Haus Erprath

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Hierarchie

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Haus Erprath im Umfeld: Le Coq, Topographische Karte -Westfalen (1805)

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Haus Erprath war ein Rittergut und als Wasserburg in der Rhein-Niederung nahe dem Xanter Stadtkern angelegt. Unweit des Hauses befanden sich über Jahrhunderte die Römische Ruinen, welche mit ihrer Umgebung seit dem frühesten Mittelalter den Flurnamen „die alte Burg" führten.

Die erste urkundliche Nachricht von Erprath giebt uns eine Memorienstiftung des Knappen Johann Budel vom Jahre 1386. Er schenkte der Kirche zu Xanten eine Jahres-Rente von einer Mark aus seinem am Niederbruch gelegenen Hof Erprath zu einer Seelen-Messen für seinen Vater, den Ritter Johann Budel von Dorrenwald, einer Burg wiederum in der Nachbarschaft Xantens, welche dieser Ritter um 1356 erbaut und nach der dieses Geschlecht seitdem genannt wurde.

Der jüngere Johann wird noch unter den Mitgliedern der Clevischen Ritterschaft aufgeführt, welche 1418 die sogenannte Landes-Union beschworen. Er scheint keine Söhne hinterlassen zu haben, wenigstens kam der grösste Teil seiner reichen Besitzungen um 1440 durch eine Erbtochter an Otto von Wylich zu Rosau. Sie brachte auch Erprath mit in die Ehe und aus den Händen der späteren Kauf-Erb-Pächter empfing die Xantener Kirche nach ihren Rechnungen jene Rente von einer Mark jährlich (in den Jahren 1430—48 Werner Koster, 1450-1455 Wilhelm Spaen (Pastor zur Horst), 1472-1501 Hermann von Apeldorn). Seit dem Jahre 1517 wurde das Gut Erprath jedoch wieder vom clevischen Hofmeister Johann von Wylich zu Dorrenwald und Veen, Sohn des oben genannten Otto, im aktiven Realbesitz des Gutes.

Von seinen Erben kam es um 1531 in die Hand Johann's von Hornum gt. Schramm aus einer Jülichschen, bei Neuss, Milien und Brüggen begüterten Familie. Er erweiterte den alten nordwestlichen Teil des Erprather Hauses gegen Süd-Ost in seinen Bestand zwischen 1813-1897, trat 1544 mit an die Spitze der Union Clevischer Ritterschaft in dem Kampf um ihre Privilegien gegen den Fürsten und starb mit Hinterlassung eines einzigen Sohnes, Wilhelm, im Juli 1562 auf dem Haus Erprath.

Im Jahre 1589 finden wir Haus Erprath wieder im Besitz der Wylich von Dorrenwald und Veen, 1609 der Spaen von Holthausen, 1611 der Wylich von Winnendal, in den Jahren 1614—29 des Clevischen Waldgrafen zu Monreberg Dietrich von Bönninghausen, und endlich 1636 des Johann von Momm von Schwarzenstein. Des Letzteren Wittwe, eine geborene von Geldern, verkaufte das Rittergut Erprath am 26. Februar 1659 an Caspar Richard Hundebeck, Kurfürstlich Brandenburgischen Oberst und Inhaber eines Reiterregiments, der das Gut durch Ankauf von Grundstücken consolidirte und wahrscheinlich auch die beiden vorderen Flügel des Hauses erbaut hat. Oberst Hundebeck leistete dem grossen Kurfürsten bei dessen damaligen inneren und äusseren Kämpfen wichtige Dienste. Hundebeck starb im Jahre 1675 mit Hinterlassung zweier Töchter, von denen die ältere an Franz Christoph Müntz, Kurfürstlich Brandenburgischen Oberstlieutenant, verheirathet war und das Haus Erprath in die Müntz'sche Familie brachte, bei der es seitdem durch Erbgang und Verträge bis zum Jahre 1768 blieb.

Der letzte Besitzer Erpraths aus dieser Familie, der Kriegsrath Johann Werner Müntz, lebte mit Sarah von Meinertzhagen in kinderloser Ehe; seine Schwester, Luise Müntz, war an Gerhard Martin von Haeften, General - Major im Dienste der Generalstaaten, verheirathet. Deren Sohn Carl Franz Werner von Haeften, Oberstlieutenant a. D., erbte von seinem Oheim, der am 17. Juli 1768 starb, nach dessen am 12. September 1768 publicirten Testament das Haus Erprath. Derselbe starb dort im November 1802 und hinterliess das Gut seinem Sohne Wilhelm Werner von Haeften, Königlichem Hauptmann a. D., dessen ältester Sohn Carl von Haeften, Königlicher Hauptmann a. D., der erbfolgende Besitzer des Rittergutes Erprath wurde.

Familie Budel von Erprath

  • Ritter Johann Budel von Dorrenwald (um 1356, 1386+) oo N.N., Kinder:
    • Johann Budel von Dorrenwald
    • Anna Budel von Dorrenwald (1411)

Vorbesitzer

1401 Kaufbrief über 4 Holländische Morgen Land, gelegen im Amt Xanten, für Johann Budell von dem Dörrenwald (1386, 1414) u. seine Schwester Anna.

1411 Johann Budel und Anna seine Schwester verpachten ihr Gut Erperade dem Werner Coster und seiner Gattin Mechtilden, einem jeden zur Hälfte, für 7 holländische Gulden und 6 Pfund Wachs.

1418 Johann Budel verpachtet Erprade dem Werner Coster und seiner Gattin Mechtilden und zugleich dem Johann von Kessel für 7 holländische Gulden und 6 Pfund Wachs.

1431 Arnold Herzog von Geldern und Jülich bekennt, dass er dem Johann Budel, nach Abrechnung, noch 500 Arnheim'sche Gulden schuldig bleibt.

1450 Wilhelmus Spaen, Pastor zur Horst, vergünstigt den Ehegatten Ritter Johann von Broichausen, Herrn zu Loe und Geysteren, Erbhofmeister, und Anna von der Straten, das Gut Erperade, so sie ihm verkauft haben, binnen ihrem Leben mit 91 rhein. Gulden wieder einlösen zu können.

Familie von Wylich

Name

Erbwechsel

  • Otto von Wylack (1426, +1481) zu Rosau (Rees),(aus dem Hause Diesfordt), Ritter, clev. Marschall, war in Palästina oo (um 1440) Ida von Stommel zu Dorrenwald, Erbtochter zu Dorrenwald und Erprath bei Xanten, Kinder:
    • Johann von Wylich

17.01.1455 Aubertus Hanon, Vikar, Siegler und bevollmächtigter Prokurator Ferricks von Beauuoir, des Propstes der Kirche zu Xanten, bekundet, dass er den Ritter Otten von Wylich (Wylaeck), Marschall des Herzogs von Kleve und Grafen von der Mark, mit dem Hof samt Zubehör im Kirchspiel Haffen beim Kirchhof, das zur Zeit Naebetken bebaut und innehat, belehnt hat und hiermit belehnt, so wie + Steven von Kemenaden, Stevens Sohn, diesen früher von der Propstei von Xanten zu Lehen hatte. Er hat Huldigung und Eide empfangen, das Lehen treu zu verdienen und zu vermannen und zu leisten, was ein Lehnsmann seinem Lehnsherrn schuldet. Darüber hat der Ritter ihm eine besiegelte Urkunde, besiegelt auch von Ritter Godert von Wylich, Lehnsmann des Propstes, und Eilbert von Hoen, Lehnsmann des Herzogs, die als auserwählte Lehnsmannen zugegen waren, ausgestellt. - Aubertus kündigt das Siegel der Propstei und sein eigenes an.Geg(even) toe Reess 1455 up sunte Anthoniis dach des heiligen abtz.

  • Quelle: Archiv Stift Xanten.

1472 Ritter Otto von Wylich gibt dem Hermann von Apeldorn das Gut Erperade für 14 Malter Gerste in Erbpacht.

Erbwechsel

  • Johann von Wylich zu Dorrenwald (1484,+1531), Erprath bei Xanten und Rosau (bei Rees), Ritter, Clevischer Hofmeister 1489 oo Gertrud von Bylandt zu Well ( 1514+) , Kinder:
    • Henrich von Wylich (1531-41), Erbe zu Rosau (Rees), Drost zu Isselburg (oo 1531 Anna von Palant zu Zelm und Issum (T. d. Elbert von Palant oo Elise von der Horst (sie oo2. Rütger von und zur Horst, kurköln. Marschall und Rat, Amtmann zu Berck)
      • Wilhelm von Wylich Erbe zu Rossum, seine Erbtochter Gertrud von Wylich oo Johann von Horst.
    • Godert von Wylich (1532-41) zu Dorrenwald oo Barbara von Bernsau zu Groß Bernsau
    • Otto von Wylich (urk. 1509)
      • 03.07.1527 Herzog Johann von Kleve, Jülich etc. bestätigt den nachträglich zwischen dem Amtmann zu Gennep Otto von Wylich und Elisabeth von Grontstein vereinbarten und von seinen Räten geprüften Heiratsvertrag.

1513 Pachtbrief des Ritters Joh. v. Wylich über einen Hof zu Huerde.

17.01.1532 Gaedertz van Wylich, Richter zu Winnethal 1498 Johann Herzog von Cleve beurkundet, dass die Güter u. Leute zu Dorrenwalde von allen Schatzungen frei sein sollen.

Erbwechsel

1534 Obligation zu Lasten des Godert von Wylich Amtmann zu Portz.

1537 Pachtbrief des Godert v. Wylich als Herr int Venn Herrschaft Veen bei Xanten).

1538 Kaufbrief; über einen Hof in den Wolfhagen, im Gerichte von Veen (bei Xanten) gelegen, für Godert von Wylich.

1545 Kaufbrief über eine Parzelle Land, für Godert von Wylich.

1564 Obligation zu Lasten der Gebrüder Wilhelm und Johann von Wylich.

Erbwechsel

1585 Kaufbrief über einen Kamp im Amte Xanten gelegen für Johann v. Wylich, Herrn int Venn und zum Dorrenwalde.

27.06.1585 Vor Johan van Wilich, Richter zu Götterswickerham.

1596 Die Gemeinde Osterfeld verkauft dem Johann von Wylich zu Vonderen Herrn int Venn, einen Broich.

1602 Vergleich wegen des Weidgangs auf dem Klunerbroich zwischen Joh. v. Wylich und den Bauerschaften zu Vrintrop u. Delwig (Essen).

1613 Quittung der Catharina v. Loe, Wittwe von der Recke, über Empfang von 1.900 Tlrn, so ihr von den Gütern zu Vondern gebührt.

Erbwechsel

  • Friedrich von Brempt Drost zu Geldern und Amtmann zu Rheinbach, wohnhaft zu Veen bei Xanten (1592, 1629+) oo Erbtochter Margarethe von Wylich zu Veen (1629 Wwe.) , Kinder:
    • Joh. v. Brempt, Herrn zu Vehn, Durwaldt und Vondern (1640) (oo 1633 Elisabeth Christina von Quad zu Landscron)

Quelle

  • Robens, Arnold: Der ritterbürtige landständische Adel des Großherzogthums Niederrhein : dargestellt in Wapen und Abstammungen, Aachen (Weiß) 1818

Bibliografie

  • Böcking, Werner. Haus Erprath - ehemaliger klevischer Rittersitz. (In: Die Heimat Krefeld. - 69 (1998), S. 141-145 : Ill.).

Archive

  • Archiv Haus Herten, Bestand Urkunden "betr. die die Häuser Dorrewald und Venn und die Herren von Wylich im Archiv von Nesselrode, Schloß Herrnstein, 53809 Ruppichteroth, darin:
  • Anbei noch Urkunden betr. das Haus Venn und seine Zubehörungen in 3 Paketen, sub. Nr. I - III

Zufallsfunde

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