Perwelk

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Hierarchie

Regional > Litauen > Perwelk
Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Memel > Perwelk

Fischerhaus in Perwelk (ohne Schornstein, damit die Fische geräuchert und die Netze getrocknet wurden)


Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Perwelk, Kreis Memel, Ostpreußen


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Bekanntmachung aus dem Amtsblatt des Memelgebietes vom 09.02.1931 über die kühne Tat des Fischerwirtes Fritz Peleikis III

Namensdeutung

Ein die Örtlichkeit beschreibender Name.

  • kurisch "valgs, velgs" = feucht
  • „pervalkas“ = Stelle zwischen zwei Gewässern, wo Kähne und Boote über Land hinüber zum anderen Gewässer geschleppt werden


Allgemeine Information

  • Fischerdorf und Försterei
  • 13 km nordöstlich von Nidden
  • 1939: 173 Einwohner
  • Gegründet 1844 durch ehemalige Bewohner von Neegeln


Politische Einteilung

1939 ist Perwelk Gemeinde und Gutsbezirk.[3]

1940 ist Perwelk eine Waldwärterstelle.


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Perwelk gehörte 1888 und 1912 zum Kirchspiel Nidden, vor 1854 allerdings zum Kirchspiel Schwarzort.

Katholische Kirche

Perwelk gehörte 1888 und 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.

Friedhof

Nach Angaben von Kestutis Tolvaisa aus dem Jahr 2003:

  • Peleikis Friedrich 08.08.1847 - 18.08.1912
(Perwelk)
  • Bastick Maria 23.04.1869 - ??
(Hier ... lieb...)

Bilder aufgenommen von Katharina Schroeter, Ostern 2009.


Standesamt

Perwelk gehörte 1888 und 1907 zum Standesamt Nidden.

Bewohner

Geschichte

Befestigte Wanderdüne bei Perwelk

Perwelk wurde um 1840 von ehemaligen Bewohnern der von Dünen begrabenen Dörfer Negeln und Karwaiten gegründet. Aber schon um 1890 war auch Perwelk durch die Dünenwanderung bedroht und die damalige Regierung riet den Bewohnern, ihr Dorf zu verlassen. Die Einwohner wollten ihr Dorf aber nicht aufgeben und entschlossen sich, die Dünen zu bepflanzen und zu befestigen und damit deren Wanderung aufzuhalten. Nach dem sog. „Krause’schen Verfahren“ wurden die Dünen zunächst mit Sandgräsern bepflanzt. In einem zweiten Arbeitsgang wurde dann mit Kieferballen aufgeforstet. Wilhelm Franz Epha verbesserte dieses Verfahren, indem er mit Hilfe von Holzpflöcken, Reisig und Rohr eine Art Netz über die Düne spannte. In die so entstandenen Feldern füllte man Schlamm und Dung und pflanzte Kiefernsträucher hinein. 1897 gelang es Epha, die 53 Meter hohe Düne bei Perwelk mit seiner Methode zu sichern und festzulegen.

Schilderung

"Wir landen bei Perwelk, und ich wandere durch das Elchrevier. Vor Jahren konnte man hier durch ein seltsames, bruchartiges Gelände pirschen, so recht geschaffen für Elche. Teiche und Tümpel, Röhricht und üppig wucherndes Gestrüpp, Erlen- und Birkenwald; und auf den sandigen Hügeln, die zwischendrin eingesprenkelt waren, saßen ferne Elche. ... Jetzt ist diese Landschaft fast ganz trocken. Aus irgendwelchen Gründen hat sich der Grundwasserspiegel zwischen Haff und Meer gesenkt. Aus den Tümpeln und Teichen sind meist feuchte Mulden geworden, in denen hier und da giftgrüne Gräser wachsen. Abgestorbene, vertrocknete Weidensträucher, vom Wind zusammengedrückt, starren wie phantastische Besen in die Luft. Die Erlen- und Birkenwäldchen aber schließen sich von Jahr zu Jahr immer dichter zusammen. Einige kleine Teiche, manchmal fast nur noch Tümpel, und ein paar bruchige Flächen sind von der ganzen nassen Herrlichkeit hier übriggeblieben."[4]

Leuchtturm

Birschtwinder Leuchtturm bei Perwelk
Haffleuchter von Perwelk
Die Lage der Haffleuchte von Perwelk im Messtischblatt (1910-1940)

Um 1900 wurde bei Perwelk im Haff eine künstliche Insel aufgeschüttet und darauf die Haffleuchte errichtet, die im engen Fahrwasser zur Orientierung diente. Nicht nur für den zunehmenden Dampferverkehr, sondern auch für die Fischer war die Leuchte sehr wichtig. In den ersten zwanzig Jahren wurde die Haffleuchte mit Petroleum betrieben, später erfolgte die Umstellung auf Gas. In gewissen Abständen kam der Dampfer „Bleek“ vom Wasserstraßenamt Memel und füllte die Behälter nach.

  • Hier sind einige schöne Bilder des heutigen Perwelker Leuchtturms anzusehen: [1], [2]



Verschiedenes

Karten

Perwelk als Ort noch nicht vorhanden auf der Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Perwelk entstand erst, nachdem Neegeln/Aigella versandet war. [Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Perwelk noch nicht vorhanden im Preußischen Urmesstischblatt 1834
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Perwelk im Preußischen Urmesstischblatt 1859
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Perwelk im Messtischblatt 0592 Perwelk (1910-1940)
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Perwelk aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv


Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung PERELKKO05NJ
Name
Typ
  • Wohnplatz
Einwohner
w-Nummer
  • 66132
externe Kennung
  • geonames:595837
Karte
   

TK25: 592

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Schwarzort, Juodkrantė (1939-05-01 -) ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle

Klooschen, Milkurpiai (1908-02-14 - 1908-09-09) ( Gutsbezirk ) Quelle

Preil (- 1908-02-13) ( Landgemeinde ) Quelle

Schwarzort, Juodkrantė (1908-09-10 - 1939-04-30) ( Gutsbezirk )

Nidden (- 1944) ( Standesamt Standesamt )


Quellen

  1. GOV: http://gov.genealogy.net/
  2. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  3. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  4. Kakies, Martin: Elche am Meer, Berlin-Lichterfelde, um 1937
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