Schlesisches Namenbuch/076

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Schlesisches Namenbuch
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  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)


Familienname Hirche (Görlitz) wie Tschirch nur dort zahlreich! Vgl. Ortsname Jerchenthal (Böhmen) = Georgenthal!


Tz(sch)aschel (Görlitz [12] Liegnitz [2]).

Kurz- od. Koseform vom slaw. Taufname Caslaw (Miklosich, F., Die Bildung d. slaw. Pers.-Name (Wiener Denkschr. 10, 1860), Nr. 439). Vgl. den Ortsname Czaslau/Böhmen. - Belege: Czaslaus judex 1252 Liegnitz (Urkundenbuch S. 5); Er Zschaselaw der Voyt von Budissin 1390 Görlitz; noch 1455 Zaschla von Gersdorff (Urkundenbuch Liegnitz, S. 473); Als Familienname: Nickel Tschaslaw 1372 Liegnitz; Peter Czaslaw der bogener 1425 Görlitz; Wolfgang Tschassel 1509 Görlitz; Lenhart Zaschel 1573 Liegnitz.


Urban (Görlitz [27] Liegnitz [18] Schweidnitz [27] Glatz [11] Hirschberg [7] Grünberg [6] Brieg [8] Oppeln [10] Beuthen [12]), slaw. od. slawisiert: Urbanek (Oppeln Beuthen Ratibor Neustadt), Urban(t)ke, Urbaniak, -i(e)tz, -czyk (Beuthen), -ski, u. ä. Auch Urbe, Urbach, -ich, -isch (Ratibor), -as (Ratibor), -asik (Beuthen).

Kirchlicher Taufname, nach dem Papst Urbanus I., gest. 230. Beliebt erst im 15. Jahrh. - Belege: Urban kursner 1358 Breslau = Orban der k. 1371 Breslau; Urban Sweydenicz 1426 Liegnitz; Urban Hesing 1427/28 Görlitz; Urban Gobil 1451 Liegnitz; Urban von Rengirsdorf 1400 Görlitz; Orban Hellir 1451/52 G. Als Familienname: Jocoff Urban 1527 Görlitz.


Veit(h) (Glatz [10] Neurode [7] Habelschwerdt [5] Liegnitz [3] Görlitz [4]), Veidt, Feit, Feidt.

Der Heilig. Veit (lat. Vitus), gest. 304, zählt zu den 14 Nothelfern; als solcher wurde er gegen die Fallsucht (Veitstanz!) angerufen. Verehrt in ganz Deutschland, besonders in Böhmen (Veitsdom in Prag!), daher in der Grafschaft sehr häufig. - Belege: Vitus, Sohn des Cunczke Thomaskirche 1363 Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 13); Vitus Heydenreich 1494 Görlitz; Veit Kleblat 1532 Glatz; Feyd der Panzermacher 1564 (Liegnitz Kb. 2, 354).


Wanke (Ratibor [12] Beuthen [5] Glatz [5] Hirschberg [2]), Wantke, Wandtke, Wandke.

Wani(e)k, -ek (oberschlesisch). Slawische (tschechisch-polnische) Kurz- od. Koseform von Johannes (vgl. russ. Iwan). Miklosich, F., Die Bildung d. slaw. Pers.-Name (Wiener Denkschr. 10, 1860), Nr. 154. Verbreitet nur in Oberschlesien und der Grafschaft. Siehe auch die Kurz- od. Koseform Janke und Hanke. - Belege: Wanko Placzek 1362 Prag; Wanek Ownik 1400 Glatz; Wanko Heriges 1508 Glatz; der bose Wanke v. Hassicz 1402 Glatz: eidem: Jon.


Welzel (Görlitz [17] Liegnitz [9] Grünberg [5] Glatz [9] Reinerz [10] Neurode [15] Neisse Beuthen [13]).

Deutsche Form für Welczek, das ist Velislav (Grafschaft!). Welczel Beler 1364 = Walczil Beler 1370 Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 16); Welczel Beck 1354 Glatz; Welczel Kauffler 14./15. Jahrh. (Burdach, Vom Mittelalter zur Reformation. Bd. 9); Welczil als Familienname 1369 Liegnitz; Peter Welczel 1432 Glatz; Welczlinus (de) Kaczbach Liegnitz 1340 ff. = Petir Welczil von der Kaczbach, Priester 1370 Liegnitz; Veczentz Weltzel 1403 Görlitz. Beachte besonders Velcellinus Romung 1333 Fraustadt (! Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 22) und Welcelinus fllius Jenzingi (!) 1318 Jauer. Ohne Suffix: Welcz (B) u. Felz!, Feltz!


Wenzel (Görlitz [33] Liegnitz [25] Beuthen [25] Hirschberg [5] Glogau [6]).

Kurz- od. Koseform von slaw. Wenceslaw (Wenczlaw), wie Stenzel von Stenczlaw (Stanislaw). Der Heilig. Wenzeslaus war Schutzpatron Böhmens; schon Johann Fischart sagt: Böhmen heißen Wenzel. Weniger häufig mit k-Suffix: Wen(t)zke, Wen(t)zig (Neisse), Wenzeck. Selten in der Vollform Wenzlaff. Vgl. Hockewanzel! Auch Wache (Görlitz [11] Sagan [6] Glogau [3] Glatz [5] Breslau oft), -a, in dtsch. Munde Fach(e) (Liegnitz [9]) gehört als slaw. Kurz- od. Koseform von Waczlaw, der tschech. Form, hierher; vgl. Jache, Bach(e), Stach(e), Mach usw.; zum Wechsel von slaw. w = deut. f, vgl. Fluche = Wloch, Fengler = Wengler u. a. - Belege: Wenczlaw, Hawls zon 1380 Glatz; Wenczil kirchmann 1491 Liegnitz; Wenczco vom anger 1396 Breslau ; Wir Waczlaw ... Kunig zu Behaim 1388 (Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 6, 204). Als Familienname: Hannus Wenczlaw 1378 ff. Liegnitz. Vgl. Ha. Weczold 1447 Freiberg (Urkundenbuch 3, 240, 42). her Weczlaw (auch Weczel) v. Schellendorff 1424 Liegnitz. Peter Wache 1418 (Kr. Grünbg., Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 24, 201); Wachna Beme 1397 Glatz.

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