Herzogtum Salzburg/Topographie 1839/325

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Herzogtum Salzburg/Topographie 1839
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Salome Alt,[1] von deren Reizen die ganze Stadt entzückt war, das Schloß Altenau. Da brachte er eine längere Zeit im Sommer zu; da wohnte sie bis 1612. Nach Wolf Dietrich's Gefangennehmung und Resignation zog sie anfangs nach Steyermark, später nach Wels. Sie trug nun lebenslänglich ein schwarzes Trauerkleid, weinte viel und beschloß ihr Leben in den besten Jahren. ( Schlachtner und nach ihm Hübner I. 383; Zauner VII. 105, 189.)

      Markus Sittikus baute das unvollendete Schloß aus, und nannte es Mirabella. Die Erzbischöfe Paris und Guidobald verschönerten es beträchtlich; der größte Verschönerer und beynahe neue Erbauer dieses Gebäudes war jedoch Franz Anton v. Harrach: von ihm die beyden Flügelgebäude, der schöne flimmernde, glänzende Saal mit der Decke von Rottmayr, die königliche Treppe und die marmornen Statuen von dem salzb. Statuar Franz Donner 1726, die Kapelle e.t.c.

      Erzbischof Hieronymus verwendete auf die innere Verschönerung ebenfalls beträchtliche Kosten und ließ das Gebäude durch den Professor Beck mit einem Blitzableiter versichern. (Zauner IX., 612; Hübner I. 584, 585.)

      Der Churfürst Ferdinand I. änderte im Innern wieder Vieles zur Bequemlichkeit seiner Familie und seines Hofstaates. Aber fast all' die frühere Pracht ging im letzten Brande zu Grunde. Sogar in der Kapelle und im Oratorium verzehrte die Flamme die Bilder von Conca, Altomonte, Ebner, Giordano, Quercino, Paul Cortona, Domenichino e.t.c. Nur 2 Platten zeigen noch an, daß hier zwey Herzen vortrefflicher Fürsten beygesetzt wurden: Jakob Ernest und Franz Anton.

      Aber schon am 21. Oktober 1818 kam die kaiserliche Bewilligung zur Wiederherstellung der herrlichen Mirabella an.


  1. Tobias Alt, 1616 Magistratsrath in Salzburg wurde sammt seinen Töchtern von K. Mathias geadelt. Salome Alt sammt ihren 2 Söhnen und 3 Töchtern wurden jedoch schon früher Edle von Altenau, manchmal auch von Raitenau genannt. (Hübner I. 24; Zauner VII. 188.) Einst waren Ehen geistlicher und halbgeistlicher Personen öffentlich und heimlich. Das Testament des Theophrastus Paracelsus verfaßte 1510 „Hanns Kalbßor ein beheyrather Clerik Salzburger Bistumbs, (Zauner I. S. 105, 89; neues Archiv 1830 S. 307; Hübner I. 340.)