Lebensumstände

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Aufgewachsen sind unsere Vorfahren während der Dauer des Heiligen Römischen Reiches (HRR) in Territorien wie Kurfürstentümer, Herzogtümer, Grafschaften, Erzstifte, Hochstifte, Abteien, Reichsstädte und Reichsdörfer, Reichsfürsten und Reichsritter — dies waren vor dem Reichsdeputationshauptschluss (25.02.1803) und im Mittelalter unübersehbar verwickelte territoriale Verhältnisse, mit unzähligen großen und kleinen Herrschaften, im weit über die heutigen Grenzen ausgreifenden alten Deutschen Reich. In jeder dieser unzähligen Ländchen und Gebiete entwickelten sich die Lebensbedingungen nach dem Willen der Machthaber und der an deren Macht beteiligten sehr unterschiedlich. Gravierende Änderungen traten u.a. ein mit der Demografische Entwicklung und der Industrielle Revolution, Napoleon, der Einrichtung des Rheinbundes 1806 , des Norddeutschen Bundes 1866 und des Deutschen Reichs.

Gravierende Änderungen

Verbreitung der Kulturtechnik

Bei der Frage, wie weit die bekannten Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) in der Landbevölkerung vor Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitet waren, ist lokal ein erhebliches Gefälle vor Beginn des 19. Jahrhunderts zwischen Stadt und Landbevölkerung festzustellen. Nachweise über die Signierfähigkeit (xxx) lassen sich bei Beurkundungen finden, so bei Gerichten, in Kirchenbüchern und Personenstandsregistern.

Lebensräume

Die Verortung der Herkunft unserer Vorfahren und die Ortseinbindung und Verwaltunsentwicklung in der Region ist ein wichtiges Merkmal zur Umfeldbestimmung ihres Lebensraumes. Ein weiter Faktor der Einflußnahme ist die

  • Wirtschaft und deren Entwicklung über die Jahrhunderte.

Persönliche Lebensumstände

Die persönlichen Lebensumstände unserer Vorfahren im lokalen und regionalen Bereich mit den natürlichen und kulturellen zeitlichen Gegebenheiten geben Hinweise zur Anlage einer Biografien eines unserer Vorfahren in der jeweiligen Generation. Die Anlage mehrerer Biografien der Vorfahren können die Grundlage für die Beschreibung der Entwicklung eines gesamten Familienverbandes liefern.

Lokale Kurzinformationen

Die Biografien zeigen die zeitliche Einbimdung im sozialen Lebensumfeld, von Land und Leuten in ihrer Zeit, ihre Siedlungen, Arbeitsumgebung, Sprache, Schulen, Kirchen und die Vernetzung ihres Lebensraumes. Kurzgefasste Informationen mit Grundlagen für notwendige Einblicke finden sich u.a. dazu im Deutschen Städtebuch, einschließlich der Ortseinbindung und Verwaltunsentwicklung in der Region ...

  • Diese Daten sind zum Teil berücksichtigt unter den in "GenWiki" beschriebenen Orten
  • Im GOV (Genealogisches Ortsverzeichnis) befinden sich weitere Informationen, wie z.B. die geografische Position, Links zu Karten, alte und aktuelle Postleitzahlen und anderes mehr,

Spurensuche

Für eine Präsentation des Lebenslaufes eines unserer Vorfahren an Hand seiner tatsächlichen eigenen Lebensdaten unter der Berücksichtigung der zeitlichen Gegebenheiten und Vernetzungen im lokalen und regionalen Bereich lassen sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen Spuren finden. Diese Spuren lassen die Nachkommen erkennen und wissen, was war.

Arbeitseinkommen

Lebenshaltung, Regelsatz

Dürftige Verhältnisse

Handwerksgewerbe

Literatur-Suche

Sinnkonstruktion

Den Lebenslauf des einzelnen Vorfahren zu beschreiben ist auch Sinnkonstruktion. Dies führt weiter zur Frage nach dem subjektiv gemeinten und dem objektiv stattgefundenen Leben. Die unterschiedlichen Lebenssituationen bei der Lebensrückschau unseres einzelnen Vorfahren bildet ein wichtiges Instrument der Erinnerung an sie und läßt erkennen oder deutlich werden, auf wessen Schultern wir stehen oder warum wir sind wie wir sind.

Lebensbilder

Mögliche Zusammenfassungen

Eine Vielzahl zusammengefaßter Biografien eines Ortes oder Region geben neue Impulse lokaler Geschichtsschreibung in deren Mittelpunkt der Mensch aus unterschiedlichsten Gesichtspunkten stehen kann.

Biografieforschung

Biografien sind Gegenstand der Literatur- und Geschichtswissenschaft, der Soziologie, der Pädagogik, der Psychologie, der Medizin und der Theologie. Die einzelnen Arbeitsfelder und Arbeitsgegenstände der Biografieforschung sind sehr heterogen und haben eigene Forschungstraditionen entwickelt.

Lokale Lebensverhältnisse

  • Die Lebensverhältnisse in der Stadt Haltern in der Übergangszeit von 1769 bis 1816 (Bodo Stratmann 2015, Bezugsquelle: Heimatverein Haltern)

Literatur

  • Berger, Peter A./Sopp, Peter (Hrsg.): Sozialstruktur und Lebenslauf, Opladen 1995.
  • Bödeker, Hans Erich (Hrsg.): Biographie schreiben, Göttingen 2003.
  • Bosch, Michael (Hrsg.): Persönlichkeit und Struktur in der Geschichte. Historische Bestandsaufnahme und didaktische Implikationen, Düsseldorf 1977.
  • Bourdieu, Pierre: Die biographische Illusion, in: BIOS 3 (1990), H. 1, S. 75-81.
  • Corsten, Michael: Biographie, Lebensverlauf und das "Problem der Generationen", in: BIOS 14 (2001), H. 2, S. 32-59.
  • Echterhoff, Gerald/Saar, Martin (Hrsg.): Kontexte und Kulturen des Erinnerns. Maurice Halbwachs und das Paradigma des kollektiven Gedächtnisses, Konstanz 2002.
  • Fuchs, Werner: Biographische Forschung - Eine Einführung in Praxis und Methoden, Opladen 1984.
  • Fuchs-Heinritz, Werner: Biographische Forschung. Eine Einführung in Praxis und Methoden, Wiesbaden 2002.
  • Füßl, Wilhelm: Zwischen Mythologisierung und Dekonstruktion: Die Funktion des Biographen, in: Ders./Ittner, Stefan (Hrsg.): Biographie und Technikgeschichte (= BIOS Sonderheft) 1998, S. 59-69.
  • Gallus, Alexander: Biographik und Zeitgeschichte, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 1 (2005): www.bpb.de/publikationen/249NFW,0,0,Biographik_und_Zeitgeschichte.html
  • Gestrich, Andreas/Knoch, Peter/Merkel, Helga (Hrsg.): Biographie - sozialgeschichtlich. Sieben Beiträge, Göttingen 1988.
  • Gradmann, Christoph: Geschichte, Fiktion und Erfahrung - kritische Anmerkungen zur neuerlichen Aktualität der historischen Biographie, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 17/2 (1992), S. 1-16.
  • Hartwig, Ina/Karsunke, Ingrid/Spengler, Tilman (Hrsg.): Die Rückkehr der Biographien, Berlin 2002.
  • Klein, Christian (Hrsg.): Grundlagen der Biographik. Theorie und Praxis des biographischen Schreibens, Stuttgart/ Wiemar 2002.
  • Klingenstein, Grete/Lutz, Heinrich/Stourzh, Gerald (Hrsg.): Biographie und Geschichtswissenschaft. Aufsätze zur Theorie und Praxis biographischer Arbeit, Wien 1979.
  • Kohli, Martin: Wissenschaftsgeschichte und Lebensgeschichte, in: Lepenies, Wolf (Hrsg.): Geschichte der Soziologie. Studien zur kognitiven, sozialen und historischen Identität, Frankfurt am Main 1981, S. 428-465.
  • Kursbuch 148 (2002): Themenheft "Rückkehr der Biographien".
  • LeGoff, Jacques: Wie schreibt man eine Biographie?, in: Braudel, Fernand, u. a.: Der Historiker als Menschenfresser. Über den Beruf des Geschichtsschreibers, Berlin 1990, S. 103-112.
  • Maurer, Friedemann (Hrsg.): Lebensgeschichte und Identität. Beiträge zu einer biographischen Anthropologie, Frankfurt/Main 1981.
  • Niethammer, Lutz: Kollektive Identität. Heimliche Quellen einer unheimlichen Konjunktur, Reinbek 2000.
  • Reulecke, Jürgen (Hrsg., unter Mitarbeit von Elisabeth Müller-Luckner): Generationalität und Lebensgeschichte im 20. Jahrhundert, München 2003.
  • Röckelein, Hedwig (Hrsg.): Biographie als Geschichte, Tübingen 1993
  • Rosenthal, Gabriele: Die erzählte Lebensgeschichte, in: Berliner Geschichtswerkstatt (Hrsg.): Alltagskultur, Subjektivität und Geschichte, Münster 1994, S. 125-138.
  • Szöllösi-Janze, Margit: Lebens-Geschichte - Wissenschafts-Geschichte. Vom Nutzen der Biographie für Geschichtswissenschaft und Wissenschaftsgeschichte, in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 23 (2000), S. 17-35.
  • Voges, Wolfgang (Hrsg.): Methoden der Biographie- und Lebenslaufforschung, Opladen 1987.
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