Schlesisches Namenbuch/057

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Schlesisches Namenbuch
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  • Namenerläuterungen und -nachweise werden mit einfachem Doppelpunkt (:) eingerückt.
  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)
vgl. Rcht. 45; her Dominyk von Beckern der prister 1384 Liegnitz. Dompnig Rönberg 1491 Liegnitz; Hannus Domenig von Breslaw 1425 Görlitz; Hans Dompnig 1491 Liegnitz.


Dlugosch, Dlugos (Ratibor zahlr., Beuthen [15] Oppeln, Breslau, Liegnitz [9] Neustadt [0]!).

Oberschl. FN. KF. vom slaw. TN. Dlugomil (dlugu „lang“, milu „lieb“), vgl. Mikl. Nr. 112.


Donat, Donath (Görlitz [18] Liegnitz [5] Neusalz [4] Schweidnitz Hirschberg [2]).

Der heil. Donatus, Bischof u. Märtyrer unter Julian um 350 n. Chr. Vor allem in der Oberlausitz verbreitet. - Belege: Donat Czideler 1409/10 Görlitz; Donet Ratold 1400 Grünberg; Donat John 1528 Görlitz; Donat Eger noldener 1558 Görlitz. Als FN.: Hannus Donat carnifex 1407/08 Görlitz; Urban Donat 1515/16 Görlitz.


Eitner (Liegnitz [8] Görlitz [5]), Eidtner (Görlitz [3]).

Gehört als „metronymische Ableitung“ zur Gruppe der Alschner, Jüttner, Leuschner usw. Zugrunde liegt der Hl.N. Agatha (griech. = die Gute), also „Angehöriger der Agathe“; man sprach mit deutscher Betonung der ersten Silbe Ag(e)te, zsgz. Aite, geschr. Ayte (vgl. Agthe noch in Otto Ludwigs Novelle „Maria“). Belege a. d. 14. Jh., siehe bei Bahlow S. 115 u. Rcht. S. 34. - Belege f. d. metronym. Form: Opecz der Ayten 1388 Liegnitz; Pawil Eythener 1415 Liegnitz; Aytener 1451 ebd.; Merten Eythener 1491 ebd.; Hans Eyttener ca. 1470 Görlitz (Jecht 17). Vgl. auch Joh. u. Peter, Söhne der Agathe, Bauern 1333 Bernsdorf/Lausitz; Georg Aithe 1564 Görlitz.


Fabig, Fabich (Grünberg [8] Haynau [6] Görlitz [4] Liegnitz [4] Brieg [3]), Fabisch (Beuthen [8] T[GWR 1] [5] Liegnitz [3] Görlitz [2]). KF. von Fabian (Görlitz [8] Liegnitz [5] Sagan [5] Brieg [9] Oppeln [8] Beuthen [15]).

Mehr in Oberschlesien verbreitet. Der heil. Fabianus war Märtyrer unter Kaiser Decius, gest. um 250. - Belege: Fabian oczke 1385 Breslau; Fabian Eckel, Pfr. um 1524 Liegnitz. Als FN.: Anna Fabian 1547 Liegnitz.


Fechner (Grünberg [30] Sagan [24] Neusalz [16] Liegnitz [19] Görlitz [10] Schweidnitz [4]), Fechler (Liegnitz [8] Neusalz [3] Grünberg [1])

Als Handwerksbezeichnung für den Hersteller von Pelzwerk (mhd. vech „bunt“), also als Kürschnername, nirgends nachweisbar, obwohl alle Namenbücher und auch Volckmann S. 56 davon fabeln. Die Bodenständigkeit speziell im Neiderland (und der Lausitz) sowie das n der Endung -ner weisen vielmehr eindeutig auf slaw. Herkunft, und zwar von e. PN. Es bietet sich nur die KF. Vech (Vach) von Venczlaw bzw. Vaclav (worauf neben A. Mayer auch E. Führlich S. 46 als Slawist hinweist). Die Bildungsweise (patronymisch) ist die gleiche wie die von Machner = Mache = Matthias, Jeschner = Jesche (Jasche) = Johannes u. a. Vgl. auch unter Wenzel die KF. Fach(e) u. Wache! Zur l-Form Fechler vgl. Facheler 1395 Görlitz. Ferner: Wachna Beme 1397 Glatz. - Belege: Michael Vechneri 1385 consul in Prag (Schubert, Reg. S. 79); Lorencz Fechener 1499 Freystadt, Melchior F. 1507 ebd., Heinr. F. de Spottauia 1457 (Cod. 24); David Fechtner aus Lüben 1571 (Glatz Gesch.qu. 3); Daniel Vechner um 1600 (Trotzendorfschule, Goldberg). - Zum Ablaut vgl. Jech(t): Jach(a)! (Vgl. auch Pech! Pecho und Pech, um 1400 TN.!)


Feige (Liegnitz [23] Görlitz [19] Sagan [5] Hirschberg [26] Neurode [12] Glatz [3] Öls [12] Oppeln [10] Beuthen [5]).

Daß hier nicht mhd. veige „unglücklich“ vorliegt, darauf deutet schon die Häufigkeit des N., dann aber auch die Variante Feike (Schweidnitz [3] Reinerz) bzw. Faika (Ratibor). Durch Vergleich mit den Parallelen Teuke-Teike (Oppeln)-Teige (Neusalz [7] Grünberg [4] Sagan [4]) sowie Zeuke-Zeik-Zeuge (Neusalz Grünberg Neustadt) im neiderländischen Reliktgebiet ergibt sich als Ursprung: Woik(e) vom slaw. voj „Mann“ (vgl. Woiwode) mit den Varianten Foik, Voike, Voige, Foige - mit Wandel von w zu f in deutschem Munde. Woike



Anmerkungen der GenWiki-Redaktion (GWR)

  1. Abkürzung »T« nicht unter den benutzten Adressbüchern aufgeführt.
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