Prökuls

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Hotel Preußischer Hof in Prökuls
Ansichtskarte von Prökuls
Partie an der Minge
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Prökuls aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv
Hauptstraße in Prökuls

Hierarchie Regional > Litauen > Prökuls

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Memel > Prökuls


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Prökuls, 1541 Lucas Pregkoll oder Lucas Prekoll, 1594 Pröckulies oder Paul Miekutten, Kreis Memel, Ostpreußen. /// Litauisch heißt der Ort Priekulė.

Name

Prökuls 1802 (Schroetterkarte Maßstab 1: 160 000)

Der Name deutet (nach Schmid) auf einen Handelsplatz. Das kurische Diminutiv -ul,-ull,- uls, -ullis weist ihn als relativ unbedeutend aus. Peteraitis leitet allerdings entweder nach Endzelin von lettisch "priekur" (Feuermachen, heizen), was eine Brandrodung nahelegen würde oder litauisch "kulys" im Sinne von "įlanka, vingis" an, also eine Lage an einer Biegung.

Nun gibt es jedoch noch einen Ort Priekule in Lettland [1] (Siehe bei "geonames" unten das alte Dorf). Vergleicht man die Geografie der beiden Orte, so fällt auf, dass beide erhöht liegen und beide an einer Kreuzung von Verkehrswegen liegen: In Lettland handelt es sich um eine Straßenkreuzung, im Memelland um die Nähe zu einer Straße-Fluss-Kreuzung. Keiner der Orte liegt jedoch direkt an einer Biegung.

  • nehrungs-kurisch „preks“ = Preis
  • lettisch „prece“ = Ware

vgl. dazu

  • preußisch-litauisch "prekius" = bieten, feilschen, Wert, Preis einer Ware
  • „priekelis“ = entgegenkommend, reisend, der Nebenweg
  • "prektuoti" = verfrachten

Wenn man die baltische Siedlungsgeschichte betrachtet, so wurden erhöhte trockene Wohnplätze bevorzugt. In diesem Sinne könnte der Ortsname "am trockenen Grasland" bedeuten, abgeleitet von

  • lettisch "prei-/ prie" = bei, an

+

  • lettisch "kūla" = grasartig, trocken

vgl. dazu

  • preußisch-litauisch "kules" = eine Grasart auf Torfwiesen


Geschichte

Der Hofschlachter Hans Gros will 1594 sein Gütlein zu Prökuls an den Hausvogt Wilhelm Wirgander verkaufen, weil er nur Schaden davon hatte. Urban Jagenteufel, Fischmeister zu Krakerort erhält zwei Hufen in Pröckulies (Paul Miekutten) nebst Kruggerechtigkeit, weil der nächste Krüger "zur Minige" (Minge) keine Gelegenheit für fremde Reisende habe und weil kein Krug nahe der Kirche vorhanden sei.



Politische Einteilung

Am 08.02.1897 Jureiten und Prussischken werden mit Prökuls vereinigt.
Am 07.05.1898 wurde Ellnischken mit Prökuls vereinigt.



Fiskalische Einteilung/Zugehörigkeit

Anno 1717

Ayssehnen
Aschpurwen Jahn, Deglen Brusz, Jerellen Lux, Kiaunoden Matz, Kayren Paul, Pehszen Gergen, Pehszen Simon, Stonaiten Matz

Agglohnen
Agglohnen Juschke, Dautzien Siemon, Gedmin Gelsinnen, Gröszuppen Martin, Grabsten Gergen, Jagsten Martin, Jodicken Witko, Kurschleiken Kebbelke, Kagellen Peter, Margen Peter, Margen Wittko, Mastwill Kiszen, Nauseden Gergen, Picktaszen Bendigt, Paschken Grütz, Ragschillen Mikuth, Rogken Peter, Szauken Jahn, Stutten Gergen, Waynen Kandt, Schreballen Matzeig, Schnauchsten Andres

Begeeden
Jannellen Lux, Schnaugsten Paul, Strunck Jahn, Willkommeden Scheputh

Pommingen oder Pomminigen oder Pomminnigen
Budwille Macke, Blausden Andres, Budwehten Gergen, Drucken Hindrich, Darzeppeln Narkus, Gropen Urbahn, Grodnauseden Thombs, Gudellen Thombs, Juraiten Brusz, Jonalgen Jacob, Jeszen Pahn, Jagschen Jacob, Lingen Jahn, Leyszen Peter, Luschgalben Nicklaus, Maszeiten Peter, Nauseden Lux, Pilputten Matz, Piaulen Gergen, Pratnischen Lux, Peter Waffer Matz, Schillen Andres, Skerellen Philiep, Stragna Andres, Thomollen Michell, Tarwieden Andres, Thallutten Grigell, Tautrum Matz

Schilleningcken
Juhszen Jahn, Patzen Schinke, Preycken Nicklaus, Sturmen Claus, Weppern Bartel

Wewerszen
Darguszen Grütz, Mandwieden Jahn, Maszeiten Stohn, Maszeiten Brusz, Ringkaiten Scheput, Schwilpen Matz, Stonaiten Narckus

Wilkitten
Eglin Gergen, Kiecken-Peter, Pahngerren Andres, Raitell Jacob, Sackutten Peter, Wirballen Kiaup, Zeigken Dautzen

???
Andres Kogschten, Barthell Pretzemen, Bendig Krüger, Gedwill Nauseden, Gerge Kischcken, Grumblen Rupeicken, Hans Jutzaiten, Helme Krüger, Hermann Birszenincken, Jahn Daumanten, Jahn Snotten, Gerge Hinckemann, Matz Kuptschen, Michell Sarkuhten, Mikkutt Kioschen, Mikutt Lamsaten, Peter Alcksneekuhl, Peter Blutzigcken, Peter Bundullen, Paul Ragaischen, Peter Sudmandten, Stans Lankuppen, Schepputt Simonaith, Wentzko Paschill, Witcko Semblen

???
Drawehnen, Grytzen, Schwentzeln

Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit

Übersichtskarte über die Ortschaften des Kirchspieles Prökuls

Evangelische Kirche

Kirche und Schule
Abendmahlskelch
Neue evangelische Kirche im ehemaligen Gemeindehaus, 2009. Im angebauten Turm hängen die Glocken der ehemaligen Kairinner Kirche
Postkarte an Ewa Schmidt mit Ansicht der Kirche von Prökuls
Postkarte an Ewa Schmidt, wohnhaft in Memel, Polangenstraße 35, Rückseite

Zugehörige Ortschaften

Innenansicht der neuen evangelischen Kirche, 2009.

Prökuls ist seit 1628 Kirchspiel, musste aber im Laufe seiner Geschichte einzelne Ortschaften an die neugegründeten Kirchspiele Dawillen, Saugen und Wannaggen abgeben.


Zum Kirchspiel Prökuls gehörten 1912 folgende Ortschaften:

Birszeningken, Bratzischken, Budwethen, Bundeln, Buttken, Darzeppeln, Daugmanten, Dittauen, Dräszen, Drawöhnen, Drucken, Gröszen, Gropischken, Grumbeln, Jagschen, Jodicken, Kallwischken, Klischen, Klooschen Oberförsterei, Kooden, Lankuppen, Launen, Lingen, Meszeln, Mittenwalde, Nibbern, Pangessen, Pangirren, Pempen Dorf u. Vorwerk, Piaulen, Pleschkutten, Prökuls Dorf u. Gut, Protnischken, Rooken, Rundischken, Stragna Dorf u. Gut, Schwenzeln, Schwenzler Moor, Schilleningken, Schudnaggen, Schwentwokarren, Terrauben, Tyrusmoor, Wensken, Wilkieten, Wowerischken, Ziauken, Ziobrischken.


Vor 1903 gehörten auch die Ortschaften des Kirchspieles Wannaggen zum Kirchspiel Prökuls:

Aglohnen, Ayssehnen Gut, Aschpurwen Dorf u. Gut, Bliematzen Forst, Deegeln, Dwielen, Kantweinen, Paaschken, Posingen, Pöszeiten, Stankeiten, Stoneiten, Szaukeln, Szaggern, Szydellen, Wannaggen.


Vor 1854 gehörten auch folgende Ortschaften des Kirchspieles Dawillen zum Kirchspiel Prökuls:

Baiten, Gelszinnen, Grabsten, Jurgen, Kissinnen, Kojellen, Margen, Piktaszen, Schernen, Schnaugsten, Stutten.


Vor 1844 gehörten auch folgende Ortschaften des Kirchspieles Saugen zum Kirchspiel Prökuls:

Bejehden Dorf u. Forst, Czutellen, Grünheide, Iszlusze, Kebbeln, Pliekurren Vorwerk, Silkoten, Sakuten, Szeppoten.


Kirchenbücher

Die Kirchenbücher von Prökuls sind fast vollständig im Original in Berlin erhalten (Evangelisches Zentralarchiv Berlin).

  • Taufen 1732-1876
  • Heiraten 1764-1892
  • Sterbefälle 1776-1891
  • Konfirmationen 1792-1864, 1873
  • Abendmahlsteilnehmer (nur litauische Gemeinde !) 1781-1787


Gedenkaltar an der Stelle der zerstörten Prökulser Kirche. Die Fundamente der alten Kirche sind niedrig wieder aufgemauert worden. Der Altar, der an der Stelle des alten Altares stehen soll, ist mit einer Gedenkschrift in deutscher und preußisch-litauischer Sprache versehen und mit einem s.teinernen Buch geschmückt. Pfingsten 2008.
Standort der ehemaligen Kirche von Prökuls. Links der linke Lebensbaum des Gedenkaltares. Pfingsten 2008
Deutsche Inschrift des Gedenkaltares von Prökuls. Pfingsten 2008.
Missionsfest 1931
Silberne Konfirmation (?)

Kirchenbau

Der einfach verputzte Saalbau stammt aus den Jahren 1680-1696 und hat einen später vorgelegten Turm und ein Schieferdach. 1885 wurde sie gründlich renoviert. Der breite Innenraum mit Emporen ist mit einer hölzernen Trapezdecke abgedeckt. Aus der Bauzeit der Kirche stammen einige Holzplastiken: die Kanzel mit gewundenen Säulen und ein Kruzifixus. Um 1780 wurde die Kanzel in die Altarwand eingebaut. Die Orgel ist ein Bau von Scherweit-Königsberg aus dem Jahre 1821. Die Kirche hat zwei Glocken.

Pfarrer

  • 1. Der erste bekannte Geistliche zu Prökuls war danach Caspar Radunius, vielleicht identisch mit dem in der Königsberger Universitätsmatrikel 1573 erwähnten „Alexander Radunius, Lithuanus, pauper“. Er starb 29. April 1587; Lazarus Sengstock, damals Geistlicher zu Werden, meldet seinen Tod und schlägt als Nachfolger vor
  • 2. Andreas Paßkait - nicht Podßka, welcher 1579 zu Königsberg immatrikulirt und Prediger bei dem Edelmann Radziminski zu Laukßemen in Schamaiten war. Er wird von Sebastian Artomedes ordinirt und im November 1587 introducirt, ging aber schon 1590 nach Piktupönen.
  • 3. Friedrich Massalski ist seit 1590 in Prökuls; 1594 wird er auf Anstiften seiner Feinde, als welche er den Pfarrer Fuhrmann in Memel, der gern seinen Bruder Benedict nach Prökuls bringen wolle, die beiden Fischermeister Caschub und Jagenteufel, sowie den Krüger und Schulmeister zu Prökuls nennt, von einem Weibe Hedwig aus Schamaiten angeklagt, er habe sie geheirathet, drei Kinder mit ihr gezeugt, dann sie verlassen und sich anderweit verheirathet. Er wird verhaftet, sitzt fast ein Jahr gefangen, wird aber, da das Weib die Beweise schuldig bleibt, wieder eingesetzt. Dieser Unterbrechung in der Amtsführung wegen nahm man an, daß zwei Pfarrer dieses Namens auf einander gefolgt seien. Er starb 5. April 1613, und ihm folgte
  • 4. Johann Aldus aus Memel, welcher bereits 17. April als Pfarrer in Prökuls ordinirt wurde. Zu Königsberg immatrikuliert ist er am 3. März 1604. Auch gegen ihn schwebte 1625 eine ärgerliche Untersuchung und zwar wegen Vernachlässigung seiner Amtspflichten; auch er aber blieb im Amte. Die Annahme, daß ihm sein Sohn im Amte gefolgt sei, ist irrig. Von Aldus heißt es: „der vorhero als Adjunctus Ministerii (Hilfsgeistlicher) in Memel gestanden hernach aber bey der Kapelle in Prekols Pfarrer geworden 1616 (richtig: 1613), welcher aber aus der Memelschen Kirchen-Cassa bis 1622 laut den Rechnungen salariret“. Bis etwa 1620 wohnte er auch in Memel und ritt nur öfters nach Prökuls, um zu predigen; bis 1626 mußte er aber auch in Windenburg dreiwöchentlich predigen. Dann erst, nach Reimer sogar erst 1635, fand auch eine genaue Abgrenzung und Einrichtung des Kirchspiels Prökuls statt. Nach Aldus Tode erbat sich die Gemeinde als Nachfolger
  • 5. Georg Helming aus Bartenstein, ihren bisherigen Schulmeister. Er amtirte von 1643 bis Juli 1676.
  • 6. Wilhelm Martini, Sohn des gleichnamigen Werdener Pfarrers, seit 1670 des vorigen Adjunct und Schwiegersohn, dann Pfarrer 1676 bis April 1704. Unter ihm begann 1688 der Bau der Kirche zu Prökuls, für den 27. März 1688 eine Kirchencollecte in ganz Ostpreußen angeordnet, der aber erst 1697 vollendet wurde (Jahreszahl 1697 auf der Wetterfahne). Ihm folgte
  • 7. Friedrich Berent aus Insterburg, seit 1700 Pfarrer in Crottingen, seit Januar 1705 in Prökuls, gestorben 30. Dezember 1732.
  • 8. Jakob Wessel, zu Friedland in Natangen den 17. August 1701 geb., wurde 1731 Behrendt’s Adjunct, folgte ihm im Pfarramte und fand 1757 den 1. Juli bei den Kriegsunruhen seinen Tod.
  • 9. August Benjamin Wannowius aus Rastenburg, wurde des vorigen Adjunct 1755, folgte ihm, starb aber schon 1758 den 15. April.
  • 10. Martin Schimmelpfennig, geb. zu Piktupönen 1706, vorher Pfarrer in Kinten seit 1740, gestorben den 17. Oktober 1778. Seit 1774 war sein Adjunct Wilhelm Wittich aus Heydekrug, starb aber noch vor Schimmelpfennig den 16. Juni 1778 im 33. Lebensjahre.
  • 11. Heinrich Ephraim Trentovius, aus dem poln. Adelsgeschlecht Grzymala v.Trentowski, geb. in Goldap 1738 den 1. April als Sohn des dortigen Pfarrers Johann Trentovius. Er war seit 1762 Pfarrer in Puschdorf, dann seit 1771 Diaconus in Wehlau und wurde hier eingeführt 1779; sein Tod erfolgte 4. Mai 1810. Seit Beginn 1809 hatte er zum Adjuncten Carl Wilhelm August Zippel, welcher alsbald seine Tochter Charlotte heirathete. Obwohl die Gemeinde zuerst Anstoß daran genommen, daß Zippel keinen Zopf trug, wünschte sie ihn jetzt lebhaft zu ihrem Pfarrer, so daß sie, als er seines jugendlichen Alters wegen nach Kallninken versetzt wurde, sich seines Talars zu bemächtigen trachtete, ohne den er ja nicht scheiden könne; sie stellte ihm dann unentgeltlich die Fuhren zum Umzuge. Statt seiner kam sein Bruder
  • 12. Christian Ferdinand Zippel, geb. zu Kattenau den 14. Oktober 1777, bisher seit 1805 Pfarrer in Kallninken, nach Prökuls. Als er im Jahre 1815 nach Nemmersdorf versetzt wurde, kehrte sein vorher erwähnter jüngerer Bruder
  • 13. Carl Wilhelm August Zippel von Kallninken als Pfarrer nach Prökuls zurück. Er war 24. September 1783 zu Kattenau geb. und starb 12. Nov. 1874 im Alter von 91 Jahren. Echt konservative Gesinnung und aufrichtige, innige Frömmigkeit zeichneten ihn aus; jeden Tag begann und beschloß er mit dem Absingen geistlicher Lieder, deren er eine außerordentliche Zahl auswendig wußte und immer mehr sich einprägte; noch im 90. Jahre erlernte er das Morgenlied: „Der Tag bricht an und zeiget sich.“ Am ersten April 1854 erhielt er als Adjuncten Franz Schröder, welcher auch sein Schwiegersohn wurde. Er ging nach Zippels Tode zum Schulamte über. Zippels lebensgroßes, von der Gemeinde ihm 1854 zum 50jährigen Amtsjubiläum gestiftetes Bild befindet sich in der Kirche, der er auch den bei dem gleichen Anlaß ihm überreichten silbernen Pokal als Abendmahlskelch übereignete.
  • 14. Friedrich Gustav Adolph Rudat, geboren 1830, bisher 3. Prediger an der Landkirche zu Memel, wurde 1. Juli 1875 Pfarrer in Prökuls, trat 1. Oktober 1897 in den Ruhestand und starb zu Memel 18. Juli 1900. Ihm folgte nach einjähriger Vacanz
  • 15. Louis Arno Thiel, welcher 1. Juli 1904 als Superintendent nach Werden berufen wurde.
  • 16. Heinrich Endrulat geb. 1864, in Prökuls seit 10. November 1904, vorher seit 1901 in Schakuhnen. Er hat in litauischer Sprache „Dwasißkos Giesmes“ (Tilsit 1916) verfaßt (44 pg. 8°), worin seine Uebersetzung von „Wir treten zum Beten“ und ein „Dank für Hindenburgs Siege.“


Katholische Kirche

Katholische Kirche

Prökuls gehörte 1888 und 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.

Standesamt

Zugehörige Ortschaften

Zum Standesamt Prökuls gehörten 1907 folgende Ortschaften:

Birszeningken, Budwethen, Bundeln, Buttken, Darzeppeln, Daugmanten, Dittauen, Dräszen, Drawöhnen, Drucken, Gröszen, Gropischken, Grumbeln, Jaagschen, Jodicken, Kallwischken, Klischen, Klooschen, Pangirren, Prökuls, Protnischken, Rooken, Schilleningken, Schudnaggen, Schwentwokarren, Schwenzeln, Stragna, Terrauben, Wensken, Wilkieten, Wowerischken, Ziauken.

Standesamtsregister

Eine wertvolle Ergänzung für die fehlenden Kirchenbücher bis 1938 stellen die Zweitbücher des Standesamtes Prökuls dar, die im Standesamt I in Berlin lagern. Sie decken allerdings nicht den gesamten Bereich des Kirchspieles ab. Verfilmungen sind auch bei den "Mormonen" vorhanden.

  • Geburten 1874-1910, 1912-1938; 1940+1942 jeweils nur zwei Eintragungen
  • Heiraten 1874-1893, 1895-1912, 1914-1938
  • Sterbefälle 1874-1938

Zeitzeugen

Kriegerdenkmal Prökuls

"In Prökuls finden wir noch einen großen Teil des Rundmarktes, die Kirche ist verfallen, vom Kriegerdenkmal steht nur noch der Zementsockel. Am Rande des Ortes nahe dem Mingefluss entdeckt Erich (Anm. Zielke) die Überreste eines Sägewerkes; das hat einmal seinem Onkel gehört. Der familieneigene Friedhof ist überwuchert, die kleine Kapelle zerstört. Erich hat hier häufig die Schulferien verbringen dürfen. Ein paar hundert Meter weiter unterhalb der Mingebrücke haben wir mehrmals gezeltet und gefischt. Das Flüsschen, tief in die Wiesen eingebettet, fließt ruhig dahin wie ehedem. Das Wasser ist auch heute klar, und in den Biegungen wachsen wunderschöne dicke Mummeln - wie damals."

Köhler, (Jonny) Wilhelm: Verlorene Heimat! Wiedergefunden -!-, Erinnerungen eines Memeler Bowke und Heydekrüger Lausbub von 1920 bis 1939, Lübeck 1999, S. 107

Bewohner

Schule

Volksschule

  • 1942 Hauptlehrer: Bendiks, Max, Tel.60. Lehrer: Pritzkat, Siegfried. Lehrerin: Jankus, Ursula


Bahnhof

Bahnhof Prökuls vom Bahnhofsvorplatz aus, 2009
Bahnhof Prökuls vom Bahndamm aus, 2009
Deutsche Inschrift am Bahnhof Prökuls, schwach zu lesen unter dem gemauerten Schmuckband, 2009
Deutsche Inschrift am Bahnhof Prökuls, mit brauner Farbe halb verdeckt, 2009
Nebengebäude des Bahnhofes Prökuls, 2009
Nebengebäude des Bahnhofes Prökuls, 2009


Geschichte

  • 1511 Jerge Kuszlin erhält den Krug zu Prökuls mit Garten und Land, nebst Fähre auf der Minge zu Kulmischem Recht zu einem Jahreszins von 9 Mark [1]
    1. Gerhard Willoweit, Die Wirtschaftsgeschichte des Memelgebiets, Marburg (Lahn) 1969

Bibliographie

  • JANKUS, Gerhard: Prökuls: Kirchspiel und Marktort im Memelland, Iserlohn 1984. (116 S.)
  • RUGULLIS, Ewald: Der Amtsbezirk Lankuppen im Kirchspiel Prökuls, Kreis Memel-Land: Erinnerungen an ein deutsches Grenzland an der Memel: Erzählungen über das Leben und Wirken der Menschen hier und in den umliegenden Gemeinden des Amtsbezirkes, Hilden 2000. (191 S., enthält u.a. Ortspläne der einzelnen Gemeinden des Amtsbezirkes Lankuppen)


Verschiedenes

Grundstücksverkäufe

  • Rittergutsbesitzerfrau Jenny Sperber, geb. von Hauteville, aus Adl.Prökuls an Tischler Christoph Jaußim und Ehefrau aus Schilleningken zu gleichen Rechten und Anteilen Trennstück von dem Grundstück Adl.Prökuls Nr.1 in der Größe von ½ Morgen für den Preis von 1000 Lit. [Quelle: Memeler Dampfboot 1933 Nr.86: Zeitraum Jan-März.1933]
  • Rittergutsbesitzerfrau Jenny Sperber, geb. von Hauteville, aus Adl.Prökuls an Besitzer Michel Grops aus Gropischken Trennstück von dem Grundstück Adl.Prökuls Nr.1 in der Größe von ½ Hektar, unbebaut, für den Preis von 4000 Lit. [Quelle: Memeler Dampfboot 1933 Nr.86: Zeitraum Jan-März.1933]


Memeler Dampfboot

  • 1933 Nr.6 (Memelgau): 6. Januar [Sitzung des Geflügelzuchtvereins - Diebstahl]
  • 1933 Nr.8 (Memelgau): 7. Januar [Verschiedenes]
  • 1933 Nr.10 (Memelgau): 11.. Januar [Die Freiwillige Feuerwehr]
  • 1933 Nr.17 (Memelgau): 18. Januar [Der Christliche Jungmännerverein]
  • 1933 Nr.17 (Memelgau): 18. Januar [Holzverkauf]
  • 1933 Nr.19 (Memelgau): 21. Januar [Vieh- und Pferdemarkt – Sitzung des landwirtschaftlichen Vereins]
  • 1933 Nr.20 (Memelgau): 22. Januar [Verladebericht]
  • 1933 Nr.22 (Memelgau): 24. Januar [Kirchliches]
  • 1933 Nr.22 :Ein Kutscher in der Kammer erstickt
  • 1933 Nr.23 (Memelgau): 25. Januar [Jahreshauptversammlung des Lehrerverbandes]
  • 1933 Nr.26 (Memelgau): 30. Januar [Der Christliche Verein junger Männer Prökuls]
  • 1933 Nr.30 (Memelgau): 3. Februar [Diebstähle]
  • 1933 Nr.33 (Memelgau): 7. Februar [Verladebericht]
  • 1933 Nr.36 (Memelgau): 9. Februar [Sitzung des Frauenvereins vom Roten Kreuz – Aufgeklärte Diebstähle]
  • 1933 Nr.38 (Memelgau): 13. Februar [Der Radfahrerverein]
  • 1933 Nr.40 (Memelgau): 14. Februar [Holzverkauf]
  • 1933 Nr.45 (Memelgau): 20. Februar: Aufstellung der Listen zur Kreistagswahl
  • 1933 Nr.45 (Memelgau): 20. Februar [Verkehrsunfälle]
  • 1933 Nr.46 (Memelgau): 22. Februar [Holzverkauf]
  • 1933 Nr.50 (Memelgau): 27. Februar [Versetzung des Pfarrers Dr. Jellinghaus nach Wischwill]
  • 1933 Nr.51 (Memelgau): 28. Februar [Rinderverladebericht - Guttemplerloge]
  • 1933 Nr.53 (Memelgau): 1. März [Abschiedesfeier]
  • 1933 Nr.54 (Memelgau): 3. März [Beschlagnahme von Konterbande]
  • 1933 Nr.55 (Memelgau): 3. März [Der Bund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen]
  • 1933 Nr.56 (Memelgau): 5. März [Winterfest des Männer-Gesangvereins]
  • 1933 Nr.65 (Memelgau): 14. März [Versammlung des Radfahrervereins]
  • 1933 Nr.66 (Memelgau): 17. März [Holzverkaufstermin]
  • 1933 Nr.70 (Memelgau): 21. März [Gepfändetet Schweine geschlachtet und das Fleisch mit Petroleum begossen]
  • 1933 Nr.71 (Memelgau): 23. März [Versammlung der Kirchenvertreter]
  • 1933 Nr.73 (Memelgau): 24. März [Vieh- und Pferdemarkt]
  • 1933 Nr.74 (Memelgau): 25. März [Viehverladung]
  • 1933 Nr.74 (Memelgau): 27. März [Diebstähle]
  • 1933 Nr.78 (Memelgau): 30. März [Verladebericht]
  • 1933 Nr.81 (Memelgau): 4. April [Sitzung des Frauenvereins vom Roten Kreuz – 30jähriges Dienstjubiläum]
  • 1933 Nr.82 (Memelgau): 5. April [25 Jahre Tierarzt]
  • 1933 Nr.86 (Memelgau): 10. April [Bau einer katholischen Kirche geplant]
  • 1933 Nr.86 (Memelgau): 10. April [Verladebericht]
  • 1933 Nr.87 (Memelgau): 11. April [Der Frauenverein vom Roten Kreuz]
  • 1933 Nr.88 (Memelgau): 11. April [Holzverkauf]
  • 1933 Nr.95 (Memelgau): 22. April [Verladebericht]
  • 1933 Nr.96 (Memelgau): 24. April [Diebstähle]
  • 1933 Nr.97 (Memelgau): 25. April [Die Frauenhilfe]
  • 1933 Nr.100 (Memelgau): 28. April [Der Landwirtschaftliche Verein]
  • 1933 Nr.101 (Memelgau): 28. April [Vieh-und Pferdemarkt]
  • 1933 Nr.102 (Memelgau): 1. Mai [Viehverladebericht]
  • 1933 Nr.105 (Memelgau): 3. Mai [Jungmädchen- und Jungmännerverein]
  • 1933 Nr.105 (Memelgau): 4. Mai [Sitzung des Frauenvereins - Verschiedenes]
  • 1933 Nr.106 (Memelgau): 3. Mai [Krammarkt. – Verschiedenes]
  • 1933 Nr.107 (Memelgau): 5. Mai [Vieh- und Pferdemarkt]
  • 1933 Nr.111 (Memelgau): 11.Mai [Veranstaltung eines Heimatfestes]
  • 1976 Nr.3 S.46: Bauernhöfe des Memellandes: Baumgardt, Prökuls.


Genealogische Internetseiten


Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

Name
  • Prökuls - Quelle A-XIII.-9 S. 26
Typ
  • Kirche (1628 -)
Konfession
  • ev
GOV-Kennung
Karte
Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Prökuls (Kirchspiel)

Adlig Prökuls, Gut Prökuls, Priekulė, Prökuls (Ort)

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