Loen zu Lohn, von

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Disambiguation notice Lohn ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Lohn.


Historische Hierarchie

Regional > Historische deutsche Staaten > Fürstbistum Münster > Adel im Fürstbistum Münster > Loen zu Lohn, von

Hermanni comitis de Lon
Quelle: Westfälische_Siegel

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft und Bedeutung

Lage des Stammhauses

Einführung

Auf einem (silbernen) Schild drei (blaue) Querbalken, auf dem oberen Querbalken drei nach rechts schreitenden Merlen, so zeigen sich die älteren Siegel und späteren Wappen der Familie von Lohn zu Lohn. Diese Darstellung stimmt auch mit dem Siegel von 1289 überein. Ursprünglicher scheint der Schild mit den Querbalken zu sein, während der durch die drei Vögel repräsentierte Besitz später angeerbt wurde.

Die schwimmenden Enten ohne Füße sind wohl eher unzutreffend und erst viel später aus naheliegenden Gründen verfälscht worden. Die nach rechts schreitenden Vögel scheinen mit einem bestimmten Besitzübergang aus dem Besitz des Sippenverbandes Werence / Bitter zusammen zu hängen. Hierbei kann es sich eigentlich um Übergang von Teilbesitz an die von Lohn vor dem Ende des 12. Jahrhunderts handeln.

Als Stammvater dieser Familie von Lohn kennen wir heute den 1085 erwähnten Edelherrn Gerhard I. Herr von Lohn. Besitzungen der Familie von Lohn gehörten offensichtlich in den Herrschaftsbereich der Grafen von Cappenberg und der Grafschaft Zutphen. Graf Godechin oder Gottfried I., Herr von Cappenberg, war Vogt von Werden (1085, + 1106) und verheiratet mit Beatrix von Hildrizhausen (+ 1115/22), eine Tochter Heinrichs, Graf von Schweinfurt, Herzog von Ostfranken (1057-1104) und dessen Frau Beatrix. In zweiter Ehe hatte die Witwe um 1107 Heinrich Graf von Rietberg, Sohn Konrads von Arnsberg und dessen Frau Mathilde, eine Tochter Ottos v. Nordheim und der Richeza von Schwaben, geheiratet. Hier bestand also eine Verwandschaft zu Lothar von Süpplinburg.

Status

Ursprünglich Dynasten. Als Edelherren oder Edelfreie in der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters (11. bis 15. Jahrhundert) gehörte der Familienverband von Lohn / von Heiden dem Hochadel an (damals Herzöge, Grafen und "einfache" Edelherren). Im Gegensatz dazu stand der niedere Adel, welcher sich zumeist aus Ministerialen (Dienstmannen) zusammensetzte, welcher nicht über Allodialbesitz verfügte. Edelherren verloren ihren angeborenen gesellschaftlichen Status als gleichzeitige Dienstmannen und bei unechten Lehen im Regelfall nicht. Nur sie besaßen durch ihren umfangreichen Allodialbesitz die Unabhängigkeit, sich gleichzeitig unterschiedlichen Landesherren als Ministeriale verpflichten zu können, was gerne von Landesherren zur Neutralisierungszwecken genutzt wurde, so auch bei diesem Familienverband. Voraussetzung des Statuserhalts war durchgängig eine statusgemäße Heirat. Mangel an diesen Möglichkeiten erklärt, neben der Besitzvermehrung, manche Heirat mit dem Dispens der Blutsverwandtschaft.

Startgeneration

Gottschalk (urk. 1026-1059, + (gefallen) 1063/64, im Dienst des Erzbischofs Adalbert von Bremen im Kampf um Friesland), war Graf von der Twente, Präfekt und Vogt der Stifte Münster und Borghorst, Sohn Hermanns, Graf im Drein-, Lochtrop- und Hessengau, Vogt von Werden. Er heiratet vor 1059 Adelheid, Erbin von Zutphen (1059) und Waldenburg, Tochter des Grafen Liudolf, Vogt von Brauweiler, (*um 995) und Besitzer der Herrschaften Zutphen und Arnheim.

Auch die Vogtei von Brauweiler fällt durch die Heirat an Gottschalk, 1062 Gf. v. Hetter, Bannerträger und Vogt von Utrecht. Er war schließlich auch im Besitz der „advocatia ducis“ im Emsgau. Gottschalk bezog aus dem Zoll zu Meppen 4 Mark, ½ Mark aus dem Getreidezoll und den 4. Teil der zu liefernden Bocksfelle aus Meppen. Ferner bezog er aus Werlte und Meppen 1 ½ Mark. Im Jahr 1070 lag der Zoll zu Esserden bei Rees in der Grafschaft des Gottschalk im Hettergau.

  • Kinder des Ehepaars waren:
    • Gerhard I. von Loen
    • Otto II. von Zütphen (der Reiche)
    • Gottschalk von Gennep, Präfekt von Gennep (urk. 1075-1096).
    • Heribert von Gennep, Herr von Millen oo um 1080 mit Hedwig N.
    • Umbert von Zütphen, Mönch, zuerst Mönch in Corvey, später (vor 1093) Abt von Kloster Abdinghof in Paderborn.

Erbwechsel

  • Gerhard von Loen, Gf. v. Nordzutphen, geboren um 1043 (urk. 1059-1086, 1092 + 1059) um 1064 als Erbe seines Onkels Rupert, 1086 Gf. zu Loen, oo Irmgard N. Kinder:
    • Edelherr Godschalk I. von Lohn, Herr z. Rees (1085 –1092)

Ruprecht (Rupert) war sein Vorgänger als Graf von (Nordwest-) Zutphen, Herr in der Hetter / Elten, Lochem a.d.Berkel (1045/1064) und war verheiratet mit Irmtrud v. Aspel, welche sich nun Gräfin von Zutphen nannte und eine Nichte Kaiser Konrad II. und eine Schwester Irmgards v. Aspel war.

Zu dessen Zeit, im Jahre 1046 lag die Grenze der Grafschaft des Rupertus zu Zutphen, „in Hamalanda sito“, auch bei „de Hunne ad Weicstapolon“ oder Weggestapelen, zwischen Bathmen und Holten, bei "Loo" an der Schipbeek, „inde ad Westerfle“ oder Westerflier bei Diepenheim. Hier könnte der Sitz der späteren Familie von "Loen" zunächst vermutet werden.

Lochem an der Berkel lag 1059 in der Utrechter Grafschaft des Ruprecht. Hier war ein Streit um den Zehnten zu Lochem zwischen Godschalk, Präfekt von Gennep, Besitzer der Herrlichkeit (Süd-)Zutphen (Graafschap mit Arnheim) und Ruprecht, Graf zu (Nord-) Zutphen entstanden, welcher vom Utrechter Bischof Wilhelm I. von Poitou (1054-1076) beigelegt wurde.

Erbwechsel

  • Gottschalk von Loen (urk. 1086-1107, 1110+), Herr v. Loen 1092, von 1096-1099 Teilnahme am Kreuzzug, welcher besonders durch die Niederlothringer unterstützt wurde. Kinder:
    • Edelherr Gerhard II. von Loen, Herr z. Rees, advocatus (=Vogt) im FB-Münster (1147)
    • (vir nobilis) Gottschalk von Versneveld,
    • Alard von Wesenthorst (urk. 1145 – 1163) von Wesenhorst, 1152 von Versnevelde, 1152 von Heiden (Wird Stammherr der Linien von Dreigworden und von Heiden)
    • Winemar, Edelherr (1145/53 genannt von Wesenhorst (zwischen Ulft u. Gendringen), 1152 von Versnevelde, 1155 von Oedem, 1152 von Heiden. (Führt die Linien von Oedem, von Selfwalden, von Wesenhorst, von Osterwick weiter)

Als Friederich Barbarossa 1152 seinen Taufpaten Otto von Cappenberg im Kloster Kappenberg besucht, sind neben anderen Vornehmen auch die „nobilis“ und Gebrüder Alhard und Wennemar von Heyden mit ihren Verwandten, den „vir nobilis“ Gerhard und Gottschalk von Lohn. zugegen.

Versnevelde ist 2007 als Vaarseveld eine Bauerschaft der Gemeinde Wisch im niederländischen Achterhoek, zwischen Terborg und Lichtenvoerde, während Wesenhorst zwischen Ulft und Gendringen liegd.

Sohn Gottschalk

Gottschalk von Versneveld, Herr zu Versneveld (urk. 1138-1152), Richter d. Gogerichts Südlohn mit Winterswijk, Aalten, Verseveld, Zelhem u. Hengelo, Herr in den Kspln. Eibergen, Neede, Groenlo u. Geistern oo Lutgard von Were (Religion: r.K.). Erbin des Haupthofes Lon.

Gottschalk von Versneveld bringt sich nach dem Tode des Bischofs Werner von Münster (1132-1151) in den Besitz des Schlosses zu Lon, unter dem Vorwandt, damit belehnt zu sein. Als nun Bischof Friederich (1152 / 1168) zum Bistum gelangt war, nötigte dieser im Jahre 1152 den Edelherrn Godschalk von Lohn (1152) oder von Versnevelde (1154 - 1163) den unrechtmäßigen Besitz zu entsagen. In einem Vergleich ernannte er ihn jedoch auf Lebenszeit zum "Castellamnus" des Schlosses. Godschalk anerkannte im Gegenzug die Unrechtmäßigkeit seine angemaßten Besitzes im Liesner Wald und begnügte sich mit dem Forstrichteramt..

Weiterhin verzichtete Godschalk 1152 auf den bischöflichen Hofdienst und erkannte wegen seines Landrichteramtes (Regime populare) in den 6 Kirchspielen Lon, Winterswijck, Aladnon, Versnefelde, Selehem und Hengeld, sich wie andere Gografen als abhängig vom Bischof. Er war auch Herr in den Kirchspielen Groenlo, Eibergen, Neede u. Geestern.

Zwischen 1138 – 1146 bestätigt der EB von Köln, Arnold I. von Randerath (1137-51), dessen Vorfahren Vögte der Kirche in Rees waren, daß Godschalk, der Bruder des Gerhard von Loo, mit der Stiftskirche zu Rees ein Gut zu Menzelen (Alpen) tauschte.

Um 1134 / 39 befand sich der Gerichtsplatz „Hathemaresloh“ im Vorsitz eines Gottschalk. Dies bezeugten u. a. Otto von Rheineck zu Bentheim, Hermann von Calvelage und Adolf von Berge (u.a. Vogt von Kappenberg und Essen). „Hathemareslo“ liegt in der Nähe von Ibbenbüren im Kreis Tecklenburg. Im Jahre 1134 heisst es „locus pretorialis Hathemareslo“, hier war eine Dingstätte des Freigerichts der Edelherren von Ibbenbüren, deren Linie 1203 erlosch, sie trugen einen Anker im Wappen. Der Präfekt Gottschalk (1129-1177). gilt als Stammvater der Edelherren von Ibbenbüren. Ihm wurde das Herrschaftsgebiet in Ibbenbüren zugeteilt. Einer seiner Söhne war Bernard, Bischof von Paderborn (1189).

Erbwechsel

Sohn Gerhard von Loen

  • Gerhard von Loen (urk. 1110-1152), 1138 Graf v. Loen genannt oo N.N., Kinder:
    • Gottschalk II. von Loen (urk. 1152-1185)
    • Gerhard von Loen (urk. 1173/1221), 1192 Onkel des Gerhard von Loen (1192)
    • Henrich de Lon (1185) Besitzer eines Gutes zu Alstätte (Lintlo?)  Hedswindis v. Bredevoort

Zwischen 1138 – 1146 bestätigt der EB von Köln, Arnold I. von Randerath (1137-51), dessen Vorfahren Vögte der Kirche in Rees waren , daß Godschalk, der Bruder des Grafen Gerhard von Loo(z,n), mit der Stiftskirche zu Rees ein Gut zu Menzeln tauschte.

Erbwechsel

  • Gottschalk Graf von Loen, Richter in Südlohn ( urk. 1152-1185, 1190+, 1152 belehnt mit Loen v. Bf. Friedrich v. Münster oo N.N., Kinder: .
    • Gerhard III. von Loen

Erbwechsel

  • Gerhard Graf von Loen (urk. 1190-1221, 1225 +) oo N. von Bredevoort, Kinder:
    • Tochter v. Loen (oo Wennemar von Heiden)
    • Beatrix v. Loen (oo Sveder von Ringenberg dictus Dingden)
    • (Gostia?) v. v. Loen (oo Hermann Werence)
    • Herman Gf. v. Loen (1203 / + 1252)
    • Heinrich v. Loen (1234 Propst in Zutphen, 1236 Domherr in Münster)
    • Mechtild v. Loen (oo Hermann II. von Münster)
    • Otto v. Loen (urk. 1234-1254), 1234 Kanonikus in St. Gereon/Köln, 1252/54 Gf. v. Loen.
    • Gerhard IV. v. Loen, Ritter (urk. 1223-1279).

Erbwechsel

  • Herman Gf. v. Loen (1203 / + 1252), Herr zu Groenlo ist mit Rudolf von Steinfurt Erbe von ½ Bredevoort (1238) 1.oo 1235 Sophia, 2.oo um 1235 Euphemia, Erbin von Coeverden (1232 / 50), Ww. Heinr. II. von Borculo und T. v. Rudolf, Bgf. v. Coeverden. Herr v. Drenthe, Kinder:
    • Heinrich de Loen (1245)
    • Herman II. Gf. v. Loen (1248 Ritter)
    • Beatrix de Loen (1252)
    • Sophia de Loen (1257 / 84) oo Bernh. v. Ahaus (1255 / 1307).
    • Agnes de Loen oo Herm. v. d. Voorst (1252 / 88)

Schwäger des Hermann von Lohn waren 1234 Heinrich von Ringenberg, Sveder von Ringenberg, Werner (=Wessel) von Heiden, Hermann Werenco und Hermann von Münster.

Er war Eigentümer von Varseveld mit der Mühle, Fischerei usw. im Lande Gooi und schenkte mit seiner Frau Sophie dies Eigentum dem damals noch dort ansässigen Kloster Bethlehem.

Erbwechsel

  • Herman Gf. v. Loen (1248 Ritter, + 1316) oo Gertrud von Holte (1287, 1302, T. v. Hermann oo Sophia v. Ravensberg), Kinder:
    • Hermann (1287, +1315)
    • Wigbold (1287, + 14.08.1312), 1297 Domherr zu Münster oo 28.11.1311 Agnes von Kleve (T. Dietrich Luf II. Gf. v. Hülchrath)
      • Agnes von Kleve, Wwe. von Loen 2.oo Roger von Leefdael Burggraf von Brüssel

1278 sind Verwandte des Herman von Loen die Herren von: Borkulo, Ahaus, Sweder von Alpen (1283 -Sohn des Gottfried v. Gemen oo Sophia von Zuylen), Gerhard von Langen, von Münster, Gerhard von Lon (Werenze), Ritter, Allard von Heiden und Sveder von Merfeld (Werenze).

Beim Kampf um Bredevoort nahm Herman Gf. v. Loen den Gf. Engelbert von der Mark gefangen, welcher nach 16 Tagen Haft zu Bredevoort verstarb.

1289 verkauft Hermann von Lon das Herrschaftsrecht über den Schultenhof Welinc (direkt neben der Burg).

Herman Gf. v. Loen und sein Sohn Hermann verkaufen 1315 die Herrschaft Holte an Graf Otto von Ravensberg. Die Brüder Johann und Otto von Ahaus verkaufen am 03.08.1316 dem Bischof von Münster die ihnen durch Erbschaft zugefallene Herrschaft Loen und die Burg Bredevoort.

Herman Gf. v. Loen gibt die Gografschaft Loen an Geldern und erhält diese als Lehen zurück.

Bibliografie

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