Konditorei

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Konditor bei der Anfertigung von Hochzeitstorten
Quelle: Verb. van Ambachten (1694) Joh. u. Casp. Luiken

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung

Ein Konditor ist ein Zuckerbäcker, welcher die Kunst verstehet, den Zucker so wohl zu unterschiedlichem Backwerk, als auch als Konfektbäcker zu eingemachten Sachen, einzusetzen, sie zu kandieren. Daher wurde das Gewerbe sowie das Geschäfts- und Verkaufslokal des Konditors auch Konditorei genannt.

Konditoreiwaren

Im 19. Jahrhundert verstand man unter einem Kondītor (condire (lat.), einmachen) einen Handwerker, welcher nicht nur eßbare Konditorwaren, Zuckergebäck (Konfekt), Zuckergelees, Marmeladen, eingemachte oder mit Zucker überzogene Früchte oder Gefrornes, Schokoladewaren, wie Bonbons, Pralinés, gebrannte Mandeln, Dragées etc. lieferte, sondern auch Dekorationsstücke als Tafelaufsätze anfertigte.

Kunditorei, Zucker und anders Backwerk mit Laden
Quelle: Neuer Orbis pictus für die Jugend (1833))

Verfälschungen bei Zutaten

Zur Herstellung von Konditoreiwaren wurden damals nicht selten Surrogate für Mandeln, Honig und Zucker benutzt, auch wurden sie wohl mit billigen farb- und geschmacklosen Mineralstoffen, wie Schwerspat, Pfeifenerde, Gips, schlechtem Stärkemehl etc., verfälscht. Bisweilen werden unechtes Blattgold und Blattsilber sowie Bronzefarben angewandt.

Standeskundschaft

Von den italienischen Höfen kamen Konditoren als eigne Hofoffizianten (Hofkonditoren) auch an die übrigen europäischen Höfe. In Deutschland waren sie nicht zünftig

Konkurrenzen

Verfertigt ein Konditor damals vorzugsweise seine eigene und künstliche Ware, so nanntet man ihn auch Schweizerbäcker, weil früher besonders geschickte Konditoren aus der Schweiz (Graubünden) kamen. Schon im Mittelalter gab es nämlich Konditoren, die lokal in Konkurrenz zu Spezereiwarenkändlern, Gewürzkrämern, Apothekern und Materialisten stehen könnten.

Konditorfachschulen

  • 19. Jahrhundert: Konditorfachschulen waren Anstalten zur allgemeinen und sachlichen Ausbildung von Konditoren Es wurde damals Unterricht erteilt im Rechnen, Schreiben, Deutsch, Fachzeichnen, Modellieren, Warenkunde etc. Derartige Schulen bestanden in Berlin, Dresden, Breslau und Wien.

Literatur

  • Perini, Schweizer Zuckerbäcker (5. Aufl., Weim. 1893)
  • Hennersdorf, Handbuch der Konditorei (Halle 1882)
  • Krackhart, Neues illustriertes Konditorbuch (1898)
  • Urban, Das Buch des Konditors (Wien 1890)
  • Wirz-Fischer, Illustriertes Handbuch der Konditorei (2. Aufl., Basel 1899)
  • Jeschke, Die Konditorei und Feinbäckerei (3. Aufl. von Dobritz, Leipz. 1901)
  • Bierbaum, Konditorei-Lexikon (Straßb. 1898)
  • Gruber, Die Konditorei in Wort und Bild (2. Aufl., Frankf. 1904)

Zeitungen

  •  »Allgemeine deutsche Konditorzeitung« (Münch., seit 1885)
  •  »Zentralblatt für Bäcker und Konditoren« (Leipz., seit 1889)

Museum

Persönliche Werkzeuge