Instructionsbuch für den Infanteristen (1872)/138

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
GenWiki - Digitale Bibliothek
Instructionsbuch für den Infanteristen (1872)
Inhalt
<<<Vorherige Seite
[137]
Nächste Seite>>>
[139]
Instructionsbuch fuer den Infanteristen.djvu
Hilfe zur Nutzung von DjVu-Dateien
Texterfassung: unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen und kann somit Fehler enthalten.



      Damit wären wir vor der Hand mit dem fertig, was die äußeren Kennzeichen in der Bekleidung des Infanteristen, seine Ausrüstung, seine erste Einübung und die Pflichten gegen seinen Vorgesetzten betrifft. Aber eine Ehrensache bleibt noch übrig; das ist die Kenntniß der Auszeichnungs- und Erinnerungszeichen, welche der junge Soldat auf der Brust seiner Feldwebel, Unteroffiziere und altgedienten Kameraden sieht und die ihm die Gewißheit geben, daß auch er einst etwas Aehnliches tragen wird, wenn Se. Majestät der König wieder einmal eine Mobilmachung befiehlt, um mit sehr gemischten Waffen im Feuer, aber nicht mit Platzpatronen, und im Terrain, womöglich in Feindes Land, zu exerziren und zu zeigen, was wir bei der Fahne gelernt haben. Es sind dies die verschiedenen Medaillen, welche für Feldzüge, für besondere Kriegsthaten und zur Erinnerung an große Begebenheiten oder denkwüdige Vorfälle gestiftet worden sind und hier nach der Reihenfolge ihrer Stiftungsjahre abgebildet und beschrieben sind.

Die Kriegsdenkmünze für 1813 -- 1815 für Combattanten.

Datei:Kriegsdenkmünze

      Als im Dezember 1813 der blutige Kampf in Deutschland gegen die Gewaltherrschaft Napoleon I. beendet wae und die verbündeten Truppen am Rhein standen, das Hauptheer der Franzosen aber schon nach Frankreich zurückgeworfen worden war, erließ König Friedrich Wilhelm III. in Frankfurt a. M. am heiligen Weihnachts-Abende eine Kundmachung an das Heer, in welcher demselben die Stiftung eines ehrenden Denkzeichens aus dem Metalle eroberter Geschütze versprochen wurde. Es sollte die Jahreszahl desjenigen Feldzuges tragen, welchen der damit Geschückte mitgemacht, also entweder 1813 oder 1814 oder 1813 und 1814 zusammen, welche Bestimmung später auch Ausdehnung auf das Jahr 1815 fand. Abgebildet ist hier eine solche für 1814. Die Medaillen werden an einem orangefarbenen Bande, welches zu beiden Seiten mit einem schwarzen und einem weißen Streifen eingefaßt ist, auf der linken Brust getragen, zeigt also vereinigt die Preußischen Farben, schwarz-weiß, -- die Oesterreichischen, schwarz-gelb -- und die Russischen, schwarz-gelb-weiß. Auf der Vorderseite befindet sich ein Kreuz in der Form des Landwehrkreuzes, dessen Mitte, mit einem Lorbeer- und Eichenzweige belegt, einen Kranz bildet, in welchem sich die entsprechende Jahreszahl befindet, während der Zwischenraum zwischen den Armen des Kreuzes mit Ruhmesstrahlen ausgefüllt ist. Auf der Rückseite befindet sich der Namenszug des Königs unter einer Königskrone und unten die Worte : Preußens tapferen Kriegern. Als Umschrift aber: Gott war mit uns, Ihm sey Ehre! Auf dem Rande ist in vertiefter Schrift eingeprägt: Aus erobertem Gschütz. Unterm 7. Februar 1816 verordnete der König, daß nach dem Tode der Inhaber ihre