Scherenschnitt im Stammbaum

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Schattenkunst und Scherenschnitt: Die Silhouette war damals, was jetzt die Photographie ist. In Europa kam im achtzehnten Jahrhundert das Schattenbildnis und dann, mit zunehmender Beliebtheit, der Scherenschnitt als Möglichkeit für ein eigenes Portrait auf. Dabei zog man zunächst einerseits den Umriss des Profils von einer achtbaren Person, durch Kerzenschein projektiert auf eine weiße Leinwand, mit schwarzer Kreide nach. Dann tuschte man die entstandene Fläche der Einfachheit halber schwarz aus. Damit fing es an!

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Jedes meisterliches Können beginnt im Leben in kleinen Schritten, auch im handwerklichen Streben. Das ist bei den Scherenschnitten des Papierschnitzers nicht anders und bei jedem neugestellten Thema beginnt die Arbeit mit einfachen und sorgfältig ausgeführten Schritten.

Aus unterschiedlichen Sichtweisen ergeben sich aus dieser Tätigkeit weitere Quellen für die Familienfoschung.

  • So lassen sich künstlerische Veranlagungen von Vorfahren bei der Gestaltung eigener Ornamente im Schrerenschnitt finden.
  • Eine Vielzahl von Exlibris sind als eigene Scherenschnitte oder als Auftragsarbeiten entstanden. Dabei handelt es sich ja um in Bücher eingeklebte Zettel, die der Kennzeichnung des Eigentümers dienen. Diese Buchzeichen sollten bestenfalls nicht nur den Namen des Eigners beinhalten, sondern auch eine Eigenart des Buchbesitzers oder einen Bezug zum Namen darstellen. Zumindest diese Scherenschnitte sind eindeutig identifizierbar und eine interessante Quelle für den Familienforscher.
  • Anfang des 18. Jahrhundert entstehen die ersten vollgültigen Schattenporträts in schwarz, daher auch als Schwarzkunst bezeichnet. Durch die Konzentration auf das Wesentliche entstanden so charakteristische Schattenbilder, welche bestimmte Eigenarten von Personen und Familiengruppen herausstellen konnten.

Mit der Fotografie oder Photographie erübrigte sich die Schattenbildnerei.

Beispiel: Familie Gooßens im Einzelschattenriss

Goswin Gooßens * Kleve 11.06.1710 (rk.), Zinngießer oo in Nijmwegen 10.06.1742, kirchliche Trauung 24.06.1742 in Hees bei Nijmwegen Anna Elis. Sondermann * Nijmwegen 09.01.1720 (ref.)

Familie Gooßens -Sondermann
wohnhaft in Kleve
Sohn J. Jacob Ferdinand
Sohn Petrus Leonhard

Erbsohn Jakob

Jacob Ferdinand Gooßens * Kleve 01.03. 1743 (rk.), Zinngießer und "maitre pompier" (=Brandmeister an der Wasserpumpe) oo Kleve 07.02.1769 in der Stiftskirche (rk.) Alheyde Johanna Nijpoort * Nijmwegen 23.12.1736 (ref.)

Familie Goßens - Nijpoort
wohnhaft in Kleve
J. Jacob Ferdinand Gooßens
Alheyde Johanna Nijpoort

Silhouetten der Kinder

  • Johann Goswin Gooßens * Kleve 03.08.1770
  • Maria Elisabeth Petronella Johanna * 19.12.1771, + 04.02.1848
  • Kornelia Christine * 16.08.1773 Kleve (rk.), + 16.04.1821
Kinder der Familie Goßens - Nijpoort
wohnhaft in Kleve
Johann Goswin Gooßens
M. Elis. Petronella Gooßens
Kornelia Christine Gooßens

Erbsohn Johann Goswin im Schattenbild

Johann Goswin Gooßens * Kleve 03.08.1770 (rk.), Drechsler oo Kleve 26.04.1796 in der Stiftskirche (rk.) Ja. Maria Christina Antoinetta Königs ~ Recklinghausen rk. 15.04.1777 (E: Joes König oo A.M. Hilger, Paten: Xtina Hilger u. R.D. Vicarius Joes Georg Westerholt)

Familie Goßens - Königs
wohnhaft in Kleve
Johann Goswin Gooßens
J.M. Christina Antoinetta Königs

Silhouette einer Tochter

Tochter der Familie Goßens - Königs
wohnhaft in Kleve
Louise Gooßens

Beispiel: Präsentation im Familienschattenriss

Johann Caspar Rumpe, Reidermeister (* Altena 25.06.1748, + Altena 27.07.1833), war Draht- und Nähnadelfabrikant und während der französischen Zeit Bürgermeister von Altena und Ehefrau Henrietta Wilhelmina Maste, Kinder:

  • Johan Caspar Rumpe * 14.01.1774
  • Wilhelmina Elisabeth * 13.11.1775
  • Carl Heinrich * 04.03.1781
  • Georg Friederich * 13.01.1786
  • Johanna Carolina * 26.03.1790
Familie Rumpe
wohnhaft in Altena
Caspar Rumpe mit Familie, Reidermeister

Beispiel: Redende Exlibris

  • Bruno Héroux (1868-1944) war zu seiner Zeit vielseitig und in allen Techniken der Grafik gleich gewandt. Er entwarf zahlreiche redende Exlibris, ein großer Teil davon ursprünglich als Radierung.
    • Bruno Héroux: "101 Exlibris" (Leipzig 1917 Selbstverlag)
Wilhelm Grevel (*1837; † 1919)
Apotheker und Heimatforscher in Essen
Exlibris Wilhelm Grevel (Künstler: Bruno Héroux)

Die Stadtbibliothek Essen erhielt 1919 die private Büchersammlung des Essener Apothekers und Heimatforschers Wilhelm Grevel. Ein Teil dieser durch letztwillige Verfügung in den Besitz der Stadtbibliothek gelangten Privatbibliothek bildet als " Grevel-Sammlung" das Kernstück der heimatkundlichen Abteilung der Stadtbibliothek. Ein anderer Teil seiner Arbeiten gelangte in das Stadtarchiv Essen.

Literatur

  • Kroker, Ernst: Die Ayrerische Silhouettensammlung (umfasst 1370 Profile)
  • Köster Bernhard E.: Ex Bibliothecis Westfalicis. Von Bibliotheken, Büchern, Bibliophilen und ihren Exlibris in einer Europäischen Kleinlandschaft. Verlag Claus Wittal, 1997
  • Häusler, Erika: Kompositionen in Schwarz und Weiß, in Reihe Ex Libris Nr. 3-1995 (Hrsg. Stadtbücherei Haltern am See)
  • Kunze, Emil: Bruno Hẻroux in Reihe Ex Libris Nr. 1-1997 (Hrsg. Stadtbücherei Haltern am See)
  • Bücher und Exlibris im Weltkrieg 1914-1918, in Reihe Ex Libris, Sonderheft Mai 2014 (Hrsg. Stadtbücherei Haltern am See)
  • Helmut Ottenjann: Lebensbilder aus dem ländlichen Biedermeier. Sonntagskleidung auf dem Lande. Die Scherenschnitte des Silhouetteurs Dilly aus dem nordwestlichen Niedersachsen. Gerstenberg, Hildesheim 1984. ISBN 3-923675-03-8
  • Gertrud Angermann: An ihrem Äußeren sollt Ihr sie erkennen! Silhouetten einer Lippstadt-Bielefelder Kaufmannsfamilie von 1791 und einer Müllerfamilie des Kirchspiels Dornberg von 1805. In: 89. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Jahrgang 2004. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2004. ISBN 3-89534-529-6
  • Helmut Ottenjann: Der Silhouetteur Caspar Dilly aus Löningen. Familienbilder der Landbevölkerung 1805–1841. Heimatbund für das Oldenburger Münsterland, Die Blaue Reihe, Heft 3. Cloppenburg 1998. ISBN 3-9804494-9-1

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