Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/2/079
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und man muß auch das Zeugniß des mehrgedachten Homerus gelten
lassen, daß die Cistercienser zuerst nach Seem gekommen, schon zu
Rudolphs Zeiten, obgleich sich dafür keine bestimmte Zeit angeben
läßt. 1173 wird denn die Versetzung nach Lügum geschehen sein. Man
wählte dazu einen Platz an der Au etwa eine Viertelmeile südlich
von der Nordlügumer Kirche in einer damals ziemlich holzreichen
Gegend. Noch vor Ablauf des Jahrhunderts brannte das Kloster ab,
und wiederum im Jahre 1268 ging es in Feuer auf. Der Bau der noch
jetzt stehenden Klosterkirche, die durch kühnen Styl ausgezeichnet
ist, wird erst nach dieser Feuersbrunst zu Stande gekommen
sein[1]. Sie ist in Form eines Kreuzes aufgeführt, mit dem
Chor 146 Fuß lang, in einer Breite von 72 Fuß, im Kreuz aber 122
Fuß breit. Die Wölbungen, welche die Höhe von 69 Fuß erreichen,
ruhen auf zehn Säulen. Der frühere hohe Thurm soll einmal in
Kriegszeiten heruntergeschossen sein. Der Kirche fehlte es nicht an
allem demjenigen, was zum Schmuck eines solchen Gebäudes gehörte,
wovon noch manche Reste übrig sind. Von der innern Einrichtung des
Klosters ist übrigens wenig bekannt, wie groß die Zahl der Mönche
gewesen, welche Lebensweise geführt worden u. s. w. Die Reihenfolge
der Aebte ist ziemlich vollständig[2]. Außer dem
Abt war ein Prior. Einige benachbarte Kirchen waren dem Kloster
incorporirt und wurden von den Mönchen bedient. So namentlich die
Kirche zu Nord-Lügum (z. B. 1510 kommt vor Broder Tames Lauerssen y
Lyom Kloster, Capellan an der Lyomkjerke); wie berichtet wird
Abbild, auch bestimmt Spandeth, wo 1323 mit Bewilligung der
Kirchspielsleute die Verwaltung dem Kloster übertragen ward. Auch
die Kirchen zu Bredwath und Daler waren dem Kloster incorporirt und
werden von Klosterbrüdern versehen worden sein. In der
Klosterkirche wählten mehrere Bischöfe von Ripen ihre
Begräbnißstätte, Homer 1203, Olaus 1215, Gunner 1249, Esger 1273,
auch der Bischof Nicolaus von Börglum 1286. Sonst auch noch
- ↑ Eine Beschreibung dieser Klosterkirche findet sich in einem kleinen Buche, dessen Titel eine solche schwerlich darin suchen lassen möchte: „Strand- und Haidebilder harmloser Stunden“ (von F. C. Thomas). Altona 1846. Es ist eine Ansicht der Kirche hinzugefügt. Vgl. jetzt Traps Topographie, welche eine sehr gute Abbildung giebt.
- ↑ Jensens kirchl. Statistik S. 298.
