Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen)

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Disambiguation notice Keebeln ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Keebeln Kebbeln (Begriffserklärung).
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Hierarchie

Regional > Litauen > Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen)

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Memel > Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen)


Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen), Kreis Memel, Kreis Heydekrug, Ostpreußen


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der Name weist auf Streit und Unruhe. Der Alternativname Manscheiten bedeutet Kapitalist.
Brusz kann sich von Ambrosius ableiten oder auf einen tüchtigen Bierbrauer weisen.

  • preußisch-litauisch "kebele" = Streit, Reibung, Hindernis, Unruhe, Sorge, Plage
  • "kebelingas" = verdrießlich, unruhig, verworren, verwickelt
  • "mančius" = Kapitalist, der reiche Mann

vgl. dazu

  • prußisch "mants" = Besitz, Vermögen
  • „mazet“ = fähig, tüchtig
  • „bruže, bruiže“ = die Brauerei


Allgemeine Information

  • Weit verstreute Höfe und Gehöfte, 28 km südöstlich von Memel, 1939: 532 Einwohner[8]


Politische Einteilung

  • 1785 ist Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) ein Melirtes Dorf, 1916 eine Landgemeinde.[9]
  • 1835 Kebbeln (Manszeiten Brisz), Bauerdorf im Kreis Memel. Pfarrkirche: Prökuls. Gerichtsbehörde: Justiz-Amt Prökuls..[10][1]
  • Am 20.10.1894 wird Groß Stolzentietz zur Gemeinde Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) vereinigt.[11]
  • Am 6.12.1897 kommt [[Norkaiten (Ksp.Prökuls/Saugen)|Norkaiten] zu Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen).[12]
  • 1939 ist Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) eine Gemeinde mit den Dörfern Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen), Bejehden, Scheppothen, Grünheide und Bejehden Forst.[13]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) gehörte 1785 zum Kirchspiel Prökuls, 1916 zum Kirchspiel Saugen.[14]
Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) gehörte 1912[15] zum Kirchspiel Saugen, vor 1844 zum Kirchspiel Prökuls.

Katholische Kirche

Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) gehörte 1907[16] zum katholischen Kirchspiel Memel.


Standesamt

Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) gehörte 1888[17] und 1907[18] zum Standesamt Sakuten.


Schule

Zum Klassenbild der Schulklasse von 1938:
Das Bild wurde uns von Horst Schudnagis zur Veröffentlichung eingesandt.
Erich Schudnagis ist im Oktober 1930 in Bejehden geboren worden.

Erich Schudnagis 2. Reihe, 7. von links


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Bewohner


Geschichte

1683

  • More beym Petern 20 Jahre alt
  • Kristine beym Pet. Warnen 65 J alt
  • Andruttis ein Inndwohner ibid. 8 J. außge(blieben) [19]

1711

  • Laßen: Jurge Kubbillus
  • Wybrantzen: Michen Kubill. - Wirth worden (Anm.: d.h. er stand damit hierfür nicht mehr zur Verfügung)
  • Enrollierte: Christoff - im selbigen Erbe (Anm.: d.h. er stand damit hierfür nicht mehr zur Verfügung)[20]

Mode um 1870

  • Männer: Jacken aus selbstgefertigtem Wollzeuge mit ganz kurzen Schößen, entweder von grauer oder dunkler Farbe. Wegen dieser kurzen Jacken, welche nach längerem Tragen ins Rötliche fallen, werden sie auch "Radsparnas" oder "Rotflügler" genannt.
  • Frauen: Sie tragen die Tücher um den Kopf turbanartig gewunden. Außerdem haben sie bunte Röcke aus selbstgefertigtem Wollenzeuge, welche wenn die Streifen sich von oben nach unten ziehen "Ilginnis", wenn sie sich aber quer ziehen "Skersinnis" genannt werden.

Diese Beschreibung der Kleidung stammt aus einem Fragebogen, den der Sprachwissenschaftler Georg Wenker (s. Artikel Georg Wenker. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. (15.09.2013) um 1870 an viele Dorfschulen verteilte. Er erforschte die verschiedenen Dialekte und fragte aber auch nach den Volkstrachten und der Zusammensetzung der Bevölkerung.

Den Fragebogen hat der Lehrer Otto Ludwig Hellwich [2] aus Lappienen ausgefüllt. Er gab an, dass das Verhältnis zwischen deutscher und litauischer Bevölkerung 1 : 3 betrug.


Verschiedenes

Karten

Kebbelln auf der Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Siehe rechts Kebbelln auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000


Kebbeln im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Kebbeln und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) im Messtischblatt 0494 Wilkieten (1910-1940) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Kebbeln (Ksp.Prökuls/Saugen) aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung KEBELNKO05RM
Name
Typ
  • Wohnplatz
w-Nummer
  • 66132
externe Kennung
  • geonames:598279
  • nima:-2615464
Karte
   

TK25: 0494

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Kebbeln, Kebeliai ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle

Saugen (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S.156/157


Quellen

  1. Diehlmann, Hans Heinz: Die Türkensteuer im Herzogtum Preußen 1540, Band 2, Memel - Tilsit, Sonderschrift Nr. 88/2 des VFFOW, Hamburg 2006
  2. Catalogis der Verächter des H. Nachtmals, welche bey dieser Prekolschen Kirchen im gegenwertigen 1683 ten Jahre befindlich, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, OstFol Memel Bd1287 Prökuls
  3. Steuergefälle Vogtei Memel 1687
  4. Prästationstabelle Prökuls Nr. 1 von 1743
  5. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  6. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  7. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  8. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  9. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  10. König, G.: Alphabetisches Verzeichnis sämmtlicher Ortschaften und einzel liegender Grundstücke des Preußischen Staates, Heft 13, Regierungsbezirk Königsberg. Magdeburg 1835
  11. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  12. Dr. Gause, Fritz: Neue Ortsnamen in Ostpreußen seit 1800, Königsberg 1935, Sonderschrift Nr. 53 des VFFOW
  13. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  14. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  15. Die evangelischen Kirchengemeinden in Ostpreußen und Westpreußen in Pfarr-Almanachen von 1912 und 1913, Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. Nr. 59.
  16. Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. Berlin SW. 1907.
  17. Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. Berlin SW. 1888.
  18. Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. Berlin SW. 1907.
  19. Catalogis der Verächter des H. Nachtmals, welche bey dieser Prekolschen Kirchen im gegenwertigen 1683 ten Jahre befindlich, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, OstFol Memel Bd1287 Prökuls
  20. Janczik, Bruno und Naunheim, Fritz: Dragoner, Wibranzen und Enrollierte aus der Zeit der großen Pest, Berichte und Tabellen der Ämter 1711, II. Die nördlichen Ämter in Altpreußische Geschlechterkunde, Neue Folge, 38. Jahrgang, Band 20, 1990, Hamburg, Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen
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