Geschichte der Pfarreien des Dekanates Grevenbroich/300

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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Grevenbroich
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Verbott, Angriff, Klockenschlag undt daß man alle gefangene ufs Haus Dyck lieberen soll undt daselbst baußen fürwissen undt willen des Haus von Hülchrath nit auszulassen, undt wan ein appell vom Himmel fallen würde, sullen beide herren gleich durchtheilen undt also alle Brüchten, die zu der Dyck verthadiget werden sollen und kommen hochgemeltem Churfürsten vor einem geborenen Landt= und gewaltherrn, dem Herrn von Hülchrath als pandtherrn in statt des Churfürsten und dem herren von der Dyck vor einem geborenen Erffgrundtherren des gräfflichen Landts.[1]

Große Drangsale kamen über Hülchrath in den verschiedenen Kriegen. 1583 am 18. März mußte die Truchsessische Besatzung, nachdem die Mauern niedergeschossen worden, sich dem Kölner Chorbischofe Friedrich von Sachsen=Lauenburg ergeben.[2] Das Schloß, "was sich zuletzt ergab aus Noth, dieweil ihm mangelt Kraut und Loth", wurde noch im selben Jahre wieder befestigt mit den Steinen, die vom Abbruche des Oberklosters von Neuß dorthingebracht worden.

Schlimmer ging es Hülchrath im dreißigjährigen Kriege. 1642 nahmen es die hessen=weimarischen Horden nach fünftägiger Belagerung ein und plünderten es aus. Die Kaiserlichen gewannen es bald wieder.

Abermals hatte Hülchrath 1676 am 26. October durch die Truppen des Fürstbischofes von Osnabrück eine kleine Belagerung auszustehen. Befestigung und Besatzun war so schwach, daß sechs Dragoner mit Kleingewehr in einer halben Stunde das Schloß nahmen. Der Pförtner Martin Schmitz wurde von einer Flintenkugel durch den Hals geschossen und getödtet.

Im folgenden Jahr 1677, während die kaiserliche Armee unter dem Herzoge von Lothringen nach der Maas marschirte, blieben starke Haufen osnabrückischer Artillerie im Erzstifte liegen. Ihr Hauptquartier war auf dem Schlosse Hülchrath. Deren einziges Geschäft bestand darin, mit der größten Hartnäckigkeit Constributionen einzutreiben und die armen Landleute so zu quälen, daß sie schaarenweise ihre Wohnungen verließen und in das Jülich'sche füchteten. Ganze Dörfer standen in Folge solcher Erpressungen leer und verlassen.[3] 1688 wurden die Festungswerke von Hülchrath geschleift, wobei die Aemter Hülchrath, Linn und Liedberg Hand= und Spanndienste thun mußten.[4]

Ueber eine Beschießung Hülchrath's im spanischen Erbfolge=Kriege von 1702 bis 1715 und die Begebenheiten vor und im siebenjährigen Kriege


  1. Fahne, Geschichte der Grafen Salm, II 280. -
  2. Denselben ereilte am 19. November 1583 das Kriegsunglück bei Hüls. Von den Truchsessischen geschlagen, rettete er sich auf schnellem Rosse auf's Schloß Hülchrath. -
  3. Ennen, Frankreich und der Niederrhein I 377 flgde. -
  4. Mering, Geschichte der Burgen, VII 115.
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