Unterrottmannsdorf
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Hierarchie
Regional > Bundesrepublik Deutschland >
Bayern > Regierungsbezirk Mittelfranken
> Landkreis
Ansbach > Lichtenau >
Unterrottmannsdorf
[bearbeiten] Einleitung
[bearbeiten] Politische Einteilung
Unterrottmannsdorf' ist ein Ortsteil der Marktgemeinde Lichtenau im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.
[bearbeiten] Allgemeine Information
Umgangssprachlich wird Unterrottmannsdorf auch Unterrammersdorf
oder U-dorf genannt. Der historische Ursprungsname ist
Rottmannsdorf.
[bearbeiten] Geographische Lage
Unterrottmannsdorf liegt im Tal des Moosbaches, der ca. 1 km
östlich des Ortes in den Zandtbach mündet.
Die Ortschaft liegt östlich von Oberrammersdorf, südlich von
Lichtenau, westlich von Wattenbach
und nördlich von Bammersdorf.
[bearbeiten] Verkehr
Unterrottmannsdorf liegt an der Kreisstraße 14 nach Oberrammersdorf bzw. Wattenbach, Ortsverbindungsstraßen führen nach der Weidenmühle und nach Lichtenau.
Der Bahnhof in Sachsen bei Ansbach ist ca. 7 km entfernt. Ein Anschluss an den Personennahverkehr besteht nicht.
[bearbeiten] Politische Einteilung
Unterrottmannsdorf bildete früher mit Zandt die Gemeinde
Unterrottmannsdorf, seit der Gebietsreform 1972 ist
Unterrottmannsdorf ein Ortsteil von Lichtenau.
Zu Unterrottmannsdorf gehör(t)en folgende Wohnplätze :
- Weidenmühle
[bearbeiten] Kirchen
[bearbeiten] Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit
[bearbeiten] Evangelische Kirchen
1949 stiftete der Bauer Georg Schiefer das Grundstück zum Bau
einer Kirche, die mit Bürgschaften von Georg Lierhammer, Georg
Meixner, Konrad Röttenbacher, Georg Schiefer und Georg Ströhlein
sowie viel Einsatz der Menschen in Unterrottmannsdorf und Umgebung
auch gegen den Willen der Kirchenleitung in München 1950 eingeweiht
werden konnte.
Die Kirche trägt den Namen Christuskirche, der Kirchturm wurde 1962
ergänzt.
Sie ist eine Filialkirche der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Sachsen
bei Ansbach (St. Alban).
[bearbeiten] Katholische Kirchen
Die katholischen Einwohner von Unterrottmannsdorf gehören zur Röm.-Kath. Kirchengemeinde Sachsen-Lichtenau.
[bearbeiten] Geschichte
[bearbeiten] Die Anfänge
Rusam vermutet, dass die Gründung des Ortes auf einen Ruttmann
zurückgeht (Rusam, S. 31). Fechter vertritt aus linguistischen
Gründen die Meinung, dass der Ortsnamen sich eher von dem
slawischen Personennamen Rodimir herleitet. (Fechter, S.187).
Neuere sprachwissenschaftliche Forschungen (Guetter 1990, S. 59 f.,
Guetter 1992, S. 17) leiten den Ortsnamen "Hruodmāresthorpf" nicht
wie Rusam auf altostfränkisch Hruodmār, Ruodmar her, auch die
Ableitung vom slawischen Personennamen Rodimir bzw. Rodimer
(Fechter, S.187 und Schwarz Ernst, Sprache und Siedlung in
Nordostbayern. Nürnberg 1960, S.326 f) ist wegen des fehlenden
Umlauts beim o nicht möglich.
Der Ortsname enthält vielmehr des altsächsischen Personennamen
Hrōthmar oder Hrodmar. (Guetter a.a.O.).
Dies deutet darauf hin, dass Unterrottmannsdorf bereits um das Jahr
800 gegründet wurde.
Zwei gefälschte Immunitätsurkunden aus der ersten Hälfte des 11
Jh. sowie eine weitere gefälschte Urkunde aus der Zeit um 1162 -
1165 berichten, dass ein Kontingent von nördlich der Elbe
siedelnden Sachsen im Jahre 804 an den Bischof Egilwart von
Würzburg übergeben wurde. Diese Fälschungen gehen vermutlich auf
eine ältere Urkunde zurück, die "ergänzt" wurde. (Guetter 1990, S.
58).
[bearbeiten] Das Mittelalter
Unterrottmannsdorf wurde urkundlich erstmals 1304 erwähnt, als
Konrad Rols den Brüdern des Deutschen Hauses zu Eschenbach unter
anderem Einkünfte zu Rottmannsdorf übergibt.
Seit dem Tode Wolframs von Dornberg im Jahr 1288 war die Herren von
Heideck Besitzer von Lichtenau und des östlichen Teils der Pfarrei
Sachsen. Eine Konstellation, die für viel Unfrieden gesorgt hat,
seitdem die anderen Erben, zwei Grafen von Oettingen 1331 ihren
Besitz, der u.a. Ansbach umfasste, an die Hohenzollern veräußerten.
1406 hat dann Friedrich II. von Heideck seinen Lichtenauer Besitz
an die Stadt Nürnberg verkauft, weil er sich in Geldnöten
befand.
Grundherren im Ort waren nach Rusam der Gumbertusstift in
Ansbach mit vier Anwesen, der Deutschherrenorden in
Wolframs-Eschenbach mit vier Anwesen, die Freiherren von Förster
mit drei Anwesen, das Hofkastenamt in Ansbach und das nürnbergische
Pflegamt Lichtenau mit jeweils einem Anwesen.
Kleinere Orte wie Unterrottmannsdorf finden sich in alten
Urkunden meistens dann, wenn Besitztümer veräußert werden. So
finden wir den Ort im Würzburger Lehenbuch erstmals 1317 als
Rodemansdorf.
Um 1398 wird erstmals Friedrich von Seckendorff-Aberdar erwähnt,
als er mit Zehnten in Rottmannsdorf belehnt wird.
1403 verkauft Friedrich von Heydeck ein Gut zu Rottmannsdorf an den
Gumbertusstift.
1418 wird Konrad von Knöringen als Träger seiner Schwester Anna von
Seckendorff-Aberdar und deren Kinder mit diesen Gütern
belehnt.
1434 gibt Siegmund von Leonrod dem Gumbertusstift zwei Güter in
Unterrottmannsdorf im Tausch gegen andere Liegenschaften in der
Nähe von Leonrod.
1451 erwirbt das Gumbertusstift ein Gut zu Unterrottmannsdorf von
der Kirche zu Sachsen. Die Kirchengemeinde Sachsen benötigte damals
dringend Geld, als im Krieg des Ansbacher Markgrafen Albrecht
Achilles mit der Reichsstadt Nürnberg die Kirche mitsamt Turm und
Pfarrhaus niedergebrannt war.
1499 verkaufen die Erben des Peter Betz ihr Hof- und Erbgut samt
allen Zugehörungen an das Gumbertusstift in Ansbach.
[bearbeiten] Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg
1550 bestand Unterrottmannsdorf aus 11 Höfen, dazu kam die Weidenmühle und ein Hirtenhaus. 1613 kam die Schmiede dazu, eine Wirtschaft ist erst seit ca. 1874 bekannt.
Einwohner tauchen namentlich erstmals 1497 auf, als der Staat,
wie heute auch, dringend Geld benötigte. Der Reichstag hatte 1495
in Worms eine sich nach dem Vermögen richtende Kopfsteuer
beschlossen. Diese Steuer wurde "Gemeiner Pfennig" genannt.
Dabei werden als Besitzer der nürnbergischen Höfe (Haus- Nr. 5, 12,
15, 18) Fricz Laudner, Syxt Linpacher, Ull Lawbner und Petter
Weidenmulner genannt.
Als Besitzer der Höfe des Gumbertusstifts (Nr. 1 - 3, 14) werden
Cuntz Lanng, Fritz Laubner, Cuntz Wollfflein und Peter Pfeiffer
erwähnt.
Als Hofbesitzer des Deutschordens in Eschenbach (Nr. 7, 9, 10 oder
16) wird namentlich nur Michel Weiß genannt, der 21 d (Pfennige)
zahlt. Mit Angehörigen hatten 23 Personen Steuern zu
entrichten.
Im 30-jährigen Krieg ging es Unterrottmannsdorf sehr schlecht.
Das Gumbertusstift in Ansbach hat eine Statistik über seine Höfe
angefertigt, danach lagen 1634 die vier stiftischen Höfe
öde.
[bearbeiten] Die Neuzeit
Der Aufbruch in die neue Welt weckte in Mittelfranken viele
Hoffnungen, von 1846 – 1890 wanderten sehr viele Menschen aus
unserer Region aus. In Unterrottmannsdorf wagte diesen Schritt der
Gütler Jakob Kreutzer, der 1873 nach Amerika (vermutlich nach
Frankenmuth in Michigan) auswanderte.
Der 2. Weltkrieg hinterließ auch in Unterrottmannsdorf
schmerzliche Einschnitte, das Kriegerdenkmal im Friedhof spricht
hier eine deutliche Sprache.
Nach dem 2. Weltkrieg musste Unterrottmannsdorf viele Flüchtlinge
aufnehmen, so kamen zu den 97 Einheimischen noch 49 Flüchtlinge.
Zum Vergleich: Unterrottmannsdorf hatte 1808 (mit Weidenmühle) 92
Einwohner, 2004 leben in 23 Häusern 85 Personen.
[bearbeiten] Historische und genealogische Quellen
[bearbeiten] Historische Quellen
- Baader J., Urkunden-Auszüge über Besitzungen des Deutsch-Orden´schen Amtes Nürnberg und Eschenbach, in: 30. Jb. des Historischen Vereins für Mittelfranken, Ansbach 1862, Beilage I
- Gütter Adolf (Lund, Schweden), Sachsensiedlungen in Mittel- und Oberfranken, in: Archiv für Geschichte von Oberfranken, 70. Band. Bayreuth: Historischer Verein für Oberfranken 1990, S.57 - 84.
- Gütter Adolf (Lund, Schweden), Sachsensiedlungen in Mittel- und Oberfranken II (Ergänzungen), in: Archiv für Geschichte von Oberfranken, 72. Band. Bayreuth: Historischer Verein für Oberfranken 1992, S.7 - 24.
- Fechter Elisabeth: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation der Philosoph. Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, 1955. Masch. Manuskript.
- Fleischmann Peter (Bearb.) Das Reichssteuerregister von 1497 der Reichsstadt Nürnberg (und der Reichspflege Weißenburg). Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte Bd. 4, hg. von der GFF. Nürnberg: Selbstverlag der GFF 1993
- HUF Internetportal Historisches Unterfranken. Datenbank zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters.
- Rechter Gerhard (Bearb.): Das Reichssteuerregister von 1497 des Fürstentums Brandenburg-Ansbach-Kulmbach unterhalb Gebürgs. Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte. Hg. von der GFF. Nürnberg: Selbstverlag der GFF 1985 (2 Bände)
- Rechter Gerhard, Die Seckendorff. Quellen und Studien zur Genealogie und Besitzgeschichte, Band III: Die Linien Aberdar und Hörauf, Teil 2; Veröffentlichungen der Gesellschatt für fränkische Geschichte Reihe IX Darstellungen aus der fränkischen Geschichte Band 36, Neustadt an der Aisch: Degener 1997
- Schmid Peter, Der Deutsche Orden und Reichssteuer des gemeinen Pfennigs von 1495. Die Grundherrschaft des Deutschen Ordens im Reich an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Neustadt a.d. Aisch: Degener 2000
- Stieber Gottfried, Historische und Topographische Nachrichten, Ansbach 1761, Nachdruck Neustadt/Aisch: Degener 1994
[bearbeiten] Genealogische Quellen
- Familienblätter ab 1680 im Brenner-Archiv, Ansbach
- Krauß Eberhard und Krauß Friedrich, Exulanten im Evang.-luth.
Dekanat Ansbach. Quellen und Forschungen zur fränkischen
Familiengeschichte Band XIII. Hg. von der Gesellschaft für
Familienforschung in Franken (GFF). Nürnberg: Selbstverlag der GFF
2004
[bearbeiten] Evangelische Kirchenbücher
- Evangelische Kirchengemeinde St. Alban in Sachsen bei
Ansbach
- Taufbücher ab 1691
- Traubücher ab 1680
- Beerdigungsbücher ab 1680
[bearbeiten] Katholische Kirchenbücher
- Bestandsliste, Archiv des Erzbistum Bamberg, http://www.gf-franken.de/archbambrg.html
[bearbeiten] Literatur
- Rusam Georg (Kirchenrat), Geschichte der Pfarrei Sachsen. Ansbach: Brügel 1940.
[bearbeiten] Bildergalerie
[bearbeiten] Weblinks
[bearbeiten] Offizielle Webseiten
[bearbeiten] Zufallsfunde
Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden. Bitte beim Erfassen der Seite mit den Zufallsfunden ggf. gleich die richtigen Kategorien zuordnen.
[bearbeiten] Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote
Auf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.
[bearbeiten] Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
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