Schlesisches Namenbuch/142

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Schlesisches Namenbuch
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  • Namenerläuterungen und -nachweise werden mit einfachem Doppelpunkt (:) eingerückt.
  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)


Wurst (Liegnitz [8] Neustadt [4] Beuthen [5] Oppeln [17]).

Mittelbarer Berufsname des Fleischers oder Wurstmachers (mhd. wurstaere), nach dem Nationalgericht der Deutschen; daher Hans Wurst (schon bei Luther). Urkundl. ist z. B. Dickswürstl um 1350 in Olmütz Name eines Fleischers; u. wie urkundl. Siebenschuh der Schuster, Siebenrock der Schneider, so ist Siebenwurst Spottname des Fleischers, wie auch Wurstbendel (1274 Hessen), Fretwurst (Meckl.), Machewurst, Rörewurst usw. Ein ganzes Schaufenster würden die Wurstsorten füllen, die sich in Familiennamen erhalten haben. Vgl. die Namenbücher von Heintze-Cascorbi, Die deut. Familiennamen. 7. Aufl. Halle (1933), Gottschald, M., Deutsche Namenkunde. 2. Aufl. München (1942), Bahlow. In Schlesien vgl. Familienname Krautwurst. - Belege: Nickel Worscht 1439 Kr. Neiße; Andreb(i)s Wurstman/Worstman 1387, 1386 Liegnitz.


Zahn (Liegnitz [11] Görlitz [5] Sagan [6] Bunzlau [5] Hirschberg [3] Schweidnitz [5] Brieg [4] Beuthen [3]).

„Mit auffallendem Zahn“, deutlicher in Zusammensetzungen wie Breitzahn, Scharfzahn, Schartelzahn. Vgl. in Alt-Breslau 1281 Wernher schertilczan u. seine Söhne Theod. schertilczan, Conrad schertilczan u. Jocob schertilczan (hierzu s. Wackernagel, Kl. Schriften 3, 109). Die Deutung „mit einem Zahn auf die Welt gekommen“ (E. Schröder S. 107) erledigt sich von selber, denn Beinamen erhielten erst Erwachsene! - Belege: Herman Zcan 1327 Schweidnitz; Nickel Czan 1428 Görlitz; Czan 14. Jahrh. Breslau.


Zapp(e) (Görlitz [2] Liegnitz Sagan [2] Hirschberg [3]), Zapfe.

Mhdeut. zapfe „Bier- u. Weinzapfen“; also „mittelbarer Berufsname“ des Schankwirts. Auch als abscön bezeugt (Lexer 3, Sp. 1030 f.), vgl. Wackerzapp. - Belege: Katheryn mit dem Czappe (14./15. Jahrh., Burdach Bd. 9); Niclas czappe 1438 Liegnitz; Nickel czappe 1431 Görlitz; Wynczeppe 14. Jahrh. in Breslau.


Zippel (Görlitz [28] Sagan [5] Bunzlau [5] Schweidnitz [2] Oberschlesien [0]!), Zippler (Liegnitz [2] Grünberg [2]).

„Kapuzenzipfel“. Bauernübername, nach der typischen Kleidung (vgl. kogilczippil). - Belege: Jacob Czippil, Bauer 1359 Rüstern b. Liegnitz; Czippil, Breytczippil in Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 117); Melchior Zippel 1608 Liegnitz.


Zuch(h)old (Liegnitz), Suchol(d), Zuchel, Zuch(ke), Such(e): von suchy „trocken, mager“, schles. sonst Dürr: Dürre Enderlin 1272 Breslau. Zur Bildung vgl. Schichol(d), Pachol(t) usw. (Mucke, E., Die niedersorb. Familienname Prag (1928) S. 97, 103). Jesco Czuch, Marescalcus 1392 Prag.


Zugehör (Sagan [3] Neusalz [2] Breslau [5] Liegnitz).

Aus Zugehörer gekürzt, wie der Beleg des 15. Jahrh. zeigt. Ein Wort der spätmittelalterl. Rechtssprache, im Sinne von Instmann oder Leibeigener. Vgl. auch Deutsches Wörterbuch der Brüder Grimm - Beleg: Michel Zcugehorer 1466/67 Görlitz.

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