Jurgaitschen (Kreis Ragnit)

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Wappen der Stadt Tilsit

J u r g a i t s c h e n

Bauerndorf im Tal der Buduppe
Kreis Tilsit-Ragnit, O s t p r e u ß e n
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Ev.-luth. Pfarrkirche in Jurgaitschen, Kreis Tilsit-Ragnit


Disambiguation notice Jurgaitschen ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Jurgaitschen.

Hierarchie


Inhaltsverzeichnis

Die Landstraße von Szillen nach Jurgaitschen


Einleitung

Häuser vis-à-vis der Kirche in Jurgaitschen

Jurgaitschen liegt am Flüsschen Buduppe (1938 bis 1946: Trappenfließ, russisch: Budarka), 15 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Ragnit. Durch den Ort verläuft eine Nebenstraße, die Szillen mit Sandlauken an der einstigen deutschen Reichsstraße 138 verbindet und weiter bis in die Nachbarkreisstadt Heinrichswalde führt.

Name

  • Jurgaitschen (Kreis Ragnit) (bis 02.06.1938)
  • Königskirch (03.06.1938 - 1945)
  • Iurgajčen / Иургайчен (1945)
  • Kanasch / Канаш (1946 - heute)
  • litauisch Jurgaičiai

Allgemeine Information

Geschäftshaus Paul Werthmann in Jurgaitschen

Letzte Statistik 1939 :

  • Königskirch : Einwohner : 508 (Stand 17.05.1939) - Fläche: 662 ha
  • alter Namen : Jurgaitschen bis 16.07.1938,
    ältere Schreibweise: bis 1871 Jurgeitschen
  • nach 1945 : Kanasch / Канаш
  • zugehörige Wohnplätze
  • Freihof
  • Klischenfeld
  • alter Namen: Klischwethen bis 16.07.1938,
    ältere Schreibweise: Klischwehten bis 1785; Klischen bis 1815
  • Puppen
  • Kleinossen
  • alter Namen : Kl. Oschkinnen bis 16.07.1938
    ältere Schreibweise: Klein Klipszen bis 1785;
    Klein Kligschen bis 1815; Klein Ozkinnen bis 1912
  • Rockingen
  • alter Namen : Sprockingen (auch Sprokinnen)
    ältere Schreibweisen:
    Sprukinnen bis 1815; Spruckinnen bis 1871

Anmerkung: Pfarr- und Kirchort - Ksp. Jurgaitschen (Königskirch) seit 1845

Politische Einteilung / Zugehörigkeit

Ansichtskarte aus Jurgaitschen (Königskirch)

Amtsbezirk Jurgaitschen

  • 15.04.1874 Bildung des Amtsbezirks Jurgaitschen Nr. 10 im Kreis Ragnit
Dörfer dea Amtsbezirks Jurgaitschen
Budupönen Klein Oschkinnen Sprokinnen
Giggarn Klein Skattigirren Turken
Giggarn-Skeroswethen Klischwethen Wersmeninken
Groß Skattigirren Laugallen Wittgirren
Jurgeitschen Schaulwethen Gutsbezirk Grünheide
Kaiserau Schillupischken Gutsbezirk Grünheide, Forst
Kehrmuhscheiten Skeppetschen Odaushöfchen



Kirchliche Zugehörigkeit

Die ev. Pfarrkirche von Jurgaitschen, 1994

Evangelische Kirche

Kirchengebäude

Die Grundsteinlegung der Jurgaitscher Kirche erfolgte am 1. Juni 1841 in Gegenwart des Königs Friedrich Wilhelm IV. Es entstand eine Hallenkirche aus Ziegeln in Basilikaform ohne Turm. Der Innenraum wirkte überhöht, vor allem durch die doppelten Emporen. Die Altarnische war rechteckig und gewölbt, der Altar ohne Aufsatz. Die Decke war flach. Die Kanzel befand sich an der linken Seite der Altarnische. Die Orgel, von Bauer erbaut, hatte zwei Manuale und 16 Stimmen. Zum Gottesdienst riefen zwei Glocken. Im Juli 1845 konnte die Kirche eingeweiht werden. Sie war eine Kirche königlichen Patronats.

Mit der Einweihung der Kirche wurde auch die Parochie Jurgaitschen gegründet. Gegen die Neugründung erhoben die Nachbargemeinden zunächst aus verständlichem Eigennutz Einspruch, da sie eine Beeinträchtigung ihrer Pfründe befürchteten. Besonders die Parochie Heinrichswalde, die adligen Patronats war, machte Bedenken geltend und protestierte. Die Probleme wurden aber in Verhandlungen mit den Kirchenbehörden und in gegenseitigem Einvernehmen gütlich geregelt.

Kirchspiel Jurgaitschen

Der Innenraum der ev.-luth. Pfarrkirche von Jurgaitschen,

Jurgaitschen zu einem kirchlichen Mittelpunkt zu machen, war schon während der Regierungszeit
König Friedrich Wilhelms I. erwogen worden, der hier eine Filiale von Schillen plante.
Aber erst im Jahre 1833 kam es zur Gründung des neuen Kirchspiels Jurgaitschen durch den Zusammenschluss von

  • 7 Orten aus dem Kreis Tilsit
  • 27 Orten aus dem Kreis Ragnit mit zuzüglich 6 Wohnplätzen
  • 20 Orten aus dem Kreis Heinrichswalde mit zuzüglich einem Wohnplatz
  • Insgesamt gab es 61 Ortschaften einschließlich der 7 Wohnplätze, die Teile der Gemeindeeinheiten darstellten.


Kirchenbücher


Standesamt

Jurgaitschen (Kreis Ragnit) gehörte 1888 zum Standesamt Jurgaitschen.

Bewohner

In Königskirch hatten sich mehrere Geschäfte eingerichtet. Ein Lebensmittel- und Kolonial-Warengeschäft hatte Paul Werthmann mit Lagerschuppen und Gleisanschluss zum Bahnhof in Argenbrück. Die Lebensmittelgeschäfte waren meistens mit einer Schankwirtschaft verbunden. Die Gastwirtschaft Alfred Radziwill hatte zudem einen großen Saal, in dem Festlichkeiten gefeiert wurden. Weitere Gasthöfe: F. Richter und Paul Wichmann. Besondere Bedeutung hatte die Gastwirtschaft Beszon mit einem Ausspann für die Kirchenbesucher, die mit Pferdefuhrwerken zum Gottesdienst kamen.

Geschichte

Karten

Hellblau: ehem. Kreis Tilsit-Ragnit,
dunkelblau: heutiger Rajon Neman (Ragnit)
Der Landkreis Tilsit-Ragnit
auf der Ostpreußenkarte von 1936


Jurgaitschen (Königskirch)
auf dem Messtischblatt Szillen, 1937


Internetlinks

Chronik des Kirchspiels[1]


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung KONRCHKO04VW
Name
  • Jurgaičiai Quelle Kanašas (Jurgaičiai) (lit)
  • Jurgaitschen (- 1938-06-02) Quelle Quelle Wohnplatz 31.104 (deu)
  • Königskirch (1938-06-03 -) Quelle (deu)
  • Иургайчен (1945) Quelle (rus)
  • Канаш (1946 -) Quelle S. 28 - ab Jahr geschätzt (rus)
Typ
  • Wohnplatz
Postleitzahl
  • RUS-238722 (1993)
w-Nummer
  • 50239
externe Kennung
  • geonames:553218
Karte
   

TK25: 1096

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Jurgaitschen, Königskirch (- 1945) ( Landgemeinde Gemeinde ) Quelle Quelle

Jurgaitschen (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S.252/253

Nowo-Kolchosnenskij Dorfsowjet, Ново-Колхозненский сельский Совет (1993) ( Dorfrat ) Quelle

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Jurgaitschen Kirche object_164612
Klein Oschkinnen, Kleinossen, Mažieji Ožkiniai Wohnplatz KLESENKO04VX (1930-04-01 - 1945)


Quellen, Einzelnachweise

Persönliche Werkzeuge