Benutzer:ChrisR/Bezifferung Gesamtverwandtschaft

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Inhaltsverzeichnis

Wahl der Basis-Systematik

Ein ausführlicher Vergleich der bekannten Methoden (siehe Bezifferung Gesamtverwandtschaft), scheint jedem angeraten, der ein solches System ausführlich und nachhaltig anwenden möchte und dabei möglichst an keine Grenzen stossen möchte.

Die "Geläufige Verwandtschafts-Bezifferung" als Kombination bereits bestehender und alt gedienter Verfahren nach einer Vorlage von Doris Reuter[1], scheint sich nach eingehender Analyse als beste Basis für ein System zu eignen.

Analyse möglicher Nachteile

Die Analyse möglicher Nachteile, bzw. die Vermeidung derselben, führt zu folgenden Überlegungen einer möglichen Änderung:

  • Kleinbuchstaben können bei Geschwistern oft nicht chronologisch verwendet werden, weshalb diese Definition ev. aufzuweichen wäre (oder anzupassen): Die Anwendung in der Reihenfolge a,b,c,... könnte nur bei gesicherter Chronologie und Ausschluß der Möglichkeit von nicht erhobenen verstorbenen Kleinkindern, usw. angewendet werden. Im Zweifel wäre eine rückwärts laufende Nummerierung mit z,y,x,... ohne chronologischen Zwang ein Indikator der Unsicherheit.
  • Es gibt keine Unterscheidungsmöglichkeit bei nicht-leiblichen/unehelichen (bzw. fraglichen) Beziehungen zur vorletzten Person: die Anwendung eines Zeichens bei Abweichung von der Norm könnte herangezogen werden, z.B. "•" (Aufzählungszeichen oder alternativ Mittelpunkt "·"). Wenn aber mehrfache Elternpaare vorkommen (z.B. Adoptiv- und leibliche Eltern) muß eine Unterscheidung vorgesehen sein, um vielfache Auszeichnung mit derselben Ziffer verschiedener Personen zu vermeiden. Eine mehrfache Anwendung des Zeichens bietet sich an.
  • Die fehlende Kenntnis der Chronologie bei den Partnern, sollte ev. ebenfalls erkennbar sein: Auch hier könnte bei Unsicherheiten eine rückwärts laufende Nummerierung dies verdeutlichen, z.B. wenn nicht beide Ehepartner bei der Eheschließung als vorher unverheiratet bezeichnet werden, bzw. wenn uneheliche vorherige Partnerschaften mit Kindern nicht ausgeschlossen werden können.
  • Als System die Eltern der Angeheirateten zu beziffern, könnte das einfache bzw. geläufige Kekule-System herangezogen werden.

Konstruktion einer Modifikation

Übersicht Anwendung auf ein Testraster des Vorschlags C. Rottensteiner

Auch um aus vorangeführten Analysepunkten heraus eine einfachere Systematik zu erhalten, könnte es angebracht sein, eine grundsätzlich neue Systematik einzuführen:

  • Bezifferung aller Geschwister (nicht nur der Vorfahren) mit Kleinbuchstaben nach analysierter Systematik: a,b,c,... (ev. Vorfahrenposition wird chronologisch ausgelassen) oder z,y,x,... (bei Unsicherheiten)
  • Bezifferung der Partner mit Großbuchstaben in der Chronologie (A,B,C,...), bei Unsicherheit mit Z,Y,X,... beginnend.
  • Bezifferung der Kinder wie bei Geschwistern (siehe oben) ausgehend vom verwandten Elternteil, wobei die Generationsbezifferung verpflichtend ist, um eine Verwechslung zu vermeiden.
  • Eine Generationsbezifferung bringt ausgehend vom Probanden eine gute Orientierung. Insbesondere für genealogisch unerfahrene Leser einer Publikation, ist die Generationsbezifferung eine große Indikationshilfe. Weiters ist zu berücksichtigen wie die Generationsbezifferung bei Voranstellung vom Rest der Ziffer getrennt wird: ein Leerzeichen ist geläufig.

Beschreibung Vorschlag C. Rottensteiner

Gundlage bietet neben den angeführten Überlegungen, das Ziel das System auch für eine Publikation und somit breite Anwendung (in GEDCOM usw.) zu benutzen. Das System ist derzeit in Diskussion, wird getestet und ist somit noch nicht final und zur Anwendung empfohlen.

  • Die Vorfahrennummerierung nach Kekule mit Proband 1 dient als Ausgangspunkt.
  • Die Generationsnummerierung wird vorangestellt, wobei der Proband die Generation "0" (Null) darstellt, die Vorfahren mit den römisch Ziffern versehen werden (Eltern I, Großeltern II, usw.) und die Nachfahrengenerationen ein negatives Vorzeichen erhalten (Kinder -I, Enkel -II, usw.).
  • Als Trennzeichen zwischen Generationsnummerierung und Kekulenummer wird ein " " (Leerzeichen) verwendet: z.B. Proband "0 1".
  • Die Systematik der weiteren Bezifferung geht immer von rechts nach links und referenziert die bezifferte Person anhand der Beziehung zum Kekulesystem. Dabei wird ausgehend vom Kekulesystem entlang der Beziehungen (Geschwister, Partner, Nachfahren, Vorfahren der Partner) eine Person nach der anderen mit einem Suffix (Zusatz an rechter Position) beziffert.
  • Geschwister (Der Vorfahren / Kekulenummern) werden mit Kleinbuchstaben nach gesicherter Chronologie versehen: a, b, c, usw. Die Position des Vorfahren wird chronologisch ausgelassen: z.B. Geschwister des Vaters nach diesem als Drittes geboren: "I 2c". Bei Unsicherheiten in der Chronologie (nicht genügend Quelleneinsicht) wird das Alphabet rükwärts nummeriert: z, y, x, usw. Im seltenen Fall, dass mehr als 26 leibliche Geschwister existieren, wird von Beginn an, eine Ziffer angehängt (2a1, 2a2, 2a3, 2a4) um so 260 Positionen nutzen zu können. Eine Unterscheidung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen.
  • Partner werden mit Großbuchstaben nach gesicherter Chronologie versehen: A, B, C, usw. Hat ein Partner einen weiteren Partner ist die Chronologie zu berücksichtigen, z.B. erster Partner der zweiten Frau (II 4B) des väterlichen Großvaters (II 4) nach der ersten Ehe mit der Großmutter: "II 4BA". Bei unehelichen oder freien Beziehungen dient das Datum der Geburt des ersten Kindes für die chronologische Einordnung. Eine Unterscheidung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen.
  • Kinder werden nach der Systematik der Geschwister ausgehend vom zum Probanden verwandten Elternteil beziffert. Z.B. das zweite Kind des väterlichen erstgeborenen Onkels (I 2a) mit seiner ersten Frau (I 2aA), also ein Cousin: "0 2ab". Eine Unterscheidung der Kinder von weiteren Partnern wird zugunsten einer kurzen Bezifferung in Kauf genommen, z.B. das vierte Kind des Onkels (I 2a) aus zweiter Ehe (I 2aB): "0 2ad".
  • Vorfahren der Partner werden ausgehend vom jeweiligen Partner um die jeweilige Kekulenummer erweitert. Z.B. die Mutter der Frau (0 1cA) eines drittgeborenen Bruders (0 1c): "I 1cA3"
  • Zur Kennzeichnung von Beziehungen die von der Norm (leiblich bei Eltern/Kind, ehelich bei Partnern) abweichen, wird "•" (Aufzählungszeichen, Zeichentabelle U+2022 / 0x95, Eingabe Alt+0149) verwendet. Dieses wird direkt vor dem Buchstaben oder der Ziffer verwendet. Auch im Kekulesystem wird dies z.B. bei unsicherer Vaterschaft angewendet. Z.B. unsicherer Urgroßvater mütterlicherseits: "III •12" oder Adoptivkind (einziges Kind) der drittgeborenen Tante mütterlicherseits: "0 3c•a"

Vorteile des Vorschlags

  • Es ist recht einfach erkennbar, ob der Proband zur bezifferten Person direkt verwandt ist: sobald ein Großbuchstaben vorhanden ist, ist dies nicht mehr der Fall.
  • die durchschnittliche genetische Verwandtschaft zum Probanden ist nur bei Vollgeschwistern ersichtlich: ausgehend vom Kekulewert halbiert sie sich nach dem ersten Kleinbuchstaben mit jedem weiteren Kleinbuchstaben, bei Halbgeschwistern ist die genetische Verwandtschaft noch einmal zu halbieren.

Nachteile des Vorschlags

  • Das verwendete Aufzählungszeichen "•" ist nicht über das normale Tastaturlayout abrufbar. Durch die Verwendung von Copy & Paste (Strg+C & Strg+V), die Belegung der Tastatur mit den Zeichen oder durch die Eingabe per Alt-Taste kann dies kompensiert werden.
  • Durch die Verwendung der gleichen Systematik bei Geschwistern und Kindern gibt es ohne die Generationskennziffer Verwechslungsgefahr.

Überprüfung in der Testphase

  • Anstatt dem Aufzählungszeichen "•" könnte auch "~" (Tilde) verwendet werden, welche aber ev. mehr Platz braucht.
  • Zeichentest bei Dateinamen: ° ~ § - ÷ ª ^ ~ • · » ' (in Win7 ok)

In der Testphase als Nachteile akzeptiert bzw. verworfen

  • Kinder sind nur dem Verwandten zugeordnet und nicht den angeheirateten Personen: Diese Regel erlaubt nicht bei Halbgeschwistern den unterschiedlichen Elternteil auszumachen und führt bei Vorhandensein von mehr als 26 Kindern eher zur Notwendigkeit eine zweistellige Bezifferung zu verwenden. Aus diesem Grund scheint es angeraten, ausgehend vom angeheirateten Ehepartner die jeweiligen Kinder zu beziffern. Auch die Unsicherheit der Bezifferung bei ev. unehelichen Kindern (zwischen ehelichen Kindern), wird damit ausgeräumt. Als Nachteil daraus ergibt sich eine schnellere Verlängerung der Bezifferung (ein Zeichen mehr pro Generation).
  • Es gibt keine Unterscheidungsmöglichkeit bei nicht-leiblichen/unehelichen (bzw. fraglichen) Beziehungen zur vorletzten Person: Es wäre möglich ein ausführlich unterscheidendes System anzuwenden, in dem jede Art einer von der Norm (leiblich/verheiratet) abweichenden Beziehung ausgezeichnet wird. Ein Beispiel: verlobt "°", geschieden "§", unehelich "-", Stiefkind/eltern "÷", Adoptivkind/eltern "ª", Pflegekind/eltern "^", unsicher/unbekannt "~". Ob diese Ausführlichkeit eher zu Verwirrung führt, müsste genauer untersucht werden.
  • Um die Unterscheidung von Geschwistern Angeheirateter zu Kindern von Angeheirateten zu ermöglichen, ist ein Trennzeichen zwingend notwendig (wenn keine Geneartionenbezifferung). Werden im genealogischen System (z.B. in der GEDCOM-Datei) die Satzzeichen anderweitig als Trenner verwendet, kann dies zu Problemen führen.
  • Wer Erfahrung mit dem Kekulesystem hat, kann sich auch daran grob generationsmäßig orientieren und die Generationsbezifferung weglassen. Die Entscheidung sollte also auch davon abhängen, ob die Bezifferung nur für den Forscher selbst, bzw. Austausch mit erfahrenen Genealogen verwendet werden soll, oder auch für die Publikation und somit einem breiten Publikum dienen soll.
  • Ein Leerzeichen als Trenner zwischen Generation und Ziffer scheint übersichtlich, kann im Fließtext aber zu Fehlinterpretationen führen, die Wahl eines dezenten Trennzeichens ist nicht einfach, da es wenige Optionen gibt. "–" (Bindestrich, nicht Minus/kurzer Bindestrich) scheint angebracht. Das Minus "-" wäre ev. auch möglich. So wären alle Zeichen von der Tastatur aus abrufbar.
  • Die Kompatibilität vom "Generationstrenner" "." (Punkt) als Satzzeichen mit Anwendungen (GEDCOM) wird analysiert. Ev. wird ein anderes Zeichen gewählt. Alternativen: Das doppelte spitze Anführungszeichen nach rechts "»", das Divisionszeichen "÷", der Zirkumflex-Akzent "^"* um die Länge der Ziffer zu reduzieren, werden folgende Modifikationen getestet:
    • Anführung der Generation hochgestellt hinten oder vorne: dafür bedarf es teils der Unicode Zeichen für hochgestellte Ziffern (⁴⁵⁶⁷⁸⁹⁰) und das hochgestellte Minus (⁻); (¹²³ sind im weit unterstützten ANSI-Zeichensatz). Beispiele: "1c⁰", "16⁴", "2a¹". Hintenangestellt könnte auch bei den Vorfahren von Seitenlinien verwendet werden.
    • Verwerfen der Zuordnung von Kindern auch zu den Partnern der Verwandten: z.B. Kind aus erster Ehe des Geschwisters "1c.a"
    • Verwerfen vom "Generationstrenner" "." bei den Kindern und dafür Einführung eines Trennzeichens bei Geschwistern von Partnern: "•" + ebenfalls zu verwenden bei nicht leiblichen (verwandtschaftlichen) Beziehungen
    • für fragliche Beziehungen verwenden des Mittelpunktes "·"
    • Verwendung der griechischen Kleinbuchstaben für die Partner (Unicode Zeichen notwendig + nicht über Tastatur erreichbar): α, β, γ, δ, ε, ζ, η, ... bzw. von hinten ω, ψ, χ, φ, υ (wegen Verwechslungsgefahr nicht alle nemen?)
  • Im Vergleich zu anderen Systemen wächst die Länge der Bezifferung mit dem Abstand vom Kekulesystem schneller und führt somit zu längeren Bezifferungen.

Quellen

  1. In Englisch siehe auch: Ru McKay (5 Dec 2011) Expanded Ahnentafel (Kekulé) Numbering System, Ancestry.com Message Boards, http://boards.ancestry.com/topics.methods.geneanum/49/mb.ashx
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