Herzogtum Salzburg/Topographie 1839/506

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
GenWiki - Digitale Bibliothek
Herzogtum Salzburg/Topographie 1839
Inhalt
Karte  |  Widmung

Orts-, Namen- und Sachregister:
AB CD EF G H I/J KL M N OP QRS TU VW Z


Pränumeranten  |  Druckfehler
<<<Vorherige Seite
[505]
Nächste Seite>>>
[507]
Herzogthum-Salzburg-1839-T2.djvu
Hilfe zur Nutzung von DjVu-Dateien
Texterfassung: korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Bevor dieser Text als fertig markiert werden kann, ist jedoch noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.


      Der Grubhof sammt Zugehör ist 1830 durch Kauf ein Eigenthum der Krone Bayern's, und es befindet sich seitdem das k. bayer. Forstamt der Saalforste auf k. k. österr. Gebiethe daselbst.

      Die Pfarre Unken besteht aus den Ortschaften: Gföll (mit einer Filialkirche), Niederland mit dem demolirten Passe Steinpaß (ein Werk von Paris), Unken und Unkenberg mit dem verfallenen Kniepasse auf einem Felsenvorsprunge (wieder von Paris 1621), mit 121 Häusern, 175 Wohnparteyen, 854 Einwohnern, in größtentheils gebirgiger, wilder und rauher Lage, und doch alles gut angebaut.

      Unken[1], Unchen, ein Pfarrdorf am gleichnamigen Bache (aus einem wilden, 3 Stunden langen Graben hervorkommend), mit 32 Häusern, 44 Wohnparteyen, 207 Einwohnern, 2 Stunden von Lofer, 4 von Reichenhall, 8 von Salzburg, am Ausgange des schönen, fast eine Stunde langen Unkenthales mit einer Poststation.

      Die Kirche ist auf einem erhabenen Platze zu Ehren des heil. Jakob, des Größeren, mit 3 Altären im edlen, einfachen Style erbaut. Im Gottesacker haben 2 Priester von 1826 und 1827 nebst der Metzger'schen Familie von Oberain hübsche, marmorne Denkmähler.

      Das Pfarrecht übte bis 1810 das aufgehobene Kloster St. Zeno. Unken erscheint als ein Prädium dieses Stiftes in den Bestätigungs-Bullen des Pabstes Lucius II. 1144 und des Pastes Eugen III. 1146. (Mon. Boic. III. 530, 534.)

      1820 wurde der Pfarrhof jenseits des Kirchbaches in einem Graben verkauft, und dafür ein neuer neben der Kirche aufgebaut; um 1807 die Schule vergrößert, von 110—120 Kindern besucht.

      1688 wanderten von Unken und Umgegend viele Holzarbeiter aus.

      Kaum 200 Schritte von Unken erhebt sich gleich einem Edelsitze das herrliche Gasthaus Oberrain.

      Die kahle, lange Wand an der Saale führte Erzbischof Max Sittikus 1614 auf. Am Unkenberge erhebt


  1. Nach der Etymologie ein Bach, ein Wasser, eine Welle.