GEDCOM

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GEDCOM "GEnealogical Data COMmunications"

GEDCOM ist eine Definition für den Datenaustausch zwischen Genealogieprogrammen in Form von strukturierten Textdateien mit Familienverknüpfungen. Der Standard wurde bis zur heute aktuellen Version 5.5.1 von der Kirche Jesu Christi definiert.

Eine GEDCOM-Datei gliedert sich in sogenannte "Tags". Diese bezeichnen einen bestimmten in der Datei nachfolgenden Inhalt.

Die aktuelle GEDCOM-Version ist GEDCOM 5.5.1. Vorher wurden im Oktober 1987 die Version 3.0 und im August 1989 die Version 4.0 publiziert, sowie diverse 5.x Versionen. Die ebenfalls genannten Versionen 1 und 2 waren nur so genannte "Drafts" für eine öffentliche Diskussion und nicht als anzuwendender Standard publiziert worden.

Verzeichnis der GEDCOM-Tags

Als Folge der teils ablehnenden Haltung in Bezug auf die Genealogie der Mormonen finden wir viele Genealogieprogramme, die den GEDCOM-Standard nur eingeschränkt unterstützen. Meist wird die Zeichenanzahl der Eingabefelder begrenzt, oder es ist nicht möglich, zusätzliche Tags anzulegen, oder es erfolgt keine HLT-Unterstützung (LDS-Support). Auch ist die mangelnde Festlegung auf einen Zeichensatz für einen fehlerfreien Datenaustausch hinderlich. Unterschiede zwischen ANSEL, ASCII und ANSI sollen hier nicht betrachtet werden. Die Uneinigkeit der Anbieter wird unterstrichen, wenn beim Import einer Datei (egal, ob als Gedcom, oder Datenbank aus PAF, Family Tree Maker, Family Origins, Legacy, Roots Magic) Ereignis bezogene Quellenangaben und Notizen zu einer Art Sammelnotiz vermengt werden. Dieser Effekt verärgert jeden ernsthaften Familienforscher. Programmhersteller und Genealogen versuchen daher den Standard um derartige Angaben zu erweitern. Auf der Basis des GEDCOM-Standards 5.5.1 hat eine GEDCOM Arbeitsgruppe von Programmautoren unter Federführung des Vereins für Computergenealogie eine gemeinsame Interpretation des Standards erarbeitet, sowie Ergänzungen unter Verwendung der im GEDCOM-Standard vorgesehenen Nutzer-definierten Kennzeichen vereinbart (s.u.). Ein Vorläufer, dessen Ergebnisse in dieser Arbeitsgruppe aufgegangen sind, waren die Vereinbarungen einiger Programmhersteller zu GEDCOM 5.5EL.

Beispiele für GEDCOM-Strukturen verschiedener Genealogieprogramme finden sich unter GEDCOM-Test.

Seit dem 23.01.2002 existiert ein Entwurf (Draft) einer XML[1]-basierten GEDCOM Version 6 Beta[2], die bisher (November 2009) noch kein erkennbares praktisches Echo gefunden hat.

Seit 30.11.2009 wird unter dem Projektnamen GEDCOM-L diskutiert, wie eine Verbesserung der GEDCOM-Konformität bestehender und neuer Genealogie-Programme erreicht werden kann. Gründer und Teilnehmer sind insbesondere die Autoren führender deutscher Genealogiesoftware.

Eine offene Arbeitsgruppe unternimmt (spätestens seit der RootsTech 2011) unter dem Titel GEDCOM X den Versuch, eine komplett neue Datenstruktur zu definieren. Dabei ist die Möglichkeit einer verlustlosen Übertragung von Daten aus bestehenden GEDCOM-Dateien in das neue Format eines der Designziele. Allerdings soll die neue Struktur auch für aktuelle Technologien des Web basierten Datenaustausches optimiert sein. Die Spezifikation basiert u.a. auf XML[1] bzw. JSON[3]. Den aktuellen Verlauf kann man im Blog verfolgen, einige allgemeine Fragen werden in den FAQ beantwortet.

Anfang 2012[4] wurde mit der FHISO (Family History Information Standards Organisation) eine Organisation gegründet, die sich dafür einsetzt, Standards in der Welt der Familienforschung zu setzen. Zwischen der FHISO und GEDCOM X gibt es bereits eine beginnende Kommunikation[5].

Arbeitsgruppe GEDCOM im Verein für Computergenealogie e. V.

Im Herbst 2009 fanden sich 23 deutschsprachige Entwickler von Genealogieprogrammen zusammen, um gemeinsam an einer einheitlichen Umsetzung der GEDCOM-Vorgaben in der Version 5.5.1 zu arbeiten. Nach und nach wurden die verschiedenen Kennzeichen diskutiert und durch Abstimmung festgelegt, wie diese umzusetzen sind, wenn das jeweilige Programm dieses Kennzeichen entsprechend unterstützt.

  • Um die Arbeit zu unterstützen wurde die Original-GEDCOM-Dokumentation von Jörn Daub ins Deutsche übersetzt. Link
  • Alle bearbeiteten Kennzeichen mit den Detailvereinbarungen sind hier aufgeführt.
  • Um auch andere Kennzeichen verstehen zu können wurde eine Tabelle mit der Bedeutung der Kennzeichen und den benutzenden Genealogieprogrammen erstellt, diese wird laufend aktualisiert.
  • Eine Muster-GEDCOM-Datei mit allen Kennzeichen zum Testen der Import- und Exportmodule wird gemeinsam erarbeitet und steht hier zur Verfügung.
  • GEDCOM offene Punkte

Linkliste Informationen zum GEDCOM-Standard


Quellen
  1. 1,0 1,1 Artikel XML. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
  2. Download des PDF bei familysearch.org, Download des PDF bei Sourceforge.net
  3. Artikel JSON. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
  4. Why FHISO? PDF, engl.
  5. Meinungsäußerung von Ryan Heaton (von FamilySearch, GEDCOM X unterstützend) zum Verhältnis FHISO/GEDCOM X Mitte 2012
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