Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/2/304

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Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
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für die späteren Zeiten für die Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte weniger in Betracht kommt, mußte doch die Gründung ihrer kirchlichen Verhältnisse berührt werden, jedoch ohne tieferes Eingehen ins Einzelne.

Früher als der Anwachs der Stadt Hamburg es erforderlich machte, den Sprengel der Domkirche in mehrere Parochien zu theilen, wird dies in den einzelnen Districten Stormarns geschehen sein; über welche ganze Landschaft einstmals der Kirchsprengel des Hamburger Doms sich erstreckt hat. Waren auch vielleicht schon vor 1066, da die Wenden einfielen, hin und wieder einzelne Capellen auf dem Lande, wie mit Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, so fällt doch die erneuerte kirchliche Gestaltung für die Umgegend Hamburgs erst in die Zeit nach 1106. In wie viele Districte aber Stormarn ursprünglich abgetheilt gewesen sei, läßt sich aus Mangel an Nachrichten nicht bestimmen; doch treten im westlichen Theile zuvörderst einige derselben mit Bestimmtheit hervor in den nachher so genannten Aemtern Hattesburg, Pinneberg und Barmstedt.

Längs dem Elbufer erstreckte sich die Vogtei Hattesborg, Hatzburg, benannt von dem 1311 erbauten oder, wie Andere wollen, auf's neue befestigten Schlosse dieses Namens, welches eine Capelle des heiligen Ansgarius hatte, die von dem Grafen Bernhard zu Schauenburg, Dompropsten zu Hamburg, gestiftet war. Wedel ist hier ein alter Ort, wenngleich nicht, wie Einige gemeint haben, die Cella Wellana, welche vielmehr zu Münsterdorf belegen war, hier zu suchen ist. Auch die Kirche zu Wedel soll dem heiligen Ansgarius geweiht und 1311 erbaut sein[1], ist aber wohl älter.

Nördlich von der Hatzburger Vogtei liegt die jetzt sogenannte Haus- und Wald-Vogtei oder das alte Amt Pinneberg. Hier ist ohne Zweifel die ausgedehnte Gemeinde Rellingen als das Urkirchspiel anzusehen. Die Cantorei des Hamburger Doms hatte von ihrer Errichtung an bis auf die Reformation die Collation oder das


  1. Vgl. Bolten, histor. Kirchennachr. von Altona II, 203. Seine Meinung, Wedel sei die Hauptkirche in diesem Districte gewesen, scheint nicht begründet. Die Commenda in capella S. Ansgarii in castro Hatzeburg verblieb dem Hamburger Domcapitel auch nachdem das Schloß längst zerfallen war, und ward 1655 mit dem Predigerdienste zu Wedel vereinigt.