Rhein (Kreis Lötzen)
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| Rhein ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Rhein. |
Hierarchie
Regional > Deutsches Reich > Ostpreußen > Regierungsbezirk Allenstein > Landkreis Lötzen > Rhein
Allgemeine Informationen
Rhein liegt im prußischen Stammesgebiet Galindien auf einer Landenge zwischen dem kleinen Oloffsee im Norden und dem langgestreckten Rheinschen See im Süden. Der Ort wurde von Balga aus vom Deutschen Orden gegründet. Wegen ihrer abseitigen Lage blieb die Stadt klein und unbedeutend. Sie hatte keinen Anschluß an das große Eisenbahnnetz. Die Bewohner lebten von Ackerbau und Fischfang. Wegen ihrer anmutigen Lage und hatte die Stadt Fremdenverkehr.
Name
Der Ursprung des Namens Rhein ist nicht zweifelsfrei bekannt. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Schreibweise immer wieder gewechselt. So schrieb man im Jahre 1393 czum Ryne, 1442 dann zcum Reyne, 1565 zum Reinn, 1700 bis 1792 Rein und auch schon Rhein, 1792 bis 1945 dann endgültig Rhein und seit 1945 Ryn.
Andere Deutungen:
- litauisch "rine" = Graben, Kanal, Schlucht
- "ryna" = Graben, Tal, Vertiefung, Röhre.
Urkundliche Erwähnungen:
- 1339 Renus (Rhein-Fluss Kreis Rößel
- 1352 Ryn
- 1418 Reyn/ Ryne Rheinsee und Ort Kreis Lötzen
Wappen
Das Wappen zeigt in Silber auf grünem Boden einen ruhenden, schwarzen Hirsch vor einem grünen Laubbaum.
Politische Einteilung/Zugehörigkeit
Kirchliche Zugehörigkeit
Kirche
- Die 1584/1604 erbaute Kirche wurde 1874/76 durch ein neues Gotteshaus ersetzt.
Friedhof
Geschichte
- 1337 wurde eine Ordensburg gebaut.
- 1377 legte Hochmeister Winrich von Kniprode das feste Haus zu dem Ryne an, dort wo vorher eine Prußenfeste gestanden hatte.
- Ab 1393 Sitz eines Komturs.
- 1405 wird die Burgsiedlung zum ersten Mal erwähnt, die sich rasch zum Flecken entwickelte.
- 1485 waren bei der Burg eine Mühle, Krüge und ein Eisenwerk entstanden.
- 1657 wird Rhein von den Tataren niedergebrannt. Die Kirche und das Schloß bleiben allerdings verschont.
- 1723 durch Einführung der Akzise von König Friedrich Wilhelm I. zur Stadt erhoben.
- ? Die verwahrloste Burg kam in Privatbesitz.
- 1757 Die Russen fallen im Sommer (im Siebenjährigen Krieg) unter Graf Fermor und Feldmarschall Graf Apraxin in Ostpreußen ein. Zarin Elisabeth I. erklärt durch Patent vom 31. Dezember 1757 Ostpreußen als russisches Eigentum.
- 1758 Jan. Eine russische Armee unter Graf Fermor besetzt kampflos das ungeschützte Ostpreußen.
- 1762 Nach dem Tod der Zarin Elisabeth (5.1.1762) kommt es unter ihrem Nachfolger, Zar Peter III., zum Frieden mit Preußen (5.5.1762 Vertrag von St. Petersburg). Russland gibt ohne Entschädigung die besetzten bzw. bereits annektierten Gebiete Ostpreußen, Hinterpommern und Neumark zurück. Die Russen ziehen ab, Rhein wird wieder preußisch.
- 1853 Die Burg wird aus privater Hand (zuletzt gehörte sie dem Mälzenbräuer Friedrich Dreyer) vom Justizfiskus übernommen, der hier eine Strafanstalt für männliche Gefangene einrichtet.
- 1861 Am 14. Juni wird die Strafanstalt in eine Weiberanstalt umgewandelt.
- 1881 Am 22. Februar vernichtet ein Brand den Nordwestflügel der alten Ordensburg bis auf die Grundmauern und die Hälfe des südwestlichen Vorderflügels. Noch im selben Jahr wird der Wiederaufbau abgeschlossen.
- 1903 Am 8. November rollt der erste Kleinbahnzug aus Rastenburg im Rheiner Bahnhof ein.
- 1911 Von nun an dient das alte Schloß bis Januar 1945 wieder vorwiegend als Männergefängnis.
- 1940 Am 1. Advent wird die Rheiner Kirche durch einen Brand bis auf die Außenmauern zerstört.
- 1945 Rhein wird von der Roten Armee besetzt.
- 1968 Die Kirchenruine wird vollständig abgetragen. Auf dem Platz wird ein Hotel errichtet, das den Namen "ZERO" trägt.
Archive, Bibliotheken
Genealogische und historische Quellen
- Prof. Dr. Heß von Wichdorff "Beiträge zur Geschichte des Ordensschlosses Rhein"
- Heike Höfer-Kielbassa "Lebensläufe der Nachfahren des Kölmerehepaars Martin FABRITZ (* um 1700) und Anortha geb. WEISSNER aus dem Dorf Mnierzeiewen im masurischen Kirchspiel Rhein - Dreihundert Jahre Orts- und Familiengeschichte"
Kirchenbücher
siehe: Ostpreußen/Genealogische Quellen/Kirchbuchbestände Kreis Lötzen
Grundbücher, Steuerverzeichnisse, Gerichtsbücher u. Sonstiges
Persönlichkeiten
- Quassowski, Hans-Wolfgang: Die von den Russen 1758-1762 in Ost- und Westpreußen angestellten Beamten. In Familiengeschichtliche Blätter, 20. Jg., 1922, Heft 4. Darin (Datum des Gouvernementsbefehls meist nach russischem und gregorianischem Kalender):
- Dziengel. Andreas Jlius, ehemaliger Amtmann in Rhein, zum Förster in Lötzen 25.4./6.5.1762.
- Fidler, Mühlenbereiter aus Rhein, zum Akzisebesucher in Königsberg 14./25.2.1758.
- Gisevius, Andreas Theophil, Student, zum Rektor in Rhein 8.2.1759.
- Loelhoeffel, Wilhelm, Akzisekontrolleur in Rhein, zum Akziseeinnehmer daselbst 30.3./10.4.1762.
- Rostock, Richter und Stadtschreiber in Nikolaiken, zum Richter und Stadtschreiber in Rhein 28.1./8.2.1760.
Vereine
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- nach dem Ortsnamen
(Zur Erläuterung des Unterschiedes zwischen den angebotenen Suchmöglichkeiten bitte hier weiterlesen).
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
| GOV-Kennung | RHEEINKO03SW | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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