Tagebuch 1812 Ernst von Baumbach - Napoleons Russlandfeldzug/024
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| Tagebuch 1812 Ernst von Baumbach - Napoleons Russlandfeldzug | |
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wechseln mit Sandflächen ab; selten daß diese Monotonie der Gegend
durch einen Berg unterbrochen wird. Kleine Seen findet man oft,
ihre Ufer sind aber flach und sandig, von keinem frischen Grün
belebt. Außer den
Edelhöfen sieht man nichts als elende mit Stroh bedeckte
Lehmhütten. −
Die Bevölkerung Polens zerfällt in den hohen und den niedern Adel, in Leibeigne und Juden. In den Städten findet man freie Bürger und mehr Civilisation als auf dem Lande, überall aber, besonders auf letzterem, abscheuliche Unreinlichkeit und Ungeziefer aller Art. Der höhere Adel hat einen Anstrich von Bildung, aber auch bei ihm findet sich, bei vielem Luxus, Rohheit und Schmutz. Die Juden haben beinahe ausschließlich den Handel an sich gerißen, auch sind sie Besitzer der Wirthshäuser und Schnapskneipen und treiben alle Handwerke. Sie sind sehr verschmitzt und es ist sehr zu rathen, sich vor ihren Betrügereien zu hüten. Für Geld lassen sie sich zu allem gebrauchen. Sie sprechen durchgängig mehr oder weniger deutsch und waren uns, trotz ihrem Hang zur Betrügerei, von
