Topographie Holstein 1841/I-Z/158

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Topographie Holstein 1841
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den Jahren 1829 bis 1834 erbauet; diese ist im neuen italienischen Style, hell, geräumig und im Innern geschmackvoll. Der Bau kostete über 40,000 Reichsthaler.svg. - Früher standen hier 3 Prediger; jetzt stehen hier 2, welche der König ernennt. - Eingepfarrt sind: der Flecken. Vom Amte Bordesholm: Einfeld, Einfelderfelde, Groß- und Klein-Harrie, Brauner-Hirsch, Hohenrade (Vogelsang), Holzkathen, Krückenkrug, Schanze, Stover, Vielkiek, Warzenberg. Vom Amte Neumünster: Arpsdorf, Aufelde, Blocksberg, Bönebüttel, Bostedt, Braak, Brachenfeld, Brammer, Brammerhörn, Ehndorf, Gadeland, Grillenkamp, Husberg, Groß-Kummerfeld, Klein-Kummerfeld, Luxemburg, Padenstedt, Rothekathe, Sandkathe, Springender-Hirsch, Tungendorf, Vierthkathe, Warmsdorf, Wasbek, Willingrade, Wittorf. Vom Gute Arftade: Nickling, Ricklingerdamm. Vom Gute Bothkamp: Bockstegel, Alt- und Neu-Bokhorst, Bornrüm, Busdorf, Dänbrook, Griesenbötel, Halenbek, Halenbekermoor, Hüttenwohld (z. Thl.), Kiebitz, Langenreihe (z. Thl.), Neuenrade, Schiphorst, Schiphorsterfeld. Vom Kloster Preetz: Gadeland (z. Thl.), Schienholz, Tasdorf. - Neumünster hat 5 Schulen: 2 Hauptschulen und 3 Vorbereitungsschulen. In der großen, in 2 Classen getheilten, Knabenschule unterrichten 2 Lehrer, ein Rector und ein Schreibmeister. - Das Amthaus liegt am östlichen Ausgange des Fleckens und ward 1740 erbauet. Ein neues Gefängnißhaus ward vor einigen Jahren erbauet, liegt vor dem Flecken und ist zweckmäßig eingerichtet. Ein Spritzenhaus liegt zwischen beiden Hälften des Ortes. - Der Flecken hat 2 Armenhäuser, eines für 4 Personen weiblichen Geschlechts, und ein anderes mit mehreren Wohnungen für Personen beiderlei Geschlechts. - Zwei Armen-Legate heißen das Mardefeldtsche- (1300 Reichsthaler.svg) und das Matthiessensche-Legat (333 Reichsthaler.svg 16 β). - Seit dem Jahre 1837 besteht hier ein Krankenverein für Fabrikarbeiter und unvermögende Leute, die von ihrer Händearbeit leben. - Bis zum Jahre 1711 wurden die Angelegenheiten des Fleckens durch Kirchspielvögte verwaltet; darauf von einem eigenen Amtsschreiber, welcher unter dem Amtmanne, die Justiz, die Polizei und die allgemeine Oeconomie übergeben ist; der Amtsschreiber hebt die sämmtlichen Königlichen Abgaben, ist Actuar im Amtsgerichte und erster dirigirender Fleckensvorsteher. Der Hausvogt, jetzt zugleich Postmeister und Branddirector, hat in Hinsicht auf den Flecken nur wenige Verwaltungen. Außerdem sind hier 2 Gerichtsdiener und 4 Nachtwächter. - Im Flecken gelten das Recht, die gegebenen Constitutionen und Verordnungen, und demnächst als specielles Gewohnheitsrecht die Neumünsterschen Kirchspielsgebräuche, so wie der uralte Gebrauch und die Landesgewohnheiten. - Die medicinische Polizei steht unter der Verwaltung eines Physicus; außer ihm befinden sich hier 3 Aerzte. Eine Apotheke ist hier im Jahre 1739 privilegirt worden. - Hier ist ein Zollamt und eine Poststation. - Es giebt hier 2 Schützengilden: die Bürgergilde und die Jacobigilde, welche jährlich mit dem Vogelschießen wechseln. Eine Brand- und Todtengilde ward hier schon im Jahre 1578 gestiftet. Die Fuhrmannsgilde (Fuhrmannshöge) ging im Jahre 1784 ein. - In und bei Neumünster (die Wittorfer Wassermühle) sind 3 Mühlen, welche gemeinschaftlich in Erbpacht gegeben sind, und jährlich 1435 Reichsthaler.svg eintragen; die Wassermühle im Flecken selbst gehörte ehemals dem Kloster. Zu diesen Mühlen sind zwangspflichtig: der Flecken Neumünster, Arpsdorf, Brachenfeld, Bönebüttel, Ehndorf, Einfeld, Gadeland, Groß- und Klein-Harrie, Husberg, Loop, Padenstedt,