Brieg - Stadt und Landkreis (1964)/Amtsbezirk Michelwitz mit Michelwitz, Luisenthal und Schreibendorf

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Amtsvorsteher: Bauer Adolf Rupprich in Schreibendorf, jetzt Alt-Zauche, Kreis Lübben

Michelwitz (Michalowice) mit Garbendorf

Einwohner: 765 Kirchen: 1 evang. Schulen: 1 evang. Bürgermeister, Lehrer: Nichts bekannt Heimatortvertrauensmann: Erwin Scholz, Gütersloh, Auf der Höhe 10 Michelwitz hieß ursprünglich um 1264 Michalowitz. Es ist benannt nach einem Michael. Zehntpflichtig war das Dorf zuerst der untergegangenen Kirche in Ritschen. Vor 1295 war es zu deutschem Recht ausgesetzt worden und hatte zwei Grundherren, 2 Scholtiseien und 40 Hufen. Den einen Teil des Dorfes besaß 1299 der Graf Leonhard. Um 1350 war der Brieger Hofrichter Heinrich hier begütert ebenso wie andere Brieger Bürger. Ab 1393 beginnt das Brieger Hedwigsstift mit dem Erwerb von Teilen des Dorfes. Das Stift gründete auch die Kirche; sie war dem heiligen Lorenz geweiht. 1470 gehörte zum Dorf ein Vorwerk, das zeitweise an Adelige vergeben war. 1588 erwarb es Herzog Georg II. Seitdem gehört es als Kämmereigut zur Stadt Brieg.

Das Rittergut Garbendorf war seit 1883 im Besitz der Familie Löbbecke. Es hatte eine Fläche von 341 ha. Die Erbscholtisei in Größe von 34 ha war im Besitz des Waldemar Otschick. Daneben waren außerdem noch zwei größere Betriebe mit Flächen von 35 und 28 ha vorhanden.

Luisenthal (Mysliborzyce)

Einwohner: 193 Kirchen: - Schulen: - Bürgermeister: Wilhelm Trompka, Riesa/Elbe, Felgenhauerstraße 20 Heimatortvertrauensmann: Margarete Pietsch, Nürnberg, Elbinger Straße 66 Das Dorf trug reinen landwirtschaftlichen Charakter. Neben einer kleineren Ziegelei und einer Gärtnerei waren keinerlei andere Gewerbebetriebe vorhanden. Eine Einwohnerliste liegt vor. Das Gut in Größe von 80 ha war im Besitz der Schneiderschen Erben in Brieg und in Parzellen verpachtet.

Schreibendorf (Pisarzowice)

Einwohner: 507 Kirchen: - Schulen: 1 evang. Bürgermeister: Hermann Symossek, + 25.01.1946 in Kattowitz Lehrer: Herbert Arndt, Hannover-Buchholz, An den Deichwiesen 3 Heimatortsvertrauensmann: Lehrer Herbert Arndt, s.o. Schreibendorf hieß früher Schreibersdorf, mittelhochdeutsch Scribersdorf nach alten lateinischen Urkunden. Es trägt also seinen Namen nach einem "Schreiber", einem herzoglichen Hofnotar, nämlich dem Magister Walther, der unter Herzog Heinrich III. Kanzler war. Als Geistlicher war er kinderlos, und so fiel der Besitz nach seinem Tode wieder an den Herzog, der ihn 1274 an seinen Hofschneider Chunad schenkte. Das Dorf kam 1316 an den Brieger Bürger und Ratsherrn Werner Trinknicht. Seit 1329 gehörte es in Rechtsfragen vor das Brieger Stadtgericht. Die Größe betrug ca. 20 Hufen. 1783 besaß es 9 Bauern. Die Freischoltisei befand sich im Besitz der Caroline Peuker. Schreibendorf war kein ausgesprochenes Bauerndorf. Es zählte etwa 20 bäuerliche Betriebe. Die meisten Bauern betrieben vielseitigen Erwerbsgarten- und Feldgemüsebau für den Verbrauchermarkt in Brieg. An reinen Gärtnereibetrieben wären die des Friedrich Wailand, des Gerhard Land und des Hermann Schmidt zu erwähnen. Wegen der so geringen Stadtnähe waren weder Fleischer noch Bäcker oder Lebensmittelgeschäfte vorhanden. aber zwei Gaststätten. Als Gewerbebetrieb wäre noch die Schreibendorfer Mühle zu nennen, die der Familie Lehmann gehörte.

Die Erbscholtisei in Größe von 53 ha war seit 1854 ebenfalls Familienbesitz der von Löbbecke auf Garbendorf und war verpachtet an Walter von Salzmann in Brieg. Der größte Teil der Berufstätigen arbeitete in den nahegelegenen Industriebetrieben der Stadt, so bei den Firmen Moll, Heinze, Loewenthal, Güttler Pzillas usw.

Von den früheren Bewohnern ist nur der Bauer Franz Wieczorek mit seiner Ehefrau Josefa und drei Söhnen zurückgeblieben. Vater Wieczorek ist 1961 im Alter von 74 Jahren in Schreibendorf gestorben. Ein Sohn hat die Landwirtschaft übernommen, ein anderer ist bei der Gemeide Schreibendorf beschäftigt. Der Sohn Withold hat sich zum Schluß des Krieges mit einer Leubuscherin verheiratet. Jahrelang hat er einen Kiosk vor der ehemaligen Schauburg gegenüber dem Cafe Präkelt betrieben. Neuerdings ist er in einem chemographischen Betrieb tätig, während seine Frau den Kiosk weiterführt. Wirtschaftlich soll es der ganzen Familie gut gehen.

In den Akten der Betreuungsstelle befindet sich auch ein Sparbuch der Schule Schreibendorf.

Diese Seite enthält Text des Buches »Brieg - Stadt und Landkreis«, herausgegeben von der Stadt Goslar zum 10. Treffen der Brieger in Goslar im September 1964. Abgeschrieben von Hermann Hosp aus D-54516 Wittlich in Rheinland-Pfalz. Überarbeitet und umgesetzt in HTML-Code durch Dr.-Ing. Frank Knorr aus D-03185 Teichland, OT Maust in Brandenburg.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Stadt Goslar vom 8. Mai 2001.
Früher war dieser Text auf der alten Regionalseite www.genealogy.net/reg/SCI/Brieg/st-kr/michelw.html zu finden.
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