Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/123
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übrigens wenig berichtet wird, starb 909 den 9. May. Sein
Nachfolger, Hogerus oder Hoyer, auch ein Corveyischer Mönch,
empfing nach erlangter Bestätigung von König Ludwig dem Kinde und
von dem Papst Sergius III. ertheilten Pallium die Weihe nicht, wie
seine Vorfahren von dem Erzbischof zu Mainz, sondern von dem zu
Cöln, was Beziehung auf die vorhin gedachten Cölnischen Ansprüche
haben wird. Kaum 7 Jahre stand er der Kirche vor, da er schon 915,
20. Dec. starb, sein Nachfolger Reginward, auch ein Mönch aus
Corvey, noch kürzer, nur bis zum 29. Sept. 916. — Es waren übrigens
mit dem Anfang des Jahrhunderts neue Drangsale über Deutschland
hereingebrochen durch die Verheerungen der Ungarn, die freilich
zunächst die südlichen Gegenden betrafen. Inzwischen erlosch der
Stamm der Karolinger mit dem letzten Sprößling Ludwig 911, der nur
18jährig ward; im folgenden Jahr starb Herzog Otto von Sachsen, und
seinem jüngsten Sohne Heinrich war es vorbehalten, nach mancherlei
Drangsalen der Retter Deutschlands zu werden, und auch der Kirche
sich kräftig anzunehmen. Herzog Konrad von Franken hatte nach dem
Erlöschen des Karolingischen Stammes sich die Königliche Würde
beigelegt, aber kaum allgemeine Anerkennung gefunden. Er empfahl
auf seinem Sterbebette am Schlusse des Jahres 918 zu seinem
Nachfolger den Sächsischen Herzog Heinrich, der von dem zufälligen
Umstande, daß er beim Vogelstellen angetroffen ward, als ihm die
Ankündigung davon zu Theil wurde, den Beinamen der Vogelfänger oder
Vogler erhielt (Auceps).
Kurz ehe Heinrich von Sachsen Deutscher König ward, hatte auch ein Mann die erzbischöfliche Würde des Nordens erlangt, der begünstigt durch die folgenden glücklichen Unternehmungen Heinrichs, es mit allem Eifer sich angelegen sein ließ, für die weitere Ausbreitung des Christenthums zu sorgen. Es war dies Unni, der nach Reginwards Tode statt des von der Geistlichkeit und dem Volke zu Bremen erwählten Propsten Leidradus vom König Konrad ernannt wurde. Auch er war wie seine Vorgänger ein Corveyischer Mönch und Kapellan des gedachten Propsten. 917 empfing er vom Papst Johann X. das Pallium. Die darüber ausgefertigte Urkunde erscheint indessen verdächtig, wenigstens durch Einschiebsel, die einer späteren Zeit angehören müssen, verfälscht, indem es heißt, es sollten dem Hamburger Erzbisthum untergeordnet sein die Bischöfe der
