerholt, Datteln, Ahsen, Horneburg, Höfe im Vest Recklinghausen, Erbzinsleute im Dorf Gladbeck, Schulden, Erbschaft von Gysenberg mit den Häusern Gysenberg und Vörde, Alst und Haselünne, Hoetmar, Klein-Schonebeck, Sythen mit Familiensachen von Ketteler, Nesselrath.
      • Findbuch P 194/6

Teilbestand 2

  • (1982/83 verzeichnet) Umfang: 4.232 Akten (18.-20. Jhdt.)
    • Darin: Westerholtsche Hauptverwaltung: Personal, Grundbesitz, Fideikommiß, Beteiligungen, Pachtsachen, Forstwirtschaft mit Forstgut Löringhof, Prozesse, Kirchenpatronate (Westerholt, Hoetmar, Sythen), Bausachen (Schloß Westerholt), Finanzen, Steuern, Rechnungen); Güter Sythen, Klein-Schonebeck, Hoetmar, Nesselrath bei Leichlingen, Gysenberg mit Kallenberg und Vörde, Höfe an der Voßgasse und Aegidiistraße in Münster (ab 18. Jhdt.), Burgmannshof in Haselünne, Güter Horst, Sevenum und Bocholt in den Niederlanden, Rittergüter Nennhausen und Stechow I und II bei Rathenow im Kreis Westhavelland (1911 gekauft).
      • Findbücher P 194/9-194/12

Teilbestand 3 Nachlässe

  • Umfang: 38 Mappen (18.-20. Jhdt.)
    • Darin: Personalnachrichten zu Familienmitgliedern, Familienverträge, Fideikommiß, Korrespondenzen.
      • Findbuch P 194/7

Eigentümer

2010: Graf von und zu Westerholt und Gysenberg

Benutzung

Die Benutzung erfolgt für die Bestände Westerholt-Arenfels und Westerholt-Westerholt im Stadt- und Vestischen Archiv Recklinghausen, Hohenzollernstr. 12, 45659 Recklinghausen, für den Bestand Westerholt auf Schloß Westerholt über das Westfälische Archivamt.

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