Haus Wischlingen (Kirchlinde)

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Hauskapelle zu Wischlingen, 1783 durch Groesert erbauter Facherksaalbau

Inhaltsverzeichnis

Lage 19. Jhdt.

Einleitung

Das adelige Gut Wischlingen gehörte seit dem Ende des 13. Jahrhunderts der gleichnamigen Familie und ging von dieser in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts über zwei Erbtöchter zu gleichen Teilen an die Familien von Frydag und Ovelacker.

Bis 1517 war Haus Wischlingen ein Lehen der Grafschaft Mark und kam danach in Besitz verschieder Familien.

Hauskapelle Wischlingen (ev.)

Die früher private Hauskapelle des Gutes Wischlingen ist heute der einzige sakraler Fachwerkbau in der Stadt Dortmund

  • 1783 errichtet als Fachwerksaalbau mit Dachreiter und polygonalem Chor anstelle eines Vorgängerbaus von 1400
  • 1951 Instandsetzung
  • 1974/75 Gesamtrestaurierung der Kapelle und Integrierung in den Freizeitpark Wischlingen.
    • In der Kapelle soll neben Lippstadt der erste evangelische Gottesdienst auf westfälischem Boden stattgefunden haben.
    • Kirchenausstattung: Kanzelaltar aus Holz um 1800: Grabplatten der Familien von Syberg und von Sydow aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Familie von Ovelacker

  • 1596 Dietrich van Ovelacker zu Wischlingen Drost zu Altena und Iserlohn.

Familie von Frydag

Der Frydag'sche Teil gelangte über die Familie von Plettenberg 1511 an die von Syberg.

Geteiltes Rittergut

18.10.1552 Ingeseten vam Adell des Ampts Boickum sampt des Gerichts Castrop mit Anzeigunge oerer Wonungen:

  1. Jasper Oevelacker tho Wisselinck
  2. Wolter Syberch tho Wisselinck

Familie von Syberg

  • Jürgen von Syberg (1517), Erbe das Hofes zu Klein-Herbede (Sohn Heinrichs von Syberg zu Busch) oo Erbtochter zu Wischlingen Anna zum Plettenberg, Kinder:
    • Wolter von Syberg zu Wischlingen
    • Jürgen von Syberg zu Voerde
    • Berthold I. von Syberg ging 1562 nach Livland und wurde Herr zu Schloßberg und Beffern

Sohn Wolter

  • Wolter Syberch tho Wisselinck(1562+) oo 1545 Anna v. Romberg, Kinder:
    • 1589 Georg und Jobst von Syberg zu Wischlingen.

Sohn Georg

  • Georg v. Syberg (* 1520, + 15.4.1614), klev. Droste zu Blankenstein, führte 1595 in Götterswickham die Reformation ein, Komthur in Düneberg in Livland oo 1545 Margaretha v.d. Capellen, Erbin von Voerde.

Sohn Georg, Zusammenführung der Gutsteile

Georg von Syberg (+ 18.3.1627) oo Anna von Neuhof (* 1575, + Wichelingen 23.8.1647) erwarben den Ovelackerschen Teil 1612 und führten den Besitz wieder zusammen.

  • 08. September 1612: (n. St. )/ Johan Berchman, Richter zu Bochum, beurkundet, daß Dietherich Ovelacker zu Grimbergh und Hemer, Drost zu AItena und lserlohn, und seine Ehefrau Christina Wachtendunck an Georg Syberch zu Wischling und seine Ehefrau Anna vom Newenhoffe foldende Grundstücke verkauft haben: Ihren adligen Sitz zu Wischling mit ihrem Anteil an der dortigen Mühle, auch die Fischerei, Teiche und Greften, die Kollation der Kirchen, Jagd, Hut und Trift, die Gerechtigkeit des Meylohes und die Dorstfelder Gerechtigkeit mit dem Land, wie es durch den Colonen Wolter Paszman bebaut wurde, das halbe Kellermansz Gut zu Töspel, das halbe Sypmans Gut zu Eickling hoven, den halben Oevermans Kotten ebendort, das halbe Oevemans Gut zu Hockerde, das halbe Harden Gut daselbst, der Müllerschen und Kerckhoffs Gut zu Rhame halb, den Hulshoff und das Baccalauriu Gut zu Marthen ganz, Berckmans Gut zu Stockum ganz und ihren Anteil am Buschmans Gut zu Duiren. / Zeugen: Rutger Frenckingh, Gerichtsfrone, Diderlch Beckman, Notar und Gerichtsschreiber, und Diderich Beckman der Junge. / Siegel des Richters und D. Ovelackers, an Pressel; das 2. fehlt, Or., Perg., deutsch. L WL Archivamt Archiv Ahausen Nr. 626

Kinder:

  • Joh. Georg von Syberg zu Wischlingen Drost zu Blankenstein (1639-1660) oo 1639 Sybilla Arnolda von der Recke
  • sein Bruder Joh. Dietrich von Syberg zu Clyff, Drost zu Bochum (1639)

Jürgen von Syberg

Johann Georg von Syberg (* vor 1637; † 9. Dezember 1679) war Herr zu Wischelingen, erlangte 1637 während des Dreißigjährigen Kriegs für 700 Taler das Drostenamt zu Blankenstein.

Bis 1637 lebte er auf Burg Blankenstein, dann in Haus Kemnade.

  • der zweite Sohn Friedrich Matthias von Syberg erbte die Besitztümer in Stiepel
  • der jüngere Sohn Dietrich Wilhelm Abraham von Syberg Haus Wischlingen (Kirchlinde)
  • Sohn Johann Adolf von Syberg Besitzungen bei Marten

Sohn Johann Dietrich

1.oo 13.4.1648 Marie Elisabeth v. Syberg (* Voerde 22.6.1615, + 2.2.1658, Wwe. des Ernst Wilhelm v. Calcum gt. Lohaus).
2.oo 06.12.1659 Catharina Ursula v. Plettenberg (+ 1671)
3.oo 04.04.1674 oo Ursula Josina von der Mark zu Rauschenburg und Villigst (1669, 1680)
  • Kinder:
    • Friedrich Wilhelm v. Syberg
    • Anna Christina v. Syberg (*25.08.1655 Cleef), war Stiftsdame zu Bedbur 1. oo um 1676 Jakob Gottfried v. Mumm, Pfandherr zu Schwarzenstein und Aldendorf (+28.10.1681 im Duell erschossen v.s.Schwager Friedrich Wilhelm v. Syberg)
      • 2. oo 01.02.1683 Friedrich Matthäus v. Syberg

Erbfolgen

  • 1701 N. Freiherr von Syberg zu Wischligen wg. der Mühle zu Stiepel
  • <1715 Wilhelm Abraham von Syberg zu Wischlingen und Diedrich Math. von Syberg zu Stiepel
  • 1715 Johann Georg von Syberg

Erbbegräbnis in der Hauskapelle

Sohn Franz Ernst

  • 1745 Franz Ernst von Syberg (Mutter: geb. von Grothaus)
Hauskapelle zu Wischlingen, Gründungsemblem 1783

Sohn Johan Friederich

* Johann Friedrich Wilhelm von Syberg (1767, + 1801) oo Anna Maria Christina von Romberg, Kinder:
** Friedrich Conrad Giesbert Christian von Syberg (1801, +1814)

Familie von Sydow

1825 gelangte Wischlingen durch die Heirat der Friederike von Syberg mit Conrad von Sydow zu Westhusen an die Familie von Sydow.

  • 1832 Freiherr Konrad von Sydow, Beigeordneter, Ritterguts und Mahlmühlenbesitzer zu Wischlingen.

Gelsenkirchener Bergwerks-AG

1913 Verkauf von Haus durch die Nachkommen der Familie von Sydow an die Gelsenkirchener Bergwerks-AG

Literatur

  • Wittkamp, A.: Haus Wischlingen, in: Heimatspiegel, Beilage der Dortmunder Nord-West-Zeitung, Nr. 51, 1958.

Literatur-Suche

Archiv

In Zusammenhang mit dem Verkauf von Wischlingen und Westhusen wurden Teile des Aktenbestandes der Landsberg'schen Rentei in Haus Dellwig übergeben, die dann in das Archiv Ahausen gelangten.

  • Die Urkunden des Hauses Westhusen gingen 1919 an das Stadtarchiv Dortmund, das auch weitere Akten als Depositum der Dortmunder Bergwerks-AG erhielt.
    • Bestand 179 Akten (15.-19. Jhdt.) Familiensachen von Syberg, von Sydow, von Hauss; Höfe und Kolonate; Jagd, Forsten, Marken; industrielle Beteiligungen; Kirche und Schule; Finanzen; Prozesse.
  • Statsarchiv Münster, Bestand Haus Neuenhof (Depositum), darin Familiensachen von Syberg zu Aprath und Wischlingen 1563-1808

Weblinks

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