Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/4/025

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Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
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vierte in der Reihe hätte werden können, erst 16 Jahre alt war. Letzterer ist 1645 als Candidat 24 Jahre alt zu Bredstedt verstorben. Die Wittwe seines Vaters (zweite Frau), Brigitta Lange aus Flensburg, blieb indessen beim Dienst, indem der Nachfolger M. Nicolaus Moht sie heirathete. Diese Pastorin lebte später noch 64 Jahre im Wittwenstande, bis sie 96 Jahre alt 1706 zu Karlum mit Tode abging bei ihrer an den dortigen Pastor Andreas Hoyer verheiratheten Tochter Katharina Breckling, durch welche sie die Großmutter des nachherigen Generalsuperintendenten Andreas Hoyer geworden ist.

Zu Breklum aber trat in dem Jahre 1649 ein neues Predigergeschlecht ein mit Daniel Luther, einem Urenkel des Reformators, gebürtig aus Soest in Westfalen, welcher sich zu Klotzens Parthei hielt und Streitschriften mit Friedrich Breckling gewechselt hat. Dieser hatte ihn in seinem „Triumphus Veritatis“ als einen lasterhaften Mann charakterisirt und ihn besonders des Geizes beschuldigt. Dagegen ließ derselbe 1661 eine Druckschrift ausgehen: „Daniel redivivus et e spelunca leonum resurgens: Daniel Lutherus kommt endlich aus der giftigen Triumph-Höhle oder Löwen-Grube vieler Calumnien Frid. Breclingii wieder hervor, und beweiset mit Grunde der Wahrheit, und vielen Testimonien, daß er so oft er seiner gedacht, so oft habe er crimen falsi, grobe Lügen und schändliche Fehler begangen.“ – Breckling schwieg dazu, wie sich denken läßt, nicht stille, wiederholte vielmehr seine Beschuldigungen, worauf dann keine weitere Entgegnung Daniel Luther's sich findet. Letzterer lebte bis zum 23. November 1683 und starb im Alter von 75 Jahren. Adjungirt war ihm 1673 sein Sohn Theodor Luther, der 1683 sein Nachfolger wurde und gestorben ist am 2. August 1732 nach einer beinahe 59jährigen Amtsführung in einem Alter von 81 Jahren, und vor ihm in demselben Jahre war sein Adjunct und Schwiegersohn gestorben.[1] Es ist in der Kirche zu Breklum zum Andenken


  1. Durch Theodor Luther kam ein Bildniß seines Aeltervaters, nach dem Urtheile Sachverständiger von Lucas Kranach gemalt, in die Kirche und wurde an einem Hauptpfeiler aufgehängt. Dasselbe stellt den großen Reformator in seinen jüngeren Jahren vor, wurde aber später durch Vernachlässigung beschädigt, darauf mit altem Gerümpel aus der Kirche verkauft, endlich aber durch glücklichen Ankauf gerettet und gut restaurirt. Wenn behauptet worden, es sei das Bildniß des Urenkels, so widerspricht schon das Costüm.
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