Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/032
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der Fränkischen Mark, überfallen die am Eiderufer postirten
Fränkischen Gränzwachen, weshalb sie sich freilich nachher
entschuldigen; aber Harald kann doch nicht wieder festen Fuß
fassen, und muß sich in Friesland aufhalten. Einstweilen bekriegen
sich untereinander wieder die beiden herrschenden Söhne des
Gottfried, der eine Horik (Erich) beraubt den andern seines
Reichsantheils, und seine Unterthanen verheeren um 834, 835, 836 zu
wiederholten Malen die Niederlande und plündern Dorstadt, die
innere Verwirrung des Fränkischen Reiches wo Ludwig von seinen
eignen Söhnen entthront war, benutzend. Er entschuldigt sich
freilich, daß dies ohne sein Wissen geschehen, als Ludwig wieder
zur Regierung gekommen, und der Kaiser muß diese Entschuldigung für
gut annehmen. Die Dänen verwüsten 837 wieder Antwerpen und
zerstören die Hafenstadt Witsam oder Willant an der Maas-Mündung,
brandschatzen Walcheren, erschlagen dort den Kaiserlichen Lehnsmann
Hemming, Halfdans Sohn und den Grafen Eckhart; Dorstadt wird wieder
verwüstet, die St. Alberts-Kirche zu Egmont zerstört u. s. w.
Wiederum entschuldigt sich Horik 839 und läßt den Kaiser wissen, er
habe die Hauptanführer des Verheerungszuges bestrafen lassen.
Endlich kommt noch vor Ludwigs Absterben ein Friedensschluß zu
Stande.
Bei der Theilung des Reichs unter Ludwigs Söhnen schlug Harald sich auf Lothars Seite und empfing von ihm Lehne, namentlich Walcheren 841. Er sollte als Lothars Lehnsmann die Küsten gegen die Einfälle der Dänen beschützen, die sich 845, 846, 847 wiederholten, in welchem letztgedachten Jahr Dorstadt und die Betuwe in Besitz genommen wurde; er gerieth aber in Verdacht mit jenen seinen plündernden und erobernden Landsleuten in geheimem Einverständniß zu sein, und sein Ende war, daß die Fränkischen Gränzgrafen ihn erschlugen. Es wird dies beim Jahr 852 gemeldet.
In gleichen Verdacht kam sein Bruder Rorik, der unter denselben Verhältnissen Friesische Lehne inne hatte. Er ward ins Gefängniß gesetzt, entkam aber und begab sich auf König Ludwig des Deutschen Gebiet, wo er sich einige Jahre im Sachsenlande aufhielt. Von hier aus machte er zugleich mit seinem Neffen Gottfried, dem Sohne seines bereits 814 umgekommenen Bruders Reginfried, 850 einen Einfall in die unter Lothars Herrschaft stehenden
