Der Regierungsbezirk Aachen (1850)/124

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Der Regierungsbezirk Aachen (1850)
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Ac regbez kaltenbach 1850.djvu
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schönen Gärten und Wiesen. Die Kirche zu Olphe wird im 13. Jahrhundert als Pfarrkirche im Zülpicher Dekanat aufgeführt; der Herr von Dreiborn hatte das Patronatrecht bei derselben. Der Pfarrer war verpflichtet, Sonntags zu Gemünd zu predigen, außer an den Sonntagen zwischen Ostern und Pfingsten. Demselben war der Zehnte der Feldfrüchte, des Flachses, der Schafe, Schweine ec. zu Oleff. 1493 siegelte der Pfarrer Andreas zu Olyff für Vossel, weil dieser Ort kein Siegel besaß. Das Weisthum des Sendgerichts zu Oleff (Herrschaft Dreiborn) ist von 1546.

Die Stadt Gemünd, in einem romantischen Thale am Zusammenfluß der Oleff und Urft gelegen, ist 6,67 Meilen von Aachen entfernt, hat eine Post-Expedition, 155 Häuser und 913 Einwohner, 1 katholische und 1 evangelische Kirche, viele schöne Häuser, mehrere bedeutende Eisenwalzwerke, Drahtziehereien, eine Papiermühle und Eisenhütten, welche unstreitig das vorzüglichste Eisen liefern, das in den Handel gebracht wird. Gewiß übt hier die Art der Schmelzung einen bedeutenden Einfluß auf diese Güte aus. Alles Eisen wird nämlich in dieser Gegend mit puren Holzkohlen geschmolzen, wodurch es sicherlich geschmeidiger und reiner aus dem Hochofen hervorgeht. Viele Einwohner Gemünd's und der umliegenden Dörfer des Schleidener Thales sind Nachkommen französischer und brabäntischer Religions-Emigranten, welche nützliche Industrie aus ihrem Vaterlande hieher brachten. Gemünd gehörte ehemals halb zum Herzogthum Jülich und halb zur jülichschen Unterherrschaft Dreiborn. Während der Fremdherrschaft war es der Hauptort eines Cantons des Roerdepartements; gegenwärtig ist es der Sitz eines Domainen- und Rentenamts,