Eupen und Umgegend (1879)/222

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Eupen und Umgegend (1879)
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und anerkannt wurde, dringend eine Erneuerung erheischten, so mußten vor Instandsetzung derselben der geistlichen Oberbehörde zugleich auch Plan und Kostenberechnung zur Anfertigung des Stab-und Sprossenwerkes in Stein behufs der Genehmigung vorgelegt werden. Der Ortspfarrer, von der Ansicht geleitet, daß in dieser wichtigen Angelegenheit nicht übereilt und rathlos vorzugchen sei, wandte sich im Jahre 1867 an den Kanonikus Herrn Dr. Bock in Aachen mit der Bitte: er möge gütigst nach Walhorn kommen und sich gutachtlich äußern über die Art und Weise der neu einzusetzenden Fenster. Bereitwilligst entsprach der gefeierte Kunstkenner nicht nur dieser Bitte, sondern er hat auch seit jener Zeit unablässig, in der uneigennützigsten Weise, sich als treuer Beirath bei der allmäligen Umgestaltung der Kirche erwiesen, wofür ihm hier aus tiefstem Herzen der innigste Dank ausgesprochen wird. Kanonikus Dr. Bock erklärte nach eingehender Bestätigung des alten Gotteshauses: nur durch eine gründliche, im Geiste der ersten Erbauer zu veranstaltende Restauration könne die Kirche wieder zur ersten Schönheit erhoben, dann aber auch als Muster einer imponirenden gothischen Landkirche hergestellt werden. Da jedoch der Kirchenvorstand der Ansicht war bei einem Unternehmen von so hoher Bedeutung nicht umsichtig genug vorgehen zu können, so hielt er es für nöthig, auch noch das Gutachten eines andern tüchtigen Fachmannes einzuholen und zwar des Regierungs- und Bauraths Cremer in Aachen.

       Nachdem dieser sich in Übereinstimmung mit Kanonikus Dr. Bock ausgesprochen hatte, wandte sich der Pfarrer an den damals in Aachen wohnenden Hugo Schneider, einen anerkannt tüchtigen Architekten und ersuchte denselben, vorerst die Zeichnungen und Kostenberechnung zur Herstellung neuer Fenster und dann auch die übrigen Zeichnungen sowohl für das Bauwerk, als sämmtliches Mobilar, vor und nach anzufertigen. Die geistliche Oberbehörde durch ausführlichen Bericht über das Unternehmen in Kenntniß gesetzt, ertheilte die Genehmigung zur Herstellung der neuen Fenster nebst Sprossenwerk nach der vorgelegten Zeichnung. Im Sommer des Jahres 1868 wurden dann sämmtliche Fenster ausgenommen, neue spitzbogige Fensterbogen mit Stab- und Maaßwerk aus französischem Sandstein eingesetzt und gleichzeitig eine Verglasung aus starkem grünlichem Doppelglase in Karniß-Verbleiung mit verschiedenartig gezeichneten Mustern, aus dem Atelier von Dr. Oidtmann in Linnich angebracht. Auch erfolgte in diesem Jahre noch die Freilegung der mit Mörtel beklebten Pfeiler, welche sich nun in schlanker gefälliger Form, in gänzlich unverletzt gebliebenen Quadern dem Auge des staunenden Beschauers darstellten. — Der am 7. Dez.