Schreiner

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Bebilderte Ständebeschreibung: Die Handwerker, organisiert in ihren Amt, ihrer Zunft oder Gilde waren in den Städten des HRR maßgend bei der Wahl der lokalen Bürgermeister und des Rates („Deutsches Städtebuch“).

Dorfschreinerei

Inhaltsverzeichnis

Spezialisierung der Holzhandwerker

Unter den Holzhandwerkern entwickelte sich die Schreinerei erst relativ spät. Zu einem eigenständigen Gewerbe wurde sie in Deutschland im 15./16. Jahrhundert, als Schränke und Sitzgelegenheiten nicht mehr an der Wand angebracht wurden. Das Möbel wurde zum Repräsentationsobjekt (zumindest gehobener Schichten).

Schryn werker 1694, Joh. u. Caspaars Luiken (NL)

Einsatz der Furniertechnik

Seit dem 16.Jahrhundert verwendeten die Schreiner unter Einsatz der Maserung zunehmend Furniertechnik (intarsienarbeiten). Geringwertiges Holz verkleidet mit dünnen, aufgeleimten Edelholzbrettern. So konnte sich jedermann kostbar aussehende Möbel leisten. Leim-, Furnier-, Beiz- und Imitationstechnik ermöglichte den raschen Aufstieg des Schreinerhandwerks in erster Linie in den damaligen Städten, die Möbel wurden fürjeden Geldbeutel erschwinglich.

Produktpalette in der Stadt

Hauptprodukte: Truhen (Aussteuer), Schubladen, Kleiderschränke, Regale, Bettgestelle, Tische, Leisten, Gesimse, Brettspiele u.a.m.

Dorfschreinerei

Auch in fast jedem Dorf etablierten sich nach und nach Schreiner, wenn auch zunächst im Nebenerwerb. Deren Kunden wohnten im Umkreis von 3-4 km.

Tätigkeit des Dorfschreiners

Der Dorfschreiner fertigte hauptsächlich Möbel und Gebrauchsgegenstände für den Hausgebrauch, hölzerne landwirtschaftliche Geräte, Dielenböden, Türen, Treppen sowie Fensterrahmen und führte Reparaturen aus.

Maschineneinsatz

Die leichte Bearbeitbarkeit des üblichen Holzes (bis auf Eiche) schien die Investitionskosten für erste Mechanisierungen mit Transmissionsantrieb (über Mühlen, Göpel und Dampfmaschinen) nicht zu rechtfertigen. Maschinen setzte man überwiegend erst mit der Erlektrifizierung im 20. Jahrhundert ein. 1928 mussten 7.000 Mark für den Maschinenpark einer üblichen Schreinerei gerechnet werden. Das Jahreseinkommen eines Schreiners lag bei 500 Mark. Erst die Einführung des Elektromotors löste eine breite Mechanisierung aus.

Gesundheitsgefahren

Verletzung von Gliedmaßen, Lungenschwindsucht (1890 starben ¾ aller Schreiner an Lungenschwindsucht). Heute beugen Holzsstaubabsauganlagen diesem Gesundheitsrisiko vor.

Literatur

  • Laschinger, Johannes: Chronik der Zimmerleute und Schreiner in Amberg, Amberg 1991, 96 S.

Weblinks

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