Tagebuch 1812 Ernst von Baumbach - Napoleons Russlandfeldzug/107
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| Tagebuch 1812 Ernst von Baumbach - Napoleons Russlandfeldzug | |
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erwähnen, daß der
Kaiser an diesem Tag zu weit entfernt gewesen sey, in den
wichtigsten Momenten eine ungewöhnliche Unentschlossenheit, sich
mit seinem Wort nicht als der große Feldherr der frühern Zeit
gezeigt habe.*) Jedenfalls dürfte aber in Erwägung zu
ziehen seyn, daß die französische Armee unglaublich schnell
zusammengeschmolzen war, und daß es für den Kaiser höchst wichtig
seyn mußte, den Kern derselben zu erhalten. Daß er
Moskau erreichen werde, unterlag wohl keinem Zweifel mehr, und
dort hoffte er Frieden schließen zu können, wobei die Erhaltung
einer imposanten Macht ein Haupterforderniß war.
Kutusow fühlte, daß seine Armee einem neuen Stoß nicht hätte widerstehen können. Jetzt war sie noch so, daß er in Ordnung abziehen konnte; er beschloß daher den Rückzug in der Nacht anzutreten. Den Befehl über die Arriere-Garde erhielt Platof, später Miloratowitsch.
Nach dem 18ten
Bülletin hätten die Franzosen 10.000, die Rußen 40 bis 50000
Mann verloren. Diese Angabe ist aber
*) Chambray 1ter Theil, Seite 316; Segür, 1ter Theil, Seite 420.
