Lötzen

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Lötzen
Lötzen

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Wappen Lötzen


Disambiguation notice Lötzen ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Lötzen (Begriffserklärung).
Hierarchie
Regional > Deutsches Reich > Ostpreußen > Regierungsbezirk Allenstein > Landkreis Lötzen > Lötzen

Inhaltsverzeichnis

Lötzen (Giżycko)Rhein (Ryn)Rastenburg (Kętrzyn)Drengfurth (Srokowo)Barten (Barciany)Nikolaiken (Mikołajki)Angerburg (Węgorzewo)Mierunsken (Mieruniszki)Marggrabowa (Treuburg)Lyck (Ełk)Johannisburg (Pisz)Kruglanken (Kruklanki)
Lötzen (mitte oberhalb) auf der Karte Süd-Ostpreußen um 1936 Durch Anklicken der Ortsnamen erreicht man die Seite des Ortes

Einleitung

Wappen Lötzen
Das Wappen zeigt in Blau
drei übereinander linkshin
schwimmende silberne Bressen
(auch Bleie genannt).

Allgemeine Information

Lötzen war eine Stadt im Landkreis Lötzen.
Zur Stadtgemeinde Lötzen gehörten folgende Dörfer und Wohnplätze [1] :
Antonowen (Antonsdorf) | Bahnhof Lötzen | Biestern | Feste Boyen | Grünhof |
Imionken (Kammhöhe | Kermusa | Althof Lötzen | Forsthaus Lötzen | Schützenplatz |
Villa Nova | Waldschlößchen | Wilhelmshöhe | Woysack
Seit 1945 gehört die Stadt zu Polen und heißt auf polnisch Giżycko. [2]


  • In Meyers Konservations-Lexikon 1888, Bd. 10. steht über Lötzen: Kreisstadt im preußischen Regierungsbezirk Gumbinnen, am Löwentinsee, am "Lötzener" Kanal und
    an der Linie Pillau-Prostken der Ostpreußischen Südbahn, 120 m ü. M., hat ein Schloß, ein Progymnasium, eine Präparandenanstalt, ein Amtsgericht, Dampfschneide-
    und Mahlmühlen, Maschinen- und Seifenfabrikation, eine Lehrschmiede, Fischerei, Getreide- und Holzhandel, Dampfschiffahrt und (1885) 5117 meist evang.
    Einwohner.[3]

Name

  • Der Name bezieht sich auf die gefahrvolle Lage in diesem seenreichen Gebiet.
prußisch "lezuns" = auf- und untersteigen
  • Den heutigen Namen Gisycko (früher Lec) verdankt die Stadt dem ostpreußischen Pfarrer Gustav Gisevius, der sich für polnisch-muttersprachlichen Schulunterricht eingesetzt hatte.
    Zum polnischen Namen:
Anders als in der polnischen Forschung dargestellt, handelte es sich beim Kampf um den polnischsprachigen Unterricht allerdings nicht um einen ´Kampf für das Polentum´,
sondern um ein Aufbegehren aus bildungspolitischer Vernunft und Verantwortung. Vielmehr als die polonophilen Motive bestimmte der moralische Aspekt in der Sprachenfrage
das Vorgehen von Pfarrern, Lehrern und Eltern. Nur eine ordentliche Erziehung in der Muttersprache konnte eine solide Grundlage für die Vermittlung religiöser Werte schaffen. ....
Geistige Mentoren des Sprachenstreits waren die masurischen Pfarrer Christoph Coelestin Mrongovius und Gustav Gisevius. Nachträglich erhob die polnische Masurenpropaganda
und -forschung beide zu ´Aktivisten im Kampf für das Polentum Masurens´. Ihnen zu Ehren wurden 1945 Sensburg in Mragowo und Lötzen in Gizycko umbenannt. Beide Pastoren
waren typische Vertreter ihres Standes, denn sie wiesen deutliche polonophile Neigungen auf, die sich allerdings auf die polnische Sprache und Kultur beschränkten, während sie als
preußische Staatsbürger an ihrer Loyalität zum preußischen König keinen Zweifel ließen. Beide gehörten einer masurischen Pastorengruppe an, die sich der Notwendigkeit deutschen Sprachunterrichts nicht dogmatisch verschloss, sondern einzig und allein einen behutsamen Umgang mit der polnischen Schulsprache forderte. [4] [5]

Politische Einteilung/Zugehörigkeit

Ab 1945

  • Es gibt zwei Verwaltungseinheiten in Lötzen :
  1. die selbstständige Stadt Lötzen (polnsch: miasto Giżycko)
  2. Die Stadt- und Landgemeinde Lötzen (gmina miejsko-wiejska Giżycko) im Landkreis Lötzen (polnisch: Powiat giżycki)
    in der Provinz Ermland-Masuren (polnisch: Województwo warmińsko-mazurskie).

Von 1818 bis 1945

Landkreis AllensteinLandkreis RößelLandkreis SensburgLandkreis OrtelsburgLandkreis Lötzen
Regierungsbezirk Allenstein mit Kreisen um 1922
  • Am 1.9.1818 wurde der Kreis Lötzen gegründet. Zum Kreis Lötzen gehörten die Kirchspiele Lötzen, Mielken, Widminnen, Rydzewen, Neuhoff, Rhein, Gross Stürlack und Orlowen (seit 1862).
  • Der Kreis Lötzen gehörte ab 1818 bis 30.10.1905 zum Regierungsbezirk Gumbinnen, ab 1.11.1905 bis 1945 zum neugebildeten Regierungsbezirk Allenstein. [7]
  • 12.8.1863, Gumbinnen: Amtsblatt der königlichen preußischen Regierung zu Gumbinnen, 1863, No.35, Verordnung No.320
Des Königs Majestät haben mittelst Allerhöchster Kabinetsordre 16. Juli cr. zu ge genehmigen geruht, daß die drei Besitzungen
1) des Partikulier Heinrici zu Lötzen von 311 Morgen 166 Ruthen,
2) des Mälzenbräuers Lambrücker ebendaselbst 53 Morgen 84 Ruthen enthaltend und
3) des Kaufmann Stobbe ebendaselbst 48 Morgen 40 Ruthen groß,
von dem Verbande der ehemaligen Domaine Althof-Lötzen abgetrennt und mit dem Stadtbezirk von Lötzen werden,
die Feste Boyen nebst Rafalken dagegegen in ihrem Umfange zu einem selbstständigen Gutsbezirke erhoben werde. [8]
  • Am 1.1.1874 gehörte die Stadtgemeinde Lötzen zum Ortspolizeibezirk Lötzen im Landkreis Lötzen. [9]
  • Durch das preußische Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Form der Eheschließung vom 9. März 1874, wurden auf Grund des Paragraphen 55 zum 1. Oktober 1874 in Ostpreußen in den Amtsbezirken die Standesämter gegründet. Deren Aufgabe es war die Standesamtsbücher zu führen. Da es aus Kostengründen nur in den Städten hauptamtliche Standesbeamte gab, war diese Arbeit in den Gemeinden ehrenamtlich. Oft war der Lehrer oder ein Rentner der Standesbeamte, sie erhielten nur einen Ehrensold. So das sich mehrere Amtsbezirke zusammen geschlossen hatten und ein gemeinsames Standesamt gegründet haben. Im Laufe der Zeit wurden Standesämter aufgelöst oder neu gegründet. [10] [11]
  • Die Stadtgemeinde Lötzen hatte ein eignes Standesamt.[12] [13] [1]
  • Das preußische Gesetz über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeindeverfassungsrechts vom 27. Dezember 1927 sah in seinem § 11 die Aufhebung der Gutsbezirke vor. Am 30.9.1928 wurden die Gutsbezirke Biestern, Feste Boyen und die Vorwerke Antonowen und Woysack aus dem Gutsbezirk Pierkunowen in die Stadtgemeinde Lötzen eingegliedert. [9] [14]
  • Die Stadtgemeinde Lötzen wurde am 1.1.1934 in Stadt Lötzen umbenannt. [9]
  • Der Stadt Lötzen bestand bis 1945. [9]

Verwaltung

Standesamt Lötzen

  • Lötzen gehörte zum Standesamt Lötzen.
  • Das Standesamt Lötzen wurde am 1.10.1874 gegründet und bestand bis 1945.
  • Zum Standesamt Lötzen gehörten folgende Orte : Lötzen, und .... [12] [13] [1]
  • Für die noch existierenden Dokumente des Standesamtes siehe: Standesamtsunterlagen Lötzen

Einwohnerzahlen

1867 [15] 1885 [12] 1905 [13] 1910 [16] 1933 [17] 1939 [17]
356951176551694511.84714.000

Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirchen

Evangelische Pfarrkirche Lötzen

Evangelisches Kirchspiel Lötzen

Schulorte
Kirche
  • 14.9.1822, Gumbinnen: Amtsblatt der königlichen preußischen Regierung zu Gumbinnen, 1822, No.39, Verordnung 95
Eine allgemeine Kirchenkollekte zum Wiederaufbaue der evangelischen Kirche in Lötzen betreffend
Des Königs Majestät haben der Stadtgemeinde in Lötzen zum Wiederaufbaue der daselbst abgebrannten evangelischen Kirche
eine allgemeine Kirchenkollekte mittelst Allerhöchster Kabinetordre vom 17ten Junius d. J. aus Allerhöchst eigner Bewegung zu
bewilligen geruht.
Wir sind in Gemäßheit eines Erlasses des königlichen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegen vom
6 Julius d.J. angewiesen worden, solche in den evangelischen Kirchen unseres Departements abhalten zu lassen.
Sämtliche Herren Geistliche werden demnach hierdurch aufgefordert, diese Kollekte in den Kirchen abhalten zu lassen und die
eingekommenen Beiträge bis 15ten November d. J. an die Haupt-Instituten- und Kommunalkasse sub rubro: Herrschaftliche
Kollektengelder einzusenden, uns aber gleichzeitig Anzeige zu machen.
[19]
  • 1827: Die evangelische Pfarrkirche wurde nach Plänen von Schinkel erbaut und 1881 renoviert.


Katholische Kirchen

kath. Kirche in Lötzen

Katholisches Kirchspiel Lötzen

Kirche
  • 23.8.1936: Der Grundstein wurde gelegt, die Kirche erhielt den Namen St.Bruno- Gedächtniskirche.
  • 8.8.1937: Die Kirche wurde geweiht.


Geschichte

Prußische Stammesgebiete
  • Lötzen (sprich Löötzen) liegt auf der Grenze der prußischen Stammesgebiete Natangen und Galindien auf einer Landenge, die den Mauersee vom Löwentinsee trennt. Die Ordensritter eroberten Galindien von Kreuzburg aus. Lötzen wurde nach der ersten Eroberung 1285 wieder zurückgewonnen und 1348 endgültig besiegt.
    Entlang der masurischen Seen gab es in der Umgebung von Lötzen etliche prußische Wehr- und Burganlagen, davon eine auf der Großen Werderinsel zu Lötzen, eine Wallburg direkt in Lötzen, die später mit dem Kreisgericht bebaut wurde und schließlich die Leczenburg auf der Landenge zwischen dem Löwentinsee und dem Kissainsee
  • Urkundliche Erwähnungen:
1335 - 1341 Letzenburg
1340 in Lezcen
1361 castrum Letczenborg
1384 Wil man ouch vor Leczen
1396 czu Leczen
1418 Lötzen, Neudorf

Ordensstaat bis 1525

Herzogtum Preußen (1525 -1701)

  • 1573 Stadtrecht durch Herzog Albrecht Friedrich.
  • 1614 erhält die Ordensburg ihre letzte Gestaltung. Hier war das Hauptamt des Kreises Natangen untergebracht. Später diente das Ordensschloss dem Festungskommandanten der Feste Boyen als Wohnung.
  • Die Stadt wurde mehrmals von Tataren und der Pest heimgesucht.

Königreich Preußen (1701 - 1918)

  • 1757. Die Russen fallen im Sommer (im Siebenjährigen Krieg) unter Graf Fermor und Feldmarschall Graf Apraxin in Ostpreußen ein. Zarin Elisabeth I. erklärt durch Patent vom 31. Dezember 1757 Ostpreußen als russisches Eigentum.
  • 1758 Jan. Eine russische Armee unter Graf Fermor besetzt kampflos das ungeschützte Ostpreußen.
  • 1762. Nach dem Tod der Zarin Elisabeth (5.1.1762) kommt es unter ihrem Nachfolger, Zar Peter III., zum Frieden mit Preußen (5.5.1762 Vertrag von St. Petersburg). Russland gibt ohne Entschädigung die besetzten bzw. bereits annektierten Gebiete Ostpreußen, Hinterpommern und Neumark zurück. Die Russen ziehen ab, Lötzrn wird wieder preußisch.
  • 1844 wurde mit dem Bau einer Festung begonnen, zu der der General von Boyen den Grundstein legte.
  • 1866.21. Okt.. Der letzte der Verträge zwischen Preußen und 22 Staaten oder Freien Städten nördlich der Mainlinie über die Gründung des Deutschen Bundes wird unterzeichnet (Verfassungsgebung: 1. Juli 1867). Lötzen im Königreich Preußen ist nun eine Stadt im Norddeutschen Bund.
  • 1871.18. Jan.. König Wilhelm von Preußen wird im Spiegelsaal zu Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert; Gründung des II. Deutschen Kaiserreichs. Insgesamt gehen vier Königreiche, sechs Großherzogtümer, fünf Herzogtümer, sieben Fürstentümer, drei freie und Hansestädte sowie das Reichsland Elsaß-Lothringen in das Reich ein. Lötzen ist nun eine Stadt im Deutschen Reich.

Weimarer Republik (1918 -1933)

  • 1920.11.Juli. Volksabstimmung: "Anschluß an Ostpreußen (Deutschland) oder Polen". Wahlergebnis: Wahlberechtigte in Lötzen 29.401, gültige Stimmen 29.387, für Ostpreußen 29.378 (=99,97%), für Polen 9 (= 0,03%).

Städtebild Lötzen von 1913

Die Stadt Lötzen in einer Talmulde am Löwentinsee gelegen, gehört zwar nicht zu den bevorzugten Günstlingen unserer neudeutschen Wirtschaftsentwickelung, wohl aber zu denen, die einen normalen, lebenskräftigen Fortschritt genommen haben und daher das Verdienst beanspruchen können, ihren Platz unter den gleich großen ostpreußischen Schwestern, unter denen sie einen schätzbaren Typus verkörpert, ehrenvoll ausgefüllt zu haben. Eine erfreuliche Entwickelung, durch die das Stadtbild an Leben, Größe und Schönheit gewann, nahm Lötzen eigentlich erst im zwanzigsten Jahrhundert.
Ihren Namen hat die Stadt von dem alten Ordensschlosse, das von den Rittern in einer unzugänglichen, sumpfigen Gegend um Ufer des Löwentinsees erbaut wurde. Nach den Ueberlieferungen ist die Ordensburg, die „Lötzenburg“, während der Regierung des Hochmeisters Winrich von Kniprode in derselben Zeit erbaut, in der die Angerburg, Insterburg, Johannisburg, die Wartenburg und die Ortelsburg entstand. Aber für das von Hartknoch angegebene Gründungsjahr sprechen geschichtliche Tatsachen. So erfolgte die Eroberung Sudauens in den Jahren 1277 bis 1283. Konrad von Tierberg machte in dieser Zeit mehrere Einfälle in das Land und verheerte es. Von dem ersten siegreichen Kriegszug wird berichtet, daß der Hochmeister mit reicher Beute über den See zurückging. Es liegt daher sehr nahe, daß sich der Orden bei Lötzen an diesem strategisch wichtigen Engpasse, der inmitten größerer Gewässer eine Defileesperre bildet, einen Stützpunkt geschaffen hat, um von hier aus den Aufstand des Heidenvolkes um so wirksamer niederkämpfen zu können. Diese Vermutung ist um so mehr berechtigt, als in allernächster Nähe der Befestigung eine heidnische Burg gestanden haben soll. Das Jahr 1348, das ebenfalls als Gründungsjahr erwähnt wird, dürfte insofern nicht in Frage kommen, als in dieser Zeit an der Ritterburg umfangreiche, bauliche Veränderungen und Erweiterungen vorgenommen worden sind. Nach dem Bau der Feste Boyen ging das Schloß – zerstört von Kynstut (!365) und von den Polen 90 Jahre später – im Jahre 1852 mit dem parkartigen Amtsgarten durch Kauf in den Besitz des Militärfiskus über, und seit dieser Zeit ist es den Kommandanten der Feste als Wohnung überwiesen.
An der Ostseite des geräumigen Marktplatzes befindet sich die evangelische Kirche, die im Jahre 1881 das Jubiläum des 400jährigen Bestehens feiern konnte. Der Kirchturm überragt nur wenig die höchsten Gebäude des Ortes. König friedrich Wilhem IV. hatte bei seinem Besuche in Lötzen über den nicht ganz vollendeten Turm der Kirche sein Mißfallen ausgesprochen und dem zuständigen Kreisbaubeamten den Auftrag erteilt, einen Plan für den Neubau zu entwerfen. Ein Gesuch um ein königliches Gnadengeschenk, das für den Turmbau erbeten wurde, wurde aber abgelehnt, und der Bau unterblieb. Erst in neuester Zeit beschlossen die Kirchenorgane, den Neubau des Turmes und einen umfangreichen Erweiterungsbau der Kirche, die im Laufe der Jahrhunderte mehrmals (zuletzt 1822) durch Feuer zerstört wurde.
- Auf der Stelle des alten Rathauses erhebt sich das Kreiskriegerdenkmal, ein werk des Bildhauers Leo Koch-Berlin. Das jetzige Rathaus ist kein kleiner einstöckiger Bau am westlichen Teile des Marktes. Die im Ordensstile erhaltenen Wohngebäude des Beamtenwohnungsvereins in der Bismarckstraße sind mit ihren schmucken Gärten und Anlagen eine Zierde der Stadt geworden. Dank der regen Bautätigkeit, sind in den letzten Jahren ganz neue Stadtteile entstanden. Von ihrer vorteilhaften Seite aber präsentiert sich die Stadt, wenn man sie von der Mitte des Löwentinsees oder vom Tafelberge in Augenschein nimmt. Im Hintergrunde grüßt der zirka 1000 Morgen große Stadtwald herüber, zur Linken die bewaldete Feste Boyen, und zu Rechten schauen der wuchtige Wasserturm und das Diakonissenmutterhaus Bethanien hernieder.
In ihrem mutigen Vorwärtsstreben hat sich die Bürgerschaft die Einrichtungen und Bequemlichkeiten der Großstadt zu eigen gemacht. Der Bau der Gasanstalt, der Wasserleitung und Kanalisation hatten die Neupflasterung der Straße zur Folge. Drei Eisenbahnlinien tragen dem Verkehrsbedürfnis Rechnung. Die Masurische Dampferkompagnie, mit ihrem Sitz in Lötzen, hat zur Erleichterung des Verkehrs auf den Seen beigetragen, und führt Jahr für Jahr der Stadt während des Sommers eine stattliche Zahl von Fremden zu. Mit der Entwickelung der Stadt hat auch das Schulwesen gleichen Schritt gehalten. Am Orte ist ein Vollgymnasium, eine höhere Mädchenschule, eine Präparandenanstalt und eine Masurisches Erziehungshaus. Die Volksschule hat im vergangenen Jahr ein neues stattliches Heim erhalten. Industrie und Handel erfreuen sich eines kräftigen Wachstums. I Garnison befindet sich ein Bataillon Infanterie, eine Abteilung Feldartillerie, ein Halbbataillon Fußartillerie und eine Maschinengewehrabteilung. Die Bevölkerung hat sich seit dem Jahre 1870 verdoppelt; die Stadt hat ohne Militär etwas über 7000 Einwohner. Mit einem großzügigen Besiedelungsunternehmen ist im vergangenen Jahr begonnen worden, wodurch auch das äußere Bild der Stadt eine freundliche Umrahmung erhalten wird. Was aber dem Orte die Gunst des reisenden Publikums erworben hat, das ist die Pracht seiner Umgebung und seine landschaftliche Schönheit, durch die das aufblühende Städtchen zur „Perle Masurens“ geworden ist.[21]


Genealogische und historische Quellen

Genealogische Quellen

Adressbücher

GEDBAS

Verlustlisten des 1. Weltkrieg

Preußische Verlustlisten 1870-71

Bibliografie

Genealogische Bibliografie

Historische Bibliografie

  • Der Kreis Lötzen
    Ein ostpreußisches Heimatbuch
    Zusammengestellt und bearbeitet von Dr. Max Meyhöfer,
    Holzner Verlag, Würzburg, 1961
  • Quellennachweis für die ostdeutsche Kirchbücher
    Handbuch über die katholischen Kirchbücher in der Ostdeutschen Kirchenprovinz
    östlich der Oder und Neiße und Bistum Danzig
    Bearbetet von Dr.Johannes Kaps, Stand Mai 1945, Kath.Kirchenbuchamt, München 1962
  • Amtsblatt der Preussischen Regierung zu Gumbinnen, - Gumbinnen., 10.1821 - 88.1898, 90.1900 -107. 1917
teilweise online in der Bayerischen Staatsbibliothek [1],
Bestandsabfrage in der Zeitschriftendatenbank (ZDB): [2]
  • Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen
Agaton Harnoch, Neidenburg 1890, S. Nipkow
Digitalisat der Elbląska Biblioteka Cyfrowa (Digitale Bibliothek der Elbinger Stadtbibliothek)
  • Die Polnischen Ortsnamen der Provinzen Preussen und Pommern
    und ihre Deutschen Benennungen
Dr. Wojciech Kętrzyński, Zakładu Narodowego im. Ossolińskich ,Lwów 1879,
Digitalisat der Kujawsko-Pomorska Digital Library
  • Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihrer Bevölkerung
Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet
und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau.
I. Die Provinz Preussen
Berlin 1874, Verlag des Königl. Statistischen Bureaus (Dr. Engel).
Digitalisat der Kujawsko-Pomorska Digital Library
  • Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement
    und Littauischen Cammer-Departement von 1785
Friedrich Goldbeck, Königsberg und Leipzig 1875,
Digitalisat des Münchener Digitalisierungszentrums

In der Digitalen Bibliothek

Archive und Bibliotheken

Archive

Bibliotheken

Verschiedenes

nach dem Ort: Lötzen

Karten


Zeitungsmeldungen der Königsberger Hartungschen Zeitung

Datum Schlagwort Meldung
09.10.1912 Ernennung Stabsarzt Dr. med. Mohr in Lötzen wurde zum Kreisassistenzarzt in Prostken ernannt.[22]
13.10.1912 Gefundene Leiche Heute früh wurde von Passanten die Leiche des Arbeiters August Kaminski im Lötzener Kanal in der Nähe des Ufers aufgefunden und ans Land geschafft. Man vermutet, daß K., dessen Wohnung hart am östlichen Kanalufer liegt, beim Nachhausegehen in der Dunkelheit den schmalen Treidelweg verfehlt hat uns ins Wasser gestürzt ist. Der Ertrunkene ist 70 Jahre alt und hat an dem Feldzug gegen Frankreich teilgenommen.[23]
13.10.1912 Vom Kaufmännischen Verein In der gestern abgehaltenen Versammlung des Kaufmännischen Vereins gab der Vorsitzende den Bescheid des Regierungspräsidenten bezüglich der kaufmännischen Fortbildungsschule bekannt, nach dem diese unter Beobachtung gewisser Bestimmungen genehmigt ist. Der Leiter dieser Schule, die den Namen Kaufmännische Fortbildungsschule Lötzen zu führen hat, ist Lehrer Kullik.[24]
13.10.1912 Tödlicher Unfall Am Freitag hantierte der 13jährige Schüler Robert Rams in Mnierczeiewen mit einem geladenen Revolver, der sich plötzlich entlud. Der Knabe wurde in die Brust getroffen und war im Augenblick eine Leiche.[25]
31.10.1912 Die landwirtschaftliche Winterschule begann heute mit 53 Schülern, die zum größeren Teile unserem, zum kleineren dem Kreise Sensburg angehören, ihr siebentes Semester. Der Eröffnungsfeier, die um 11 Uhr stattfand, wohnten bei: Landrat von Schwerin=Sensburg, Landrat von Tyszka, Kreisschulinspektor Mantey, Rentier Pohl, die Eltern der Schüler und einige Lehrpersonen. [26]


Persönlichkeiten

  • Auszug aus: Hans-Wolfgang Quassowski, Die von den Russen 1748-1762 in Ost- und Westpreußen angestellten Beamten. [27]
von Below, Eckard Friedrich, Kapit., zum Förster in Lötzen, 11./22.5.1759; zum Förster oder Hasenheger in Rudowken, 9./20.4.1762.
Dziengel, Andreas Julius, ehemaliger Amtmann in Rhein, zum Förster in Lötzen, 25.4./6.5.1762.
Gisevius, Johann, Prorektor in Lötzen, zum Diakon daselbst, 9./20.11.1760.
Kuberski, Gottfried, Diakon in Lötzen, zum Pfarrer daselbst, 13./24.1.1760.
[* Lötzen 13.4.1722, Eltern: Landschöpp Andreas Kuberski, später Richter, dann Vicebürgermeister daselbst und Christina geb. Wedeke].
Salomon, Johann Ernst, Adeliger Gerichtsschreiber im Erbamt Deutsch-Eylau, zum Adeligen Gerichtsschreiber beim Justizkollegium in Lyck, 8./19.6.1761, [aus Lötzen].

Weblinks

Offizielle Webseiten

Genealogische Webseiten

Weitere Webseiten

Zufallsfunde

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Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung LOTZENKO04VA
Name
Typ
  • Stadt
Postleitzahl
  • PL-11-500 (2004)
w-Nummer
  • 50333
externe Kennung
  • SIMC:0977692
Karte
   

TK25: 1996

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Giżycko ( Stadtgemeinde )

Lötzen (1818-09-01 - 1945) ( Stadt ) Quelle Ort 19.1

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
St. Bruno, Św. Brunona Biskupa i Męczennika Kirche object_291888


Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen, Band I: Provinz Ostpreußen, Königsberg 1931, S.71-73
  2. http://stat.gov.pl/broker/access/performSearch.jspa?searchString=Gi%C5%BCycko&level=miejsc&wojewodztwo=&powiat=&gmina=&miejscowosc=&advanced=false
  3. Meyers Konservations-Lexikon 1888, Bd. 10.
  4. Kossert, Andreas: Masuren, Ostpreußens vergessener Süden, Siedler, Berlin 2001, S. 152
  5. Die Polnischen Ortsnamen der Provinzen Preussen und Pommern und ihre Deutschen Benennungen, Dr. Wojciech Kętrzyński, Zakładu Narodowego im. Ossolińskich ,Lwów 1879, S.155-156
  6. http://bip.warmia.mazury.pl/gizycko_gmina_wiejska/143/Statuty_solectw/
  7. Historisch-comparative Geographie von Preussen,Dr. Max Toeppen, Gotha 1858,S.349-351
  8. Amts-Blatt der königlichen preußischen Regierung zu Gumbinnen, 1863, Nr.35, Verordnung Nr.320, S.193 Digitalisat des Münchener Digitalisierungszentrums
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 http://www.territorial.de/ostp/loetzen/loetzst.htm
  10. http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/que/normal/que897.pdf
  11. Amtsblatt 1874 , Reg.-Bezirk Gumbinnen, S.556 Digitalisat des Münchener Digitalisierungszentrums
  12. 12,0 12,1 12,2 Gemeindelexikon für das Königreich Preussen, Berlin 1888, S.358-367
  13. 13,0 13,1 13,2 Gemeindelexikon für das Königreich Preußen I (1905,Ostpreußen),S.138-145
  14. Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens S.262
  15. Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. I Provinz Preußen [1871], S.312
  16. Digitalisat von gemeindeverzeichnis.de von Uli Schubert
  17. 17,0 17,1 Digitalisat von www.verwaltungsgeschichte.de von Micheal Rademacher
  18. Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreussen, 1890, S.309-310
  19. Amts-Blatt der königlichen preußischen Regierung zu Gumbinnen, 1822, Nr.39, Verord. 95, S.578 Digitalisat des Münchener Digitalisierungszentrums
  20. Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen Band I: Provinz Ostpreußen,Berlin 1931
  21. Verfasser: unbekannt, Quelle: Königsberg Hartungsche Zeitung, 23.03.1913, Ausgabe Nr. 137 Morgenausgabe 2. Blatt, S. 5, bereitgestellt durch ZEFYS-Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz
  22. Verfasser: * (unbekannt), Quelle: Königsberg Hartungsche Zeitung, 31.10.1912, Ausgabe 512, S. 5, bereitgestellt durch ZEFYS-Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz
  23. Verfasser: oe (unbekannt), Quelle: Königsberg Hartungsche Zeitung, 15.10.1912, Ausgabe 484, Morgenausgabe 1. Blatt, S. 3, bereitgestellt durch ZEFYS-Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz
  24. Verfasser: oe (unbekannt), Quelle: Königsberg Hartungsche Zeitung, 15.10.1912, Ausgabe 484, Morgenausgabe 1. Blatt, S. 3, bereitgestellt durch ZEFYS-Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz
  25. Verfasser: A (unbekannt), Quelle: Königsberg Hartungsche Zeitung, 15.10.1912, Ausgabe 484, Morgenausgabe 1. Blatt, S. 3, bereitgestellt durch ZEFYS-Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz
  26. Verfasser: oe /unbekannt, Quelle: Königsberg Hartungsche Zeitung, 31.10.1912, Ausgabe 512, S. 5, bereitgestellt durch ZEFYS-Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz
  27. Familiengeschichtliche Blätter, 20. Jg., Heft 4, 1944. (Daten nach dem russischen und gregorianischen Kalender)


Städte und Gemeinden im Landkreis Lötzen (Regierungsbezirk Allenstein) (Stand 1907)

Städte: Lötzen | Rhein

Gemeinden:

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Orte in der Stadtgemeinde Lötzen ( Landkreis Lötzen ) Stand 1931

Orte:
Antonowen (Antonsdorf) | Bahnhof Lötzen | Biestern | Feste Boyen | Forsthaus Lötzen | Grünhof | Imionken (Kammhöhe) | Kermusa | Lötzen | Althof Lötzen | Schützenplatz |
Villa Nova | Waldschlößchen | Wilhelmshöhe | Woysack


Stadt- und Landkreise im Regierungsbezirk Allenstein (Provinz Ostpreußen)

Stadtkreis: Allenstein

Landkreise: Allenstein | Johannisburg | Lötzen | Lyck | Neidenburg | Ortelsburg | Osterode | Rößel | Sensburg

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