Tagebuch 1812 Ernst von Baumbach - Napoleons Russlandfeldzug/089
aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
| GenWiki - Digitale Bibliothek | |
|---|---|
| Tagebuch 1812 Ernst von Baumbach - Napoleons Russlandfeldzug | |
| Inhalt | Orts- und Namenregister | Glossar | |
| <<<Vorherige
Seite [088] |
Nächste Seite>>> [090] |
| fertig | |
| Dieser Text wurde zweimal anhand der angegebenen Quelle korrekturgelesen. | |
Staub und Wassermangel, eine noch größere Qual verursachten, als
auf den Märschen jenseits
Witebsk. Auch fanden, bei dem gänzlichen Mangel einer
Heerespolizei, die Reibungen mit andern Truppen, die sich nach
ein und demselben Ziele drängten, in einem erhöhten Grad Statt, und
vermehrten die Beschwerden des Marsches auf eine sehr empfindliche
Weise. – In Polen waren, trotz der übelen Behandlung, doch viele
Einwohner und namentlich
Juden in ihren Wohnungen geblieben, und uns von wesentlichem
Nutzen gewesen; mit dem Eintritt in das eigentliche Rußland, hatte
sich dieses aber geändert: Juden fanden wir nicht, weil ihnen nicht
erlaubt ist, in Rußland zu wohnen, und die übrigen Einwohner waren
auf mehrere Stunden weit in die Wälder geflohen, nachdem sie, oder
die
Kosaken die Ortschaften angezündet hatten. Auf der Straße
fanden wir daher wenig zu leben, auch konnte, wegen Mangel an Zeit,
von der
Verpflegsbehörde keine Fürsorge getroffen werden, es blieb also
nichts übrig, als wieder zu den
Requisitions-Commandos seine Zuflucht zu nehmen,
