Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/XII
aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
| GenWiki - Digitale Bibliothek | |
|---|---|
| Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte | |
| Register | 2. Band | 3. Band | 4. Band | |
| 1. Band | Inhalt des 1. Bandes | |
| <<<Vorherige
Seite [XI] |
Nächste
Seite>>> [XIII] |
| korrigiert | |
| Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Bevor dieser Text als fertig markiert werden kann, ist jedoch noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig. | |
als eine fortschreitende Kirchenstatistik betrachten. Jensen hat im
Manuscripte in einem kurzen Vorworte seine vorausgesandte Darlegung
der vorchristlichen Volkszustände treffend gerechtfertigt, in dem
er hervorhebt, es sei eine Uebersicht voranzuschicken von dem, was
wir über Land und Volk aus jener Zeit wissen, in welche die ersten
Anfänge des Christenthums für unsre Gegenden fallen. Denn wolle man
den Aufbau der Kirchenverfassung gehörig verstehen, so könne der
Grund und Boden nicht übersehen werden, auf welchem dieser Bau
errichtet worden ist. Dieser Boden ist aber Land und Volk, das Land
auch, weil durch dasselbe die Eigenthümlichkeit eines Volkes zum
Theil bestimmt ist. Und wollen wir das Christenthum wie eine
Pflanzung ansehen - Christus selber hat sein Reich ja einem
Senfkorn verglichen -, so darf doch der Boden nicht unbeachtet
bleiben, in den der Baum gepflanzt und durch den sein Wachsthum
bedingt ward. Auch ist nicht zu verkennen und außer Acht zu lassen,
daß sich durch alle Kirchengeschichte neben dem unmittelbar
kirchlichen, religiösen Elemente, kirchenhistorisch dem
hauptsächlichen, ein nationales Element hindurchzieht und
fortwährend wirksam sich zeigt, folglich auch stets seine
wissenschaftliche Beachtung und Behandlung in der Geschichte des
Kirchenwesens fordert.
Zu den vorchristlichen Zuständen und Eigenthümlichkeiten der verschiedenen Volksstämme in unserm Lande gehört ebenfalls ihr besondres Heidenthum. Davon war hier eine gewisse Kenntnißnahme vorzugsweise unentbehrlich, schon wegen der Gegenüberstellung gegen das Christenthum, um uns ein Bild zu gewähren von der großen Veränderung, welche durch die Bekehrung erfolgen sollte. Um zu zeigen, was durch das Christenthum ein Neues werden mußte in Glauben, Erkenntniß und Sitte, war es nöthig, einen aufmerksamen Blick auf das vorhergehende Alte zu richten. Es giebt bekanntlich kirchenhistorische Werke, welche in weitläuftigen gelehrten Untersuchungen und Erörterungen über die heidnischen Zeiten, und namentlich über das nordische Heidenthum, sich ergehen. Eine derartige Weitläuftigkeit ist nun freilich unsre Absicht nicht, sondern nur ein gedrängter Abriß lag in unserm Plane. Ein Andres wäre es, wenn es sich für uns nur um eine Bekehrungsgeschichte unsers Landes, nicht um die Geschichte der Landeskirche im Ganzen handelte. Wir wollen aber ausdrücklich unsre Leser auf das gelehrte Werk von Konrad Maurer, erschienen zu München 1855, über die Bekehrung
