Brieg - Stadt und Landkreis (1964)/Amtsbezirk Groß Jenkwitz mit Groß Jenkwitz u. Böhmischdorf

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Amtsvorsteher: Bauer Gerhard Schulz, in Böhmischdorf, + 1961 in Kiel

Groß Jenkwitz (Jankowice Wielkie)

Einwohner: 514
Kirchen: 1 evang. Schulen: 1 evang.
Bürgermeister: Herbert Michler, Bredelem, Krs. Goslar, Nr. 9
Standesbeamter: Kurt Schulz, Böhmischdorf, vermißt seit 1945
Lehrer: Kurt Gerlach, vermißt seit 1945
Heimatortsvertrauensmann: Fritz Jentsch, Oldenburg i.O., Esskamp 74

Der Zusatz "Groß" stammt erst aus neuerer Zeit, um es von dem gleichfalls zum Brieger Fürstentum gehörenden Klein-Jenkwitz (Kreis Ohlau) unterscheiden zu können. Der alten Name lautet Jankowitz. Janko ist die Kurzform für Johannes. Möglicherweise ist es eine deutsche Gründung. Die Kirche besaß eine Widmut. Grundherren waren 1374 die von Schellendorf und 1783 die von Schickfuß. Das Majoratsgut war bis zur Vertreibung im Besitz des Hans von Knesebeck aus Auenrode, Kreis Grottkau. Freiherr von Knesebeck ist Anfang Dezember 1962 im Alter von 90 Jahren gestorben.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche betrug ca. 900 ha; die Hälfte davon gehörte zum Majoratsgut und die andere Hälfte teilten sich 9 mittlere und kleiner landwirtschaftliche Betriebe.

Das Vereinsleben war gerade in diesem Dorf sehr rege. So waren ein Männergesangverein und Kriegerverein neben der freiwilligen Feuerwehr vorhanden, auch eine 21 Mann starke Musikkapelle. Zu erwähnen wären noch an einzelnen Handelsgeschäften und Handwerksbetrieben 2 Bäckereien, 4 Kaufläden, 2 Gasthäuser, eine Mühle, eine Molkerei, 2 Schmiedewerkstätten, 2 Tischlereien usw. Eine ausführliche Einwohnerliste ist vorhanden.

Böhmischdorf (Czeska Wies)

Einwohner: 523
Kirchen: 1 evang.
Schulen: 1 evang.
Bürgermeister: Kurt Schulz, vermißt seit 1945
Pfarrer: Walter Hoffmann, + 1943 in Böhmischdorf, Nachfolger war sein Schwager Erwin Glow, jetzt in Salzgitter-Leinde
Lehrer: Fritz Scholtze, Oberböhmischdorf, Kreis Schleiz, Bezirk Gera
Heimatortsvertrauensmann: Fritz Schulz, Wiedenbrück, Moritz-von-Schwindt-Str. 8

Der alte Name Bemyschindorf beweist, das der Ort von böhmischen Siedlern gegründet worden ist, wahrscheinlich auf Veranlassung der Ritter von Pogarell. Kirchlich gehörte das Dorf ursprünglich zum "Umkreis" von Michelau. Seit mindestens 1310 hatte es eine eigene Widmut und einen eigenen Pfarrer. 1533 verkaufte Hans der Ältere von Pogarell das Dorf an Melchior Hirsch von Kaldenborn zu Breslau. Bald darauf wurde es herzogliches Kammergut, und 1577 erwarb es die Stadt Brieg. In der Zeit der Gegenreformation hatte das seit 1534 evangelische Dorf von 1699 bis 1707 einen katholischen Geistlichen.

Die Erbscholtisei in Größe von 48 ha war seit 1804 im Besitz der Familie Haunschild. Der nächst größere Hof in Größe von 47 ha war im Besitz des Erdmann Holdt. Daneben waren noch 28 Betriebe mit Flächen zwischen 16 und 36 ha vorhanden.

Eine ausführliche Einwohnerliste über den letzen Bevölkerungsstand vor der Vertreibung ist vorhanden. Die meisten der ehemaligen Dorfbewohner sind zwischen Paderborn und Wiedenbrück, besonders in Hövelhof , ansässig geworden.

Diese Seite enthält Text des Buches »Brieg - Stadt und Landkreis«, herausgegeben von der Stadt Goslar zum 10. Treffen der Brieger in Goslar im September 1964. Abgeschrieben von Hermann Hosp aus D-54516 Wittlich in Rheinland-Pfalz. Überarbeitet und umgesetzt in HTML-Code durch Dr.-Ing. Frank Knorr aus D-03185 Teichland, OT Maust in Brandenburg.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Stadt Goslar vom 8. Mai 2001.
Früher war dieser Text auf der alten Regionalseite www.genealogy.net/reg/SCI/Brieg/st-kr/ zu finden.
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