Wien/Archive/Bestände Kriegsarchiv Staatsarchiv

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Inhaltsverzeichnis

Personalevidenzen (Bestand 01)

> Personalakten siehe auch im Bestand 03!

Die eigentlichen Personalakten der k.(u.).k. Armee beginnen erst um das Jahr 1740. Zwar haben sich im Bestand "Militärmatriken" von manchen kaiserlichen Regimentern bereits ab dem 17.Jh. einzelne Kirchenbücher erhalten, für systematische genealogische Forschungen ist dieser Fundus jedoch mengenmässig zu gering. Die ab 1740 erhaltenen Personalunterlagen stellen qualitativ wie quantitativ ein reichhaltiges Konzentrat an Daten zur Familienforschung dar. Dieses Massenschriftgut ist ausserdem zugleich eine überaus wichtige Quelle für die demographische, statistische und sozialgeschichtliche Forschung. Wie in den meisten Militärarchiven bestehen auch im Wiener Kriegsarchiv grosse Unterschiede in den Forschungsmöglichkeiten nach Offizieren und Mannschaftspersonen.


Musterlisten und Standestabellen 1740–1820

  • Kurzbezeichnung: ML / ST
  • Zeitraum: 1740-1820 (Geburtsjahrgänge ca. 1720 - ca. 1800).
  • Beschreibung: Musterungen, d.h. Inspizierungen von Mannschaft, Pferden, Rüstungssorten und Finanzgebarung der Regimenter wurden im kaiserlichen Heere bereits im 16. Jh. durchgeführt, kontinuierliche schriftliche Aufzeichnungen haben sich jedoch erst ab ca. 1740 erhalten. Die Musterungen wurden ursprünglich halbjährlich (Frühjahrs- und Herbstmusterung), ab 1768 nur noch jährlich abgehalten. Ueber die Musterungen wurden von den inspizierenden Kriegskommissären und Brigadieren Berichte ("Musterungs-Relationen") verfasst und dem Hofkriegsrat in Wien eingesendet. Die umfangreichen ML waren als Aktenbeilagen beigelegt. Sie enthalten die Namen aller Soldaten eines Regiments im betreffenden Jahr, jedoch sind nicht für alle Jahre des Zeitraumes 1740-1820 ML und ST vorhanden.
  • Ordnungsprinzip: Die ML sind nach Truppenkörpern (Regimentern) und innerhalb eines Regiments nach Jahren (Halbjahren) geordnet, innerhalb der Jahre (Halbjahre) nach Unterabteilungen (Kompanien, Eskadronen etc.) in eigenen Heften abgelegt und innerhalb dieser nach dem militärischen Rang geordnet. Die ST sind nach Truppenkörpern, Jahren und Monaten in eigenen Monatsheften abgelegt. Angaben zur Person: Die ML enthalten Familiennamen, Vornamen, Charge (Dienstgrad), Geburtsort, Geburtsland, Altersjahre, Religion, Familienstand, Zivilberuf, Körpermass, Namen und Alter der Kinder, militärische Laufbahn. Die ST ("Monatstabellen") geben lediglich die personellen Veränderungen innerhalb eines Monats wieder, während die den Monatstabellen beiliegenden Assentlisten (AL) und Transferierungslisten (TL) ähnliche Angaben wie die ML enthalten bzw. die Angaben fehlender ML ersetzen.
  • Slowakische Belange: Die Akten der oberungarischen bzw in Oberungarn dislozierten Regimenter , Branchen und Korps. Findbehelfe: Bestandsverzeichnis. Für Offiziere existieren ausserdem eine alphabetische Personenkartei (Offzierskartei) und Indizes zu den einzelnen Regimentern. Für die Suche nach Mannschaftspersonen muss man den Truppenkörper wissen bzw. denselben aufgrund der territorialen Zuständigkeit ermitteln; danach müssen die Akten in zeitraubender Arbeit Jahr für Jahr durchgesehen werden.


Militärische Grundbuchsevidenz 1820–1918

  • Kurzbezeichnung: GB.
  • Zeitraum: 1820-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1790-1900).
  • Beschreibung: 1820 wurde die umständliche Standesführung durch die Musterlisten aufgegeben und in der k.k. Armee fortan für jeden Soldaten (Offiziere und Mannschaftspersonen) je ein eigenes Evidenzblatt ("Grundbuchsblatt") geführt. Diese GB, die mit dem Liegenschafts-GB nichts zu tun haben, wurden von den Truppenkörpern periodisch der Zentralstelle in Wien eingesendet. Mit der Heeresreform von 1868 hörte die zentrale Evidenz beim k.k. Kriegsministerium auf. Das heisst, es wurde von den Regimentern keine GB mehr nach Wien eingesendet, sondern die Akten wurden dezentral bei den jeweiligen Ersatztruppenkörpern aufbewahrt. Gemäss den Friedensbestimmungen von Saint-Germain (1919) mussten die GB der Geburtsjahrgänge 1865-1900 von Soldaten, die nach dem Zerfall der Monarchie (1918) ihr Heimatsrecht ausserhalb der Grenzen der Republik Österreich hatten, in den Nachfolgestaaten verbleiben. Das heisst, das Kriegsarchiv verwahrt von diesen Jahrgängen im wesentlichen nur die Akten derjenigen Soldaten, die 1918 ihr Heimatsrecht auf dem Territorium der heutigen Republik Österreich hatten (mit Ausnahme der GB für Salzburg, Tirol und Vorarlberg, die in den entsprechenden Landesarchiven erliegen). Der Grossteil der in den Nachfolgestaaten verbliebenen Akten ist inzwischen vernichtet worden! So sind auch die im Militärarchiv Tyrnau (Trnava) gelagert gewesenen GB der Geburtsjahrgänge 1887-1900 grossteils der Vernichtung anheimgefallen, während die GB der Geburtsjahrgänge 1865-l886 nach wie vor im Militärarchiv Prag (Praha) verwahrt werden. Ordnungsprinzip: Es gibt mehrere GB-Reihen mit jeweils verschiedenen Ordnungsprinzipien : 1. die GB der k.k. Regimenter, Branchen und Korps (1820-1869) sind nach eben diesen Einheiten geordnet; 2. die Offiziers-GB : Pensionisten und Abgänge von Heer und Landwehr (1869- 1918/38) sind nach eben diesen Standesgruppen geordnet; 3. die alphabetische Reihen:

a) alte Reihen: Geburtsjahrgänge ca. 1790-1864;

b) jüngere Reihen (Weltkrieg 1914-l9l8): Geburtsjahrgänge 1865-1900:

Sie sind nach Kronländern und Geburtsjahrgängen und innerhalb dieser alphabetisch nach Personennamen geordnet. Angaben zur Person: Familienname, Vorname, Geburtsort, Geburtsland, Geburtsjahr, Religion, Familienstand, Zivilberuf, militärische Laufbahn, bisweilen auch Personenbeschreibung, Sprachkenntnisse, Körpermass, Heirat und Geburten der Kinder.

  • Slowakische Belange:Von den GB der k.k. Regimenter, Branchen und Korps kommen - wie bei den Musterlisten - die Akten der oberungarischen bzw. in Oberungarn dislozierten Regimenter, Branchen und Korps in Betracht; zu 3: von den alphabetischen Reihen ist nur die alte Reihe der sogenannten "Fremden" relevant. Ausserdem verwahrt das Kriegsarchiv vier Bände von Abschriften der GB-Indizes des Invalidenhauses Tyrnau (Trnava) für die Jahre 1820-1904, dessen Akten sich nicht im Kriegsachiv befinden.
  • Findbehelfe: Aufstellungsverzeichnis. Die GB der Regimenter, Branchen und Korps sind ausserdem durch die zeitgenössischen grob alphabetischen Indizes zugänglich (d.h. lediglich nach dem Anfangsbuchstaben der Familiennamen). Die alphabetischen Reihen sind direkt über das Alphabet zugänglich.


Vereinigte Wehrevidenzstellen *) 1938–1945

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Stellungslisten und Assentprotokolle 1862–1918

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Conduitelisten für Offiziere 1823–1869

Conduiten = Dienstbeschreibungen. Diese Akten kommen lediglich für die Suche nach einem begrenzten Personenkreis in Betracht, nämlich für Offiziere, Militärbeamte und deren Familien.

  • Kurzbezeichnung : CL.
  • Zeitraum: 1823-1869 (Geburtsjahrgänge ca. 1790 - ca. 1845).
  • Beschreibung: Die k.k. Armee musste ein Interesse daran haben, jederzeit umfassend über Kenntnisse und Fähigkeiten ihrer Offiziere informiert zu sein. Aus diesem Grunde wurden seit dem 18. Jh. fallweise CL angelegt, die jedoch erst ab 1823 als geschlossene Serie erhalten sind. Ordnungsprinzip : Die CL sind - analog zu den Musterlisten und Grundbüchern - nach Regimentern, Branchen und Korps geordnet und innerhalb dieser nach Militärjahren (1. Oktober bis 30. September) in eigenen Heften abgelegt. Angaben zur Person: Charge (Dienstgrad); Rangdatum (Datum der Ernennung in die jeweilige Charge); Vor- und Zuname; Geburtsdaten (Geburtsdatum, Geburtsjahr oder Altersangabe); Geburtsort und Geburtsland; Religionbekenntnis; Familienstand; fallweise Datum der Heirat; Anzahl der versorgten und unversorgten Kinder; finanzielle Verhältnisse; fallweise Angaben über den Vater; bisherige militärische Laufbahn in der k.k. Armee und in fremden Armeen; Anzahl der Dienstjahre; etwaiger früherer Beruf; Gesundheitszustand, körperliche Beschaffenheit; persönlicher Charakter, Gemütsbeschaffenheit; besondere Talente (Begabungen); Sprachkenntnisse; militärische Fähigkeiten, allgemeine und militärische Ausbildung (Schulen) und Kenntnisse; ob Reiter bzw. Pferdekenner; mitgemachte Kriegseinsätze (Feldzüge, Schlachten, Gefechte); Benehmen im Dienst (gegen Höhere, Gleichgestellte und Untergebene); Benehmen ausserhalb des Dienstes (gegenüber der Zivilbevölkerung); Eifer und Ambition; Fähigkeiten im Umgang mit den eigenen Finanzen; ob Alkoholiker, Glücksspieler, Schuldenmacher oder Streitsüchtiger; Qualifikation zur Beförderung; Anmerkungen und Unterschriften der Vorgesetzten. Slowakische Belange: Die Akten der oberungarischen bzw. in Oberungarn dislozierten Regimenter, Branchen und Korps.
  • Findbehelfe: Bestandsverzeichnis. Als Behelf ist ausserdem der SCHEMATISMUS FUER DAS K.(U )K. HEER, Wien 1790-1918, heranzuziehen, der ab dem Jahrgang 1819 mit einem Personenindex versehen ist.


Qualifikationslisten für Offiziere 1869–1918

  • Kurzbezeichnung : QL
  • Zeitrahmen: 1869-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1820 - ca. 1890).
  • Beschreibung: Mit der Heeresreform von 1868 wurde das bisherige Formular der Conduitelisten abgeschafft und ab 1869 das neü Formular der QL eingeführt. Die Listen enthalten nun nicht mehr die Offiziere eines Jahrganges eines Regiments, sondern es gibt für jeden Offizier eine eigene QL.
  • Ordnungsprinzip : Die QL sind alphabetisch nach Personennamen geordnet. Angaben zur Person: Truppenkörper (Regiment); Charge (Dienstgrad); Rangdatum (Datum der Ernennung in die jeweilige Charge); Vor- und Zuname; Geburtsdatum, Geburtsort und Geburtsland; Heimatsrecht; Religionsbekenntnis; Beruf des Vaters; allgemeine und militärische Ausbildung (Schulen); Eintritt in das Heer/die Landwehr. Familienstand; Anzahl der versorgten und unversorgten Kinder; Zivilberuf; finanzielle Verhältnisse; Dekorationen (Auszeichnungen); militärische Laufbahn; dienstliche Verwendungen und Garnisonsorte; mitgemachte Feldzüge; Leistungen und Verdienste im Felde; sonstige Verdienste; besonder Kenntnisse (Länderkenntnisse); besondere Geschicklichkeiten; Sprachkenntnisse; Charaktereigenschaften, Geistesgaben; militärische Kenntnisse und Fähigkeiten; Diensteifer; Benehmen (vor dem Feinde, dienstlich und ausserdienstlich); Gesundheitsumstände, Kriegsdiensttauglichkeit; Qualifikation zur Beförderung; Anmerkungen und Unterschriften der Vorgesetzten.
  • Slowakische Belange: Man kann nach konkreten Personennamen suchen.
  • Findbehelfe: Der Bestand ist direkt über das Alphabet zugänglich. Ausserdem existiert ein grobes Bestandsverzeichnis (Verzeichnis der Kartons).

Rang- und Einteilungslisten für Offiziere 1914–1918

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Rangvormerkungen für Offiziere 1860–1918

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Pensionsbücher 1749–1920

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Stabsbücher–Kontobücher 1753–1819

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Heiratskautionen 1755–1918

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Soldatenkinder 1770–1870

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Unteroffizierszertifikate 1872–1918

  • Kurzbezeichnung: Zertifikatisten.
  • Zeitraum: 1872-1918 (Geburtsjahrgänge 1828-1893).
  • Beschreibung: Längerdienende Unteroffiziere erwarben nach 12 Dienstjahren einen Anspruch auf Anstellung im Staatsdienst. Die Anspruchsberechtigten wurden im Kriegsministerium evident geführt. Die Namen dieser Zertifikatisten wurden chronologisch nach numerus currens in das Protokoll eingetragen und im Index vermerkt. Die dazugehörigen Akten erliegen in der Registratur des Kriegsministeriums.
  • Ordnungsprinzip: Chronologisch nach numerus currens. Angaben zur Person: Nummer des Zertifikats; Name, Charge, Truppenkörper, Religion und Geburtsdatum des Anspruchsberechtigten; Jahr, in welchem er das 37. und 45. Lebensjahr vollendet hatte; Geschäftszahl des Kriegsministeriums; Tag der Einziehung des Zertifikats und Art der Zivilanstellung.
  • Slowakische Belange: Man kann nach konkreten Personennamen suchen.


Versorgungsakten 1919–1986

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Superarbitrierungsakten – Militärärztliche Gutachten 1914–1918

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Begräbnisparten und Sterbekartei 1918–1997

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Militärkapellmeister-Pensionsverein 1860–1918

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Leibgarden und Militärschulen (Bestand 02)

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Gardeakten 1625–1918

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Grundbuchsevidenz der Leibgarden 1767–1918

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Dienstvorschriften der Leibgarden ?-?

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Militär-Erziehungs- und Bildungsanstalten saec. XVIII–XX

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Reserveoffiziersschulen 1914–1918

  • Kurzbezeichnung: ROS.
  • Zeitraum: 1914-1918.
  • Beschreibung: Die ROS sind ein Teilbestand der Militärerziehungs- und Bildungsanstalten. Der Bestand enthält Rangierungslisten mit Personalangaben der Reserveoffiziers-Anwärter und ihre Prüfungserfolge in den einzelnen Lehrfächern der Reserveoffiziers-Kurse.
  • Ordnungsprinzip: Die Akten sind teils nach Truppenkörpern (Regimentern), teils nach Schulorten (Garnisonen) geordnet. Angaben zur Person: Charge und Name des Aspiranten; Heimatgemeinde und Heimatland; Tag der Präsentierung zur aktiven Dienstleistung; Konduite, Charaktereigenschaften und Sprachkenntnisse; bleibender Aufenthalt (Ergänzungsbezirk); Benotung (Klassifikation) in den einzelnen Prüfungsgegenständen. Slowakische Belange: Die Akten der oberungarischen Regimenter und Garnisonen (Schulorte).
  • Findbehelfe: Bestandsverzeichnis nach Truppenkörpern (Regimentern) und Garnisonen (Schulorten).


Militärmatriken und Kriegsverluste (Bestand 03)

> Personalakten siehe auch im Bestand 01!


Militärmatriken

  • Kurzbezeichnung: Matriken.
  • Zeitraum: 17 Jh. - 1918-1938.
  • Beschreibung: Die Matriken stammen von den Regimentern, Branchen, Korps und Militärspitälern der k.(u.)k. Armee, die jeweils eigene Militärpfarren unterhielten, sowie von den Garnisonspfarren und den sogenannten Militärsuperioraten. Der Bestand umfasst drei Reihen:

1. Hauptreihe: Matriken der k.(u.)k. Regimenter, Branchen, Korps etc. ; einzelne Matrikenbände gibt es bereits ab dem 17 Jh., ein geschlossener Bestand ist jedoch erst für den Zeitraum ca. 1815-1918 erhalten;

2. Sterbematriken des Weltkrieges 1914-1918;

3. Matriken des Österreichischen Bundesheeres 1918-1938.

  • Ordnungsprinzip: Die Hauptreihe ist nach Regimentern, Branchen, Korps etc. geordnet. Um nach einer Geburt (Taufe), Trauung oder Todesfall suchen zu können, muss man daher - wie bei den Musterlisten - den Truppenkörper wissen, in dem der betreffende Personenstandsfall matrikuliert wurde. Angaben zur Person: Die für Kirchenmatriken (Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher) üblichen ausführlichen Angaben. Slowakische Belange: Die Matriken der oberungarischen bzw. in Oberungarn dislozierten Regimenter, Branchen, Korps etc. sowie die Matriken der oberungarischen Garnisonen.
  • Findbehelfe:

1. für die Hauptreihe existiert ein Verzeichnis der Matrikenbände nach Regimentern, Branchen, Korps, Garnisonen und Spitälern;

2. die Sterbematriken des Weltkrieges 1914-1918 sind über eine alphabetisch phonetische Personenkartei (Matrikenkartei) zugänglich;

3. für die Matriken des Bundesheeres ist eine alphabetische Personenkartei vorhanden.


Regimenter, Branchen und Korps XVII–1920

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Erster Weltkrieg 1914–1918

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Militärspitäler (Sterbematriken) 1779–1922

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Bundesheer 1923–1938

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Matriken- und Totenkartei *) 1914–1918

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Phonetischer Kataster der Kriegsverluste *) 1914–1918

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Verlustlisten 1914–1918

  • Kurzbezeichnung: VL.
  • Zeitraum: 1914-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1865-1900).
  • Beschreibung: Die VL sind bei der Armee im Felde entstandene Akten, die von den Offizieren an der Front verfasst und an das nächsthöhere Kommando weitergeleitet wurden. Es gibt in der Bibliothek des Österreichischen Staatsarchivs auch gedruckte, publizierte Verlustlisten, die aber nur schwer benützbar sind. Ordnungsprinzip: Nach Jahren und innerhalb dieser nach Truppenkörpern.
  • Ordnungsprinzip: Angaben zur Person: Familienname, Vomame, Charge, Unterabteilung (Kompanie etc.), Gefecht; gefallen, verwundet oder vermisst; Datum und Ortsangabe.
  • Slowakische Belange: Die VL derjenigen Regimenter, die sich vorwiegend aus Oberungarn ergänzten.
  • Findbehelfe: Findbehelfe sind nicht vorhanden. Wenn der Truppenkörper und ein ungefähres Verlustdatum bekannt sind, kann man gezielt nach der entsprechenden Eintragung suchen.


Phonetischer Kataster der Kriegsverluste, Kriegsgefangene, Matriken- und Totenkartei, *) 1914–1918

  • Kurzbezeichnung: 1) Phonetik, 2) KGF, 3) TK.
  • Zeitraum: 1914-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1865-1900).
  • Beschreibung:

1. Phonetischer Kataster der Kriegsverluste;

2. Kriegsgefangenenkarteien und Kriegsgefangenenlisten;

3. Totenkartei.

  • Ordnungsprinzip: Die Karteien sind alphabetisch-phonetisch, die Listen nach Nummern geordnet. Angaben zur Person: Familienname, Vorname, Truppenkörper, Charge, Geburtsjahr, Geburts- bzw. Heimatsort; dazu:

1. Tag des Zu- und/oder Abganges von einem Militärspital; Verwundungen; Vermisstenmeldungen; Sterbedaten; mitunter nächste Verwandte mit Heimatadresse;

2. Tag und Ort der Kriegsgefangenschaft;

3. Sterbetag und Sterbeort.

  • Slowakische Belange: Man kann nur nach vorgegebenen Personennamen suchen.
  • Findbehelfe: Die Findbehelfe sind die Karteien selbst.


Militärspitäler (Krankenblätter) 1914–1918

  • Kurzbezeichnung: Spitäler.
  • Zeitraum: 1914-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1865 - 1900).
  • Beschreibung: In den k.u.k. Krankenanstalten wurde für jeden Patienten (Soldaten) ein Krankenblatt ("Vormerkblatt") angelegt. Diese Akten sind wegen ihrer Personalangaben eine viel benützte personengeschichtliche Quelle, insbesondere auch wegen des Fehlens der Grundbuchsblattbestände in den Nachfolgestaaten.
  • Ordnungsprinzip: Die meisten Akten-Reihen sind alphabetisch-phonetisch geordnet. Angaben zur Person: Bezeichnung der Krankenanstalt, Familien- und Vorname, Truppenkörper, Charge, Geburtsjahr, Geburts- bzw. Heimatsort, Religion, Zivilberuf, Datum des Zu- und Abganges aus der Krankenanstalt; Diagnose, Krankengeschichte und Therapie.
  • Slowakische Belange: Man kann nur nach vorgegebenen Personennamen suchen. Es kommen in erster Linie die Krankenblätter der Feldspitäler (755 Kartons) in Betracht. Die Akten der oberungarischen Garnisons-, Reserve-, Kriegs- und Vereinsspitäler sind (ebenso wie die Grundbuchsblätter des Weltkrieges) nach 1918 in der Tschechoslowakei verblieben. Findbehelfe: Für die Akten der Feldspitäler existiert ein Verzeichnis der Kartons. Grundsätzlich sind die Akten über das phonetische Alphabet zugänglich.


Kriegsgräberakten 1914–1918

  • Kurzbezeichnung : Kriegsgräber.
  • Zeitraum: 1914-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1865-1900).
  • Beschreibung: Die Gräberabteilungen und Kriegsgräberinspektionen der k.u.k. Militärkommanden und Militärverwaltungen hatten ihre Aufzeichnungen über Bestattungen und Umbettungen von gefallenen Kriegern laufend der Zentralstelle in Wien einzusenden. Da dies nicht sehr konsequent geschah, sind im Bestand bei weitem nicht alle k.u.k. Kriegerfriedhöfe dokumentiert.
  • Ordnungsprinzip: Nach Ländern, Bezirken und Ortschaften. Angaben zur Person: Familienname, Vorname, Charge, Truppenkörper, Geburtsjahr, Geburts- oder Heimatsort, Todesdatum und Datum der Beerdigung, Bezeichnung der Grablage.
  • Slowakische Belange: Die Ortschaften in der heutigen Slowakei, die im Gräberindex "Ungarn", verzeichnet sind. Findbehelfe: Grob alphabetische Indizes nach Ortschaften (d.h. nach den Anfangsbuchstaben der Ortschaften); 6 Bände:
  • 1. Italien;
  • 2. Jugoslawien und Albanien;
  • 3. Österreich;
  • 4. Russland, Ukraine, Polen;
  • 5. Tschechei;
  • 6. Ungarn mit Siebenbürgen und der Slowakei.


Heimkehrer *)

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Militärgerichtsarchiv (Bestand 04)

  • Kurzbezeichnung: MGA
  • Zeitraum: 1790-1918.
  • Beschreibung: Da die Angehörigen der k.(u.)k. Armee bis 1918 einer eigenen Militärgerichtsbarkeit unterworfen waren, hat sich aus der Tätigkeit dieser Militärjustizbehörden (erster, zweiter und dritter Instanz), insbesondere aus der Zeit des Weltkrieges 1914-1918, ein umfangreiches Aktenmaterial erhalten. Der Bestand war um das Jahr 1920 etwa doppelt so gross wie heute, doch mussten in den Folgejahren bedeutende Aktenmengen an die Nachfolgestaaten zur Erledigung der noch nicht abgeschlossenen Justizfälle abgetreten werden.
  • Ordnungsprinzip: Der Grossteil der Aktenkartons sind - ohne Berücksichtigung der Gerichtsprovenienz - nach numerus currens aufgestellt. Nur für einen kleinen Teil ist der ursprüngliche Zustand der Gerichtsprovenienz wieder hergestellt. Angaben zur Person: Ausführliche Personaldossiers, insbesondere für die Zeit des Weltkrieges 1914-1918. Findbehelfe: Das MGA ist derzeit für gezielte Personenforschungen nicht geeignet, da die im Weltkrieg 1914-1918 angelegte umfangreiche Personenkartei von mehreren Millionen Karteikarten im Zweiten Weltkrieg vernichtet wurde. Es existiert lediglich ein Verzeichnis der Faszikel (Kartons). Für die Akten einiger weniger Gerichte gibt es eine neue Personenkartei.


Militärgerichtsakten 1790-1918

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Alte Feldakten (Bestand 05)

In den Alten Feldakten, die mit Einzelstücken ins 15. Jahrhundert zurückreichen, sind ab der Zeit des Dreißigjährigen Krieges die Archivalien zur Geschichte des kaiserlichen Heeres vereinigt. Der ab 1801 im Kriegsarchiv aufgebaute Aktenbestand weist in chronologischer Ordnung den zu Feldzügen, Kriegsschauplätzen und Waffentaten des kaiserlichen Heeres: Kriege gegen die Osmanen oder gegen Frankreich und Preußen, Feldzüge um das Erbrecht des Hauses Habsburg, Kämpfe gegen die französische Revolution und gegen Napoleon I. – zu allen diesen Kriegen findet sich reichliches Material wie Schlachtordnungen, Marschpläne, Gefechtsrelationen, Verlustlisten und ähnliches. Große Namen wie Lützen (1632), St. Gotthard (1664), Wien (1683), Höchstädt (1704), Belgrad (1717), Kolin (1757), Arcole (1796), Austerlitz (1805), Aspern und Wagram (1809), Leipzig (1813), und die Schlachten der Kriege von 1848/49, 1859 und 1866 bis zum Okkupationsfeldzug in Bosnien-Herzegovina (1878) sind in den Akten zu entdecken. Auch kleine Gefechte, oft mit zugehörigen Planskizzen, die Kriegsplanungen des Archivs des Chefs des Generalstabes (1808–1918) sind in den Alten Feldakten erfaßt. Die Akten über die an Offiziere und Soldaten verliehenen Orden und Auszeichnungen, beginnend mit dem Archiv des 1757 gestifteten Militär-Maria-Theresien-Ordens bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, enthalten nicht nur viele personelle Daten, sondern auch Wesentliches über das Kriegsgeschehen und über einzelne Waffentaten. Die „Archive der Truppenkörper“ bieten neben einigem organisatorischen Material viele Daten zur Kriegsgeschichte. Erwähnenswert ist ein zwar kleiner, aber interessanter Aktenbestand der Alten Feldakten: das Archiv des österreichisch-belgischen Freikorps in Mexiko, das 1864 bis 1868 zur Unterstützung Kaiser Maximilians (1832–1867) in Übersee kämpfte.


Alte Feldakten ?–1882

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Ordres de bataille 1858–1878

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Chef des Generalstabes 1808–1918

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Österreichisch-belgisches Freiwilligenkorps in Mexiko 1864-1868

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Kriegswissenschaftliche Mémoires ?-?

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Manuskripte ?-?

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Direktionsakten des Kriegsarchivs 1801–1997

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Neue Feldakten (Bestand 06)

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Armeeoberkommando 1914–1918

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Kriegspressequartier 1914–1918

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Umsturzberichte 1918–1919

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Pflichtverletzungskommission 1919–1921

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Neue Feldakten, Gefechtsberichte 1914–1918

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Archive der Truppenkörper 1783–1918

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Belohnungsakten 1789–1958

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Archiv des Militär-Maria-Theresien-Ordens 1757–1939

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Zentralstellen (Bestand 07)

Der kaiserliche Hofkriegsrat wurde unter Ferdinand I. 1556 als Zentralstellefür die Verwaltung und Kommandoführung des Heeres eingerichtet. Seit diesem Zeitpunkt bis zum Ende des Ersten Weltkrieges liegt eine eindrucksvolle Reihe von Archivalien zur österreichischen Militärgeschichte in diesem Archiv (etwa 180.000 Aktenkartons, 60.000 Bände Geschäftsbücher, mehr als 416.000 Landkarten und Pläne sowie 300.000 Bilder). Der Hofkriegsrat (1556–1848) fungierte als oberste Verwaltungs- und auch Kommandoinstanz des kaiserlichen (k. k.) Heeres. Nicht nur die Heeresorganisation, Bewaffnung und Bequartierung, Ausrüstung mit Munition und Uniformen sowie die Verpflegung und viele personelle Angelegenheiten werden in diesen Akten behandelt. Nicht zu vergessen ist das Bauwesen (Festungen, Kasernen und Straßen, später dann auch Eisenbahnen) und die Verwaltung der Militärgrenze. Ob es nun um die Aufstellung von Regimentern, um den Ausbau von Festungen geht, oder um die Anstellung von Lehrern, Hebammen oder Uhraufziehern – zu jeder dieser Fragen wird der Forscher zahlreiche Unterlagen finden. Die Archive des Hofkriegsrates und des Kriegsministeriums sind wohl der wichtigste Teil dieser Bestandsgruppe. Für die Erforschung der Geschichte der Armee sind aber die übrigen hier vereinigten Behördenarchive bedeutend: die Militärkanzlei des Kaisers (07) (1848–1918) und die Militärkanzlei des Erzherzog Thronfolgers Franz Ferdinand (07) (1898–1914), das k. k. Ministerium für Landesverteidigung (1868–1921).

Die Akten der Behördenregistraturen bilden für den gesamten Quellenzeitraum (1557- 1918) oftmals den Einstieg in eine genealogische Recherche. Für die Zeit vor 1740 bieten sie sogar die einzige Forschungsmöglichkeit überhaupt. Sie enthalten - gerade für die Zeit vor 1740 - meist keine Personaldossiers, sondern liefern in erster Linie spezifische Detailinformation, z.B. über Ernennungen, Beförderungen, Auszeichnungen, Heiraten, Pensionierungen, kriegsrechtliche Verurteilungen und Todesfälle. Diese Informationen müssen - aufgrund des altösterreichischen Kanzlei- und Registratursystems - in mühevoller Suche anhand der zeitgenössischen Kanzleibücher erarbeitet werden. Dabei sind die Möglichkeiten für die Forschung nach Offizieren und Militärbeamten bei weitem ergiebiger als für die Suche nach Mannschaftspersonen.


Militärkanzlei S. M. des Kaisers 1848–1918

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Generaladjutantur S. M. des Kaisers 1867–1918

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Militärkanzlei Erzherzog Franz Ferdinand 1898–1914

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Chef des Ersatzwesens 1917–1918

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Wiener Hofkriegsrat, Hauptreihe 1557–1848

  • Kurzbezeichnung: HKR
  • Zeitraum: 1557-1848
  • Beschreibung: Der Bestand enthält den schriftlichen Niederschlag der ältesten militärischen Zentralstelle des Habsburgerreiches vom Jahr nach seiner Gründung (1557) bis zur Auflösung dieser Kollegialbehörde im Jahre 1848. Der Aktenbestand ist sehr stark skartiert, sodass für die Forschung vielfach nur die Geschäftsbücher (Indizes und Protokolle) zur Verfügung stehen.
  • Ordnungsprinzip: Es handelt sich bei dem Bestand um eine geschlossene Serie von Kanzleibüchern und Akten, wobei die Akten über die Kanzleibücher (Index und Protokoll) zugänglich sind ("altösterreichisches Registratursystem"). Die Art der Hinterlegung wechselte mehrmals, wobei sich schliesslich das Rubrikensystem durchsetzte. Das heisst: Geschäftsfälle gleichen oder verwandten Betreffs sind jährlich unter gemeinsamen Sachrubriken hinterlegt. Es handelt sich demnach um einen Mittelweg zwischen einer Nummernregistratur (bei welcher die Einlaufstücke nach numerus currens hinterlegt werden) und dem reinen Sachaktensystem (bei welchem die Akten gleichen oder verwandten Betreffs nach einem Aktenplan jahresüberschreitend zu "Sachakten" zusammengefasst sind). Angaben zur Person: Unterschiedlich, je nach Fragestellung.

Da es sich beim HKR um eine Zentralbehörde handelt, sind in den Akten bei weitem nicht alle Personen enthalten, die zwischen 1557 und 1848 zur k.k. Armee gehörten oder mit ihr in Kontakt traten. Besonders hoch ist die Personaldatendichte für Offiziere; Unteroffiziere. Gemeine Soldaten hingegen wurden beim HKR meist nur im Zusammenhang mit besonders positiven oder negativen Vorfällen "aktenkundig", z.B. im Falle besonderer Auszeichnung oder im Falle einer kriegsrechtlichen Verurteilung. Man kann ua. nach konkreten oberungarischen Personen, Orten, Truppenkörpern, Institutionen und Sachbegriffen suchen.

  • Findbehelfe: Die jährlichen zeitgenössischen Kanzleiindizes.


Präsidialreihe 1805–1848

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Kanzleiarchiv 1466–1766

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Bestallungen 1583–1849

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Armeeschemata 1639–1771

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Testamente, Verlassenschaften 1570–1918

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Normaliensammlung, Dienstvorschriften 1761–1880

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Schriftgut betreffend die Militärgrenze 1751–1776

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Commercialia ?-?

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Innerösterreichischer Hofkriegsrat 1578–1749

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Prager Hofkriegsrat 1593–1611

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General-Kriegskommissariat 1733–1768

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Reichs-General-Kriegskommissariat 1793–1805

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Staats- und Konferenzminister Moritz Graf Lacy 1771–1801

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Kriegsminister Erzherzog Carl 1801–1814

Leer


Kriegsministerium und Militär-Liquidierungsamt, Präsidialreihe und Hauptreihe 1849–1931

  • Kurzbezeichnung: KM / MLA
  • Zeitraum: 1848-1918/1931
  • Beschreibung: Das KM war die Nachfolgebehörde des HKR (HofKriegRat). Der Bestand enthält demnach den schriftlichen Niederschlag dieser militärischen Zentralstelle von seiner Errichtung im Jahre 1848 bis zum Zerfall der Habsburger Monarchie im Jahre 1918, sowie für die Zeit der Liquidierung dieser Behörde in den Jahren 1918-1931. Für die Zeit vor dem Weltkrieg ist der Aktenbestand teilweise skartiert, während die Akten ab dem Sommer 1914 fast voll ständig erhalten sind (mit Ausnahme geringer Mengen, die nach 1918 an die Nachfolgestaaten abgetreten wurden). Ordnungsprinzip: Es handelt sich um eine geschlossene Serie von Kanzleibüchern und Akten, wobei die Akten - wie beim HKR - über die Kanzleibücher (Index und Protokoll) zugänglich sind. Die Akten sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen - jährlich nach Rubriken abgelegt. Angaben zur Person: Unterschiedlich, je nach Fragestellung. Da es sich beim KM um eine Zentralbehörde handelt, sind in seinen Akten - ebenso wie beim HKR - bei weitem nicht alle Personen enthalten, die zwischen 1848 und 1918 zur k.(u.)k. Armee gehörten oder mit ihr in Kontakt traten.

Es überwiegen auch hier die Personalangaben über Offiziere, jedoch ist im Vergleich zum HKR eine deutliche Zunahme der Personaldatendichte für Unteroffiziere und gemeine Soldaten feststellbar.

  • Slowakische Belange: Man kann - wie beim HKR - nach konkreten oberungarischen Personen, Orten, Truppenkörpern, Institutionen und Sachbegriffen suchen. Die Akten des MLA (1918-1931) sind für die genealogische Forschung insofern von Interesse, als sie zahlreiche Übergabelisten von Personalakten an die Armeen der Nachfolgestaaten der Monarchie und auch sonstige für diese Armeen relevante Personalvorgänge enthalten, unter ihnen auch solche für die tschechoslowakische Armee.
  • Findbehelfe: Wie beim HKR die jährlichen zeitgenössischen Kanzleiindizes. Das Bestandsverzeichnis ist für die Forschung weitgehend ungeeignet.

Apostolisches Feldvikariat 1735–1918

Leer


K. k. Ministerium für Landesverteidigung 1868–1921

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Mittelbehörden und Territorialkommanden (Bestand 08)

Mit dem militärischen Bauwesen befaßte sich das Genie-Hauptamt (08) (1756–1918), das Artillerie-Hauptzeugamt (08) (1772–1857) sowie das Technische Militärkomitee (08) (1862–1918) mit seiner großen Sammlung von Plänen und Beschreibungen von Waffen aller Art.


Genie-Hauptamt 1756-1918

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Artillerie-Hauptzeugamt 1772-1757

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Technische Militärkomitee 1862-1918

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Kriegsmarine (Bestand 09)

Seit der 1797 und dann endgültig 1814/15 erfolgten Übernahme Venetiens durch das Kaisertum Österreichs operierten Schiffe unter rot-weiß-roter Flagge nicht nur in der Adria, sondern auf allen Weltmeeren. Nicht nur die Schlacht bei Lissa (1866) hat das Bild dieser Flotte geprägt, sondern auch der Ausbau des Hafens von Pola, der Bau großer Schlachtschiffe wie „Viribus Unitis“. Hinweis: Während nahezu alle Akten des Heeres in der deutschen Dienst- und Kommandosprache abgefaßt sind, verwendete die Kriegsmarine für den dienstlichen Schriftwechsel bis 1848/49 teilweise die italienische Sprache.


Luftfahrt (Bestand 10)

Sie wurde ab dem Ende des 19. Jahrhunderts aufgebaut, zunächst mit Ballonfahrern und Luftschiffen. Vor und besonders während des Ersten Weltkrieges kamen dann zunehmend Flugzeuge zum Einsatz. Ein eigener Archivbestand zu diesem Themenkreis ist nur aus der Zeit des Ersten Weltkrieges vorhanden. Personalakten, technische Pläne und Bilder sowie Berichte der einzelnen Fliegerkompanien geben Aufschluß über Aufbau und Einsatz dieser Spezialtruppe.


Karten-, Plansammlung (Bestand 11)

Von besonderer Bedeutung für die Kriegsvorbereitung und für die Kriegsführung war die Karten- und Plansammlung. So war die Herstellung und dann die Verwahrung und Evidenthaltung guter Landkarten ein ganz wesentliches Anliegen der militärischen Führung. Das hofkriegsrätliche Kanzleiarchiv sammelte ab 1764 Landkarten. Aus militärischem Interesse entstanden die von Offizieren aufgenommenen und gezeichneten Karten der Josephinischen und der Franziszeischen Landesaufnahme (im Maßstab 1:28.800, in den Jahren 1763–1796 bzw. 1807–1869 angefertigt). Die Originale dieser beiden etwa je 4.000 Blätter umfassenden Kartenwerke bilden einen großen Schatz der Kartensammlung. Weiters gibt es die vom Militärgeographischen Institut hergestellten Karten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Es blieben die Landesbeschreibungen des Generalstabes ebenso erhalten, wie die Bau- und Festungspläne des Genie- und Planarchivs und zahlreiche Karten und Pläne über Feldzüge, einzelne Schlachten und Gefechte sowie Manöver.


Bildersammlung (Bestand 12)

Als Illustration zu den genannten Archivalien existiert eine Bildersammlung, die mit Porträts, Kriegsbildern (besonders aus der Zeit des Ersten Weltkrieges) und zahlreichen Bildern von Landschaften und Bauwerken sowie Uniformen nahezu alle Bereiche des österreichischen Heerwesens – auch aus der Zeit der Ersten Republik – umfaßt.


Nachlässe, Donationen und Depots (Bestand?)

  • Kurzbezeichnung: NL.
  • Zeitraum: 1618-heute.
  • Beschreibung: Die NL sind kein aus dem Geschäftsgang organisch erwachsener Bestand, sondern eine im Kriegsarchiv durch Donationen und Depots entstandene Sammlung von Schriftgut privater Provenienz, die auch heute noch laufend Zuwächse zu verzeichnen hat.
  • Ordnungsprinzip: Nach numerus currens. Angaben zur Person: Unterschiedlich, je nach Beschaffenheit des NL. Slowakische Belange: Man kann nach konkreten Personennamen, Ortsnamen und Sachbegriffen suchen.
  • Findbehelfe: Detailverzeichnis der NL mit Personenindex sowie Orts- und Sachindex.

Literaturverzeichnis zu den Beständen des Kriegsarchivs

  • ALLMAYER-BECK, Johann Christoph: Die Kanzlei und das Archiv des Militär-Maria-Theresien-Ordens, In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 10, Wien 1957.
  • BENARD, Anne-Gälle: Guide des Archives Nationales autrichiennes a l'usage du lecteur francophone (= Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs, Inventare 1), Wien 1995.
  • BROUCEK, Peter: Nachlässe und Donationen, eine Sammlung des Kriegsarchivs, In: "Scrinium" 7, Wien 1972.
  • BROUCEK, Peter: Die Handschriftensammlung des Kriegsarchivs, In: "Scrinium" 11, Wien 1974.
  • BROUCEK, Peter: Abe'csi Hadileve'lta'r e's a magyar tö'rtenelemmel kapcsolatos forra'sai, In: Hadtörte'nelmi Közleme'nyek 1, Budapest 1990.
  • DE'AK, Istva'n, Der k.(u.)k. Offizier, Wien/ Köln/ Weimar 1991.
  • EGGER, Rainer: The Kriegsarchiv, In: Austrian History Yearbook 6/7, Wien 1970/71.
  • EGGER, Rainer: Das Kriegsarchiv und seine genealogischen Quellen, In: "Scrinium" 5, Wien 1971.
  • EGGER, Rainer: Die Militärkanzlei des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand und ihr Archiv im Kriegsarchiv Wien, In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 28, Wien 1975.
  • EGGER, Rainer: Archivalien des Kriegsarchivs Wien über die Familie Papst Johannes Pauls II., In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 32, Wien 1979.
  • FODOR, Livius: Die österreichischen Militärgerichtsakten, In: "Scrinium" 7, Wien 1972.
  • HILLBRAND, Erich: Die Kartenbestände des Kriegsarchivs Wien für das Gebiet der ehemaligen Militärgrenze, In: Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien 6, Wien 1973.
  • HILLBRAND, Erich: Die Kartensammlung des Kriegsarchivs Wien, In: Mitteilungen des österreichischen Staatsarchivs 28, Wien 1975.
  • INVENTAR DES KRIEGSARCHIVS, 2 Bände, Wien 1953.
  • OESTERREICH-UNGARNS LETZTER KRIEG 1914-1918, 22 Bände, Wien 1930-1938.
  • REGELE, Oskar: Der österreichische Hofkriegsrat 1556-1848, Wien 1949.
  • ROSSA, Karl : Die "Marineakten" in der Präsidialreihe des Hofkriegsrates, In: "Scrinium" 38, Wien 1988.
  • SCHEMATISMUS FUER DAS K.(U )K. HEER, Wien 1790-1918.
  • TEPPERBERG, Christoph: Der k.u.k. Chef des Ersatzwesens und sein Archiv, In: "Scrinium" 28, Wien 1983.
  • TEPPERBERG, Christoph: Die Musterungs- und Standesakten der k.k.Armee am Beispiel der Ersten Triester Marine 1786-1797, In: "Scrinium" 38, Wien 1988.
  • WAGNER, Walter: Geschichte des k.k. Kriegsministeriums 1848-1888, 2 Bände, Wien/ Köln/ Graz 1966-1971.
  • WAGNER, Walter: Quellen zur Geschichte der Militärgrenze im Kriegsarchiv Wien, In: Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien 6, Wien 1973.
  • WAGNER, Walter: Das Archiv der k.u.k. Kriegsmarine im Kriegsarchiv Wien, In: Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien 8, Wien 1980.
  • WAGNER, Walter: Das Artilleriearchiv im Kriegsarchiv/ Wien, In: "Scrinium" 28, Wien 1983.
  • WAGNER, Walter: Die k.(u.)k. Armee. Gliederung und Aufgabenstellung, In: Die bewaffnete Macht (= Die Habsburgermonarchie 1848-1918, 5), Wien 1987.
  • WREDE, Alphons Freiherr von: Geschichte der k. und k. Wehrmacht, 5 Bände, Wien 1898-1905.


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Legende

Das Sternchen *) in der Überschrift bedeutet "eingeschränkte Benutzung", dh. beispielsweise Ausfolgung nur für Angehörige.

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